- Dezember 1982 N
1821Interpellation Delamuraz
Pflicht nachkommen kann, den aus der Armee ausschei-
denden Wehrmännern eine Waffe zu Eigentum zu überlas-
sen.
Eine solche Entwicklung widerspricht dem Grundgedanken
von Artikel 18 Absatz 3 BV und einer althergebrachten Tra-
dition unseres Landes. Sie ist darüber hinaus wehrpolitisch
fragwürdig. Das 6chiesswesen ausser Dienst als auch
staatspolitisch gewichtige Institutionen würden dadurch je
länger je mehr beeinträchtigt.
- Das Sturmgewehr 57 könnte in grösserem Umfang wohl
nur nach Abänderung in eine Einzelschusswaffe abgegeben
werden. Bei den Schützen wäre wohl die Bereitschaft vor-
handen, hieran einen finanziellen Beitrag zu leisten. Der
Bundesrat möge sich im übrigen über die näheren Modalitä-
ten einer Abgabe des Sturmgewehrs 57 zu Eigentum und
zu weiteren Möglichkeiten (z. B. beschränkte Wiederauf-
nahme der Produktion von Karabinern 31) in seiner Antwort
äussern.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
Die geltenden Bestimmungen über die unentgeltliche
Abgabe des Karabiners 31 zu Eigentum an Wehrmänner,
die aus der Armee ausscheiden, sowie über die Abgabe
des Karabiners als Leihwaffe erlauben die Weiterführung
der heutigen Praxis bis ungefähr Mitte der neunziger Jahre.
Ende 1994 werden voraussichtlich die Vorräte an Karabi-
nern 31 endgültig erschöpft sein. Im selben Zeitpunkt wer-
den die letzten Wehrmänner aus der Wehrpflicht entlassen,
die in der Rekrutenschule noch mit dem Karabiner ausgerü-
stet wurden.
Die heute geltende Regelung geht auf eine Einigung
zurück, die das Militärdepartement im Jahre 1977 mit den
Landesschützenverbänden erzielt hat. Die damit gemachten
Erfahrungen sind gut. Sofern die heutigen Abgabebedin-
gungen nicht geändert werden - Karabiner werden nur
Wehrmännern abgegeben, die sich über eine minimale aus-
serdienstliche Schiesstätigkeit ausweisen -, drängen sich
keine Massnahmen auf.
Heute und auch in den kommenden Jahren müssen sämtli-
che Sturmgewehre 57, die durch Ausscheiden von Wehr-
männern aus der Armee frei werden, aufgerüstet und zur
erneuten Abgabe an Rekruten verwendet werden. Eine
Überlassung des Sturmgewehrs 57 an ausscheidende
Angehörige der Armee käme deshalb allein schon aus
Bestandesgründen nicht in Frage. Überzählige Sturmge-
wehre 57 würden erst nach der allfälligen Einführung eines
neuen Sturmgewehrs zur Verfügung stehen. Da über die-
sen Zeitpunkt hinaus genügend Karabiner 31 für die Über-
lassung als Eigentum zur Verfügung stehen, stellt sich das
Problem der Abgabe des Sturmgewehrs 57 zur Abgeltung
von Eigentumsansprüchen an ausscheidende Wehrmänner
nicht.
Der Umbau des Sturmgewehrs 57 zu einem Halbautomaten,
der dem im Privathandel erhältlichen Sturmgewehr PE 57
entsprechen würde, ist technisch ohne weiteres möglich,
würde aber voraussichtlich Kosten bis zu 300 Franken pro
Stück verursachen. Dazu kommt, dass die umgebauten
Sturmgewehre den Vorschriften über das Kriegsmaterial
unterliegen würden und demnach für den privaten Erwerb
und Besitz einer solchen Waffe in jedem Fall eine Bundes-
bewilligung sowie teilweise auch kantonale Bewilligungen
erforderlich wären.
Auch eine Wiederaufnahme der Fabrikation von Karabi-
nern 31 wäre an sich möglich, würde aber Investitionen in
der Höhe von rund 1,5 Millionen Franken erfordern. Eine
Nachfabrikation von Karabinern 31 wäre wirtschaftlich nur
zu verantworten, wenn eine Serie von mindestens 50000
Stück hergestellt werden könnte. Der Stückpreis für ein sol-
ches Gewehr würde sich vermutlich auf rund 2000 Franken,
belaufen.
Ob und wie nach 1994 dem Verfassungsgrundsatz, wonach
die persönliche Waffe nach Massgabe der Bundesgesetz-
gebung in den Händen des Wehrmannes verbleibt, nachzu-
230-N
leben sein wird, ist mit einer Reihe von Problemen verbun-
den, die aus heutiger Sicht nicht leicht zu lösen sein wer-
den. Der Bundesrat ist aber überzeugt, dass in der verblei-
benden Zeit eine für alle Interessenten annehmbare Lösung
gefunden werden kann.
Zusammenfassend können die Fragen der Interpellation wie
folgt beantwortet werden:
- Mit dem Sturmgewehr oder Karabiner ausgerüstete
Wehrmänner, die bis Ende 1994 aus der Armee ausschei-
den und einen Anspruch auf Überlassung der ganzen oder
teilweisen Ausrüstung haben, erhalten einen Karabiner
unentgeltlich zu Eigentum, sofern sie durch Eintragung im
Schiessbüchlein nachweisen, dass sie in den letzten Jahren
mindestens zweimal das obligatorische Programm und
zweimal das Feldschiessen 300 Meter geschossen haben.
Es drängen sich deshalb heute keine Massnahmen auf.
- Der Zeitplan für die Beschaffung eines neuen Sturmge-
wehrs, dessen Einführung für Ende der achtziger Jahre vor-
gesehen ist, steht mit dem Problem der Überlassung der
persönlichen Waffe bei der Entlassung aus der Wehrpflicht
in keinem direkten Zusammenhang.
- Ob und unter welchen Umständen das Sturmgewehr 57
dereinst den ausscheidenden Wehrmännern zu Eigentum
abgegeben werden kann, lässt sich heute nicht abschlies-
send beantworten. Die Frage stellt sich indessen in den
nächsten zehn Jahren nicht.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion
Dagegen
offensichtliche Mehrheit
Minderheit
Präsident: Herr Loretan erklärt sich nicht befriedigt.
#ST# 82.485
Interpellation Delamuraz
Bahnlinie Aigle-Sépey-Les Diablerets
Chemin de fer Aigle-Sépey-Les Diablerets
Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1982
Der Bundesrat erklärte kürzlich, er halte es für angezeigt,
die Bahnlinie Aigle-Sépey-Les Diablerets durch eine Bus-
verbindung zu ersetzen.
Für den Fall, dass der Kanton Waadt und die Gemeinden
diese Bahnlinie weiterbetreiben würden, wäre es nur billig,
wenn der Bund diese Bahn mit den gleichen Beiträgen
unterstützt, die er für den Busverkehr aufwenden müsste.
Der Bundesrat wird eingeladen, sich zu dieser Auffassung
zu äussern.
Texte de l'interpellation du 20 septembre 1982
Le Conseil fédéral a annoncé récemment qu'il estimait judi-
cieux de remplacer la liaison ferroviaire Aigle-Sépey-Les
Diablerets par un service de bus.
Dans l'hypothèse où le canton de Vaud et les communes
maintiendraient la voie ferrée, il serait équitable que le
Conseil fédéral verse à ce chemin de fer la contribution
financière qu'il aurait versée pour un service routier.
Le Conseil fédéral est invité à se prononcer dans ce sens.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bonnard, Brélaz, Cevey,
Forel, Jeanneret, Junod, Martin, Massy, Teuscher, Thévoz
(10)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
En 1976, l'existence de trois compagnies de chemins de fer
(Nyon-Saint-Cergue-Morez, Aigle-Ollon-Monthey, Aigle-
Interpellation Meizoz1822
N 17 décembre 1982
Sépey-Les Diablerets) était mise en cause par l'Office fédé-
ral des transports.
Répondant, le 18 septembre 1978, à l'interpellation 76.477,
le Conseil fédéral se déclarait d'accord de soumettre à un
collège d'experts le sort de ces trois chemins de fer.
L'expertise a été remise au gouvernement. Celui-ci se
décide pour le maintien des deux premiers chemins de fer
précités et pour le remplacement de la liaison ferroviaire
Aigle-Sépey-Les Diablerets par un service de bus.
Nous nous félicitons du maintien de deux des trois compa-
gnies menacées auparavant, dans la mesure où le chemin
de fer, en l'occurrence, demeure la formule de transport la
plus adéquate, à court terme et à long terme. En revanche,
le démantèlement de l'Aigle-Sépey Les-Diablerets serait
fâcheux, du point de vue de la fiabilité et de la qualité du
transport et du point de vue des intérêts légitimes de l'éco-
nomie de montagne.
On peut dès lors tenir pour vraisemblable que le canton de
Vaud et les communes intéressées s'efforceront de mainte-
nir ce chemin de fer, dût-il leur en coûter.
Cela étant, l'idéal serait évidemment que le Conseil fédéral
revienne sur sa position et qu'il se prononce en faveur du
chemin de fer ASD (on remarquera au passage que le
Conseil fédéral n'a pas la compétence de supprimer une
ligne et qu'il ne peut agir qu'au niveau du financement). Au
cas où, malheureusement, le Conseil fédéral ne reviendrait
pas sur sa position, il serait indispensable qu'il octroie à ce
chemin de fer le soutien financier qu'il eût accordé au bus.
Pratiquer différemment - c'est-à-dire couper toute aide
fédérale à l'ASD parce que maintenu en tant que chemin de
fer - serait inadmissible quant à l'équité et quant à l'effica-
cité.
Nous souhaitons très vivement que le Conseil fédéral se
prononce dans ce sens et qu'il puisse le faire à bref délai: le
sursis pour l'ASD a duré plusieurs années et il est néces-
saire que canton et communes intéressés puissent se déci-
der maintenant, en toute connaissance de cause.
Antworten des Bundesrates siehe unten
Réponses du Conseil fédéral voir ci-après
#ST# 82.490
Interpellation Meizoz
Bahnlinie Aigle-Sépey-Les Diablerets
Chemin de fer Aigle-Sépey-Les Diablerets
Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1982
Der Bundesrat wird eingeladen,
- darzulegen, warum er für die technische Erneuerung und
für die Deckung des Betriebsdefizits der Aigle-Sépey-Les
Diablerets-Bahn keine Bundesbeiträge mehr ausrichten will
und warum er diese Bahn durch eine Busverbindung erset-
zen will;
- zu sagen, wieviel der Bund zahlt, wenn der Kanton Waadt
und die betroffenen Gemeinden den Betrieb dieser Bahnli-
nie aufrechterhalten; ist er bereit - was sehr zu wünschen
wäre -, die Summe zu zahlen, die er für den Busbetrieb auf-
wenden müsste? Wir bitten den Bundesrat, in diesem Sinne
zu entscheiden;
- zu sagen, ob und gegebenenfalls unter welchen Bedin-
gungen er - auf einer neuen Grundlage - eine einvernehmli-
che Lösung mit dem Kanton Waadt für möglich hält.
Texte de l'interpellation du 20 septembre 1982
Le Conseil fédéral est invité
- à exposer les raisons qui l'ont amené à ne plus accorder,
à l'avenir, de contributions fédérales pour le renouvellement
technique et la couverture du déficit d'exploitation du che-
min de fer Aigle-Sépey-Les Diablerets (ASD) et à en sou-
haiter le remplacement par un service routier;
- à préciser à combien se monteraient les prestations
financières de la Confédération dans l'hypothèse où le can-
ton de Vaud et les communes en cause maintiendraient
l'exploitation de la ligne de chemin de -fer et, dans cette
éventualité, à dire s'il est vrai que celles-ci pourraient s'éle-
ver au niveau de celles requises pour un service de bus, ce
qui serait hautement souhaitables. Nous demandons au
Conseil fédéral de se prononcer dans ce sens;
- à dire si et à quelles conditions la recherche, sur des
bases nouvelles, d'une solution d'entente avec le canton de
Vaud peut être envisagée.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Brélaz, Christinat, Dar-
bellay, Dupont, Forel, Gloor, Jaggi, Petitpierre, Ruffy, Teu-
scher, Thévoz, Vannay (12)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
La décision du Conseil fédéral de ne plus accorder le sou-
tien financier de la Confédération au chemin de fer à voie
étroite Aigle-Sépey-Les Diablerets (ASD) et d'en deman-
der le remplacement par un service routier a suscité une
réelle émotion et une vive déception dans le canton de
Vaud, plus particulièrement dans la vallée des Ormonts.
Cette décision, fondée sur des considérations d'ordre stric-
tement et étroitement économique, ne donne pas satisfac-
tion pour plusieurs raisons. Elle comporte, tout d'abord, le
grave inconvénient de supprimer une liaison ferroviaire
ayant le mérite d'exister et dont les voies ont été entière-
ment rénovées au cours des dernières années avec
l'accord de l'Office fédéral des transports (OFT).
Elle anticipe sur l'application d'une conception globale
suisse des transports (CGST) qui n'a pas encore reçu l'aval
du Parlement et du peuple. Elle ignore, enfin, l'aspect politi-
que des choses pour n'entendre que le langage des
experts.
S'agissant des premiers, il va lieu de souligner ce qui suit:
- la route, bien qu'améliorée sur de nombreux tronçons,
est très sinueuse et de modeste largeur. Sa capacité
d'absorption du trafic en est ainsi grandement réduite. Il
sera parfois difficile, le dimanche notamment ainsi qu'en
haute saison touristique, d'assurer la correspondance avec
les trains au départ de la gare d'Aigle. D'autre part, comme
cette route est située sur le versant de la vallée le plus
exposé aux avalanches et aux glissements de terrain - plus
précisément celui de la Frasse, toujours non maîtrisé - la
question de la sécurité et de la régularité des transports de
voyageurs par bus pourrait bien se poser à plus d'une
reprise. Cela d'autant plus que la géographie des lieux
interdit toute modification d'itinéraire. Des interruptions
plus ou moins prolongées de la circulation sont d'autre part
à craindre en cas d'accident. Une telle situation s'est pré-
sentée plusieurs fois au cours des années écoulées;
- la conversion du rail en un service routier entraînera une
forte majoration des tarifs. Selon des données officielles,
celle-ci pourrait être de 50 pour cent ou même plus;
- une douzaine d'agents de l'ASD perdront leur emploi. Le
recyclage de ces travailleurs, tous très attachés à leur val-
lée et souhaitant y rester, n'ira pas sans difficultés à l'heure
où la population autochtone éprouve déjà beaucoup de
peine a trouver une occupation sur place;
- le nombre des usagers du rail est, depuis quelques
années, en légère mais régulière progression malgré
l'inconfort d'un matériel roulant datant de 1913:
175000 en 1979
182000 en 1980
189000 en 1981
II ne fait pas de doute qu'un équipement moderne et un
temps de parcours sensiblement réduit par rapport à la
situation actuelle rendraient la ligne plus attractive. A
l'image de ce que le MOB a réalisé et compte tenu de
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Delamuraz Bahnlinie Aigle-Sépey-Les Diablerets
Interpellation Delamuraz Chemin de fer Aigle-Sépey-Les Diablerets
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1982
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
82.485
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
17.12.1982 - 08:00
Date
Data
Seite
1821-1822
Page
Pagina
Ref. No
20 011 080
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.