Drug trafficking and import constitute one unit of offense

BGH 2 StR 70/10Bgh / II. Strafkammer14.04.2010Partially Granted

Zusammenfassung

The Federal Court partly upheld the defendant’s revision against an LG Trier judgment for ten cases of aggravated drug trafficking in non-negligible quantities. It held that, when trafficking and import are both realized in one drug transaction, the acts form a single unit of offense and the import does not stand independently. The conviction was amended accordingly. Because the trial court had treated the import as an additional aggravating factor in sentencing, the entire sentence was set aside and the matter remitted to a different criminal chamber for a new sentencing decision, including appeal costs.

Regest

§§ 29a, 30a BtMG; concurrence in narcotics trafficking and import: where the same drug turnover comprises both bandenmäßiges Handeltreiben and import of narcotics, the acts constitute one Bewertungseinheit; the import is absorbed and has no independent competitive significance (consid. 2). For sentencing, the border crossing may still be considered under Art. 46 StGB principles as an aggravating circumstance, but only if the lower court has not impermissibly relied on a separate offense count. If it cannot be excluded that the incorrect competition assessment influenced the sentence, the sentence is to be annulled and the case remitted for new punishment determination; supplementary non-conflicting findings remain admissible (consid. 3-4).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 2 StR 70/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-04-14

Aktenzeichen: 2 StR 70/10

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 29a BtMG, § 30a BtMG

Vorinstanz: vorgehend LG Trier, 8. Oktober 2009, Az: 8031 Js 18606/08 jug - 2a KLs, Urteil

Spruchkörper: 2. Strafsenat

Titelzeile

Betäubungsmittelhandel: Bandenhandel und Betäubungsmitteleinfuhr als Bewertungseinheit; strafschärfendes Verbringen über die Grenze

Tenor

  1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Trier vom 8. Oktober 2009

a) dahin geändert, dass die jeweils tateinheitliche Verurteilung wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge entfällt; der Angeklagte ist somit verurteilt wegen bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zehn Fällen,

b) im gesamten Strafausspruch aufgehoben.

  1. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

  2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

Gründe

1 Das Landgericht hat den Angeklagten wegen bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in zehn Fällen, jeweils tateinheitlich begangen mit unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge unter Einbeziehung einer Freiheitsstrafe von einem Jahr aus einer früheren Verurteilung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt. Dagegen richtet sich die auf Verfahrensrügen und auf die Verletzung sachlichen Rechts gestützte Revision des Angeklagten. Das Rechtsmittel hat mit der Sachrüge in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang Erfolg. Im Übrigen ist es aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

2 1. Der Schuldspruch war, wie aus dem Beschlusstenor ersichtlich, zu ändern. Wird - wie hier - neben dem Merkmal des Bandenhandels auch das der Einfuhr verwirklicht, liegt nur eine Tat im Sinne einer Bewertungseinheit vor; der Bandenhandel verbindet die im Rahmen ein und desselben Güterumsatzes aufeinander folgenden Teilakte, insbesondere auch den Teilakt der unerlaubten Einfuhr, zu einer einzigen Tat (st. Rspr., vgl. BGH BtMG § 30 a Konkurrenzen 1; Senatsbeschlüsse vom 23. Juni 2006 - 2 StR 147/06 und vom 24. Oktober 2007 - 2 StR 232/07). Insoweit kommt der Einfuhr neben dem Bandenhandel keine selbständige rechtliche Bedeutung zu.

3 2. Die Änderung des Schuldspruchs führt auch zur Aufhebung des Strafausspruchs. Aus den Strafzumessungserwägungen des angefochtenen Urteils ergibt sich, dass das Landgericht bei sämtlichen Taten die Verletzung von jeweils zwei Strafgesetzen, damit also die Einfuhr von Betäubungsmitteln, straferschwerend gewertet hat. Zwar kann das Verbringen der Betäubungsmittel über die Grenze zum Zwecke des Handeltreibens strafschärfend berücksichtigt werden (BGH, Beschl. vom 4. April 2006 - 3 StR 47/06). Gleichwohl vermag der Senat hier nicht sicher auszuschließen, dass die Strafkammer bei richtiger Beurteilung des Konkurrenzverhältnisses niedrigere Freiheitsstrafen verhängt hätte.

4 Der Aufhebung von Feststellungen zur Strafzumessung bedarf es nicht. Der neue Tatrichter hat lediglich eine neue Bewertung vorzunehmen. Ergänzende, nicht widersprechende Feststellungen zur Strafe sind möglich.

Rissing-van Saan Fischer Roggenbuck

Appl Schmitt

Schlagwörter

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