- Oktober 1982
1465
Interpellation der Fraktion PdA/PSA/POCH
Lors de la fixation des tarifs, le Conseil fédéral doit, en
outre, tenir compte des besoins économiques, sociaux et
culturels; c'est pourquoi je lui pose les questions sui-
vantes:
- Est-il prêt à examiner si l'arrêté sur le rapprochement
tarifaire peut être étendu au transport des voitures?
- Lors de la fixation des tarifs, quelles sont les possibilités,
comme pour le transport des voyageurs, d'accorder des
rabais aux personnes de la région et éventuellement aux
autres Suisses?
- Est-il prêt à interpréter la loi sur les chemins de fer de
manière plus extensive et à la modifier et même, compte
tenu des conditions spéciales - transport de voitures au
Lötschberg et à la Furka - à procurer des moyens finan-
ciers tirés des caisses de la Confédération ou des CFF, en
vue d'indemniser les prestations de service public non ren-
tables?
- Est-il prêt, lorsque le nouveau contrat d'entreprise des
CFF entrera en vigueur, à ordonner immédiatement des
réductions de tarif pour le transport des voitures?
- Voit-il le moyen,, d'après les résultats de la procédure de
consultation et en appliquant ou en révisant la nouvelle loi
sur les transports, de créer la base juridique qui permettra
d'accorder des tarifs réduits pour le transport des voitures?
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht
eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
Gemäss Artikel 49 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezem-
ber 1957 entschädigt der Bund die schweizerischen Bahn-
unternehmungen des allgemeinen Verkehrs für die finanziel-
len Nachteile aus den ihnen auferlegten gemeinwirtschaftli-
chen Leistungen und unternehmungsfremden Lasten. Die
Entschädigung wird entrichtet aufgrund des Berufs- und
Schülerverkehrs, des Verkehrsmarktes und der Verkehrs-
weginvestitionen. Der Tarifannäherungsbeschluss vom
- Juni 1959 bezweckt demgegenüber die Annäherung stark
überhöhter Tarife konzessionierter Bahnunternehmungen
an jene der Schweizerischen Bundesbahnen. Durch den
Abbau der unterschiedlichen preislichen Belastungen von
Benutzern öffentlicher Verkehrsmittel soll die wirtschaftli-
che Entwicklung geographisch oder aus anderen Gründen
benachteiligter Landesgegenden gefördert werden.
Der Bundesrat beantwortet die gestellten Fragen wie folgt:
- Die Tarifannäherung wird bei Autotransporten schon
heute angewendet. Am Lötschberg belaufen sich die Preis-
reduktionen je nach Fahrzeugkategorie und Beförderungs-
strecke für Transporte zwischen Kandersteg und Goppen-
stein auf Fr. 3.35 für Personenwagen bzw. Fr. 85.50 für Last-
wagen mit einem Gesamtgewicht von 19 Tonnen und mehr.
Bei den Lastwagen beträgt die Verbilligung zwischen 30
und 35 Prozent, bei den Personenwagen etwa 12 Prozent.
- Unterschiedliche Verladepreise für einheimische und
übrige Autoverlader bestehen nicht. Es wäre schwierig,
einen Einheimischenkreis so abzugrenzen, dass keine
Missbräuche oder Ungerechtigkeiten entstehen. Hingegen
werden Abonnemente für 6, 12 oder 24 Transporte inner-
halb eines Jahres mit einer Ermässigung von 20, 25 und 30
Prozent ausgegeben. Diese Abonnemente sind speziell auf
die Bedürfnisse von Verladekreisen mit häufigen Autotrans-
porten zugeschnitten.
- Der Autoverlad am Lötschberg ist für die BLS kosten-
deckend und fällt nicht unter Leistungen, für die Anspruch
auf eine Abgeltung im Sinne des Eisenbahngesetzes
besteht. Eine weitergehende Verbilligung der Beförde-
rungspreise für Autotransporte mit Mitteln des Bundes
oder der SBB hat der Bundesrat bisher abgelehnt, da es
sich dabei um eine typische Giesskannen-Subvention han-
deln würde, die für sich genommen nicht sinnvoll ist, es sei
denn, sie erwiese sich als wirtschaftliche Alternative zum
Bau eines Strassentunnels. Der Nationalrat hat aber in der
Beratung der Verfassungsvorlage über die Neuregelung bei
den Treibstoffzöllen beschlossen, dass aus Treibstoffzoll-
erträgen Beiträge an diese Transporte ausgerichtet werden
können und damit offensichtlich ausgedrückt, dass eine
weitere Verbilligung wünschbar wäre. Der Bundesrat wird
daher - anders lautende Beschlüsse des Ständerates vor-
behalten - zu prüfen haben, inwieweit eine Anpassung der
Gesetzgebung vorgenommen werden muss.
- Der Leistungsauftrag 1982 an die SBB sieht keine Tarif-
vergünstigungen für Autotransporte vor. Darunter würden
zurzeit ohnehin nur Transporte durch den Simplontunnel
fallen.
- Das neue Transportgesetz bezweckt unter anderem, den
Transportunternehmungen ein vermehrtes kaufmännisches
Handeln zu ermöglichen. Allfällige von Bund, Kantonen oder
Gemeinden verlangte Tariferleichterungen sind von der
betreffenden Körperschaft abzugelten.
Präsidentin: Der Interpellant erklärt sich von der Antwort
teilweise befriedigt.
#ST# 82.392
Interpellation der Fraktion PdA/PSA/POCH
Radio und Fernsehen. Gebührenerhöhung
Interpellation du groupe PdT/PSA/POCH
Radio et TV. Relèvement de la taxe
Wortlaut der interpellation vom 8. Juni 1982
Der Bundesrat hat im Einverständnis aller Bundesratspar-
teien beschlossen, die Konzessionsgebühren 'Von Radio
und Fernsehen auf den 1. Oktober 1982 um 26,5 Prozent zu
erhöhen. Er folgt damit weitgehend einem Antrag der
Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG. Ab
Oktober dieses Jahres muss der Radiohörer statt 69 neu
Fr. 87.30 im Jahr, der Fernsehbenützer statt 138 neu
Fr. 174.60 im Jahr bezahlen.
Auch wenn die Gebühren seit 1973 nur einmal, auf den
- Oktober 1979 um 15 Prozent, erhöht worden sind, han-
delt es sich bei der jetzt vorgenommenen.Gebührenerhö-
hung um einen massiven Aufschlag. Vor allem Betagte mit
kleinen Einkommen werden dadurch vor ein ernstes Pro-
blem gestellt. Fernsehen und Radio sind für diesen Perso-
nenkreis nicht nur Hauptinformationsträger, sondern auch
wichtiges soziales Element. Der abrupte Preisaufschlag von
26,5 Prozent bringt diese Menschen auch deswegen in
Schwierigkeiten, da bekanntlich auf den AHV- und IV-Ren-
ten keineswegs ein voller jährlicher Teuerungsausgleich
stattfindet. Davon ausgehend, dass der Bundesrat ja ohne-
hin nicht generell auf den Preiserhöhungsbeschluss zurück-
kommen will, stellt die Fraktion PdA/PSA/POCH folgende
Fragen :
- Sieht der Bundesrat die finanziellen Schwierigkeiten, die
insbesondere AHV-/IV-Rentnern mit Kleinstrenten und
ohne Vermögen durch die Gebührenerhöhung erwachsen?
- Ist er bereit, für diese Personen die Gebührenerhöhung
zu erlassen bzw. in geeigneter Form zu subventionieren?
- Sieht er allenfalls die Möglichkeit eines Herbstzuschla-
ges auf den Renten, um diese Gebührenerhöhung aufzufan-
gen?
Texte de l'interpellation du 8 juin 1982
Le Conseil fédéral a décidé, avec l'accord de tous les partis
gouvernementaux, de majorer les taxes des concessions
de la radio et de la télévision de 26,5 pour cent, avec effet à
185-N
Interpellation Euler
1466N 8 octobre 1982
partir du 1
er
octobre 1982. Il satisfait ainsi pour une large
part une proposition de la Société suisse de radiodiffusion
et de télévision (SSR). A partir d'octobre, l'auditeur de la
radio devra payer 87 fr. 30 par an au lieu de 69 fr. et le télé-
spectateur 174fr. 60 au lieu de 138fr.
Il est vrai que ces taxes n'ont été majorées qu'une seule
fois de 15 pour cent depuis 1973, à savoir le 1
er
octobre
1979; mais la présente augmentation n'en est pas moins
très considérable. Les personnes âgées n'ayant qu'un fai-
ble revenu surtout auront ainsi de sérieuses difficultés. La
radio et la télévision sont non seulement le principal moyen
d'information de ces personnes, mais aussi un facteur
social 'important. La brusque majoration de 26,5 pour cent
est d'autant plus sensible pour ces gens que la compensa-
tion annuelle du renchérissement opérée sur les rentes de
l'AVS et de l'Ai n'est nullement intégrale, comme chacun
sait. Prenant en considération le fait que le Conseil fédéral
ne compte de toute manière pas revenir sur sa décision de
relever les taxes de la radio et de la télévision, le groupe
PdT/PSA/POCH pose les questions suivantes:
- Le Conseil fédéral a-t-il conscience des difficultés finan-
cières que cette majoration occasionnera notamment aux
rentiers AVS/AI qui ne touchent que la rente minimale et ne
disposent pas de fortune personnelle?
- Est-il prêt à exempter ces personnes de la majoration
prévue ou de verser des subventions à cet effet?
- Estime-t-il possible de procéder cet automne à une aug-
mentation des rentes afin de compenser cette majoration?
Sprecherin - Porte-parole: Mascarin
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht
eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
Rapport écrit du Conseil fédéral
Am 2. Juni 1982 hat der Bundesrat beschlossen, die Kon-
zessionsgebühren für Radio und Fernsehen auf den
- Oktober 1982 um 26,5 Prozent zu erhöhen. Der Antrag
der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft
(SRG) wurde um 3 Prozent unterschritten. Im weiteren hat
der Bundesrat die beantragte automatische Anpassung der
Gebühren an den Index der Konsumentenpreise aus grund-
sätzlichen Überlegungen abgelehnt. Gesamthaft stehen der
SRG bis Ende 1984 rund 14 Millionen Franken weniger zur
Verfügung als sie beantragt hatte.
Zu den einzelnen Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt
Stellung:
- und 2. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass AHV-/IV-
Rentner mit Kleinstrenten von der herrschenden Teuerung
am stärksten betroffen sind. In besonderen Fällen können
indessen die Gebühren für Radio und Fernsehen erlassen
werden. Dazu zählen gemäss Verordnung des Eidgenössi-
schen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartementes
vom 11. Dezember 1973 unter anderem Invalide und Perso-
nen über 65 Jahre mit geringem Einkommen und Vermö-
gen. Sie werden auf Gesuch hin von der Bezahlung der
Behandlungs-, Regal- und Kontrollgebühren befreit. Die
PTT-Betriebe haben ein entsprechendes Merkblatt erarbei-
tet, in dem sämtliche für die Gesuchsteller wichtigen Anga-
ben enthalten sind.
- Die Anpassung der AHV-/IV-Renten an die Lohn- und
Preisentwicklung ist im Bundesgesetz über die AHV
(Art. 33ter) verbindlich geregelt. Danach findet eine Renten-
anpassung normalerweise alle zwei Jahre, das nächste Mal
also auf I.Januar 1984 statt. Der Bundesrat kann eine
Anpassung auf den Beginn des nächstfolgenden Jahres nur
dann anordnen, wenn der Landesindex der Konsumenten-
preise innerhalb eines Jahres um mehr als 8 Prozent ange-
stiegen ist, wobei er seinen Beschluss aus technischen
Gründen schon im Juni des Vorjahres fassen muss.
Die Jahresteuerung betrug Ende Mai 1982 5,9 Prozent. Wird
für die restlichen Monate des Jahres 1982 eine ebensolche
Teuerung angenommen, so ergibt das eine Jahresteuerung
von 6,3 Prozent. Da das Rentenniveau zu Beginn des Jah-
res 1982 im Vergleich zur Preisentwicklung einen Rück-
stand von 0,9 Prozent aufwies, beträgt die Gesamtdifferenz
7,2 Prozent. Die Voraussetzungen für eine Rentenanpas-
sung auf den I.Januar 1983 sind somit nicht erfüllt. Das
AHV-Gesetz erlaubt auch nicht die Ausrichtung einer
Herbstzulage oder einer doppelten Rente.
Präsidentin: Die Interpellanten erklären sich von der Ant-
wort nicht befriedigt.
#ST# 82.395
Interpellation Euler
Vorgehen der NAGRA im Fricktal
Forages dans le Fricktal. Pratiques de la CEDRA
Wortlaut der Interpellation vom 9. Juni 1982
Die Nationale Gesellschaft für die Lagerung radioaktiver
Abfälle (NAGRA) führt zurzeit reflexionsseismische Mes-
sungen - ausgeführt durch eine französische Firma - unter
anderem in den für hochaktive Abfälle vorgesehenen Bohr-
gemeinden im Fricktal, Kaisten und Hornussen durch. Laut
Pressemeldungen und gemäss direkten Informationen und
Beweisunterlagen soll die NAGRA in den erwähnten Orten
recht merkwürdige Praktiken anwenden, die nicht zuletzt
leider zu Sachbeschädigungen durch Unbesonnene führ-
ten.
Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:
- Ist dem Bundesrat bekannt, dass die NAGRA, an der der
Bund beteiligt ist, in mindestens zwei Fällen die betroffenen
Landbesitzer nicht gehörig orientiert und ohne ausdrückli-
che Einwilligung der Besitzer auf deren Land Messinstru-
mente zur Nachtzeit installiert hat?
- Hat der Bundesrat davon Kenntnis, dass die NAGRA
eine private Bewachungsfirma im Einsatz hat, deren Ange-
stellte die betroffenen Bürger überwachen und sich sogar
Polizeifunktionen anmassen, die Gegenstand von Anzeigen
sind?
- Was hält der Bundesrat vom Vorgehen der NAGRA, den
Einsprechern gegen die Probebohrungen in den erwähnten
Gemeinden - die von ihrem demokratischen und gesetzli-
chen Recht Gebrauch gemacht haben - Geldbeträge anzu-
bieten, wenn sie die Einsprachen zurückziehen würden?
- Ist der Bundesrat bereit, bei der NAGRA vorstellig zu
werden, damit derartige Praktiken unterbunden und die
Rechte der betroffenen Bürger vollumfänglich gewahrt blei-
ben?
Texte de l'interpellation du 9 juin 1982
La Société coopérative nationale pour l'entreposage des
déchets radioactifs (CEDRA) effectue actuellement des
mesures par sismiqueréflexion - exécutées par une entre-
prise française - notamment dans les communes du Frick-
tal, Kaisten et Hornussen, où il a été prévu de faire des
forages en vue de stocker des déchets hautement radioac-
tifs. Selon des articles de presse ainsi que des informations
et des preuves recueillies sur place, il semble que la
CEDRA se livre à des pratiques pour le moins curieuses
dans les localités mentionnées; il faut même signaler que
des dommages à la propriété ont été causés par des agis-
sements inconsidérés.
Je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions sui-
vantes:
- Le gouvernement a-t-il eu conaissance du fait que, dans
deux cas au moins, la CEDRA, à laquelle la Confédération
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation der Fraktion PdA/PSA/POCH Radio und Fernsehen. Gebührenerhöhung
Interpellation du groupe PdT/PSA/POCH Radio et TV. Relèvement de la taxe
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1982
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
82.392
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
08.10.1982 - 08:00
Date
Data
Seite
1465-1466
Page
Pagina
Ref. No
20 010 855
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung.
Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale.
Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.