HKÜ case: inadmissibility of further appeal under old law

BGH XII ZB 109/09Bgh / Civil Chamber 1203.03.2010Dismissed

Zusammenfassung

The BGH held that, in an HKÜ proceeding initiated before 2009-09-01, the former procedural law still applied. Under that law, no further appeal to the BGH lay against an OLG decision in HKÜ cases. The applicant’s designated ‘Rechtsbeschwerde’ was therefore dismissed as inadmissible. Because the remedy had no prospect of success, the request for legal aid was also refused. Costs were imposed on the applicant, and the value of the matter was set at EUR 3,000.

Regest

Art. 111 Abs. 1 FGG-RG; § 40 Abs. 2 S. 3 IntFamRVG a.F.; § 22, § 27 FGG: In proceedings instituted before 1 September 2009, the former procedural law continues to apply. In Hague Child Abduction Convention cases, the special rule in § 40(2) sentence 3 IntFamRVG a.F. excludes a further appeal against decisions of the Oberlandesgerichte; a remedy designated as a Rechtsbeschwerde is therefore not statutorily available. Section 28 IntFamRVG concerns only the proceedings listed in section 5 and does not extend to HKÜ proceedings in section 6. Where the intended remedy is inadmissible, legal aid must be refused for lack of prospects of success.

Gesamter Gesetzestext

BGH — XII ZB 109/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-03-03

Aktenzeichen: XII ZB 109/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 40 Abs 2 S 3 IntFamRVG vom 26.01.2005, § 40 Abs 2 S 4 IntFamRVG vom 17.12.2008, § 22 FGG, § 27 FGG, Art 111 Abs 1 FGG-RG, KiEntfÜbk Haag

Vorinstanz: vorgehend OLG Köln, 10. Juni 2009, Az: 21 UF 86/09, Beschluss

Spruchkörper: 12. Zivilsenat

Titelzeile

Verfahren nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen: Zulässigkeit der Rechtsbeschwerde nach altem Recht

Tenor

Das Rechtsmittel gegen den Beschluss des 21. Zivilsenats - Familiensenat - des Oberlandesgerichts Köln vom 10. Juni 2009 wird auf Kosten der Antragstellerin als unstatthaft verworfen.

Der Antrag, für die Durchführung dieses Rechtsmittels Prozesskostenhilfe zu gewähren, wird zurückgewiesen, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine Aussicht auf Erfolg hat.

Wert: 3.000 €

Gründe

1 Auf das Rechtsmittel findet noch das bis zum 31. August 2009 geltende Verfahrensrecht Anwendung, weil das Verfahren vor dem 1. September 2009 eingeleitet worden ist (Art. 111 Abs. 1 FGG-RG; vgl. Senatsurteil vom 16. Dezember 2009 - XII ZR 50/08 - Tz. 7, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).

2 Das von der Antragstellerin als Rechtsbeschwerde bezeichnete Rechtsmittel ist nicht statthaft. Nach dem bis zum 31. August 2009 geltenden Verfahrensrecht ist eine Rechtsbeschwerde nicht zulässig, weil sich das Rechtsmittelverfahren gemäß § 40 Abs. 2 IntFamRVG (a.F.) nach § 22 FGG richtet und nach dem FGG nur die sofortige Beschwerde sowie die weitere Beschwerde (§ 27 FGG) vorgesehen sind (vgl. KG FamRZ 2009, 624). Nach der Sonderregelung in § 40 Abs. 2 Satz 3 IntFamRVG (a.F.) findet jedoch in Verfahren nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen (HKÜ) gegen Entscheidungen der Oberlandesgerichte eine weitere Beschwerde nicht statt. Die von der Antragstellerin angeführte Vorschrift (§ 28 IntFamRVG) betrifft nur die in Abschnitt 5 des IntFamRVG aufgeführten Verfahren, zu denen das Verfahren nach dem HKÜ (Abschnitt 6) nicht gehört.

3 Im Ergebnis gilt im Übrigen nach dem seit dem 1. September 2009 geltenden Verfahrensrecht nichts anderes (§ 40 Abs. 2 Satz 4 IntFamRVG n.F.).

Hahne Weber-Monecke Vézina

Klinkhammer Günter

Schlagwörter

Hague Child Abduction Conventionfurther appealadmissibilitylegal aidtransitional lawfamily procedurecosts