Landesarbeitsgericht Düsseldorf, 2011-07-19, 16 Sa 607/11

16 Sa 607/11Arbeitsgericht19.07.2011

Regest

Die Rückzahlungsklausel in einem formularmäßigen Arbeitsvertrag, nach der eine Weihnachtsgratifikation zurückgefordert werden kann, soweit das Arbeitsverhältnis bis zum 31.03. des Folgejahres beendet wird, benachteiligt den Arbeitnehmer unangemessen, wenn sie auch in Fällen eingreift, in denen der die Rückforderung auslösende Grund nicht im Verantwortungsbereich des Arbeitnehmers liegt.

Gesamter Gesetzestext

Landesarbeitsgericht Düsseldorf — 16 Sa 607/11 — Urteil

Entscheidungsdatum: 2011-07-19

Aktenzeichen: 16 Sa 607/11

ECLI: ECLI:DE:LAGD:2011:0719.16SA607.11.00

Dokumenttyp: Urteil

Spruchkörper: 16. Kammer

Normen: §§ 611 Abs. 1, 242, 307 Abs. 1 Satz 1 BGB

Leitsätze

Die Rückzahlungsklausel in einem formularmäßigen Arbeitsvertrag, nach der eine Weihnachtsgratifikation zurückgefordert werden kann, soweit das Arbeitsverhältnis bis zum 31.03. des Folgejahres beendet wird, benachteiligt den Arbeitnehmer unangemessen, wenn sie auch in Fällen eingreift, in denen der die Rückforderung auslösende Grund nicht im Verantwortungsbereich des Arbeitnehmers liegt.

Tenor

I.

Auf die Berufung der Klägerin wird das Urteil des Arbeitsgerichts Wuppertal vom 24.03.2011 - 6 Ca 3598/10 - abgeändert und der Beklagte verurteilt, an die Klägerin 1.741,67 € brutto nebst fünf Prozentpunkten Zinsen über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 01.12.2010 zu zahlen.

II.

Der Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.

III.

Die Revision wird zugelassen.

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