AG Göttingen, 2000-08-16, 74 IK 96/99

74 IK 96/99Gericht erster Instanz16.08.2000

Gesamter Gesetzestext

AG Göttingen — 2000-08-16 — 74 IK 96/99 — Beschluss

Entscheidungsdatum: 2000-08-16

Aktenzeichen: 74 IK 96/99

ECLI: ECLI:DE:AGGOETT:2000:0816.74IK96.99.0A

Dokumenttyp: Beschluss

Referenz: WKRS 2000, 30839

Tenor

Tenor: Der Antrag des Schuldners auf Ersetzung der Einwendungen der Gläubiger gegen den Schuldenbereinigungsplan wird zurückgewiesen.

Das Verfahren über den Insolvenzeröffnungsantrag wird wieder aufgenommen.

Der Gegenstandswert für die anwaltliche Tätigkeit im gerichtlichen Schuldenbereinigungsplanververfahren (§§ 305 - 310 InsO) wird gem. § 77 Abs. 1 BRAGO festgesetzt auf 6.000 DM.

Gründe

Gründe1Die Voraussetzungen für eine Ersetzung der Zustimmung der widersprechenden Gläubiger liegt nicht vor.

2Von dem widersprechenden Gläubiger sind Gründe glaubhaft gemacht worden, die der Zustimmungsersetzung entgegenstehen, und zwar gemäß § 309 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 InsO. Die Gläubigerin zu 1) rügt, dass u.a. Regelungen dazu fehlen, ob der Schuldner, der einen sog. Nullplan vorgelegt hat, bei Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu Zahlungen verpflichtet ist. Bei Eröffnung des Verfahrens mit anschließender Restschuldbefreiung wäre der Schuldner gem. § 295 Abs. 1 Nr. 1 InsO verpflichtet, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben bzw. sich um eine solche zu bemühen; ein etwaiger pfändbarer Anteil wäre an den Treuhänder abzuführen. Das Fehlen einer entsprechenden Verpflichtung im Schuldenbereinigungsplan führt zu einer wirtschaftlichen Schlechterstellung.

3Das Verfahren über den Insolvenzeröffnungsantrag ist deshalb nach § 311 InsO wieder aufzunehmen.

Streitwertbeschluss

Streitwertbeschluss:Der Gegenstandswert für die anwaltliche Tätigkeit im gerichtlichen Schuldenbereinigungsplanververfahren (§§ 305 - 310 InsO) wird gem. § 77 Abs. 1 BRAGO festgesetzt auf 6.000 DM.

unterschrift unterschrift_first

Schmerbach, Richter am Amtsgericht

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