Inadmissible self-represented appeals and complaints to BVerwG

BVerwG 5 B 5/10Bverwg / 5. Abteilung16.02.2010Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Administrative Court rejected as inadmissible the plaintiff’s self-filed complaints against the refusal of legal aid and appointment of counsel by the VG Augsburg and the Bavarian Administrative Court of Appeal, as well as his requests for leave to appeal/appeal against the lower-court decisions. It also rejected his request for reinstatement. The court held that mandatory representation under § 67 Abs. 4 VwGO had not been met and that the challenged decisions were not subject to further appeal to the Federal Administrative Court. The plaintiff was ordered to bear the costs, while court fees were not charged.

Regest

§ 67 Abs. 4 VwGO, § 152 VwGO; admissibility of complaints and further remedies before the Federal Administrative Court: remedies requiring mandatory representation are inadmissible when lodged by the party in person; the requirement is not cured by a prior judicial warning. Decisions not subject to complaint under § 152 VwGO and otherwise not open to review before the Federal Administrative Court cannot be challenged by substitute remedies. A request for reinstatement presupposes the clear designation of a missed deadline and substantiated reasons; where the impugned decision is final and unappealable, the court lacks competence to grant reinstatement. Cost allocation follows § 154 Abs. 2 VwGO; court fees may remain uncollected under § 188 Satz 2 VwGO.

Gesamter Gesetzestext

BVerwG — 5 B 5/10, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-02-16

Aktenzeichen: 5 B 5/10

Dokumenttyp: Beschluss

Vorinstanz: vorgehend Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, 15. Dezember 2009, Az: 12 C 09.2431, 12 C 09.2432, Beschlussvorgehend VG Augsburg, 15. September 2009, Az: 3 K 08.1509, Beschlussnachgehend BVerfG, 1. Dezember 2010, Az: 1 BvR 2555/10, Nichtannahmebeschluss

Spruchkörper: 5. Senat

Tenor

Die Beschwerden des Klägers gegen die eine Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts ablehnenden Beschlüsse des Bayerischen Verwaltungsgerichts Augsburg vom 15. September 2009 - Au 3 K 08.1509 - und des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 15. Dezember 2009 - 12 C 09.2431 und 12 C 09.2432 - werden als unzulässig verworfen.

Die Rechtsmittelanträge des Klägers (auf Zulassung der Berufung bzw. Berufung) gegen die Entscheidungen des Bayerischen Verwaltungsgerichts Augsburg Urteil vom 18. September 2009 - Au 3 K 08.1509 - und des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs Beschluss vom 15. Dezember 2009 - 12 C 09.2718 - werden als unzulässig verworfen.

Der Antrag des Klägers, ihm Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren, wird verworfen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens, auch soweit er die Zulassung der Berufung beantragt und Berufung eingelegt hat.

Gerichtskosten werden nicht erhoben.

Gründe

1 Die Beschwerden und Rechtsmittelanträge sind schon deshalb unzulässig, weil sie nicht gemäß § 67 Abs. 4 VwGO durch einen Rechtsanwalt oder Rechtslehrer an einer deutschen Hochschule im Sinne des Hochschulrahmengesetzes mit Befähigung zum Richteramt oder einen Vertretungsberechtigten nach Maßgabe des § 67 Abs. 4 VwGO als Bevollmächtigten, sondern durch den Kläger selbst eingelegt worden sind. Auf das Vertretungserfordernis ist der Beschwerdeführer durch das Schreiben vom 26. Januar 2010 zum Aktenzeichen BVerwG 5 ER12 5.10 hingewiesen worden.

2 Die Beschwerden und Rechtsmittelanträge sind auch deswegen unzulässig, weil die angefochtenen Entscheidungen weder der Beschwerde zum Bundesverwaltungsgericht unterliegen (§ 152 VwGO) noch mit einem anderen Rechtsmittel beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden können.

3 Soweit der Beschwerdeführer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt (Beschwerdeschriftsatz vom 15. Januar 2010, S. 4), ist weder eine versäumte Frist hinreichend deutlich benannt (gemeint ist wohl die Widerspruchsfrist gegen den Bescheid vom 19. Juni 2008, vgl. Verfahren des Verwaltungsgerichtshofs - 12 ZB 09.2718 -) noch sind Wiedereinsetzungsgründe benannt und könnte das Bundesverwaltungsgericht hierüber entscheiden, da die angegriffenen Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshofs - wie ausgeführt - unanfechtbar sind.

4 Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO. Gerichtskosten werden gemäß § 188 Satz 2 VwGO nicht erhoben.

Schlagwörter

inadmissibilitymandatory representationlegal aidleave to appealreinstatementcostsadministrative procedure