- Oktober 1984 N
1443
Interpellation Gehen
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 17. September 1984
Risposta scritta del Consiglio federale del 17 settembre 1984
Rapport écrit du Conseil fédéral du 17 septembre 1984
11 terreno della «Tenuta del Piano» ha una superficie di ca.
47 ettari. La proprietaria, che cerca di venderlo, e il DMF
(rappresentato dall'Ufficio federale degli aerodromi militari)
si sono accordati per un acquisto parziale da parte della
Confederazione.
Per quanto concerne lo sfruttamento del terreno, occorre
distinguere Ire zone:
- la regione protetta delle «Bolle di Magadino», d'impor-
tanza internazionale, ma di nessun apporto economico;
- una zona intermedia, la quale periodicamente è inondata
dalle acque del lago Maggiore e che quindi può essere
sfruttata per scopi agricoli soltanto limitatamente;
- il rimanente della superficie, interessante per l'agricol-
tura.
Per l'ultimo fondo citato, tra la Corporazione Borghese di
Locamo e la Confederazione, è stato stipulato un contratto
di diritto di compera. Le Autorità cantonali e comunali,
informate tempestivamente, non hanno sollevato alcuna
obiezione. Dopo essere stata accettata dall'assemblea dei
Borghesi, la domanda si trova attualmente presso il Consi-
glio di Stato del Cantone Ticino per approvazione.
Sulle singole domande il Consiglio federale si pronuncia
come segue:
a./b. Il fondo deve servire a mantenere libera d'ostacoli la
zona d'avvicinamento e di involo nel settore della pista nord
dell'aerodromo. La sicurezza sugli aerodromi svizzeri è sem-
pre più minacciata da nuove costruzioni, opere diverse o
piantagioni di alberi. L'acquisto del terreno garantisce tale
sicurezza.
e. Lo sfruttamento agricolo del terreno e la salvaguardia
della zona naturale protetta sono assicurati. Non c'è quindi
alcun motivo per rinunciare all'acquisto del fondo,
d. Il Consiglio federale garantisce che la regione in que-
stione continuerà ad essere sfruttata tenendo conto delle
esigenze della protezione della natura e dell'agricoltura. Sul
piano militare non esistono ragioni per modificare lo stato
attuale dell'aerodromo. Per quanto riguarda l'aviazione
civile, in data 7 marzo 1966, il DFTCE ha accordato al Can-
tone Ticino un permesso di costruzione, rinnovato poi il
12 ottobre 1973.
Le président: L'interpellateur est partiellement satisfait de la
réponse du Conseil fédéral.
#ST# 84.411
Interpellation Oehen
Warentermingeschäfte
Transactions sur marchandises à terme
Wortlaut der Interpellation vom 2. Mai 1984
- Ist der Bundesrat auch weiterhin bereit, die Bewilligungs-
pflicht für Schweizer Firmen in dem Sinne auszugestalten
und auf Terminmarkt-Broker auszudehnen, dass für ein-
wandfreie Abwicklung der Geschäfte Gewähr besteht, der
Kundenschutz gerichtsunabhängig und verlässlich existiert
(z. B. Ombudsmann), und daher Fälle wie die Advicorp SA,
die Banque romande und die Acli Commodity Services SA in
Zukunft ausgeschlossen sein und weitere Schadenfälle eine
prompte und faire Erledigung erfahren werden?
- Billigt es der Bundesrat auch weiterhin, dass das Sekreta-
riat der Eidgenössischen Bankenkommission in Schadenfäl-
len den gerichtlichen Einblick in seine Untersuchungen
verwehrt und damit zu Lasten der Geschädigten die Festle-
gung der Verantwortlichkeiten erschwert oder gar verhin-
dert?
- Ist der Bundesrat weiterhin nicht bereit, dem Übergriff
des amerikanischen Rechts in das schweizerische Hoheits-
gebiet auch auf dem besonders anspruchsvollen Gebiet des
Waren- und Devisenterminhandels durch sachgenügende
Massnahmen entgegenzutreten?
- Ist der Bundesrat auch weiterhin nicht bereit, die
Entwicklungen auf dem Terminmarkt, insbesondere die Ein-
führung elektronischer Kundenterminals, auch unter dem
Gesichtswinkel des Spielverbotes gemäss Artikel 35 Ab-
satz 1 der Bundesverfassung zu verfolgen, und allenfalls die
Streichung dieser Verfassungsbestimmung, oder aber wel-
che Konsequenzen ins Auge zu fassen (z. B. die Einfrierung
eines Drittels aller von Privaten in der Schweiz auf dem
Terminmarkt getätigten Investitionen während eines Jahres,
nach dem Vorbild der Verrechnungssteuer und in Anleh-
nung an die 20prozentige Rückstellungspflicht der Banken
für Risikoländerkredite)?
Texte de l'interpellation du 2 mal 1984
- Le Conseil fédéral n'est-il toujours pas disposé à aména-
ger le régime du permis pour les maisons suisses et à
retendre au courtage sur le marché à terme, de telle sorte
que l'on ait toute garantie que les transactions sont opérées
de manière irréprochable, que les clients bénéficient d'une
protection effective (p. ex. celle d'un médiateur) indépen-
damment des recours aux tribunaux, et, partant, que des cas
tels que ceux de l'Advicorp SA, de la Banque romande et de
Acli Commodity Services SA ne se répètent pas, tandis que
d'autres affaires de dommage connaîtraient une liquidation
prompte et loyale?
- Persiste-t-il à tolérer que le secrétariat de la Commission
fédérale des banques refuse aux tribunaux, en cas de dom-
mages, l'accès aux résultats de ses enquêtes, entravant
ainsi, au détriment du lésé, la détermination des responsabi-
lités, quand cette manière d'agir ne la rend pas purement
impossible?
- Le gouvernement n'est-il toujours pas disposé à contre-
carrer, par des mesures ad hoc, les empiétements du droit
américain sur le domaine relevant de la souveraineté suisse
jusque et y compris dans le secteur, particulièrement déli-
cat, des transactions à terme sur les marchandises et les
devises?
- N'est-il toujours pas disposé à suivre - ne serait-ce que
sous l'angle de l'article 35,1
er
alinéa, de la constitution qui
interdit les jeux et maisons de jeux - l'évolution qui se fait
jour sur les marchés à terme, en particulier l'introduction de
terminaux électroniques pour clients; n'entend-il pas, le cas
échéant, proposer l'abrogation de cette disposition consti-
tutionnelle, ou, dans la négative, en tirer les conséquences
qui s'imposent (p. ex. geler un tiers de tous les investisse-
ments privés effectués en Suisse pendant une année sur le
marché à terme, en s'inspirant du modèle de l'impôt anticipé
et de l'obligation qui est faite aux banques de constituer une
provision de 20 pour cent pour tous les crédits accordés à
des fins d'investissement dans des pays considérés comme
présentant des risques)?
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Einführung des Devisenterminhandels durch schweize-
rische Grossbanken mag eine echte Marktlücke füllen und
bei kompetenter Handhabung die Position des Finanzplat-
zes Schweiz stärken. Dies steht dann zu erwarten, wenn die
Hypotheken aus der hiesigen Pionierzeit des Terminmarkt-
geschäftes, d. h. die dabei aufgetretenen und zum Teil stos-
senden Schadenfälle nicht nur behoben sein, sondern auch
zu entsprechenden Verbesserungen der Rahmenbedingun-
gen zugunsten des Kundenschutzes geführt haben werden.
Vorderhand ist das aber offensichtlich noch nicht der Fall.
Es werden hierzulande weiterhin vorwiegend nach amerika-
nischen Rechtsnormen und Gepflogenheiten Milliardenfran-
kenumsätze von Personen getätigt, die keinerlei wirksamen
Interpellation Ruckstuhl
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N 5 octobre 1984
schweizerischen Fähigkeits- oder Tätigkeitskontrollen
unterstehen. Die sehr weitgehenden Schutzmechanismen,
welche das amerikanische Recht dem in den USA direkt
investierenden Kunden zur Verfügung stellt, kommen dabei
nicht oder kaum zum Tragen. Mit anderen Worten: amerika-
nisch dominierte Firmen und ihre Mitarbeiter können in der
Schweiz nach amerikanischem Recht Gewinne machen; für
mangelhafte oder gar unsaubere Auftragserfüllung und
damit verursachte Vermögensschädigungen schützt sie hin-
gegen im Effekt das Schweizer Recht vor wirksamer Verfol-
gung. Entsprechend häufen -sich die Schadenfälle, die
Reklamationen und die in jahrelangen Gerichtsprozeduren
versandenden Schadenersatzklagen.
Die gerichts- und pressenotorischen Fälle zum Beispiel der
Volksbank-Tochterfirma Advicorp SA, einer Banque
romande, der Acli Commodity Services SA usw. sind für
diese unbefriedigende Sachlage symptomatisch. Durch
Missbrauch unserer liberalen Rahmenbedingungen, der
Gesetzeslücken und des Arrestrechts sind zu den Vermö-
gensschädigungen im Ausmass von zum Teil mehrstelligen
Millionentrankenbeträgen auch Imageschäden und letztes
Jahr gar noch eine Belastung unserer diplomatischen Bezie-
hungen hinzugekommen. Nach dem bisherigen Gang der
Dinge zu schliessen, riskieren die dafür Verantwortlichen
kaum je zur Kasse gebeten zu werden.
Dazu hat leider auch das Sekretariat der Bankenkommission
beigetragen. Denn dieses verstand es, beispielsweise,
sowohl im Falle der Advicorp SA als auch im Falle der
Banque romande, die fehlende Bewilligung dieser Institute
zur Durchführung der getätigten Warentermingeschäfte ein-
fach mit der Erklärung zu entschuldigen, dass gar keine
gesetzliche Bewilligungspflicht vorhanden gewesen sei, und
im übrigen dem Gericht die Einsichtnahme in seine diesbe-
züglichen Abklärungen zu verwehren.
Wenn solche im Effekt offizielle Hilfestellung zur Verant-
wortlichkeitsvernebelung zu Lasten des geschädigten Bank-
kunden möglich ist, und wenn selbst in diesen banken-
liierten Fällen eine Bewilligungspflicht tatsächlich nicht
bestanden haben sollte - aber auch sonst -, scheint zu einer
entsprechenden Neufestlegung dersekretarialen Auskunfts-
und Bewilligungspraxis dringend Anlass zu bestehen. Und
zwar so, dass nicht nur reguläre Banken, sondern auch die
in der Schweiz tätigen Terminmarkt-Broker davon erfasst
werden. Und dass weder eine Fusion noch eine Namensän-
derung oder sonst ein schlaumeierisches Mittel es einer
Firma ermöglichen wird, sich ihrer Verantwortung ihren
Kunden gegenüber zu entziehen - wie dies die nunmehr von
A. Donaldson-Lufkin & Jenrette Inc., New York, übernom-
mene Genfer Skandalfirma Acli Commodity Services SA mit
Hilfe eines sich selbst zudienenden Genfer Winkeladvokaten
und eines überforderten Justizapparates bislang schaden-
trächtig zu tun verstanden hat.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 22. August 1984
Rapport écrit du Conseil fédéral du 22 août 1984
Der Bundesrat verweist auf seine Antwort vom 21. Juni 1982
auf eine Einfache Anfrage des Interpellanten betreffend
«Banken. Bankfremde Geschäfte» (82.626).
Er verfolgt die auf den Waren- und Devisentermingeschäften
sich abspielenden Entwicklungen aufmerksam. Durch die
Entgegennahme des Postulates Pini (84.354) hat er sich
bereit erklärt, eine bundesrechtliche Reglementierung der
Entgegennahme fremder Gelder ausserhalb des Bankenbe-
reichs zu prüfen.
Bei Auskünften in Zivilrechtsstreitigkeiten auferlegt sich die
Bankenkommission - anders als in Strafverfahren - im Ein-
klang mit dem geltenden Recht eine gewisse Zurückhal-
tung. Es geht nicht an, dass ein Bankkunde durch Edition
von Akten der Aufsichtsbehörde in einem Zivilverfahren
Einblick in die Geschäftsgeheimnisse seines Prozessgeg-
ners (Bank) erhält. Die Aufsichtstätigkeit der Bankenkom-
mission ist ohne eine umfassende Information durch die
Banken nicht denkbar. Diese Auskünfte würden die Banken
weniger bereitwillig erteilen, wenn sie damit rechnen müss-
ten, dass sie in einem Zivilstreit dem Prozessgegner mitge-
teilt werden.
Le président: L'interpellateur n'est pas satisfait de la
réponse du Conseil fédéral.
#ST# 84.489
Interpellation Ruckstuhl
Landwirtschaft. Alternativproduktionen
Agriculture. Diversification de la production
Wortlaut der Interpellation vom 22, Juni 1984
Die Produktion von Milch aus den Rindviehbetrieben ist
durch die Kontingentierung begrenzt. Trotzdem belastet die
Milchrechnung den Bundeshaushalt. Es ist deshalb sicher
wünschenswert, wenn vermehrt Landwirte von Kühen auf
andere Produktionszweige umsteigen. So in der Bergland-
wirtschaft zum Beispiel auf die Produktion von Ziegenmilch.
Ich frage deshalb den Bundesrat, ob er nicht auch der
Meinung ist, dass
- Beiträge an die Haltung von rauhfutterverzehrenden Tie-
ren, welche die Milchrechnung nicht belastet, gewährt wer-
den sollten;
- Bestimmungen über den Ziegenbutterimport auszuarbei-
ten und
- Massnahmen gegen den Import von allen Produkten der
Ziegenhaltung in Erwägung zu ziehen sind.
Texte de l'interpellation du 22 juin 1984
La production de lait dans les entreprises où l'on élève du
bétail bovin est limitée par le contingentement. Néanmoins,
le compte laitier constitue une charge pour le budget de la
Confédération. Il est donc hautement souhaitable que les
agriculteurs abandonnent les vaches pour d'autres secteurs
de production. Les paysans de la montagne pourraient par
exemple se lancer dans la production de lait de chèvre.
Je demande au Conseil fédéral de dire s'il n'est pas d'avis
- qu'il faudrait accorder des contributions à l'exploitation
d'animaux consommant du fourrage brut qui ne grève pas le
compte laitier;
- qu'il convient d'élaborer des dispositions sur l'importa-
tion de beurre de chèvre et
- qu'il s'agit d'envisager des mesures contre l'importation
de tous les produits à base de lait de chèvre.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bühler-Tschappina,
Columberg, Humbel, Wanner (4)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Gerade in der Berglandwirtschaft ist seit langem eine Polari-
sierung feststellbar: einserseits entstehen relativ grosse,
rationell geführte Betriebe, andererseits sind aber immer
weniger Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt. Vor
allem in den nicht touristisch erschlossenen Regionen führt
dies zu Bevölkerungsverlusten. Dadurch wird die Existenz
vieler Bergdörfer und damit die Besiedlung als solche be-
droht.
Die Besiedlung kann aufrechterhalten werden, wenn für
Familien im Berggebiet eine Existenzgrundlage gefunden
werden kann. Ausserhalb der touristischen Zentren ist es
aber schwierig, neue landwirtschaftliche Existenzen aufzu-
bauen. Meistens gibt es nur viele kleine, bescheidene Mög-
lichkeiten. Eine Alternative ist zum Beispiel die Ziegenhal-
tung. Damit die Ziegenhaltung aber als Existenzgrundlage in
Frage kommt, müssen günstige Rahmenbedingungen
geschaffen und wirtschaftliche Anreize gegeben werden.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Oehen Warentermingeschäfte
Interpellation Oehen Transactions sur marchandises à terme
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1984
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
84.411
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
05.10.1984 - 08:00
Date
Data
Seite
1443-1444
Page
Pagina
Ref. No
20 012 784
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