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CH_VB_001Ch Vb07.03.1983Originalquelle öffnen →
Interpellation Reichling 260 N 7 mars 1983 Herr Friedrich erwähnte sogar Alarmstimmung. Glücklicher- weise hat der Bundesrat gegen einzelne Überschreitungen in den Kantonen Einspruch erhoben, offenbar m t Erfolg; aber er kann es nur dann tun, wenn er von feindlichem Ver- halten erfährt und wenn rechtliche Möglichkeiten dagegen gegeben sind. Hinter einzelnen Verlautbarungen steckt eine ganz bestimmte Mentalität, die jeden Tag irgendwo zum Aus- druck kommen kann und die wir gar nicht lieben. Wir wollen an dieser Stelle selbstkritisch sein: jeder von uns stand schon einmal in der Gefahr, gegenüber irgendeiner Person ein ganz klein wenig fremdenfeindlich zu reagieren. Offen- bar gehört das zur menschlichen Natur. Aber gerade weil wir das wissen, sollten wir uns auch vor unserer eigenen schwachen Seite schützen. Und deshalb scheint es mir so wichtig, dass wir dieses Postulat, das einen falschen Geist enthält, ablehnen. Ich bitte Sie darum. Präsident: Die Rednerliste ist erschöpft. Herr Bundesrat Friedrich verzichtet auf das Wort. Wir bereinigen nun die einzelnen Vorstösse. 82.410 Motion Meier Fritz Präsident: Der Bundesrat beantragt, die Motion abzuleh- nen. Herr Meier Fritz hält an seiner Motion fest. Wir stim- men ab. Abstimmung - Vote Für Überweisung der Motion 2 Stimmen Dagegen 117 Stimmen 82.432 Interpellation Soldini Präsident: Der Interpellant hat sich als nicht befriedigt erklärt. 82.480 Postulat Cavadini Präsident: Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegen- zunehmen. Wird es aus der Mitte des Rates bekämpft? - Das ist nicht der Fall. Überwiesen - Transmis 82.499 Interpellation Leuenberger Präsident: Der Interpellant hat sich als teilweise befriedigt erklärt. 82.518 Interpellation Hofmann Präsident: Der Interpellant war von der schriftlichen Ant- wort des Bundesrates nicht befriedigt; hingegen hat er sich in bezug auf die mündliche Ergänzung als befriedigt erklärt. 82.385 Motion Oehen Präsident: Der Bundesrat beantragt die Umwandlung der Ziffern 1 sowie 3-6 in ein Postulat und die Ablehnung der Ziffer 2. Herr Oehen ist damit einverstanden. Herr Braun- schweig bekämpft diesen persönlichen Vorstoss auch als Postulat. Wir stimmen deshalb ab. Ziffer 1, 3-6 - Chiffre 1, 3-6 Abstimmung - Vote Für den Antrag des Bundesrates (Postulat) 48 Stimmen Für den Antrag Braunschweig (Ablehnung) 45 Stimmen 82.414 Motion der sozialdemokratischen Fraktion Motion du groupe socialiste Präsident: Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Die sozialdemokratische Fraktion ist mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden. Wird das Postulat aus der Mitte des Rates bekämpft? - Das ist nicht der Fall. Überwiesen - Transmis 82.450 Interpellation Jelmini Präsident: Der Interpellant hat sich als befriedigt erklärt. 82.593 Motion Meier Fritz Präsident: Der Bundesrat empfiehlt, die Motion abzuleh- nen. Herr Meier beharrt auf der Motion. Abstimmung - Vote Für den Antrag des Bundesrates (Ablehnung) 126 Stimmen Für den Antrag Meier (Überweisung) 1 Stimme #ST# 80.599 Interpellation Reichling Ausserparlamentarische Kommissionen. Amtsdauerbeschränkung Commissions extra-parlementaires. Limitation de la durée du mandat Fortsetzung - Suite Siehe Jahrgang 1981, Seile 1389 - Voir Année 1981, pago 1389 Präsident: Sie haben am 9. Oktober 1981 Diskussion beschlossen. Die Redezeit beträgt 5 Minuten. Reichling: Die Interpellation datiert vom 10. Dezember 1980. Sie wurde hier am 9. Oktober 1981 behandelt. Damals wurde Diskussion beschlossen. Heute haben wir den 7. März 1983. Es geht um die Amtszeitdauer der ausserpar- lamentarischen Kommissionen. Die grosse Zahl dieser Kommissionen können Sie aus dem Staatskalender entneh- men. Sie beanspruchen dort etwa 120 Seiten, wobei die Zusammenstellung unvollständig ist. Mit der Verordnung vom 2. März 1977 verordnete der Bun- desrat ein Höchstalter für die Kommissionsmitglieder und eine Amtszeitbeschränkung auf vier Amtsdauern, also auf total 16 Jahre. Ich verlangte vom Bundesrat, er solle eine differenzierte Anwendung dieser Amtsdauer beschliessen und diese starre Regelung nicht aufrechterhalten. Der Bun- desrat lehnt das Begehren ab mit der Begründung, dass verschiedene Kantone ähnliche Regelungen hätten, dass eine ständige Rotation erwünscht sei, dass unterschiedli- che Regelungen eine stossende Rechtsungleichheit erge- ben würden und dass die delegierenden Organisationen über eine ganze Reihe ausgewiesener Repräsentanten ver- fügen würden, damit ein Ersatz gewährleistet sei. Der Bun- desrat hat mit seiner summarischen Regelung einen einfa- chen Weg gewählt. Er kann aber nicht allen Verhältnissen gerecht werden. Ich möchte das an den drei Beispielen, die ich in der Begründung angegeben habe, darlegen. Das erste Beispiel betrifft sogenannt politisch zusammen- gesetzte Kommissionen. Für diese Kommissionen befür- worte ich durchaus die Regelung, die der Bundesrat getrof- fen hat. Dort ist eine Rotation erwünscht, und es stehen diesen politischen Organisationen zahlreiche Leute zur Ver- fügung, welche sie delegieren können. Das zweite Beispiel betrifft eidgenössische Rekursinstan- zen. Ich erwähne das Beispiel der Eidgenössischen Pacht- zinskommission. Sie ist die oberste Instanz zur Festsetzung von Pachtzinsen. Ein Weiterzug an das Bundesgericht ist nur für formelle Mängel möglich, nicht aber zur Beurteilung der Sachfrage. Es handelt sich also um ein eigentiches Ver- waltungsgericht. Bei keinem Gericht des Landes ist es sonst üblich, dass man Amtszeitbeschränkungen einführt, weil es dort im Hinblick auf eine ausgeglichene und ausge- wogene Rechtssprechung ausgesprochen erwünscht ist,
Interpellation Reichling
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N 7 mars 1983
Es genügt nicht, wenn der Bundesrat in seinen vielen Sonn-
tagsreden die Sozialpartner in der Schweiz lobt, ihnen hohe
staatspolitische Verantwortung attestiert und bei kompli-
zierten Problemen an den guten Willen der Organisationen
der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer appelliert. Solche
Reden vertragen sich nicht mit der Diskriminierung der ver-
waltungsunabhängigen Fachexperten gegenüber der Ver-
waltung in den ausserparlamentarischen Kommissionen.
Wir versichern dem Bundesrat, dass die betroffenen Orga-
nisationen schon aus ureigenstem Interesse keine Nieten in
die Kommissionen abordnen. Wir wären auch bereit, den
Beweis dafür anzutreten, dass die wegen der Amtszeitbe-
schränkung ausgeschiedenen Persönlichkeiten keine Nie-
ten waren, sondern Fachleute mit überdurchschnittlicher
Erfahrung und Effizienz. Und sollten sich wirklich einmal
«ausgebrannte» Personen darunter befinden, dann dürfte
ein Hinweis, die Wiederwahl sei gefährdet, genügen.
Mit diesem unbegründeten, ungerechten und unverständli-
chen Bundesratsbeschluss erschwert der Bundesrat den
Spitzenorganisationen der Wirtschaft und der Arbeitneh-
merorganisationen den Dialog mit der Verwaltung. Er hat
ihnen gegenüber Misstrauen zum Ausdruck gebracht und
obrigkeitliche Bevormundung. Das kann der Bundesrat mei-
nes Erachtens nicht einfach mit einigen schönen und
beschwichtigenden Worten ändern, sondern nur dadurch,
dass er diesen Bundnesratsbeschluss in Wiedere"wägung
zieht.
L'ordonnance réglant les fonctions de commissisons
extra-parlementaires, d'autorités et de délégations de la
Confédération, du 2 mars 1977, limite à seize ans la durée
du mandat des membres desdits organes. Cette limitation
doit essentiellement permettre au plus grand nombre possi-
ble d'experts d'y œuvrer et surtout d'assurer un renouvelle-
ment régulier des membres. Il faut admettre que seize ans
c'est déjà une durée de fonction fort honorable au sein
d'une commission.
On ne saurait nier que, dans certains cas d'espèce, la limi-
tation de la durée du mandat peut provoquer des difficultés;
je vous en donne acte, Monsieur Reichling. Je songe, par
exemple, à des problèmes, évoqués également par
M. Allenspach, qui tiennent à la personnalité des membres
et, plus concrètement, aux difficultés que peuvent éprouver
des organisations à remplacer des représentants qui, en
rasion de leurs activités professionnelles, peuvent être
considérés comme des spécialistes par excellence.
En 1977, lorsque l'ordonnance a été édictée, le Conseil
fédéral a examiné très attentivement la possibilité de diffé-
rencier l'application de la limitation de la durée du mandat. Il
s'est toutefois révélé que l'on aboutirait à des inégalités
juridiques choquantes en introduisant, soit une différence
de nature formelle - commissions, conseils d'administation,
etc. -, soit une différence en raison de la fonction - organe
consultatif ou organe de décision. Cette remarque vaut
également pour les distinctions suggérées par l'auteur de
l'interpellation. C'est ainsi qu'il serait très souvent difficile
de déterminer, dans chaque cas, s'il s'agit de connaître
l'opinion de personnalités considérées pour elles-mêmes
ou, au contraire, de recueillir l'avis d'organisations bien
déterminées.
Renoncer à limiter la durée du mandat des représentants
d'associations pourrait être considéré et ressenti, dans de
larges milieux de notre population, comme une manière de
privilégier ces derniers de façon inappropriée, et cela
d'autant plus que les associations disposent, au sein de
leurs comités et de leurs secrétariats, d'une série de repré-
sentants particulièrement qualifiés, ce qui facilite, au terme
de seize années d'activité, le remplacement des sortants.
En faisant une exception pour les commissions qui ont pou-
voir de prendre des décisions de caractère judiciaire, on
défavoriserait les conseils d'administration qui disposent,
eux aussi, de pouvoirs de décision très importants.
Le Conseil fédéral estime donc qu'une dérogation au prin-
cipe de la limitation de la durée du mandat ne saurait être
consentie que pour les présidents de commissions. En
effet, une telle exception peut, dans certains cas, pour des
raisons de continuité se révéler nécessaire et c'est pour-
quoi, en 1978, le Conseil fédéral a complété l'article 2 de
l'ordonnance par un alinéa 3 ayant la teneur suivante:
«Lorsque l'intérêt de la Confédération l'exige, le Conseil
fédéral peut, dans des cas particuliers dûment motivés,
libérer de l'assujettissement à la limitation de la durée des
fonctions les présidents des commissions, des autorités et
des délégations visées à l'article premier.» Dans quelques
cas dûment motivés, par exemple pour la «Commission
fédérale de surveillance de la radio-activité» ou pour la
«Commission des monuments historiques», le Conseil fédé-
ral a fait usage de cette faculté.
En revanche, le Conseil fédéral estime qu'il ne se justifie
pas d'instaurer un régime de différenciation plus poussée.
En novembre 1982, il a profité du cas du conseil d'adminis-
tration de la Caisse nationale d'assurance pour réexaminer
cette question. Quand bien même, en l'espèce, des raisons
pertinentes militaient pour l'octroi d'une exception, le
Conseil fédéral a renoncé à modifier l'ordonnance, tout
d'abord par souci de cohérence, ensuite pour ne pas créer
de précédent et enfin pour éviter des inégalités de traite-
ment.
Comme l'un d'entre vous l'a relevé, l'attitude adoptée par le
Conseil fédéral est du reste conforme aux desiderata
exprimés, à l'unanimité, par vos Commissions de gestion -
celle du Conseil national et celle du Conseil des Etats - qui,
dans un rapport du 21 avril 1980, ont invité expressément le
gouvernement à appliquer de manière conséquente les dis-
positions sur la limite d'âge et la limitation de la durée du
mandat lors du renouvellement des membres des commis-
sions.
C'est donc pour toutes ces raisons que le Conseil fédéral
ne peut, Monsieur Reichling, que maintenir la réponse
négative qu'il a donnée à votre interpellation du 10 décem-
bre 1980. Je ne voudrais cependant pas que vous pensiez
que le Conseil fédéral ne prend pas au sérieux les commis-
sions extra-parlementaires. Bien au contraire; nous
sommes d'avis qu'en seize ans les associations, les organi-
sations ont le temps et la possibilité de former des rempla-
çants. Des idées nouvelles peuvent ainsi être apportées
dans ces commissions, et nous sommes persuadés qu'il
est dans l'intérêt même des commissions extra-parlemen-
taires que nous respections une limitation de la durée du
mandat.
Präsident: Der Interpellant kann erklären, ob ihn die Ant-
wort befriedigt.
Reichling: Ich bin von der Antwort nicht befriedigt.
Schluss der Sitzung um 19.25 Uhr
La séance est levée à 19 h 25
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Reichling Ausserparlamentarische Kommissionen. Amtsdauerbeschränkung Interpellation Reichling Commissions extra-parlementaires. Limitation de la durée du mandat In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer 80.599 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 07.03.1983 - 15:30 Date Data Seite 260-262 Page Pagina Ref. No 20 011 276 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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