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CH_VB_001Ch Vb24.06.1983Originalquelle öffnen →
Interpellation Morf 1019 N 24 juin 1983 träge erhalten, gehen sowohl die Arbeitsplätze als auch das Know-how dieser kleinen Sparte der Schweizer Industrie verloren. Ich frage deshalb den Bundesrat:
ob er nicht auch findet, dass das Massnahmenpaket zur Stärkung der schweizerischen Wirtschaft unbedingt Investi- tionen für Sonnenenergie-Heizanlagen umfassen sollte, damit Arbeitsplätze und Know-how dieser Branche erhalten bleiben - dies um so mehr, als hier die Forderungen des Massnahmenpakets in bezug auf Arbeitsplatzsicherung, hohen Ausrüstungsanteil, Nachfrageorientierung weitge- hend erfüllt werden?
ob er bereit ist, qualifizierte Spezialfirmen - mit anderen wurden schon schlechte Erfahrungen gemacht - zu beauf- tragen, bei bestehenden und neuen Bundesbauten, insbe- sondere auch bei militärischen Bauten, SBB und PTT, Anla- gen zur Nutzung der Sonnenenergie zu erstellen?
ob er nicht auch der Meinung ist, der Arbeitsplatz- und Know-how-Erhaltung in der Sonnenenergieindustrie und dem damit ermöglichten Fortschritt in Richtung einer all- seits gewünschten grösseren Energieunabhängigkeit und einer allseits proklamierten Diversifizierung in der Energie- versorgung sollte durch rasche und unkomplizierte Auftrag- erteilung eine hohe Priorität gegeben werden?
ob er gewillt ist, im Interesse eines raschen Handelns realistischere Normen zur Berechnung der Amortisations- zeit solcher Anlagen anzuwenden - dies sowohl im Hinblick auf die längerfristigen Energieersparnisse und den besse- ren Eigenversorgungsgrad als auch auf die Möglichkeiten, hier in grösserem Umfang eigene Betriebserfahrungen und Energiesparresultate sammeln und auswerten zu können? Texte de l'interpellation du 7 mars 1983 La conjoncture actuelle frappe très durement les entre- prises qui élaborent, fabriquent et posent les installations de chauffage à l'énergie solaire. Ce système de production de chaleur, qui exige des investissements à long terme, répondait à une réelle demande et a, lorsqu'il était installé par du personnel compétent, permis d'économiser de l'énergie; toutefois, les personnes qui aujourd'hui construi- sent ou rénovent des immeubles préfèrent dans la plupart des cas s'accommoder de frais de chauffage plus élevés, vu qu'elles redoutent apparemment les investissements ini- tiaux qu'exigé une installation de chauffage à l'énergie solaire. Durant ces dernières années, nous avons assisté à un res- serrement de l'offre dans ce domaine; seuls ont résisté les fabricants les plus capables. Or, il est à craindre à l'heure actuelle que les entreprises restantes ne puissent pas sur- vivre non plus. Car, bien sûr, il ne leur a pas été possible d'accumuler durant ce laps de temps des réserves impor- tantes: Si donc elles n'obtiennent pas suffisamment de commandes dans les plus brefs délais, tant les places de travail que le savoir-faire de cette petite branche de l'indus- trie suisse vont disparaître. C'est la raison pour laquelle je demande au Conseil fédéral:
S'il n'est pas lui aussi de l'avis que le train de mesures destinées à relancer l'économie suisse devrait, dans tous les cas, inclure des investissements dans des installations de chauffage à l'énergie solaire, afin que subsistent les places de travail et le savoir-faire liés à cette branche - cette suggestion est d'autant plus justifiée qu'elle satisfait pour une large part aux exigences associées au paquet de mesures, telles que la sécurité de l'emploi, la part élevée d'investissements d'équipement et l'orientation vers la demande.
S'il est prêt à charger des maisons spécialisées compé- tentes - de mauvaises expériences ayant déjà été faites avec les autres - de fabriquer des installations utilisant l'énergie du soleil pour les bâtiments neufs et ceux qui exis- tent déjà, et plus particulièrement aussi pour les ouvrages militaires et les bâtiments des CFF et des PTT.
S'il n'estime pas lui aussi qu'il faudrait, par une attribu- tion simplifiée et rapide des commandes, donner la priorité au maintien des places de travail et du savoir-faire dans l'industrie de l'énergie solaire et partant à la possibilité, ainsi obtenue, de progresser vers la consolidation de l'indé- pendance énergétique que tout le monde désire et vers une diversification dans l'approvisionnement en énergie que tout le monde réclame.
S'il a l'intention d'appliquer, dans l'intérêt d'une solution rapide, des normes plus réalistes pour le calcul des délais d'amortissement de telles installations - cela peut s'inscrire tant dans la perspective d'une économie d'énergie à plus long terme et d'un plus grand pourcentage d'approvision- nement indigène que dans celle de parvenir à accumuler et tirer profit, à une plus grande échelle, des propres expé- riences de fonctionnement et des résultats de ces écono- mies d'énergie? Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und verlangt eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral I. Seit der Energiekrise von 1973 hat der Bund über seine beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen und die Baufachorgane der Bundesverwaltung und der Regiebe- triebe eine offene, positive Haltung gegenüber der Sonnen- energienutzung eingenommen. So sind zum Beispiel 1981 von Bundesseite 6,6 Millionen Franken für die Sonnenener- gieforschung zur Verfügung gestellt worden. Nachdem die Solartechnik einen gewissen operativen Stand erreicht hatte, sind das Amt für Bundesbauten und die Hauptabtei- lung Hochbau und Liegenschaften der PTT zu vereinzelten Anwendungen der Sonnenenergienutzung übergegangen. Eine der interessantesten ist wohl die Anlage der Kantine des Eidgenössischen Instituts für Reaktorforschung (EIR) in Würenlingen, welche mit ihren 200 Quadratmetern Son- nenkollektoren seit 1978 als Forschungs- und Demonstra- tionsanlage zugleich eine reelle Betriebsfunktion hat, indem sie Warmwasser für die Personalkantine liefert. Von 1979 bis 1982 gelang es, dank systematischen Verbesserungen, den Solaranteil an der Deckung des Energiebedarfs von 41 Prozent auf 55 Prozent zu erhöhen, was einer Verbesse- rung von 34 Prozent entspricht. Für die Installation weiterer Solaranlagen an Bundesbauten und an Werkhöfen der Nationalstrassen sind - im Interesse der Förderung dieser Alternativenergie und entsprechend den Weisungen vom 9. Mai 1979 über die Energieverwen- dung in den eidgenössischen Bauten - teilweise erhebliche Mehrkosten in Kauf genommen worden. Der Bund hat bis heute für Solaranlagen an solchen Bauten mehr als 5 Millio- nen Franken aufgewendet. Ferner hat man an mehreren Gebäuden bei der Erstellung Vorkehren getroffen, um nach- träglich die Aufstellung von Sonnenkollektoren zu ermögli- chen. Die gemachten Erfahrungen in bezug auf Betrieb, Unterhalt und erbrachte Leistungen der Solaranlagen zei- gen, dass die bisher geübte Zurückhaltung gegenüber einer breiten Anwendung dieser Anlagen berechtigt war und dass ein stufenweises Vorgehen aufgrund der erzielten Fortschritte nach wie vor am Platz ist. II. Nach den Messungen des EIR werden heute auf dem Markt zuverlässige Kollektoren mit Garantiedauern von fünf bis zehn Jahren angeboten. Bei der Entwicklung von guten, kompletten Systemen ist man weniger fortgeschritten. Man stösst zum Teil auf Män- gel der von der konventionellen Technologie übernomme- nen Komponenten (z. B. Wärmeverlust der Wasserspei- cher). Ein breites Feld besteht noch in der Kosten-Nutzen- Optimierung gesamter Anlagen durch geschickte Konzepte und Ausführungen; die Zukunft der aktiven Sonnenenergie- nutzun£ dürfte unter anderem davon abhängen, wie rasch und wie gut diese Optimierung realisiert werden kann. Die Sonnenenergienutzung ist heute im Bereich der Warm- wasseraufbereitung dort empfehlenswert und in die Nähe
Juni 1983 1020 Interpellation Mort der Rentabilitätsschwelle gerückt, wo ein grösserer, regel- mässiger und mit dem Strahlungsangebot gut zusammen- fallender Bedarf an Warmwasser besteht (z. B. Spitäler, Kantinen usw. sowie Schwimmbäder). Für die aktive Raum- heizung befriedigt sie nur, wenn gewisse klimatische und bauliche Randbedingungen erfüllt sind (unter anderem genügende Sonneneinstrahlung im Winter und in der Über- gangszeit, hoher Wärmedämmungsgrad des Gebäudes, Niedertemperatur-Heizsystem). Angesichts der erreichten und der noch zu erreichenden Fortschritte betrachten wir die Erhaltung und Mehrung des erworbenen Fachwissens als sehr wichtig für unser Land und teilen die Besorgnis der Interpellantin angesichts der kritischen Situation der Solarindustrie. Nach Äusserungen der Eidgenössischen Fachkommission für die Nutzung der Sonnenenergie (KNS) ist ein zusätzliches Auftragsvolumen an die Solarindustrie von mindestens 2 Millionen Franken nötig, um die Erhaltung der Branche und das bis dahin erworbene Know-how sicherzustellen. III./1. Seit 1976 gehen das Amt für Bundesbauten und die Bauorgane der PTT und SBB bei der Planung eines Gebäu- des oder eines weitgehenden Umbaues systematisch nach folgenden vier Prinzipien vor, was auch der Dokumentation «Sonnenenergie im Hochbau» des SIA (Schweizerischer Architekten- und Ingenieurverein) entspricht:
Interpellation Früh 1021 N 24 juin 1983 4. Der Bundesrat glaubt, dass niemandem gedient ist, wenn für die Solartechnik spezielle Wirtschaftlichkeitsrech- nungen angewendet werden. Wichtig ist jedoch, dass nebst den Investitionskosten auch die Betriebs- und Unterhalts- kosten richtig in die Berechnung einbezogen werden. Wie bereits dargelegt, haben die Bauorgane des Bundes bei den bisherigen Anwendungen die Amortisations- bzw. Kapi- talrückflusszeiten für Sonnenenergieanlagen recht grosszü- gig berechnet und werden dies weiterhin tun. Die Kantone und Gemeinden werden angehalten, hier - in Berücksichti- gung unserer Auslandabhängigkeit im Energiesektor - ebenfalls angepasste Massstäbe anzulegen. Präsident: Die Interpellantin ist von der Antwort des Bun- desrates befriedigt. #ST# 83.376 Interpellation Früh Motorenbenzin. Bleigehalt Carburants. Teneur en plomb Wortlaut der Interpellation vom 16. März 1983 Der Bundesrat hat unmissverständlich festgestellt, dass er am Abgasfahrplan betreffend Abgas und Lärmgrenzwerte festhalten wird. Am Autosalon in Genf wurde vor allem von seilen deutscher Automobilhersteller ausgeführt, dass auch in Europa Fahrzeuge angeboten werden, die den US- Abgasnormen entsprechen. Die dort verwandte Technolo- gie biete einen guten Kompromiss zwischen NO X Abgas, Kosten und Verbrauch. Es biete sich aber auch ein anderer Weg an, um die Umweltbelastung durch das Automobil, vor allem durch Blei und NO X kurzfristig in einer für alle Beteiligten noch erträgli- chen Weise zu reduzieren. Als Randbedingungen werden erwähnt
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Morf Sonnenenergieheizung bei Bundesbauten Interpellation Morf Bâtiments de la Confédération. Chauffage à l'énergie solaire In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.349 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 24.06.1983 - 08:00 Date Data Seite 1018-1021 Page Pagina Ref. No 20 011 565 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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