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12.Juni 1984 N 705 PTT. Rechnung 1983 Bundeskanzler Buser: Der Einkauf all der kleinen Utensilien, die hier im Parlament und in der Bundesverwaltung abgege- ben werden, erfolgt durch die EDMZ, die Eidgenössische Drucksachen- und Materialzentrale. Für die Anschaffungen dieser zentralen Einkaufsstelle ist die Einkaufsverordnung vom 8. Dezember 1975 massgebend. Artikel 4 dieser Verord- nung legt allen Einkäufen das Wettbewerbsprinzip zugrunde, weshalb die EDMZ auftragsgemäss den preisgün- stigsten Artikeln den Vorzug gibt. Zu protektionistischen Massnahmen bestände angesichts der geringen Bedeutung des Marktes für diese Schreibutensilien-es handelt sich um Dinge im Wert von 10 bis 12 Rappen, Herr Nationalrat Ruf - ohnehin kein Grund. Jedem Mitglied des Parlamentes ist es im übrigen unbenommen, sich einen eigenen Kugelschrei- ber gemäss seiner persönlichen Wahl zu kaufen. (Heiterkeit) #ST# 84.026 PTT. Rechnung 1983 PTT. Compte 1983 Botschaft und Rechnung vom 18. April 1984 Message et compte du 18 avril 1984 Beschlussentwurf Seite 29 der Rechnung Projet d'arrêté page 29 du compte Bezug bei der Generaldirektion PTT, Viktoriastrasse 21, Bern S'obtiennent auprès de la Direction générale des PTT, Viktoriastrasse 21, Berne Bremi, Berichterstatter: Wir sprechen hier über die Jahres- rechnung des grössten in der Schweiz tätigen Unterneh- mens. Gross sind die PTT an Umsatz mit ihren 7 Milliarden in der Schweiz erzeugten Franken, gross an sozialer Verant- wortung mit 55369 beschäftigten Personen, gross auch an volkswirtschaftlicher Wirkung. Ich denke dabei insbeson- dere an die Verbindungen, die sie zwischen der Schweiz und den Schweizern und den Ausländern herstellt, sowie an die Möglichkeiten, die die PTT der Schweiz im Bereich der neuen Medien anbieten. Ich denke aber auch an die tägliche Post und nicht zuletzt an die grossen Beträge, die die PTT jährlich an die schweizerische Wirtschaft in Form von Auf- trägen weitergeben und damit zur Verstetigung unserer Konjunkturlage beitragen. Der Abschluss der PTT ist mit einem Unternehmenserfolg von 120 Millionen Franken positiv. Wir sind versucht, hier einige Aber anzuhängen, beispielsweise mit dem Hinweis, dass die PTT - im Gegensatz etwa zu den SBB - über Monopole verfügen, die es ihr gestatten, die Preise unab- hängig von Konkurrenten anzupassen und entsprechend eben höhere Tarife zu verlangen und damit auch leichter in die Gewinnzone zu kommen, als das etwa bei den SBB der Fall wäre. Dieses Aber, dieser Hinweis auf das Monopol, mag angebracht sein, aber trotzdem: Es ist ein positiver Abschluss. Der Unternehmensleitung gebührt hierfür der Dank des Parlamentes. Wir leiten diesen Dank auch an das Kader weiter und an die 55000 Mitarbeiter. Wenn immer wir ein Bundesunternehmen kritisieren, kriti- sieren wir in erster Linie den Bundesrat. Weil hier ein Unter- nehmen positiv arbeitet, Herr Bundespräsident Schlumpf, möchten wir uns dafür auch bei Ihnen bedanken. Zum Jahresabschluss einige Zahlen: Die effektive Verkehrs- zunahme - nicht die Umsatzzunahme - der PTT betrug 3,6 Prozent, es ist also etwa die gleiche Zunahme, wie wir sie beim Bruttosozialprodukt des vergangenen Jahres feststell- ten. Die Umsatzsteigerung - auch dank der Inflation - betrug 6 Prozent, und der Personalbestand hat um 1,8 Prozent zugenommen. Wir leiten davon ab, dass auch ein Produktivitätsfortschritt erzielt worden ist. Nun drei Zahlen, die ich Sie bitte, in einem Zusammenhang zu sehen: Der Cash-flow des Unternehmens betrug 1,66 Milliarden Fran- ken; die Investitionen 1,8 Milliarden und die totalen Beschaf- fungen, die gemacht wurden, betrugen sogar 3 Milliarden Franken. Insbesondere zwei Zahlen geben aber einmal mehr zu Bedenken Anlass: der Cash-flow von 1,6 und die Investi- tionen von 1,8 Milliarden Franken. Das heisst, dass sich die PTT fremd verschulden müssen, um das nötige Investitions- volumen finanzieren zu können. Das ist während einiger Jahre unproblematisch. Wenn das aber ein Dauerzustand würde, wäre dies unverantwortlich. Wir werden also diese Zahlen im Auge behalten müssen. Schliesslich noch zur Bruttowertschöpfung: Sie beträgt 5 Milliarden Franken. Es ist dies bei weitem die grösste Wertschöpfung, die ein Unternehmen in diesem Land im Inland erzielt. Auch das ein Hinweis auf die volkswirtschaftli- che Bedeutung der PTT. Trotzdem verfügen die PTT bei einer Bilanzsumme von über 17 Milliarden Franken über ein Eigenkapital von nur 6 Prozent oder 927 Millionen Franken, und auch hinter diese 900 Millionen Eigenkapital ist ein Fragezeichen zu machen, auf das ich noch zurückkommen werde. Gestatten Sie mir, auf acht Einzelaspekte kurz einzutreten.
PTT. Compte 1983 706 N 12 juin 1984 rer Presse; das ist eine Presseförderung im Umfang von fast einer Viertelmilliarde Franken. Wir brauchen das nicht zu dramatisieren und zu übertreiben; aber immerhin lohnt es sich, dass wir einmal im Jahr sehr deutlich feststellen, dass hier eine gewaltige gemeinwirtschaftliche Leistung erbracht wird. Im übrigen erbringt die Post mit der Reisepost eine weitere unabgegoltene gemeinwirtschaftliche Leistung im Umfang von 104 Millionen Franken. 6. Wie Sie sich erinnern, hat Prof. Rühli von der Universität Zürich im Auftrag des Bundesrates für die SBB ein Gutach- ten erstellt bezüglich des Einsatzes und der Funktion der oberen Kaderstufen, der Generaldirektion, des Verwaltungs- rates und der politischen Behörden. Die PTT haben richti- gerweise dieses für die SBB erstellte Gutachten diskutiert und einen Bericht verfasst, inwieweit dieses Gutachten auch für die PTT Anwendung finden soll. Dieser Bericht der Generaldirektion liegt heute bei der zuständigen Sektion der Finanzkommission und wird in einer späteren Sitzung dis- kutiert werden. 7. Eigenartigerweise rentieren die Expresssendungen bei der Post nicht. Die Post freut sich über oder leidet - je nachdem, wie man das sehen will - unter einer grossen Nachfrage nach Expressleistungen. Ein Mitglied der Gene- raldirektion hat sich in der Finanzkommission sogar so geäussert, dass er das bedaure, weil dadurch ein grosser Druck und ein grosses Defizit entstünden. Ich bin der Meinung, es sei ertreulich, dass die Nachfrage nach Expresssendungen anhält, und ich bin nicht überzeugt davon, ob diese zu einem Defizit führen muss. Wahrschein- lich sind dort noch einige Reserven in der Tarifgestaltung vorhanden. Es leuchtet mir eigentlich nicht ganz ein, warum Expresssendungen defizitär sein sollen. 8. Weil die PTT im Vergleich zum Bund sehr viele Sachanla- gen machen müssen, stellt sich die Frage nach dem Rech- nungsmodell der PTT. Wir haben das auch angesehen und stellten fest, dass im Gegensatz zur Bundesrechnung heute schon bei den PTT eine klare Trennung zwischen Erfolgs- rechnung und Investitionsrechnung besteht. Ich teile Ihnen mit, dass der Anschaffungswert aller Sachanlagen Ende 1983 23,6 Milliarden Franken betrug und bis auf 9 Milliarden Franken abgeschrieben wurde. Der im Jahre 1983 ausgewie- sene Bilanzwert von 38,1 Prozent stellt gegenüber den Vor- jahren einen echten Fortschritt dar. Über das Problem des IFS hat Herr Nationalrat Nauer für die Geschäftsprüfungskommission berichtet. Die Geschäftsprü- fungskommission hat sich mit dieser Frage ausführlich beschäftigt. Sie haben den Bericht bekommen. Gestatten Sie mir diesbezüglich nur den Hinweis, dass sich auch die Finanzkommission damit unter der Leitung der Geschäfts- prüfungskommission beschäftigt hat. Die Kritik war ohne Zweifel berechtigt. Die Fehler, welche die PTT gemacht haben, sind enumeriert, sind erkannt, sind vielleicht verstan- den und sind ganz sicher bereut. Aber die falscheste Lehre, welche die PTT aus dieser Entwicklung ziehen könnten, wäre die, jetzt den Mut zu verlieren, grosse technische Projekte anzupacken. Wer in diesem Land soll das denn sonst noch tun, wenn dieses finanzstarke Unternehmen das nicht tut? Die Fehler, welche die PTT in diesem Rahmen gemacht haben, werden sie nicht wiederholen, aber wir hoffen, dass sie den Mut haben, weiterhin grosse und anspruchsvolle technische Probleme anzupacken. Ich beantrage Ihnen im Namen der Finanzkommission und übrigens auch im Namen der freisinnig-demokratischen Fraktion, den Bundesbeschluss über die Finanzrechnung der PTT-Betriebe zuzustimmen. Der Beschluss beinhaltet eine Überweisung von 90 Millionen Franken an den Bund und von ungefähr 30 Millionen Franken an die allgemeine Finanzierungsreserve der PTT. M. Bonnard, rapporteur: Le message du Conseil fédéral contient, aux pages 3 et 4, une vue d'ensemble qui donne tous les éléments essentiels du résultat des comptes. Je vous y renvoie et me borne à reprendre quelques points qui ont préoccupé spécialement la commission. Avant d'examiner les comptes, la sous-commission PTT de la Commission des finances a pris l'habitude, sage à mon avis, de discuter le rapport de l'Inspectorat des finances des PTT. Ce rapport, qui aborde une multitude d'affaires particu- lières, est toujours intéressant. Il montre qu'à l'intérieur même de l'entreprise une surveillance est exercée sur l'en- semble de la gestion. Nous avons ainsi eu l'occasion d'apprendre que, de l'avis de l'Inspectorat des finances des PTT, les directions des arron- dissements postaux ne revoient pas toujours avec un esprit critique suffisant les demandes de personnel qui sont pré- sentées par les offices postaux. Nous nous en sommes entretenus avec la Direction générale. Celle-ci n'exclut pas que des mesures puissent encore être prises dans les offices postaux pour engager le personnel disponible d'une manière plus rationnelle encore et éviter ainsi un nouvel accroissement des effectifs. C'est pourquoi les directions d'arrondissements postaux ont été invitées à prêter à cette question une attention accrue. En ce qui concerne les comptes, je rappelle que, l'an der- nier, à cette même tribune, nous nous étions plaints d'une discipline budgétaire insuffisante. La Direction générale nous avait alors donné l'assurance qu'elle avait pris et qu'elle prendrait les mesures nécessaires. Elle l'a fait. Le budget a été préparé de manière plus rigoureuse. De nou- velles possibilités d'économies ont été trouvées, la disci- pline budgétaire, l'exploitation des crédits ont été plus étroi- tement contrôlées. Le résultat est positif. Le budget de 1983 prévoyait un résultat d'entreprise de 104 millions, finalement c'est un résultat de 120 millions que nous aurons, soit 16 millions de plus que ce qui était prévu au budget. La com- mission, bien sûr, s'en félicite. Pour la première fois depuis longtemps, la répartition de ce bénéfice n'a pas donné lieu à discussion. Le Conseil fédéral a eu en effet l'élégance de laisser aux PTT la totalité de la part du bénéfice réalisé dépassant le bénéfice budgétaire. Ainsi, la caisse fédérale recevra 90 millions, comme prévu dans le budget. En revanche, la réserve des PTT recevra, non pas 14 millions, mais 30. Ce montant sera attribué à la réserve générale de financement qui passera ainsi à 375 millions. Le total des réserves sera, de ce fait, porté à 879 millions. L'objectif à atteindre est d'un milliard, calculé en francs de 1978, ce qui équivaut à quelque 1250 millions d'aujourd'hui. La volonté du Conseil fédéral et du Parlement de prélever chaque année une part du bénéfice au profit de la caisse fédérale, la réduction probable des possibilités de bénéfice montrent que nous sommes encore bien loin du but à atteindre. Nous disions, l'an dernier, que la situation générale des PTT était encore saine mais que les perspectives d'avenir étaient incertaines. Nous devons aujourd'hui confirmer cette appré- ciation. En 1983, la baisse du taux de couverture, amorcée déjà en 1978, s'est poursuivie. Pour les PTT dans leur ensemble, le taux de couverture n'est plus que de 101 pour cent, autrement dit nous avons continué à nous rapprocher des chiffres rouges. Un autre fait confirme cette tendance à une lente détérioration, il concerne le financement des investissements. Entre 1978 et 1981, il a été possible de financer la totalité ou presque des investissements par des amortissements. Depuis 1982, malheureusement, la situa- tion s'est modifiée. En 1982, il a été possible de financer les investissements à concurrence de 85 pour cent, en 1983 ce n'est plus que 83 pour cent. Ce n'est, bien sûr, pas la catastrophe, mais ce sont des tendances que l'on ne saurait ignorer, d'autant moins que le capital propre des PTT, qui ne représente que 5,5 pour cent à peine du total du bilan, reste extrêmement modeste. Le relèvement des tarifs qui a été introduit cette année permettra de corriger pour un temps les effets de cette tendance à la détérioration, mais il n'en corrigera pas les causes profondes, dans la mesure où ces causes ont leur origine dans la nécessité de faire, pour demeurer à la hauteur en matière de télécommunications, des investissements à la fois de plus en plus coûteux et à amortir de plus en plus rapidement. Nous reconnaissons volontiers, au sein de la commission,
PTT. Compte 1983 708N 12 juin 1984 begründet. Das ist tatsächlich - ich möchte nicht sagen: ein Schönheitsfehler - ein Problem, das einer Lösung entge- gengeführt werden muss. Zur Frage des Kostendeckungsgrades gemeinwirtschaftli- cher Leistungen: Ich bin froh, dass die Herren Referenten darauf hingewiesen haben und möchte nur unterstreichen: Die Tarifanpassungen, die am 1. März dieses Jahres in Kraft getreten sind, dienen in allen Positionen der betreffenden Sektoren nur dem Teuerungsausgleich, und das auch zu einem Teil nur partiell, nicht einmal voll. In bezug auf die Expresstaxen findet, Nationalrat Bremi, auch so etwas wie ein interner Ausgleich statt. Die Express- zuschläge, vor allem jetzt nach den Erhöhungen, wie sie heute gelten, sind in dichtbesiedelten Gebieten - vor allem in Agglomerationen-, wo auch gewisse Frequenzen vorhan- den sind, durchaus kostendeckend, in den dünnbesiedelten natürlich bei weitem nicht. Dadurch, dass man eine mittlere Zuschlagstaxe festgelegt hat, trägt man (auch wieder im Sinne eines gewissen Ausgleichs) den unterschiedlichen Strukturen in unserem Lande Rechnung. Soweit ich und der Bundesrat Einfluss ausüben können, darf ich Ihnen versichern: Die PTT werden den Mut nicht verlieren, um, wenn immer es sich als notwendig, zweck- mässig und verantwortbar erweist, bei neuen Technologien wieder mitzuarbeiten, neue Technologien, technische Ein- richtungen auch zu erarbeiten. Man wird Lehren ziehen, vor allem in bezug auf Management, Partnerschaft, Reorganisa- tion, Schrittmass usw. - beim IFS war ja der Zeitfaktor ein grosses Problem. Gerade auch die Erfahrung mit dem Ver- such IFS-Eigenentwicklung zeigt, dass ein grösserer Abschreibungsbedarf besteht, als bis anhin angenommen worden war. PTT, Nationalrat Bremi, heisst auch: «Post tut Tapferes». Das wird auch in Zukunft gelten. Nationalrat Biel, ich möchte fast in Latein antworten: Es gab einmal einen grossen Römer, der sagte jeweils- ich wandle es jetzt aber ab -: Ceterum censeo confoederationem esse delendam. Das wäre übertrieben. Das wollen Sie natürlich nicht. Aber immerhin eines könnte man sagen: Ceterum censeo constitutionem esse respectandam, man muss die Bundesverfassung respektieren. Nicht nur der Bundesrat mit seiner vielleicht eher spärlichen juristischen Kapazität ist der Auffassung, dass die Bundesverfassung eine Abliefe- rung von echten Gewinnen - soweit es echte Gewinne sind
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali PTT. Rechnung 1983 PTT. Compte 1983 In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.026 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 12.06.1984 - 14:30 Date Data Seite 705-708 Page Pagina Ref. No 20 012 505 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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