- Dezember 1986837Immunität von Nationalrat Oehler. Aufhebung
Fahne gedruckt werden kann, damit das Studium der Akten
einfacher und leichter wird.
M. Aubert: Puisque le postulat s'adresse en partie au
Bureau, le Bureau en a délibéré et m'a chargé de donner la
réponse suivante: Le souci de M. Knüsel est tout à fait
légitime, son postulat nous paraît justifié, le Bureau est prêt
à l'accepter. Tout au plus pourrais-je ajouter en mon nom
personnel que ce n'est pas seulement lors de révisions
partielles de la loi, mais c'est aussi parfois lors de révisions
totales qu'il pourrait être utile de connaître exactement quel
est le contenu de l'ancienne loi et quelles sont les nou-
veautés que le projet prétend y apporter.
Ueberwiesen - Transmis
#ST# 86.001
Immunität von Nationalrat Oehler.
Aufhebung
Immunité parlementaire du
conseiller national Oehler. Levée
Beschluss des Nationalrates vom 20. Juni 1986
Décision du Conseil national du 20 juin 1986
Antrag der Kommission
a. auf die Gesuche der Bezirkgerichte von St. Gallen, Arbon
und Morgen einzutreten
b. die parlamentarische Immunität von Nationalrat Oehler
nicht aufzuheben.
Proposition de la commission
a. d'entrer en matière sur les requêtes présentées par les
tribunaux de district de Saint-Gall, d'Arbon et de Morgen
b. de ne pas lever l'immunité parlementaire de M. Oehler.
Frau Meier Josi: Nationalrat Oehler hat Nationalrat Ruf im
Anschluss an die Sommersession 1985 in der «Ostschweiz»,
wo er damals Redaktor war, sowie während der Herbstses-
sion desselben Jahres in Interviews mit zwei anderen Zeitun-
gen scharf angegriffen. In allen drei Fällen reichte der Ange-
griffene bei den im Antrag erwähnten Gerichten gegen
National rat Oehler Strafklage wegen Ehrverletzung ein. Die-
ser berief sich auf seine parlamentarische Immunität, da die
Aeusserungen im Anschluss an Auseinandersetzungen über
die Asylpolitik erfolgt seien.
Der Nationalrat hat auf den Antrag seiner Petitions- und
Gewährleistungskommission in der Sommersession 1986
nach eingehender Debatte die Aufhebung der Immunität
abgelehnt. Er ging davon aus, zwischen der amtlichen Tätig-
keit von Nationalrat Oehler und dessen Aussagen in den drei
Publikationen sei keine scharfe Trennung möglich.
Die entsprechenden Unterlagen stehen Ihnen im Amtlichen
Bulletin der Sommersession 1986 zur Verfügung. Den
Bericht der ständigen Kommission des Erstrates haben Sie
vor sich. Dessen Inhalt darf als bekannt vorausgesetzt wer-
den. Herr Oehler hat darauf verzichtet, sich vor Ihrer Kom-
mission erneut verlauten zu lassen. Er verwies auf die Vor-
akten.
Die Immunität der Parlamentarier ist im Verantwortlichkeits-
gesetz geregelt. Gemäss Artikel 2 ist sie absolut für all das,
was der Parlamentarier in Rats- oder Kommissionsverhand-
lungen sagt. Der Gesetzgeber hat dafür bewusst weder zivil-
noch strafrechtliche Sanktionen vorgesehen. Schon vor 60
Jahren hat das Bundesgericht in einem Falle Dellberg
entschieden, dass auch ausserhalb der Räte wiederholte
Aussagen geschützt bleiben. «Le privilège est de taille, mais
il est heureusement compensé par la placidité de nos hom-
mes politiques», sagt dazu Kollege Aubert in seinem Kom-
mentar zum Verfassungsrecht. Dieses Votenprivileg schützt
nicht die bösen Zungen des Parlamentariers, sondern die
wesensnotwendige Redefreiheit des Parlamentes.
Bei Handlungen ausserhalb des Parlamentes bestehen
sogenannte Verfolgungsprivilegien. Auch sie wollen nicht
den Parlamentarier, sondern primär die Funktionsfähigkeit
des Parlamentes schützen und Sanktionen dem Wähler
überlassen.
Bezieht sich eine Handlung auf die amtliche Tätigkeit oder
Stellung des Parlamentariers, braucht es zur Strafverfol-
gung nach Artikel 14 des Gesetzes die Ermächtigung beider
Räte.
Wir haben also im Falle Oehler über zwei Fragen zu
entscheiden: 1. Besteht ein Zusammenhang zwischen den
drei Aeusserungen mit seiner parlamentarischen Tätigkeit
oder Stellung?
- Wenn ja, wollen wir die Ermächtigung erteilen oder nicht?
Bevor ich antworte sei noch an folgendes erinnert: Gemäss
Verantwortlichkeitsgesetz kommt die Priorität jener Kammer
zu, der das Mitglied angehört. 1982 hat der Ständerat im
Falle Leuenberger die Auffassung vertreten, es gehe nicht
allein um die zeitliche Priorität. Vielmehr sei gerade wegen
dieser Zugehörigkeit eines Mitgliedes dem Urteil des Erstra-
tes jeweilen auch ein besonderes Gewicht beizumessen,
ohne dass freilich dadurch die Entscheidungsfreiheit des
Zweitrates geschmälert werden dürfte (vergleiche Amtliches
Bulletin 1982 Seite 376). Vom Entscheid des Erstrates über
einen seiner Kollegen sollte daher nicht ohne Not abgewi-
chen werden. Ihre Kommission hat die beiden Fragen wie
folgt beantwortet:
- Eine Beziehung zwischen der Tätigkeit eines Parlamenta-
riers und Sessionsinterviews kann kaum bezweifelt werden.
Zeitungen pflegen nicht Redaktoren der Konkurrenz über
die Ratssessionen zu interviewen, es sei eben wegen derer
parlamentarischer Stellung und Tätigkeit. Nach Auffassung
Ihrer Kommission blieb der Erstrat auch im Rahmen seines
Ermessens, als er diesen Zusammenhang bei der Kolumne
in der «Ostschweiz» zum offenen Brief von Nationalrat Ruf
als gegeben annahm. Dieser Schluss erscheint in unserem
Milizsystem zulässig, weil Nationalrat Oehler seinen Kolum-
nenlesern regelmässig mit politischen Themen als Parla-
mentarier gegenübertrat, vor allem aber, weil ein enger
zeitlicher und sachlicher Zusammenhang des Angriffes mit
der zu dieser Zeit laufenden parlamentarischen Auseinan-
dersetzung über die Asylpolitik bestand.
Der Angriff richtet sich denn auch gegen ein konkretes
politisches Vorgehen in der Asylpolitik eines Parlamenta-
riers und visierte kein anderes Tun oder Handeln der ange-
griffenen Person an. Wenn die Aussagen teils wörtlich wie-
der in das Parlament zurückgetragen wurden - wobei sich
die Gegner gar nichts schuldig blieben -, verstärkt das den
Eindruck, dass die inkriminierten Aussagen eben primär mit
der Stellung und Tätigkeit National rat Oehlers als Parlamen-
tarier zusammenhingen, so dass die zweite Frage, jene der
Ermächtigung, sich wirklich stellt. Wir beantworten sie fol-
gendermassen:
- Materiell hält Ihre Kommission die Aufhebung der Immu-
nität für nicht opportun. Der Gesetzgeber hat mit der Einräu-
mung der Möglichkeit, die Strafuntersuchung vom Vorent-
scheid einer nichtrichterlichen Behörde abhängig zu
machen, anerkannt, dass im Bereich staatlicher Tätigkeit
auch ausserhalb der strafrechtlichen Ueberlegungen auf ein
Strafverfahren verzichtet werden darf. Ginge es beim
Ermächtigungsentscheid nur darum, das Vorliegen eines
Rechtsgrundes zu prüfen oder abzuklären, ob ausreichende
Verdachtsgründe vorhanden sind, so wäre die Zuständigkeit
einer nichtrichterlichen Behörde weder notwendig noch
zweckmässig. Diese Meinung hat das Bundesgericht bei der
Prüfung kantonaler Immunitätsbestimmungen vertreten. Ich
verweise auf BGE 106 IV 43.
Die Kommission stützt ihren Entscheid, die parlamentari-
sche Immunität von Nationalrat Oehler nicht aufzuheben, in
erster Linie auf die Praxis der eidgenössischen Räte, die bei
der Aufhebung der Immunität ihrer Mitglieder sehr zurück-
Pétitions
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18 décembre 1986
haltend ist. Sie ruft weiter den Sinn der parlamentarischen
Immunität in Erinnerung, die den Parlamentarier von einer
Behinderung in seiner Mandatsausübung bewahren und
das Parlament als Institution sowie den Ratsbetrieb schüt-
zen will. Eine allzu enge Interpretation des Begriffs der
parlamentarischen Immunität würde die Meinungsäusse-
rung der Ratsmitglieder, vor allem auch gegenüber der
Presse, einschränken.
Die Kommission weist auch auf den Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit hin, der in der Beurteilung der Frage, wo die
Immunität eines Ratsmitgliedes aufzuheben und die Einlei-
tung einer Strafuntersuchung opportun sei, stets von
Bedeutung war. Es kann nach Meinung der Kommission
nicht dem Willen des Gesetzgebers entsprechen, bei blos-
sen Antragsdelikten das aufwendige Ermächtigungsverfah-
ren einzuleiten, erst recht nicht, wenn beide Parteien im
Strafprozess derselben Ratskammer angehören, wo sie ihre
Auseinandersetzungen direkt beilegen können. Neu zu prü-
fen wäre jedoch die Frage, wenn persönliche Angriffe sich
gegen ein Nichtmitglied des Parlamentes richten würden.
Die Kommission gibt abschliessend ihrer festen Erwartung
Ausdruck, dass diese Art Auseinandersetzung zwischen Mit-
gliedern der eidgenössischen Räte nicht Eingang finde in
die politische Kultur der Schweiz. Nach ihrer Ueberzeugung
sind persönliche Angriffe auf einen politischen Gegner dem
Ruf des Parlamentes abträglich und kein tauglicher Ersatz
für fehlende sachliche Argumente. Sollten derartige Unsit-
ten Überhand nehmen, bliebe nur eine Einschränkung der
Immunitätsbestimmungen übrig. Ehrverletzungen müssen
dann, ähnlich wie etwa in der Bundesrepublik Deutschland,
bewusst davon ausgeschlossen werden.
Für dieses Mal beantragt Ihnen die Kommission, die
Ermächtigung zur Strafverfolgung nicht zu erteilen.
Präsident: Wird das Wort aus der Mitte des Rates
gewünscht? - Das ist nicht der Fall. Es liegt kein Gegenan-
trag vor.
Angenommen - Adopté
#ST# Petitionen - Pétitions
85.264
Helvetia Nostra, Montreux. Schutz des Bergdorfes Mor-
schach am Vierwaldstättersee
Pétition demandant la mise sous protection du village de
montagne de Morschach au bord du lac des Quatre-Can-
tons
Mme Meier Josi présente au nom de la Commission des
pétitions le rapport écrit suivant:
- L'association Helvetia nostra a adressé le 10 octobre 1983
une pétition au Parlement dans laquelle elle demandait aux
Chambres fédérales
-d'enjoindre au Conseil fédéral de prendre de toute
urgence des mesures aux fins de protéger le village de
Morschach au bord du lac des Quatre-Cantons ainsi que le
site environnant,
- de prendre par la voie d'un arrêté fédéral urgent les
dispositions propres à garantir le respect de l'article 22qua-
ter, 1er alinéa de la Constitution, qui donne mandat d'assu-
rer une utilisation judicieuse du sol et une occupation
rationnelle du territoire.
A l'appui de leur pétition l'association invoque les argu-
ments suivants:
1.1. La loi fédérale du 22 juin 1979 sur l'aménagement du
territoire, qui se fonde sur l'article 22quater est. dispose que
les bases naturelles de la vie, telles que le sol, l'air, l'eau, la
forêt et le paysage doivent être protégées. L'article 17 de
cette loi précise que notamment les paysages d'une beauté
particulière, d'un grand intérêt pour les sciences naturelles
ou d'une grande valeur en tan
1
: qu'éléments du patrimoine
culturel, doivent être intégrés dans les zones à protéger.
1.2. La loi du 12 juin 1951 sur le maintien de la propriété
foncière rurale, établie en vertu de l'article 31 bis est., a pour
buts de protéger la propriété foncière rurale, fondement
d'une paysannerie saine et capable d'un effort productif,
d'encourager l'utilisation du sol, d'affermir le lien qui existe
entre la famille e,t le domaine et de favoriser la création et le
maintien d'entreprises agricoles.
1.3. Force est de constater qu'en dépit de dispositions con-
stitutionnelles et légales sans équivoque, des spéculateurs
défigurent en toute impunité des paysages suisses d'une
beauté particulière en construisant, le plus souvent au
moyen de fonds étrangers, de grands ensembles, sacrifiant
ainsi au béton des terrains agricoles.
1.4. Nous avons aujourd'hui affaire à un tel cas: celui du
petit village de Morschach, situé dans un lieu idyllique. Cette
localité et les terres agricoles avoisinantes sont directement
menacées par les visées de M. Meinrad Camenzind, un
spéculateur qui s'est taillé en Suisse centrale la réputation
de destructeur de sites. Le complexe qu'il envisage d'édifier
- il comprend un apparthôtel équipé d'une piscine, d'instal-
lations de sport et d'une aire de parcage, et doté de nom-
breuses dépendances conçues sous la forme de maisons de
vacances - réduirait à néant le pittoresque de ce village de
montagne, défigurant ainsi l'un des plus beaux sites au bord
du lac des Quatre-Cantons. En outre, il faudrait sacrifier un
terrain agricole pour permettre l'aménagement de l'aire de
parcage nécessaire au complexe hôtelier.
Or, dans le message daté du 19 septembre 1983 que le
Conseil communal a adressé aux citoyens de la commune
en vue de l'Assemblée communale extraordinaire du
7 octobre 1983, celui-ci passe sciemment sous silence le fait
que le complexe hôtelier ne saurait être construit sans aire
de parcage, de manière à faire croire aux citoyens que le
premier et le deuxième sont des projets distincts.
1.5. Il y a urgence puisque les autorités de la commune de
Morschach ont adressé aux électeurs un message qui four-
mille de grossières imprécisions, et dans lequel on leur fait
croire que le 23 octobre ils voteront sur une simple révision
du plan d'aménagement, alors qu'en fait ils se prononceront
sur une extension de la zone à bâtir destinée à permettre la
réalisation du complexe hôtelier dont Camenzind est le
promoteur. Il est donc impérieux que les autorités fédérales
interviennent directement, en application de l'article 37 de la
loi sur l'aménagement du territoire.
1.6. Le cas de Morschach a révélé combien il était indispen-
sable que les organisations écologiques disposent d'un
droit de recours. Il serait souhaitable que ce droit, qui est
établi dans la loi sur la protection de l'environnement récem-
ment adoptée par les Chambres, soit aussi expressément
prévu dans la loi sur l'agriculture et dans la loi sur l'aména-
gement du territoire.
- La Commission des pétitions et de l'examen des constitu-
tions cantonales du Conseil national a demandé le 29 mai
1984 à la commune de Morschach de se prononcer par écrit
sur cette pétition. Elle a entendu l'avis des spécialistes de
l'administration sur la compatibilité du projet contesté avec
les exigences de la protection de la nature et du paysage,
ainsi que de l'aménagement du territoire. Le 10 septembre
1984, elle a procédé à l'audition du chef du département de
la justice du canton de Schwyz et ensuite à un débat
général. Comme un recours de droit public avait été formé
contre la votation communale sortant sur le plan de zone et
le règlement de construction, votation qui s'était déroulée
du 19 au 23 octobre 1983, la commission à décidé de
suspendre ses travaux jusqu'à ce que l'arrêt du Tribunal
fédéral soit connu.
Après la décision du Tribunal fédéral, la commission a repris
ses travaux. Elle a constaté qu'il ne lui appartenait pas de se
prononcer sur l'opportunité de construire la station de cure
et de sport projetée. Elle doit uniquement déterminer s'il
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Immunität von Nationalrat Oehler. Aufhebung
Immunité parlementaire du conseiller national Oehler. Levée
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
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Jahr
1986
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
11
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
86.001
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
18.12.1986 - 08:00
Date
Data
Seite
837-838
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Pagina
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20 014 944
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