83.573
CH_VB_001Ch Vb16.12.1983Originalquelle öffnen →
Interpellation Bratschi 1852 N 16 décembre 1983 #ST# 83.573 Interpellation Bratschi Asylgesuche. Beschleunigung der Entscheide Diligence dans l'examen des demandes d'asile Wortlaut der Interpellation vom 22. September 1983 Die Fürsorgebehörden grösserer Städte kommen immer in grössere Schwierigkeiten, weil sie für die Asylbewerber, insbesondere aus Sri Lanka und dem fernöstlichen Raum, keine Unterkünfte mehr finden. Zudem erzeugt die Ballung von solchen Asylbewerbern bei der ansässigen Bevölkerung zunehmende Fremdenfeindlichkeit. Ein Referendum gegen den Kauf eines Flüchtlingslagers in der Stadt Bern beweist dies. Der Bundesrat wird deshalb angefragt, ob er trotz der Revi- sion des Asylgesetzes, die leider erst im Dezember zur Behandlung kommt, eine wesentliche Beschleunigung der Asylentscheide durch das Eidgenössische Justiz- und Poli- zeidepartement nicht auch für unumgänglich hält. Texte de l'interpellation du 22 septembre 1983 Les difficultés que rencontre l'assistance sociale dans les grandes villes ne cessent de croître vu l'impossibilité de trouver des logements, en particulier pour les demandeurs d'asile venant du Sri Lanka et d'Extrême-Orient. Ce pro- blème se double d'une xénophobie toujours plus marquée de la population indigène face à une telle concentration de demandeurs d'asile. Le référendum lancé contre l'achat en ville de Berne d'un immeuble destiné à recevoir les réfugiés en est la preuve. Je demande donc au Conseil fédéral si, bien qu'il existe un projet de révision de la loi sur l'asile, qui ne sera hélas examiné qu'en décembre, il n'estime pas indispensable que le Département fédéral de justice et police accélère sensi- blement le règlement des demandes d'asile. Schriftliche Begründung - Développement par écrit In ständig zunehmender Zahl stellen Ausländer in der Schweiz Asylgesuche. Während des Asylverfahrens müssen gemäss Artikel 20 des Asylgesetzes die Kantone den Asylbe- werbern die nötige Fürsorge gewähren. Vor allem in den grösseren Städten werden dadurch die Fürsorgebehörden sehr belastet und müssen immer mehr Personal zur Bewälti- gung dieser Aufgaben anstellen. In der Stadt Bern mussten seit 1981 820 Asylbewerber unterstützt werden (1981: 99, 1982: 292,1983 bis 31. August: 429). In anderen Schweizer Städten sind diese Zahlen noch bedeutend höher. Neben der Betreuung dieser Asylbewerber wachsen insbesondere infolge der Wohnungsknappheit die Beschaffungsschwie- rigkeiten für weitere Unterkünfte. Gleichzeitig äussert sich auch eine zunehmende Missmut in der ansässigen Bevölke- rung, was sich in der Stadt Bern in einem Referendum gegen den Kauf einer Liegenschaft für ein Flüchtlingszen- trum bereits geäussert hat. Im Frühjahr 1983 fällte das Bundesamt für Polizeiwesen eine grössere Anzahl Entscheide, die vor allem Asylbewerber aus Sri Lanka betrafen. Seither sind in der Stadt Bern kaum mehr Entscheide eingetroffen. 1983 konnten nur gerade 6 Fälle aufgrund eines positiven Entscheides an die Flücht- lingsorganisationen weitergegeben werden. Gegen die negativen Entscheide wurde praktisch ausnahmslos rekur- riert, so dass die Fürsorgebehörde der Stadt Bern weiterhin für Unterkunf und Betreuung der Asylbewerber sorgen muss. Obwohl eine Revision des Asylgesetzes vorgesehen ist, so kann im Hinblick auf die starke Zunahme der Asylbewerber einerseits und die neuen Schwierigkeiten der lokalen Behör- den in der Unterbringung dieser Ausländer andererseits kaum mehr zugewartet werden. Die Bundesbehörden müs- sen unbedingt dafür besorgt sein, dass ab sofort die Asylge- suche schneller behandelt werden und die zum Teil jahreal- ten Gesuche nun zum Entscheid gebracht werden. Im Hin- blick auf die politische Gewichtung dieser Fragen durch breite Bevölkerungsschichten ist ein Hinausschieben wegen Mangels an Personal im Justiz- und Polizeidepartement nicht mehr zu verantworten. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Bratschi Asylgesuche. Beschleunigung der Entscheide Interpellation Bratschi Diligence dans l'examen des demandes d'asile In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 12 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.573 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.12.1983 - 08:00 Date Data Seite 1852-1852 Page Pagina Ref. No 20 012 086 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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