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BGH 2 StR 112/10 ΓÇó Section 64 StGB refusal upheld despite erroneous dangerousness reasoning
BGH 2 StR 112/10Bgh / II. Strafkammer14.04.2010Dismissed
The BGH dismissed the defendant's revision against a Frankfurt am Main judgment. It held that the review disclosed no legal error to the defendant's detriment. The Senate noted that the lower court's reliance on the absence of danger to the general public was erroneous in the context of section 64 StGB, because such dangerousness is not required for placement in a therapeutic institution. Nevertheless, the refusal to order placement remained justified because the lower court's reasons on the lack of sufficiently concrete prospects of success were sufficient. The court also stated that the more lenient sentencing framework under section 177(1) StGB did not prejudice the defendant.
§ 64 StGB; no requirement of danger to the general public for placement in a therapeutic institution, unlike § 63 StGB. A refusal of placement may nevertheless stand if the findings support the absence of sufficiently concrete prospects of success under § 64 sentence 2 StGB. An erroneous reference to the lack of general dangerousness does not require reversal where the decision is otherwise correct for independent reasons. A deviation from the regular statutory penalty range under § 177 StGB does not prejudice the defendant if it is more favorable on the facts.
Entscheidungsdatum: 2010-04-14
Aktenzeichen: 2 StR 112/10
Dokumenttyp: Beschluss
Normen: § 63 StGB, § 64 StGB
Vorinstanz: vorgehend LG Frankfurt, 29. Oktober 2009, Az: 5/30 KLs 4871 Js 226162/07 (5/09), Urteil
Spruchkörper: 2. Strafsenat
Unterbringung in einer Entziehungsanstalt: Gefährlichkeit für die Allgemeinheit
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 29. Oktober 2009 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Die im Hinblick auf die Feststellungen kaum vertretbare Abweichung von der Regelwirkung des § 177 Abs. 2 Nr. 1 StGB und Anwendung des Strafrahmens des § 177 Abs. 1 StGB beschwert den Angeklagten nicht.
Das Landgericht hat die Anordnung einer Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt (§ 64 StGB) u. a. mit der Erwägung abgelehnt, es fehle an der Gefahr erheblicher rechtswidriger Taten, da es sich vorliegend durchweg um Beziehungstaten zum Nachteil der Geschädigten B.-K. gehandelt habe und die Beziehung zu dieser nicht mehr bestehe. Dies ist - worauf der Generalbundesanwalt zu Recht hinweist - rechtsfehlerhaft. Anders als bei § 63 StGB braucht der Täter für eine Unterbringung nach § 64 StGB nicht für die Allgemeinheit gefährlich zu sein. Dass die bei der erforderlichen Gefahrprognose maßgeblich zu berücksichtigende Schwere der auf den Hang zurückzuführenden Anlasstaten gegeben ist, kann nach den Feststellungen nicht zweifelhaft sein. Jedoch tragen die Ausführungen des Landgerichts zum Fehlen einer hinreichend konkreten Erfolgsaussicht (§ 64 Satz 2 StGB) die Ablehnung der Anordnung der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.
Rissing-van Saan Fischer Roggenbuck
Appl Schmitt