Beratungshilfe denied for alternative advice and lack of need for a lawyer

52 II 85/07Gericht erster Instanz25.04.2008ZivilrechtAbgewiesen

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The applicant sought review of a court registrar’s refusal to grant legal advice assistance. Bochum Local Court rejected the reminder. It held that the applicant had not adequately shown why advice from a public authority or a public advisory service could not be used instead. The applicant’s general objections about the quality of public advice and its opening hours were insufficient. The requested advice concerned how to answer an Essen Jobcenter questionnaire asking which children and other persons, apart from a spouse, lived in the maintenance debtor’s household. The court considered that question readily answerable without legal assistance and found immediate consultation with a lawyer unnecessary. Extrajudicial expenses were not reimbursed.

Omnilex-Regeste

§ 1 Abs. 1 Nrn. 2 und 3 BerHG; availability of other advice and mutwilligkeit of legal assistance. Legal advice assistance is subsidiary: an applicant must substantiate why advice from a public authority or a public advisory service is not a reasonable alternative; general criticism of service quality or opening hours does not suffice. Exceptions require case-specific substantiation. The scheme is not intended to spare a person seeking legal advice every reasonable measure of personal effort or to place an indigent person in a better position than someone who must pay counsel privately. Assistance is therefore not warranted where a non-indigent person in the same circumstances would not obtain a lawyer, including where the requested advice concerns information the applicant can readily provide without legal expertise.

Gesamter Gesetzestext

Amtsgericht Bochum — 52 II 85/07 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2008-04-25

Aktenzeichen: 52 II 85/07

ECLI: ECLI:DE:AGBO:2008:0425.52II85.07.00

Dokumenttyp: Beschluss

Spruchkörper: 52. Abteilung des Amtsgerichts

Tenor

hat das Amtsgericht Bochum durch den Richter am Amtsgericht

am 25.4.2008

b e s c h l o s s e n:

Die Erinnerung des Antragstellers vom 29.2.2008 gegen den Beschluss der Rechts-pflegerin des Amtsgerichts Bochum vom 22.2.2008 wird zurückgewiesen.

Außergerichtliche Auslagen werden nicht erstattet.

Gründe:

Die gemäß §§ 11, 24a RPflG, 6 Abs. 2 BerHG zulässige Erinnerung ist unbegründet.

Die Erinnerung ist aus den zutreffenden Gründen des angegriffenen Beschlusses vom 22.2.2008 zurückzuweisen.

Zum einen bestand die Möglichkeit einer anderweitigen Beratung iSd § 1 I Nr.2 BerHG durch die Einholung einer entsprechenden Behördenauskunft und sowie einer Beratung durch öffentliche Beratungsstellen.

Das hiesige Gericht hat in seinen Entscheidungen vom 23.10.06 (52 II 2518/06) und vom 19.3.07 (52 II 217/07) – beide veröffentlicht in Rechtsprechung NRWE – bereits darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit einer behördlichen Auskunft nur in Aus-nahmefällen, die entsprechend glaubhaft zu machen sind, keine andere Beratungs-möglichkeit iSd § 1 I Nr. 2 BerHG ist. Gleiches gilt, soweit die Möglichkeit besteht, sich durch gemeinnützige Beratungsstellen – wie im Beschluss der Rechtspflegerin benannt – beraten zu lassen. Entsprechende qualifizierte Darlegungen sind nicht erfolgt. Der pauschale Hinweis im anwaltlichen Schreiben vom 29.2.08 auf die ver-meintlich zweifelhafte Qualität von öffentlichen Beratungsstellen und deren Öff-nungszeiten innerhalb der Arbeitszeit des Antragstellers ist nicht stichhaltig.

Zum anderen war die sofortige Inanspruchnahme einer anwaltlichen Beratung auch mutwillig iSd § 1 I Nr. 3 BerHG.

Wie die Rechtspflegerin bereits ausgeführt hat, ist es nicht Sinn des BerHG, dem Rechtssuchenden jedwede – zumutbare – Eigenarbeit zu ersparen. Auch darf es durch das BerHG nicht zu einer Besserstellung der bedürftigen Partei kommen. Be-ratungshilfe ist deshalb nur dann zu gewähren, wenn auch eine nicht-bedürftiger Rechtssuchender, der den Anwalt selbst bezahlen müsste, im konkreten Fall anwalt-liche Hilfe in Anspruch nehmen würde. Hier hat die Verfahrensbevollmächtigte des Antragstellers auf Bitten des Gerichts den Inhalt der begehrten anwaltlichen Bera-tung näher dargelegt. Es ging um die Beantwortung der Frage in einem Fragebogen der Arge Essen zur Prüfung einer Unterhaltspflicht Dritter, welche Kinder und sonsti-ge Personen (außer Ehefrau) im Haushalt des Unterhaltspflichtigen leben. Diese Frage hätte vom Antragsteller ohne weiteres selbst beantwortet werden können. Hierzu bedurfte es keinesfalls einer sofortigen anwaltlichen Beratung.

Schlagwörter

legal advice assistancealternative advicesubsidiarityindigencewillfulness

The request did not qualify for legal advice assistance because other advice options were available and immediate lawyer advice was unnecessary.

The applicant did not substantiate exceptional circumstances showing that advice from a public authority or public advisory service was unavailable or inadequate. A non-indigent person could answer the household questionnaire about persons living with the person liable for maintenance without a lawyer.

Extrajudicial expenses are not reimbursed.

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