EURATOM. Coopération1096
N 19 septembre 1983
Müller-Aargau: Auch ich spreche zu Artikel 25 Absatz 1 und
beantrage Ihnen, genauso wie Herr Butty, Festhalten. Ich
gehöre zu dieser starken Minderheit von zehn Kommissions-
mitgliedern; die Abstimmung in der Kommission ist mit 13
zu 11 Stimmen erfolgt. Ich argumentiere nicht juristisch, wie
Herr Butty, sondern eher im Sinne der Volksmeinung.
Wir wollen eine Form von Popularbeschwerde mit dieser
neuen unabhängigen Beschwerdeinstanz. Die ganze Vor-
lage ist darauf angelegt, dass die Kontrolle durch jedermann
in Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe geschieht. Daher ist
es für uns selbstverständlich, dass die Entscheide der ersten
Instanz, der unabhängigen Beschwerdeinstanz, alle ans
Bundesgericht weitergezogen werden können. Die interne
Beschwerdeinstanz kann ich nicht als erste offizielle Instanz
ansehen.
Mit dieser Differenz bieten wir ein Beispiel für den Gesetzes-
perfektionismus, den wir hier im Parlament betreiben. Der
Antrag Muheim hat uns in der selbstverständlichen An-
nahme verunsichert, dass rekursberechtigt ist, wer nach
unserer Vorlage beschwerdelegitimiert ist. Wir nahmen an,
dass eine Selektion erfolgt, bevor man zur unabhängigen
Beschwerdeinstanz kommt. Folglich sollen auch alle, die bei
dieser Instanz Klage erheben, beim Bundesgericht rekurs-
berechtigt sein. Nun soll nur noch der Berührte, der ein
schutzwürdiges Interesse vorweisen kann, das Urteil über-
haupt weiterziehen können.
Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie sich das abspielen
soll. Ich nenne ein Beispiel: Nach der Reportage über die
aargauische Jubiläumsfeier waren 90 Prozent der Aargauer
Zuschauer zornig. Nun wird irgendeine aargauische Gesell-
schaft Beschwerde erheben. Sie gehört nicht zu den Organi-
satoren des Anlasses, aber sie tritt für die grosse Mehrzahl
der aargauischen Zuhörer ein, die von dieser Reportage
irgendwie betroffen sind. Kann nun dieser Entscheid ans
Bundesgericht weiterzogen werden oder nicht? Offensicht-
lich nicht, denn eine direkte Berührtheit und ein schutzwür-
diges Interesse kann ja nicht nachgewiesen werden. Damit
aber werden wir diese Beschwerdeinstanz doch sehr dürftig
ausstatten, wenn die übliche Möglichkeit des Rekurses an
das Bundesgericht als zweite Instanz nicht möglich ist.
Nochmals: die interne Beschwerdeinstanz ist für mich keine
erste Instanz.
Bundesrat Schlumpt: Zuerst eine Berichtigung zweier Irrtü-
mer Nationalrat Müllers:
- Diese unabhängige Beschwerdeinstanz ist natürlich
keine interne, sondern eben gerade einen unabhängige
Beschwerdeinstanz.
- Wenn wir nach dem heutigen Recht Weiterzüge mit Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht haben,
dann richten sich diese in der überwiegenden Zahl aller
Fälle gegen Entscheide, welche im Rahmen einer kantona-
len Zuständigkeit, also beispielsweise eines kantonalen Ver-
waltungsgerichtes, ergangen sind. Die unabhängige
Beschwerdeinstanz ist aber bereits eine nationale
Beschwerdeinstitution, mit einem Verwaltungsgericht ver-
gleichbar.
Um was geht es? An die unabhängige Beschwerdeinstanz
kann im Rahmen von Artikel 14 des Bundesbeschlusses
tatsächlich jeder, der die Voraussetzungen erfüllt - ob
berührt oder nicht berührt, ob er ein Interesse hat ode
r
nicht
- Beschwerde erheben. Sie hat eine Ombudsfunktion, die
Funktion einer Klagemauer für jedermann.
Die Frage ist, ob wir auch das Bundesgericht in eine solche
Funktion hineindrängen wollen. Das ist wohl eindeutig zu
verneinen. Artikel 103 OG sagt ganz generell: Das Bundes-
gericht soll bei Verwaltungsgerichtsbeschwerden von jenen
angerufen werden können, welche ein Interesse haben, wel-
che von der Sache berührt sind, aber nicht von jemandem,
der überhaupt nicht berührt ist. Es geht nicht um das Gebot
der Rechtsgleichheit. Wer nicht in seinen Interessen betrof-
fen ist, kann a priori auch nicht in seinen Rechten verletzt
werden. Der Bundesrat wendet sich deshalb gegen diese
Ausweitung. Es wäre die erstmalige Statuierung einer
«Popular-Verwaltungsgerichtsbeschwerde» - wie es Herr
Müller gesagt hat - an das Bundesgericht. Das kennen wir
nicht. Wir würden hier einen ausserordentlich gefährlichen
Weg beschreiten.
Es geht natürlich nicht nur um die SRG, es geht um jeden
Veranstalter, und wir werden in Zukunft ja Dutzende von
Veranstaltern haben. Ich werde mich jetzt hüten, so zwi-
schen Tür und Angel scherzhafte Bemerkungen an Mitglie-
der Ihres Rates zu richten, die, sei es aus sprachlichen, sei
es aus anderen Gründen, für Scherze offenbar wenig Ver-
ständnis haben.
Ich bitte Sie, der Kommissionsmehrheit im Absatz 1 beizu-
stimmen; bei Absatz 2 besteht sowieso keine Meinungsver-
schiedenheit.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit 57 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit 69 Stimmen
Art. 25 Abs. 2
Antrag der Kommission
Festhalten
Art. 25 AI. 2
Proposition de la commission
Maintenir
Angenommen - Adopté
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
#ST# 82.081
EURATOM. Zusammenarbeit
EURATOM. Coopération
Botschaft und Beschlussentwurf vom 20.Dezember 1982
(BBI 1983 l, 241)
Message et projet d'arrêté du 20décembre 1982 (FF 1983 I, 233)
Beschluss des Ständerates vom 23. Juni 1983
Décision du Conseil des Etats du 23 juin 1983
Antrag der Kommission
Eintreten und Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Proposition de la commission
Entrer en matière et adhérer à la décision du Conseil des*
Etats
Schnyder-Bern, Berichterstatter: Am 20. März 1979 haben
wir der Zusammenarbeit mit der Europäischen Atomge-
meinschaft EURATOM auf dem Gebiete der Energiefor-
schung über thermonukleare Fusion zugestimmt. Gleichzei-
tig haben wir damals einen Verpflichtungskredit von 34
Millionen Franken bewilligt. Heute geht es darum, die bishe-
rige erfolgreiche Zusammenarbeit an diesem Projekt bis
vorläufig zum Ende dieses Jahres fortzusetzen und dafür
einen Zusatzkredit von 9,5 Millionen Franken zu bewilligen.
Für die Weiterführung dieses Projektes ist ein anderes
Finanzierungsverfahren vorgesehen. Entgegen der bisheri-
gen Regelung, wonach die Finanzierung auf mehrjährigen
Verpflichtungskrediten beruht, sollen die Beiträge an wis-
senschaftliche internationale Organisationen wie EURA-
TOM, CERN, ESA und ESO im jährlichen Voranschlag des
Bundes bewilligt werden. Diese Lösung hat den Vorteil, dass
sie die eidgenössischen Räte künftig von separaten Kredit-
vorlagen entlasten wird. In dieser Botschaft wird also ledig-
lich ein Zusatzkredit von 9,5 Millionen Franken zum Ver-
- September 1983 N
1097
EURATOM. Zusammenarbeit
pflichtungskredit 1979 bis 1983, zur Deckung der in diesem
Zeitraum anfallenden zusätzlichen Verpflichtungen ver-
langt. Er ist zum grössten Teil teuerungsbedingt.
Die Kommission für Wissenschaft und Forschung hat dieses
Kreditbegehren am 15.August dieses Jahres an der ETH
Lausanne behandelt und bei dieser Gelegenheit einen Teil
dieses Kernfusionsforschungsprogrammes am «CRPP
(Centre des recherches en physique des plasma)», dem
wichtigsten Zentrum der Fusionsforschung in der Schweiz,
besichtigt.
Worum geht es? In der Theorie ist bekannt, dass durch die
Verschmelzung von zwei leichten Atomkernen, die soge-
nannte Kernfusion, grosse Energiemengen freigesetzt wer-
den. Um diese Energiequelle ausnützen zu können, muss
man die Kerne bei sehr hohen Temperaturen zur Verschmel-
zung bringen. Dieser Prozess vollzieht sich dauernd auf der
Sonne, wo bei Temperaturen von etwa 100 Millionen Grad
Denterium- und Tritiumkerne verschmolzen werden und
gewaltige Energien freigeben.
Das gigantische Forschungsprogramm, welches als ambi-
tiöses Ziel die wirtschaftliche Nutzung dieser neuen
Energiequelle auf unserer Erde zum Ziel hat, ist von zahlrei-
chen Staaten der EG, Japan, Russland, den USA und uns
getragen. In einer ersten Etappe sollen Systeme erforscht
werden, die es erlauben, extreme Bedingungen zu errei-
chen, unter denen Fusionsreaktionen, die bedeutende
Energiemengen freisetzen, möglich werden. Es geht hier um
die Demonstration der wissenschaftlichen Machbarkeit. In
einer zweiten Phase wird die Lösung einer grossen Zahl
technischer Probleme und die Verbesserung der Leistung
der Systeme notwendig sein. Das Ziel besteht darin, einen
Demonstrationsreaktor mit sicherem Betrieb zu realisieren.
In einer dritten Etappe wird es sich darum handeln, wirt-
schaftlich vielversprechende Fusionsreaktoren zu entwik-
keln, von denen man heute glaubt, dass sie etwa in 40 bis 50
Jahren in Betrieb gehen könnten, zu einem Zeitpunkt also,
wo die Lebensdauer unserer heutigen Kernkraftwerke zu
Ende gehen dürfte.
Obwohl wir heute noch in der ersten Phase, derjenigen der
Grundlagenforschung, sind, findet bereits eine sehr enge
Zusammenarbeit mit unserer Wirtschaft statt. Der Wissen-
schaftsrat bemüht sich unablässig um die Zusammenarbeit
der Forscher mit der Wirtschaft. Es hat sich dabei gezeigt,
dass für den Aus- und Aufbau von Experimentieranlagen
zwecks Fusionsforschung Techniken zum Einsatz kommen,
in denen die Schweizer Industrie führend ist. Verschieden-
ste Laboratorien in der Schweiz wurden, bereits in den
Dienst dieses Projektes gestellt, vor allem Laboratorien an
unseren Hochschulen und an anderen Annexanstalten.
Wir konnten, wie ich bereits erwähnt habe, eines der wich-
tigsten, den Tokamak am CRPP der ETH Lausanne, besichti-
gen. Dabei konnten wir uns davon überzeugen, dass dank
unserer Mitarbeit an diesem internationalen Projekt ein
reger Austausch von Forschern stattfindet, der sich auf
unsere Forschungstätigkeit ausserordentlich fruchtbar aus-
wirkt. Ja, wir dürfen bei diesem Forschungsprojekt füglich
von einem Schulbeispiel internationaler Zusammenarbeit
sprechen. Wir haben hier Gelegenheit, uns ein Maximum an
Mitspracherecht zu sichern, ohne allzu grosse integrations-
politische Engagements im politischen Bereich eingehen zu
müssen.
Das Hauptgewicht des Gemeinschaftsprogrammes wird in
den nächsten Jahren in der Nutzung des JET, eines grossen
Tokamak sein, der in England aufgebaut wurde und in
diesem Sommer in Betrieb gegangen ist. Mit Hilfe dieser
Anlage soll erforscht werden, ob der Punkt erreichbar ist,
bei dem die Reaktionen in der Anlage mindestens soviel
Energie produzieren wie hineingesteckt wird. Das ist näm-
lich eine Voraussetzung, um später eine wirtschaftlich ein-
setzbare Anlage bauen zu können. In der jetzigen Experi-
mentierphase werden noch Versuche mit Materialien durch-
geführt, die keine Radioaktivität aufweisen. Um das
gesteckte Ziel jedoch zu erreichen, muss mit radioaktiven
Stoffen gearbeitet werden.
Für die Zukunft gibt es ein klares Programm. Das EURATOM
entwickelt jeweils ein Fünfjahresprogramm, womit die euro-
päische Zusammenarbeit für diesen Zeitraum gesichert ist.
Unsere finanzielle Beteiligung wird sich jährlich in der Grös-
senordnung von 12 bis 13 Millionen Franken bewegen.
Unsere Kommission ist der Meinung, dass wir bei solch
wichtigen Forschungsprogrammen nicht beiseite stehen
dürfen, sondern dass vielmehr unsere Forschung auf diese
Zusammenarbeit mit EURATOM angewiesen ist. Nur dank
dieser Zusammenarbeit können wir überhaupt auf diesem
Gebiet sinnvoll weiterforschen.
Mit 17 Stimmen, bei zwei Enthaltungen, beantragt Ihnen die
Kommission für Wissenschaft und Forschung, auf die Vor-
lage einzutreten und ihr zuzustimmen. Die zwei Enthaltun-
gen stützen sich auf grundsätzliche Bedenken betreffend
die Zukunft der wirtschaftlichen Nutzung der Fusions-
energie.
M. Darbellay, rapporteur: EURATOM, c'est le titre de l'objet
que nous présentons maintenant, et le mot atome a ten-
dance à prendre aujourd'hui une connotation quelque peu
péjorative; c'est pourquoi il me semble bon de rappeler de
quoi il s'agit.
Vous savez comme moi que le problème de l'énergie se
pose de manière cruciale et que la plupart des sources que
nous utilisons sont limitées. Dans les énergies de rechange,
c'est l'énergie thermonucléaire qui présente les plus
sérieuses garanties, autrement dit l'énergie de fusion. Celle
que nous utilisons aujourd'hui dans nos réacteurs provient
de la fission d'atomes d'uranium. L'énergie de fusion pro-
vient, elle, de la fusion d'atomes d'hydrogène lourd et elle
présente des avantages fort appréciables. J'en citerai deux:
d'abord le gaz qui provient de cette fusion d'atomes ne
présente pas de radioactivité puisqu'il s'agit de l'hélium;
ensuite, elle peut être produite en très grande quantité, les
matières premières étant pratiquement inépuisables. Vous
savez que l'eau contient une partie importante d'eau lourde;
c'est de l'eau lourde que l'on extrait les noyaux d'hydrogène
lourd pouvant participer à cette réaction de fusion. Les
réserves contenues dans la mer sont pratiquement intarissa-
bles.
Par contre, le problème de la recherche qui s'y rattache est
très difficile. On s'y attaque depuis plusieurs décennies et on
pense que cette énergie ne pourra devenir opérationnelle
que dans une quarantaine d'années. Il est donc clair qu'un
petit pays comme le nôtre ne peut pas s'attaquer seul à un
tel problème. C'est pourquoi, se fondant sur le message du
24mai 1978, les Chambres fédérales ont pris la décision
d'adhérer à l'EURATOM. Cette association comprend les dix
pays de la Communauté européenne, plus la Suède et la
Suisse. Nous sommes intéressés aujourd'hui par la produc-
tion de cette énergie plus encore que lorsque nos prédéces-
seurs ont pris cette décision en 1979. Il n'y a donc pas lieu
de revenir en arrière mais plutôt d'aller de l'avant. C'est
d'ailleurs dans ce sens-là que le Conseil fédéral propose
qu'à partir de 1983 les crédits nécessaires soient inscrits
directement dans le budget ordinaire. Les 9,5 millions que
nous vous proposons aujourd'hui sont, par conséquent, un
crédit additionnel, puisqu'au moment où les crédits ordi-
naires de 34 millions de francs ont été votés, le développe-
ment de l'EURATOM ne pouvait être jugé avec précision,
l'on a dû prévoir des dépenses supplémentaires auxquelles
nous devons participer.
En participante l'EURATOM, nous ne faisons pas des verse-
ments à sens unique puisque la Suisse est partie prenante,
et très largement, au travail qui s'y fait, plus particulièrement
par le Centre de recherche pour la physique des plasmas
(CRPP) de l'Ecole polytechnique fédérale de Lausanne.
La commission a eu l'occasion de visiter les installations.
Nous avons appris qu'il y avait septante-trois postes de
travail dans ce centre de recherche, dont une bonne partie
financés par l'EURATOM.
L'Institut suisse de recherches nucléaires de Villigen est
également intéressé, à un titre moins important, il faut le
souligner.
Ecoles polytechniques fédérales. Constructions
1098
N 19 septembre 1983
Un des projets marquants, celui qui justifie d'ailleurs l'aug-
mentation des dépenses, c'est le projet des grands Toka-
maks d'Angleterre, dans le cadre du programme JET auquel
nous participons également.
L'arrêté nous propose donc aujourd'hui de voter un complé-
ment de 9,5 millions de francs au crédit de 34 millions voté
en 1979. Consciente de l'importance de la recherche dans
ce domaine, consciente également de la part prépondérante
qu'y prend l'Ecole polytechnique fédérale de Lausanne,
ainsi que d'autres instituts suisses, la commission vous
propose d'adopter cet arrêté.
Präsident: Die folgenden Fraktionen haben die Zustimmung
zum Bundesbeschluss erklärt: die freisinnig-demokratische
Fraktion, die christlichdemokratische Fraktion, die Fraktion
der Schweizerischen Volkspartei, die unabhängige und
evangelische Fraktion und die liberale Fraktion.
Bundesrat Egli: Ich danke den beiden Herren Berichterstat-
tern und beantrage Ihnen ebenfalls Zustimmung.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 und 2
Titre et préambule, art. 1 et 2
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für die Annahme des Beschlussentwurfes 99 Stimmen
(Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
#ST# 83.001
Eidgenössische Technische Hochschulen.
Bauvorhaben
Ecoles polytechniques fédérales.
Constructions
Botschaft und Beschlussentwurf vom 26. Januar 1983 (BBI l, 1253)
Message et projet d'arrêté du 26 janvier 1983 (FF I, 1225)
Antrag der Kommission
Eintreten
Proposition de la commission
Entrer en matière
Schnyder-Bern, Berichterstatter: Mit einer Botschaft vom
26. Januar 1983 unterbreitet uns der Bundesrat ein Kreditbe-
gehren im Gesamtbetrag von 286414000 Franken zur
Erstellung zahlreicher Bauvorhaben an den Eidgenössi-
schen Technischen Hochschulen Zürich und Lausanne und
ihren Annexanstalten. Davon entfallen 202 651 000 Franken
auf die ETH Lausanne, 46013000 Franken auf die ETH
Zürich, 3 920 000 Franken auf das Eidgenössische Institut
für Reaktorforschung in Würenlingen, 11 280000 Franken
auf das Schweizerische Institut für Nuklearforschung in
Villigen, 15 630 000 Franken auf die Eidgenössische Anstalt
für das forstliche Versuchswesen in Birmensdorf und
6 920 000 Franken auf die Eidgenössische Materialprü-
fungsanstalt in Dübendorf.
Noch vor Behandlung dieser Botschaft erhielt die Kornmis-
sion für Wissenschaft und Forschung einen Brie'f der
Finanzkommission der eidgenössischen Räte mit dem Ersu-
chen, im Rahmen der Anstrengungen zur Sanierung des
Finanzhaushaltes des Bundes insbesondere auch im Hoch-
schulbereich weitere Einsparungen vorzunehmen, und zwar
in der Grössenordnung von durchschnittlich 25 Millionen
Franken pro Jahr. Wir wurden aufgefordert, bei den Bauten
straffere Prioritäten zu setzen, auf bloss Wünschbares zu
verzichten und überall, wo es verantwortet werden könne,
nach Vereinfachungen zu suchen. Aufgrund dieser klaren
Forderung organisierten wir uns in vier Subkommissionen
mit dem Zweck, die einzelnen Bauprojekte an Ort und Stelle
sorgfältig zu prüfen und Dringlichkeit, Ausbaustandard und
Vereinfachungsmöglichkeiten abzuklären und zu beur-
teilen.
Ich darf jetzt schon vorwegnehmen, dass wir uns bei allen
Projekten davon überzeugen lassen mussten, dass die
Dringlichkeit aufgrund der prekären Raumverhältnisse, der
erneuerungsbedürftigen Einrichtungen, der vorliegenden
Studenten- und Assistentenzahlen und vertraglicher Abma-
chungen über Ausbautermine gegeben war. Überall hatte
man bereits wesentliche Abstriche bezüglich dem Wünsch-
baren und dem strikt Notwendigen gemacht. Der Ausbau-
standard dürfte überall mit «bescheiden zweckmässig»
umschrieben werden. Im übrigen schlössen wir uns der
grundsätzlichen Auffassung des Bundesrates an, dass in
Zeiten der Rezession gerade auf dem Gebiete der Bildung
und Forschung zusätzliche Anstrengungen erforderlich
sind. Dieser Auffassung sind auch alle umliegenden Staaten,
indem sie gerade im Bildungs- und Forschungsbereich ver-
suchen, der Jugendarbeitslosigkeit so zu begegnen, dass
sie möglichst viel Studienplätze anbieten und die Forschung
beauftragen, durch zusätzliche Anstrengungen mitzuhelfen,
neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Nun zu den einzelnen Projekten: ETH Lausanne, zweite
Etappe der Verlegung nach Ecublens. Ich muss Sie daran
erinnern, dass wir 1972 beschlossen haben, die EPUL im
Zeitraum von 25 Jahren nach Ecublens zu verlegen. Diesen
Beschlüssen entsprechend wurde das Neubauprogramm
etappiert; wir sind es dem Kanton Waadt schuldig, diese
Verträge einzuhalten, damit er über die freiwerdenden Bau-
ten verfügen kann.
Ausserdem muss ich Ihnen mitteilen, dass die Prognose
bezüglich Zuwachs der Studentenzahlen übertroffen wurde
und sich von daher keine Verzögerung der Erstellung der
geplanten Neubauten rechtfertigt- im Gegenteil.
In dieser zweiten Phase des Neubaues der ETH Lausanne
sollen die Abteilung für Elektronik, weitere dringend benö-
tigte Unterrichtsräume, die definitive Heizzentrale und die
dazugehörige Infrastruktur erstellt werden. Bei einer einge-
henden Besichtigung der bisher erstellten Neubauten und
dem Studium des vorgesehenen Bauprojektes für die zweite
Etappe konnten wir uns davon überzeugen, dass zahlreiche
negative Erfahrungen der ersten Etappe voll berücksichtigt
wurden und Eingang in die Neuplanung gefunden haben.
Die Bautengruppe hat das Projekt ebenfalls eingehend stu-
diert und kommt zum Schluss, dass die Bauten rationell und
sparsam geplant wurden, den notwendigsten Bedürfnissen
entsprechen und namentlich den geforderten Postulaten
der Einfachheit und der Zweckmässigkeit genügen. Speziell
zu erwähnen ist, dass wir die Heizzentrale im Betrage von 15
Millionen Franken in diesem Frühjahr im Rahmen des Wirt-
schaftsmassnahmenpaketes l vorgezogen haben. Dieser
Betrag ist deshalb im vorliegenden Bundesbeschluss in
Abzug zu bringen.
Was die Lösung der Transportfrage der Studenten aus dem
Stadtzentrum Lausanne nach Ecublens betrifft, sind die
Studien noch nicht abgeschlossen. Diese Frage richtet sich
übrigens nicht primär an den Bund. Man rechnet damit,
dass Mitte der neunziger Jahre 10 000 bis 12 000 Studenten
in der Gegend von Ecublens und Dorigny (ETH und Uni
Lausanne) studieren werden. Durch die Erstellung von Stu-
dentenheimen wird versucht, die Studenten wenigstens teil-
weise in der Nähe der Schulen anzusiedeln, um das Trans-
portproblem zu lösen. Ob diese Unterkünfte tatsächlich für
den vorgesehenen Zweck verwendet werden, ist zweifelhaft.
Erfahrungsgemäss lieben es die Studenten nicht, in einer
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften
Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées
Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
EURATOM. Zusammenarbeit
EURATOM. Coopération
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung
Dans
Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
In
Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1983
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
01
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
82.081
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
19.09.1983 - 15:30
Date
Data
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1096-1098
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