Joinder of connected criminal cases by the higher court

BGH 1 StR 627/09Bgh / I. Strafkammer23.02.2010Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court dismissed the defendant’s revision against the Baden-Baden Regional Court judgment as unfounded. It held that the challenged joinder of a criminal case pending before the Baden-Baden Local Court to the regional court proceedings was permissible. For connected criminal cases pending in first instance before a local court and a regional court, the criminal chamber may order joinder under §§ 2, 4, 5 StPO; the court of higher order is competent under § 4(2) sentence 1 StPO if the other court belongs to its district. The Higher Regional Court was therefore not required to decide.

Regest

§§ 2, 4, 5 StPO; competence for joinder of connected criminal cases pending in first instance before local and regional courts. Connected proceedings may be joined by the court of higher rank if the other court belongs to its district within the meaning of § 4(2) sentence 1 StPO. Recourse to the common higher court under § 4(2) sentence 2 StPO arises only subsidiarily, namely where the conditions of sentence 1 are not fulfilled. The joinder order is not objectionable where these prerequisites are met (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

BGH — 1 StR 627/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-02-23

Aktenzeichen: 1 StR 627/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 2 StPO, § 4 Abs 2 S 1 StPO, § 5 StPO

Vorinstanz: vorgehend LG Baden-Baden, 24. Juli 2009, Az: 3 KLs 313 Js 15983/08, Urteil

Spruchkörper: 1. Strafsenat

Titelzeile

Verbindung zusammenhängender Strafsachen

Tenor

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Baden-Baden vom 24. Juli 2009 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils aufgrund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Der Beschluss vom 24. Juli 2009, mit dem die Strafkammer die zum Amtsgericht Baden-Baden angeklagte Strafsache gegen den Angeklagten (Fall II.4 der Urteilsgründe) zu dem bei ihr anhängigen Strafverfahren hinzuverbunden hat, begegnet keinen rechtlichen Bedenken.

Nach den §§ 4, 5 StPO können zusammenhängende Strafsachen (§ 2 StPO), von denen die eine im ersten Rechtszug beim Amtsgericht und die andere im ersten Rechtszug beim Landgericht anhängig ist, durch die Strafkammer miteinander verbunden werden (vgl. BGHSt 22, 185, 186; Erb in Löwe/Rosenberg, StPO 26. Aufl. § 4 Rdn. 34). Denn gemäß § 4 Abs. 2 Satz 1 StPO ist für den Verbindungsbeschluss das Gericht höherer Ordnung zuständig, wenn die übrigen Gerichte zu seinem Bezirk gehören. So verhält es sich hier. Das Amtsgericht Baden-Baden gehört zum Bezirk des Landgerichts Baden-Baden.

Einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe als gemeinschaftliches oberes Gericht bedurfte es nicht. Nach § 4 Abs. 2 Satz 2 StPO ist das gemeinschaftliche obere Gericht nur dann für den Beschluss über die Verbindung der Strafsachen zuständig, wenn die Voraussetzungen von § 4 Abs. 2 Satz 1 StPO - anders als hier - nicht gegeben sind (vgl. BGHR StPO § 4 Verbindung 9 und 12).

Nack Wahl Graf

Jäger Sander

Schlagwörter

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