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7 U 6/25•Oberlandesgericht Hamm, 2025-07-08, 7 U 6/25
7 U 6/25Obergericht08.07.2025
1. Steht allein ein Fahrstreifenwechsel eines Pkw auf der Autobahn von der linken in die rechte Spur in unmittelbarem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zur Kollision mit einem Lkw in der rechten Spur fest, so spricht der Anscheinsbeweis nur für einen Verstoß des Spurwechslers gegen § 7 Abs. 5 Satz 1 StVO, nicht aber für einen Verstoß des Auffahrenden gegen § 4 Abs. 1 StVO, § 1 StVO oder § 3 Abs. 1 StVO (in Fortschreibung zu BGH, Urteil vom 03.12.2024 – VI ZR 18/24, r+s 2025, 182 Rn. 20; BGH, Urteil vom 13.12.2016 – VI ZR 32/16, r+s 2017, 153 Ls. 1 und Ls. 2 und Ls. 3; BGH, Urteil vom 13.12.2011 – VI ZR 177/10, NJW 2012, 608 Rn. 9, 13; OLG Hamm, Urteil vom 15.05.2018 – I-7 U 45/17, BeckRS 2018, 60322 Rn. 36, 34). 2. In einem solchen Fall tritt die Betriebsgefahr des auffahrenden Lkw vollständig hinter dem schwerwiegenden Verkehrsverstoß des spurwechselnden Pkw zurück (im Anschluss an OLG Hamm, Urteil vom 15.05.2018 – I-7 U 45/17, BeckRS 2018, 60322 Rn. 39; OLG Hamm, Urteil vom 13.05.2009 – 13 U 106/08, NZV 2010, 79).
Entscheidungsdatum: 2025-07-08
Aktenzeichen: 7 U 6/25
ECLI: ECLI:DE:OLGHAM:2025:0708.7U6.25.00
Dokumenttyp: Hinweisbeschluss
Spruchkörper: 7. Zivilsenat
Normen: StVG § 7, § 17 Abs. 2; StVO § 1, § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1, § 7 Abs. 5
Der Senat beabsichtigt, die Berufung des Klägers auf seine Kosten gemäß § 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO zurückzuweisen.
Es wird dem Kläger Gelegenheit gegeben, binnen drei Wochen nach Zugang dieses Beschlusses Stellung zu nehmen.
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