Drug gang trafficking: sentencing and double counting ban

BGH 3 StR 89/10Bgh / III. Strafkammer15.04.2010Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court dismissed the defendant’s revision against the Hanover Regional Court judgment in a drug-gang trafficking case. It held that the trial court had erred by aggravating the sentence on the ground that the gang formed only to achieve the economic aim of drug sales, because that consideration was already inherent in the offense and thus violated the prohibition on double use under sentencing law. Nevertheless, the error did not affect the sentence: in view of the remaining sentencing factors and the prison term being only three months above the statutory minimum, the Court excluded a lower sentence. The defendant had to bear the costs of the appeal.

Regest

§ 46 Abs. 3 StGB; double counting ban in sentencing for gang drug trafficking: a motive that is necessarily inherent in the offense may not be used to the defendant’s detriment as an aggravating circumstance. In cases of principal commission of gang drug trafficking, selfish economic motivation is regularly inseparable from the offense element of intended drug sales. By contrast, it may be considered in mitigation if the gang formed primarily out of personal ties and thus deviates from the typical picture of organized gang crime. A sentencing error does not warrant reversal if the reviewing court can exclude that the trial court would have imposed a milder sentence without the improper factor (consid. on causation of the error).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 3 StR 89/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-04-15

Aktenzeichen: 3 StR 89/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 25 Abs 2 StGB, § 46 Abs 3 StGB, § 29 Abs 1 S 1 Nr 1 BtMG, § 30a Abs 1 BtMG

Vorinstanz: vorgehend LG Hannover, 27. November 2009, Az: 96 KLs 22/09 - 6231 Js 38399/09, Urteil

Spruchkörper: 3. Strafsenat

Titelzeile

Bandenhandel mit Betäubungsmitteln: Strafzumessung und Doppelverwertungsverbot

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hannover vom 27. November 2009 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Das Landgericht hat sowohl bei der Strafrahmenwahl als auch bei der konkreten Strafzumessung zu Lasten des Angeklagten berücksichtigt, dass sich dieser mit den anderen Bandenmitgliedern nicht aus persönlichen Gründen, sondern "nur zur Erlangung des wirtschaftlichen Ziels des Verkaufs von Drogen" zusammengeschlossen habe. Diese Erwägung verstößt gegen § 46 Abs. 3 StGB; denn mit dem Straftatbestand des Bandenhandels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ist eine solche Intention wegen der für das Handeltreiben vorausgesetzten Eigennützigkeit jedenfalls bei täterschaftlicher Begehungsweise notwendig verknüpft. Soweit sich das Landgericht in diesem Punkt auf das Urteil des Senats vom 18. Juni 2009 (NStZ-RR 2009, 320, 321) stützt, hat es die dortigen Ausführungen missverstanden. Denn in jener Entscheidung hat der Senat die strafmildernde Erwägung gebilligt, dass die Bande sich primär aus persönlicher Verbundenheit zusammengeschlossen habe und daher nicht dem Bild der üblichen Bandenkriminalität entspreche.

Auf dem aufgezeigten Rechtsfehler beruht das Urteil indes nicht. Der Senat kann im Hinblick auf die sonstigen Zumessungserwägungen des Landgerichts und die nur drei Monate über dem gesetzlichen Mindestmaß festgesetzte Freiheitsstrafe (die Annahme eines minder schweren Falls kam nach den Umständen, insbesondere auch wegen der gehandelten Betäubungsmittelmenge, ersichtlich nicht in Betracht) ausschließen, dass das Landgericht ohne die rechtsfehlerhafte Überlegung auf eine niedrigere Strafe erkannt hätte.

Becker Pfister von Lienen

Schäfer Mayer

Schlagwörter

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