Delayed notice of residence change barred discharge relief

BGH IX ZA 46/09Bgh / Civil Chamber 911.02.2010Dismissed

Zusammenfassung

The Federal Court rejected the debtor’s request for legal aid to pursue a legal complaint against the denial of discharge in insolvency proceedings. It held that the intended remedy had no sufficient prospect of success because the debtor did not rebut either of the two independent grounds relied on below. In particular, the debtor’s months-late notification of the move to L. could support denial under § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO, and the debtor also failed to address the separate obligation under § 295 Abs. 2 InsO for self-employed debtors.

Regest

§ 114 ZPO; Art. 295 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2 InsO; legal aid for a contemplated Rechtsbeschwerde against denial of discharge relief may be refused where the intended remedy lacks a sufficient prospect of success. A delayed notice of a change of residence violates the debtor’s duty of prompt notification; a period of months is incompatible with the requirement of unverzügliche Anzeige, which is generally to be satisfied within about two weeks (consid. 2). Where the denial of discharge rests on multiple independent grounds, the applicant must address each ground; failure to challenge one independently sufficient basis defeats the prospect of success irrespective of the merits of the other ground (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

BGH — IX ZA 46/09, Beschluss

Entscheidungsdatum: 2010-02-11

Aktenzeichen: IX ZA 46/09

Dokumenttyp: Beschluss

Normen: § 295 Abs 1 Nr 3 InsO, § 295 Abs 2 InsO

Vorinstanz: vorgehend LG Landau (Pfalz), 11. November 2009, Az: 4 T 63/09, Beschlussvorgehend AG Landau (Pfalz), 1. Juli 2009, Az: 3 IN 151/02

Spruchkörper: 9. Zivilsenat

Titelzeile

Restschuldbefreiung: Verzögerte Anzeige eines Wohnsitzwechsels als Versagungsgrund

Tenor

Der Antrag des Schuldners auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe zur Durchführung einer Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 4. Zivilkammer des Landgerichts Landau in der Pfalz vom 11. November 2009 wird abgelehnt.

Gründe

1 Die beabsichtigte Rechtsverfolgung hat keine hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 114 ZPO). Die von den Vordergerichten der Entscheidung über die Versagung der Restschuldbefreiung zugrunde gelegten beiden Obliegenheitsverletzungen werden durch das Vorbringen des Schuldners nicht berührt.

2 1. Die Vordergerichte haben die Versagung der Restschuldbefreiung auf den Umstand gestützt, dass der Schuldner seinen nach L. verlegten Wohnsitz monatelang dem Treuhänder nicht angezeigt hat. Zwar mag es sein, dass der Treuhänder frühere Wohnsitzänderungen des Schuldners trotz ordnungsgemäßer Mitteilung nicht beachtet hat. Nach den durch den vorliegenden Antrag nicht in Frage gestellten Feststellungen der Vordergerichte hat es der Schuldner jedoch versäumt, seinen nach L. verlegten Wohnsitz dem Treuhänder und dem Insolvenzgericht mitzuteilen. Da die von § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO verlangte unverzügliche Anzeige etwa binnen zwei Wochen zu erfolgen hat (HmbKomm-InsO/Streck, 3. Aufl. § 295 Rn. 14), konnte die Versagung der Restschuldbefreiung auf diese Obliegenheitsverletzung gestützt werden.

3 2. Überdies haben die Vordergerichte angenommen, dass der selbständig tätige Schuldner der aus § 295 Abs. 2 InsO folgenden Obliegenheit nicht genügt hat, die Insolvenzgläubiger durch Zahlungen an den Treuhänder so zu stellen, wie wenn er ein angemessenes Dienstverhältnis eingegangen wäre. Mit dieser die Versagung der Restschuldbefreiung selbständig tragenden Erwägung setzt sich der Schuldner nicht auseinander (vgl. BGH, Urt. v. 13. November 1997 - VII ZR 199/96, NJW 1998, 1081, 1082 a.E., Beschl. v. 29. September 2005 - IX ZB 430/02, WM 2006, 59, 60).

Ganter Gehrlein Vill

Lohmann Fischer

Schlagwörter

insolvencydischarge relieflegal aidresidence changedebtor obligationsself-employed debtorprospects of success