Negative declaratory action against insolvent claim inadmissible

BGH IX ZR 113/09Bgh / Civil Chamber 918.02.2010Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Court of Justice rejected the claimant’s non-admission complaint. It held that a negative declaratory action is not an admissible means to challenge a claim finally recorded in the insolvency table; only remedies against final judgments are available. The claimant also failed to show any ground for admitting revision or any infringement of effective judicial protection. The complaint was therefore dismissed and costs were imposed on the claimant.

Omnilex-Regeste

§§ 178 Abs. 3, 179 Abs. 2 InsO; negative declaratory action against a claim finally established in the insolvency table: such an action is inadmissible. Once a claim has been entered in the table with the effect of a final judgment, it may be attacked only by remedies admissible against final judgments; an ordinary negative Feststellungsklage is excluded (consid. 3). A complaint against refusal to admit revision succeeds only if a statutory ground under § 543 Abs. 2 ZPO is substantiated; a mere invocation of effective legal protection does not suffice where the lower court has not imposed procedurally intolerable requirements (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZR 113/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-02-18

Aktenzeichen: IX ZR 113/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 178 Abs 3 InsO, § 179 Abs 2 InsO

Vorinstanz: vorgehend Brandenburgisches Oberlandesgericht, 6. Mai 2009, Az: 7 U 129/08, Urteilvorgehend LG Potsdam, 3. Juli 2008, Az: 2 O 375/07

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Insolvenzrecht: Zulässigkeit der negativen Feststellungsklage bezüglich des Nichtbestehens einer zur Insolvenztabelle festgestellten Forderung

Tenor

Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 7. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 6. Mai 2009 wird auf Kosten der Klägerin zurückgewiesen.

Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens wird auf 48.739,17 € festgesetzt.

Gründe

1 Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg, weil sie keinen Zulassungsgrund nach § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO aufdeckt. Verfahrensgrundrechte der Klägerin auf wirkungsvollen Rechtsschutz sind nicht verletzt. Das Berufungsgericht hat die negative Feststellungsklage nicht "aufgrund prozessrechtlich nicht hinnehmbarer Anforderungen" als unzulässig verworfen.

2 1. Das Berufungsgericht hat nicht verkannt, dass die Klägerin ihr Feststellungsinteresse aus einem "Drittrechtsverhältnis" herleiten will. Es ist aber mit Recht davon ausgegangen, dass die Klägerin hierzu widersprüchlich - und für jede Variante unzureichend - vorgetragen hat. Die Klägerin hat zum einen geltend gemacht, hinsichtlich der unter der Nr. 80 zur Tabelle festgestellten Forderung nehme der Insolvenzverwalter bei ihr Rückgriff, und zum anderen, insofern berühme sich die Beklagte einer Gläubigerstellung. Das Berufungsgericht ist auf beides eingegangen. Wie sich das eine zum anderen verhält, lässt auch die Beschwerdebegründung im Dunkeln. Es ist zwar vorgetragen worden, dass die Klägerin durch Ankauf und Erwerb sämtlicher gegen die Schuldnerin gerichteter Forderungen alleinige Gläubigerin der Insolvenzmasse sei; dass sie auch die von der Beklagten unter der Nr. 80 zur Tabelle angemeldete und festgestellte Forderung angekauft und erworben habe, ist aber nicht behauptet worden. Ebenso wenig ist vorgetragen worden, die Beklagte verlange insoweit von der Klägerin Ausgleich.

3 2. Die Unzulässigkeit einer negativen Feststellungsklage gemäß oder analog § 179 Abs. 2 InsO folgt bereits aus dem Umstand, dass gegen eine mit der Rechtskraftwirkung des § 178 Abs. 3 InsO zur Insolvenztabelle festgestellte Forderung nur noch solche Rechtsbehelfe zulässig sind, die gegen rechtskräftige Urteile ergriffen werden können (vgl. HmbKomm-InsO/Preß/Henningsmeier, 3. Aufl. § 179 Rn. 23; Pape in Kübler/Prütting/Bork, § 178 Rn. 15 f, Uhlenbruck, InsO 12. Aufl. § 178 Rn. 25). Die einfache negative Feststellungsklage gehört nicht zu diesen Rechtsbehelfen.

4 Im Übrigen wird von einer Begründung gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen.

Ganter Raebel Kayser

Lohmann Pape

Schlagwörter

insolvency tablenegative declaratory actionres judicatanon-admission complainteffective legal protectionadmissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a negative declaratory action is admissible against a claim finally determined in the insolvency table.

Extrahierter Entscheid

A simple negative declaratory action is not an admissible remedy against a claim entered in the insolvency table with the binding effect of final judgments; only remedies available against final judgments may be used.

Extrahierte Begründung

Under Sections 178(3) and 179(2) InsO, the recorded claim has res judicata effect. The claimant's negative declaratory action is therefore excluded, and the lower court did not impose impermissible procedural requirements.

Kernrechtsfrage

Whether the non-admission complaint showed a ground for admitting revision.

Extrahierter Entscheid

No ground for admission was shown.

Extrahierte Begründung

The complaint did not establish a violation of the right to effective legal protection or any other admissibility ground under Section 543(2) ZPO.

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