24 Ds-44 Js 120/13-67/13•Amtsgericht Lemgo, 2014-02-11, 24 Ds-44 Js 120/13-67/13
Amtsgericht Lemgo, 2014-02-11, 24 Ds-44 Js 120/13-67/13
24 Ds-44 Js 120/13-67/13Gericht erster Instanz11.02.2014
Regest
1. Bei der Beurteilung der Frage, ob Rechtsanwaltsreisekosten eines Wahlverteidigers mit Sitz am dritten Ort - nicht am Wohnsitz des Angeklagten und nicht am Sitz des Prozessgerichts - im Einzelfall rechtsnotwendig und erstattungsfähig sein können, sind die Gesamtumstände des Verfahrens insbesondere auch zum Zeitpunkt der Mandatierung zu würdigen. 2. Für die Erstattungsfähigkeit kann im Einzelfall ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Verteidiger und Mandant sprechen. Sofern es sich nicht um ein Bagatelldelikt oder ein ganz gewöhnliches Strafverfahren ohne rechtliche Schwierigkeit handelt, ist die Höhe des zu erwartenden Strafmaßes für die Frage der Erstattungsfähigkeit der Rechtsanwaltsreisekosten nicht entscheidend.
Gesamter Gesetzestext
Amtsgericht Lemgo — 24 Ds-44 Js 120/13-67/13 — Beschluss
Entscheidungsdatum: 2014-02-11
Aktenzeichen: 24 Ds-44 Js 120/13-67/13
ECLI: ECLI:DE:AGLE:2014:0211.24DS44JS120.13.67.00
Dokumenttyp: Beschluss
Spruchkörper: Rechtspfleger
Normen: StPO § 464b; ZPO § 91; RVG Anlage VV Nr. 7003, 7005
Leitsätze
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Bei der Beurteilung der Frage, ob Rechtsanwaltsreisekosten eines Wahlverteidigers mit Sitz am dritten Ort - nicht am Wohnsitz des Angeklagten und nicht am Sitz des Prozessgerichts - im Einzelfall rechtsnotwendig und erstattungsfähig sein können, sind die Gesamtumstände des Verfahrens insbesondere auch zum Zeitpunkt der Mandatierung zu würdigen.
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Für die Erstattungsfähigkeit kann im Einzelfall ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Verteidiger und Mandant sprechen. Sofern es sich nicht um ein Bagatelldelikt oder ein ganz gewöhnliches Strafverfahren ohne rechtliche Schwierigkeit handelt, ist die Höhe des zu erwartenden Strafmaßes für die Frage der Erstattungsfähigkeit der Rechtsanwaltsreisekosten nicht entscheidend.
Tenor
werden die nach dem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts Lemgo vom 09.10.2013, AZ: 24 Ds-44 Js 120/13-67/13, dem o. g. früheren Angeklagten z. H. seiner Verteidigerin Rechtsanwältin pp. aus der Landeskasse gemäß § 467 StPO zu erstattenden notwendigen Auslagen auf
895,12 EUR (achthundertfünfundneunzig Euro und zwölf Cent)
festgesetzt.
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