Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter EDÖB
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Bern, 30. Januar 2014
Empfehlung
gemäss Art. 14 des Bundesgesetzes über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung
zum Schlichtungsantrag von
X (Antragstellerin)
gegen
Bundesamt für Landwirtschaft BLW
I. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte stellt fest:
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Das BLW erklärte, dass es für die Bearbeitung dieses Zugangsgesuches drei Stunden benötige. Bei einem Stundenansatz von Fr. 100.-- würden die voraussichtlichen Kosten mindestens Fr. 300.-- ausmachen. 4. Das BLW teilte weiter mit, dass es für die Bearbeitung folgender Dokumente vorerst noch Anhörungen bei Dritten nach Art. 11 BGÖ durchführe müsse, da in diesen Dokumenten Personendaten enthalten seien:
Für die Bearbeitung dieses Zugangsgesuches benötige das BLW 6.5 Arbeitsstunden. Bei einem Stundenansatz von Fr. 100.-- würden die voraussichtlichen Kosten mindestens Fr. 650.-- betragen, zuzüglich Materialkosten und Porti. 5. Weiter informierte das BLW, dass es für die Dokumente
ebenfalls eine Anhörung bei einem Dritten durchführen müsse. Für die Bearbeitung dieses Zugangsgesuches benötige das BLW 8.5 Arbeitsstunden. Bei einem Stundenansatz von Fr. 100.-- würden die voraussichtlichen Kosten mindestens Fr. 850.-- betragen, zuzüglich Materialkosten und Porti. 6. Zudem informierte das BLW, dass die folgenden Dokumente
neben Personendaten diverse Informationen enthalte, die nach Art. 7 BGÖ geschützt seien. Für die Bearbeitung dieses Zugangsgesuches benötige das BLW 12 Arbeitsstunden. Bei einem Stundenansatz von Fr. 100.-- würden die voraussichtlichen Kosten mindestens Fr. 1‘200.-- betragen, zuzüglich Material und Portokosten. 7. Weiter informierte das BLW, dass es für die Dokumente
die betroffenen Behörden gemäss Art. 11 Abs. 4 BGÖ anhören müsse. Das BLW geht von einem Arbeitsaufwand von 14 Stunden aus. Bei einem Stundenansatz von Fr. 100.-- würden die voraussichtlichen Kosten mindestens Fr. 1‘400.-- betragen, zuzüglich Materialkosten und Porti. 8. Schliesslich informierte das BLW die Antragstellerin, dass, soweit der Zugang zu den Dokumenten verweigert werde, sie die Möglichkeit habe, innert 20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme beim Beauftragen einen Schlichtungsantrag zu stellen. 9. Mit E-Mail vom 27. Februar 2012 teilte die Antragstellerin dem BLW u.a. mit, dass die Dokumente im Zusammenhang mit der Verkäsungszulage von grossem öffentlichem Interesse
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seien, was die jährlichen parlamentarischen Beratungen zeige. Sie habe den Eindruck, dass das BLW versuche, über die Erhebung der Gebühren die Einsicht in diese „offenbar brisanten Dokumente“ zu verwehren, wissend dass sie als freischaffende Journalistin nicht über ein Recherchebudget von Tausenden von Franken verfüge. 10. Mit E-Mail vom 2. März 2012 bat die Antragstellerin um nähere Auskünfte betreffend die voraussichtliche Berechnung der Gebühren. Aufgrund der Auflistung des BLW und der von ihm mitgeteilten Informationen stellt sie für jeden erwähnten Themenbereich die Anzahl Dokumente sowie deren Seitenumfang dar und bat das BLW u.a. auf die Gebührenerhebung zu verzichten. Aufgrund dieser Informationen der Antragstellerin ergibt sich folgende Aufstellung: Dokument Anzahl Dokumente Seiten Nummerierung Antragstellerin Controllingbericht Zulagen Milchpreisstützung. Monatliche Berichte mit Gesamtübersicht aus dem Jahr 2011 12 36 1 Statistische Unterlagen Milchpreisstützung 2000 bis 2010, Jahreszusammenfassung 2 20 2 Monatliche Untersuchungsbelege für Auszahlung der Zulagen an PMO Ostschweiz 8 8 3 Auftrag 2009-05-06/160 Umbuchungsbeleg Zulagen 6 6 4 Je ein Exemplar der diversen Informationsschreiben an die Produzenten der WKP von 2009 bis 2012 [Keine Angabe] [Keine Angabe] 5 Je ein Exemplar der diversen Schreiben an die Zulagenbezüger inkl. Milchverwerter 34 50 6 Schriftverkehr im Zusammenhang mit der Beantwortung der Anfrage Max Binder 11.1070 Transparenz in der Milchbewertung [Keine Angabe] [Keine Angabe] 7
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wurden zunächst wegen irrtümlicher Adressangaben der Antragstellerin von der Post an diese retourniert. Mit Schreiben vom 20. März 2012 stellte die Antragstellerin die Schlichtungsanträge vom 10. März 2012 dem Beauftragten zu (Eingang 22. März 2012). 14. Die Antragstellerin begehrte in ihren Schlichtungsanträgen 1 und 2 den gebührenfreien Zugang lediglich zu folgenden Dokumenten:
(BLW Nr. 20 107 – 20 124, nachfolgend Dokument 2)
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II. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte zieht in Erwägung: A. Formelle Erwägungen: Schlichtungsverfahren und Empfehlung gemäss Art. 14 BGÖ 21. Gemäss Art. 13 BGÖ kann eine Person einen Schlichtungsantrag beim Beauftragten einreichen, wenn die Behörde den Zugang zu amtlichen Dokumenten einschränkt, aufschiebt oder verweigert, oder wenn die Behörde innert der vom Gesetz vorgeschriebenen Frist keine Stellungnahme abgibt. 22. Der Beauftragte wird nicht von Amtes wegen, sondern nur aufgrund eines schriftlichen Schlichtungsantrags tätig. 1 Berechtigt, einen Schlichtungsantrag einzureichen, ist jede Person, die an einem Gesuchsverfahren um Zugang zu amtlichen Dokumenten teilgenommen hat. Für den Schlichtungsantrag genügt einfache Schriftlichkeit. Aus dem Begehren muss hervorgehen, dass sich der Beauftragte mit der Sache befassen soll. Der Schlichtungsantrag muss innert 20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde schriftlich eingereicht werden. 23. Aufgrund des Sachverhaltes ergibt sich, dass zwischen den Parteien ein ausgedehnter Schriftenwechsel stattgefunden hatte, der schliesslich in das Zugangsgesuch vom 14. Februar 2012 beim Bundesamt für Landwirtschaft gemündet hat (Art. 10 BGÖ). 24. Als Teilnehmerin an einem vorangegangenen Gesuchsverfahren ist die Antragstellerin grundsätzlich zur Einreichung eines Schlichtungsantrags berechtigt. Die Schlichtungsanträge gelten als formgerecht (einfache Schriftlichkeit) und fristgerecht (innert 20 Tagen nach Empfang der Stellungnahme der Behörde) beim Beauftragten eingereicht. 25. Zu klären gilt, welche Dokumente Gegenstand des vorliegenden Schlichtungsverfahrens sind. Die Antragstellerin reduzierte in ihren Schlichtungsanträgen 1 und 2 ihre Begehren betreffend die Gebührenbefreiung auf drei Dokumente (Ziffer14). Das BLW wendete in seiner Stellungnahme vom 20. April 2012 ein, dass bezüglich der übrigen Dokumente (Ziffer 18) das Gesuch als zurückgezogen gelte. Gegenstand des vorliegenden Schlichtungsverfahren sind folglich nur jene Dokumente, auf welche sich die Antragstellerin in ihren Schlichtungsanträgen bezogen hat, nämlich:
1 BBl 2003 2023.
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auf die Gebührenfrage reduziert, wäre grundsätzlich nicht möglich. 2 Anderseits liegt betreffend Dokument 3 noch kein materieller Entscheid vor. Das BLW teilte der Antragstellerin mit, es müsse vorher noch Anhörungen durchführen und zeigte ihr die voraussichtlichen Kosten gemäss Art. 16 Abs. 1 VBGÖ an. Diesbezüglich befindet sich das Verfahren noch im Stadium der Gesuchsbeurteilung. 3 Ausnahmsweise ist die Einreichung eines Schlichtungsantrags zu diesem Zeitpunkt zulässig, wenn der angekündigte Gebührenbetrag derart exzessiv erscheint, dass er in seiner Wirkung einer Zugangsbeschränkung bzw. -verweigerung gleichkommt. 4
Zudem hat das Bundesgericht kürzlich dargelegt, dass sich bereits die Kumulation von für sich allein bescheidener Gebühren als tatsächliche Zugangsbeschränkung auswirken kann. 5
Das BLW hat bei der Bearbeitung der Zugangsgesuche für jedes Dokument je Gebühren, zuzüglich Material- und Versandkosten angekündigt, insgesamt Fr. 4‘250.--, zuzüglich Materialkosten und Porti. Für die in diesem Schlichtungsverfahren zu beurteilenden Dokumente (Ziffer 19) hat das BLW der Antragstellerin Gebühren in der Höhe Fr. 300.-- bzw. Fr. 1‘400.-- zuzüglich Materialkosten und Porti in Aussicht gestellt. Bereits die Kombination dieser Beträge (Gebühren insgesamt Fr. 1‘700.--, zuzüglich Materialkosten und Porti) kann geeignet sein, die Wirkung einer Zugangsbeschränkung bzw. –verweigerung zu entfalten. Aufgrund dessen tritt der Beauftragte auf die Schlichtungsanträge 1 und 2 der Antragstellerin ein.
Weil sich bei den Schlichtungsanträgen 1 und 2 identische Rechtsfragen aufwerfen, rechtfertigt es sich vorliegend, die beiden Verfahren zu vereinigen und in einer gemeinsamen Empfehlung zu erledigen.
Das Schlichtungsverfahren kann auf schriftlichem Weg oder konferenziell (mit einzelnen oder allen Beteiligten) unter Leitung des Beauftragten stattfinden. Die Festlegung des Verfahrens im Detail obliegt alleine dem Beauftragten. 6
Kommt keine Einigung zu Stande oder besteht keine Aussicht auf eine einvernehmliche Lösung, ist der Beauftragte gemäss Art. 14 BGÖ gehalten, aufgrund seiner Beurteilung der Angelegenheit eine Empfehlung abzugeben. B. Materielle Erwägungen
Der Beauftragte prüft nach Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung (Öffentlichkeitsverordnung, VBGÖ, SR 152.31) die Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Beurteilung des Zugangsgesuches durch die Behörde. Er prüft damit im Schlichtungsverfahren einerseits beispielsweise, ob die für das Zugangsgesuch zuständige Behörde den Begriff des amtlichen Dokumentes (Art. 5 BGÖ) sowie die in Art. 7 f. BGÖ vorgesehenen Ausnahmeklauseln oder die Bestimmungen in Bezug auf den Schutz der Personendaten (Art. 9 BGÖ) rechtmässig angewendet hat. Andererseits prüft er in jenen Bereichen, in denen das Öffentlichkeitsgesetz der Behörde bei der Bearbeitung eines Zugangsgesuches einen gewissen Ermessensspielraum verleiht (z.B. Art der Einsichtnahme in
2 Bundesamt für Justiz und Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter, Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips in der Bundesverwaltung: Häufig gestellte Fragen, 7. August 2013, Ziff. 8.2.7. 3 Zur Frage, welche rechtlichen Auswirkungen das Festhalten am Zugangsgesuch nach Art. 16 Abs. 2 VBGÖ hat, vgl. EDÖB Empfehlung vom 12. November 2012, EFK/Prüfbericht Immobilien, Ziff. 27 ff. 4 Vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 4. Dezember 2012, EFK/Bericht Elektronische Kriegsführung, Ziff. 13 ff.; EDÖB Empfehlung vom 12. November 2012, EFK/Immobilien, Ziff. 23 ff.; Bundesamt für Justiz und Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter, Umsetzung des Öffentlichkeitsprinzips in der Bundesverwaltung: Häufig gestellte Fragen, 7. August 2013, Ziff.8.2.7. 5 Urteil des Bundesgerichtes 1C_550/2013 vom 19. November 2013, E. 3.2. 6 BBl 2003 2024.
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amtliche Dokumente), ob die von der Behörde gewählte Lösung auf die Umstände des jeweiligen Falls abgestimmt und angemessen ist. Dabei kann der Beauftragte entsprechende Vorschläge im Rahmen des Schlichtungsverfahrens machen (Art. 12 Abs. 2 VBGÖ) oder gegebenenfalls eine entsprechende Empfehlung erlassen (Art. 14 BGÖ). 7
Die formellgesetzliche spezielle Grundlage für die Erhebung von Gebühren ist im Öffentlichkeitsgesetz in Art. 17 BGÖ geregelt. Im Öffentlichkeitsgesetz bedeutet dies, dass die Gebührenerhebung so gestaltet sein muss, dass der in Art. 1 BGÖ normierte Sinn und Zweck der Transparenznormen nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird. Der Bundesrat hielt in der Botschaft ausdrücklich fest, dass die Kostengünstigkeit, neben der Einfachheit und Schnelligkeit, ein Schlüsselelement des Öffentlichkeitsprinzips ist. 10
7 CHRISTINE GUY-ECABERT, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ, Art. 13, RZ 8. 8 BGE 125 I 173, E. 9. 9 Vgl. dazu eingehend THOMAS BRAUNSCHWEIG, Gebührenerhebung durch die Bundesverwaltung – Übersicht und Neuordnung, Leges 2005/2. 10 Vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 7. August 2013, BLW/Empfängerlisten Verkäsungs- und Siloverzichtszulage, Ziff. 63. 11 Vgl. dazu eingehend EDÖB Empfehlung vom 7. August 2013, BLW/Empfängerlisten Verkäsungs- und Siloverzichtszulage, Ziff. 57. 12 Urteil des Bundesgerichtes 1C_550/2013 vom 19. November 2013, E. 3.1 mit Verweis auf BGE 139 I 334 E. 4.1 und 4.2 f.
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Anspruch auf einen gebührenfreien Zugang zu amtlichen Dokumenten besteht. Hingegen legte das Gericht dar, dass es im pflichtgemässen Ermessen der Behörde liege, die auferlegte Gebühr trotz des relativ grossen Zeitaufwandes ganz zu erlassen oder nur in der Höhe zu reduzieren, und kam zum Schluss, dass aufgrund der Umstände konkret die Gebühr um mindestens die Hälfte zu reduzieren sei. 13
13 Urteil des Bundesgerichtes 1C_550/2013 vom 19. November 2013, E. 3.3. 14 Vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 5. Dezember 2012, Schweizerischer Nationalfond SNF/Dokumente zum nationalen Forschungsprogramm „Lebensende“, Ziff. 55. 15 Bundesamt für Justiz, Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip in der Verwaltung – Erläuterungen vom 24. Mai 2006, S. 13; vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 12. November 2012, EFK/Prüfbericht Immobilien, Ziff. 62 f.
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16 Vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 18. Dezember 2013, BJ/SIF/Zuständigkeit für die Beurteilung eines Zugangsgesuchs, Ziff. 35. 17 Bundesamt für Justiz, Gesetzgebungsleitfaden, Module Gesetz, Verordnung und Parlamentarische Initiative, elektronische Version, Stand August 2013, S. 12. 18 EDÖB Empfehlung vom 18. Dezember 2013 BJ/SIF/Zuständigkeit für die Bearbeitung eines Zugangsgesuches, Ziff. 26 und 32. 19 Vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 18. Dezember 2013, BJ SIF/ Zuständigkeit für die Bearbeitung eines Zugangsgesuches, Ziff. 35.
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Art. 9 Abs. 2 BGÖ hält fest, dass Zugangsgesuche, die sich auf amtliche Dokumente beziehen, welche nicht anonymisiert werden können, nach Art. 19 DSG zu beurteilen sind. Art. 19 Abs. 1bis DSG sieht dabei u.a. vor, dass Bundesorgane gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz auch Personendaten bekannt geben dürfen, wenn die betreffenden Personendaten im Zusammenhang mit der Erfüllung öffentlicher Aufgaben stehen (Bst. a) und an deren Bekanntgabe ein überwiegendes öffentliches Interesse besteht (Bst. b). Diese Bestimmung stellt eine Koordinationsnorm zu Art. 7 Abs. 2 BGÖ dar.
Es trifft zu, dass die Personendaten des Parlamentariers nicht anonymisiert werden können. Eine Anhörung nach Art. 11 BGÖ ist jedoch nicht notwendig, da seine Personendaten im Zusammenhang mit den verlangten Dokumenten bereits in Beantwortung seiner Anfrage veröffentlicht worden sind. 20
Die Personendaten der Mitarbeitenden der Verwaltungseinheiten könnten zwar anonymisiert werden. Eine Anonymisierungspflicht 21 besteht allerdings nicht, da vorliegend höchstens von einer sehr geringen Beeinträchtigung der Privatsphäre der betroffenen Bundesangestellten ausgegangen werden kann. Ausserdem ist zu beachten, dass das Öffentlichkeitsgesetz Entscheide der Verwaltung transparenter machen, die demokratische Kontrolle über das Verwaltungshandeln ermöglichen und das Vertrauen der Bürger in die Behörden verbessern will. 22 Dies ergibt sich deutlich aus dem Zweckartikel des Öffentlichkeitsgesetzes, gemäss dem die Transparenz über den Auftrag, die Organisation und die Tätigkeit der Verwaltung gefördert werden soll (Art. 1 BGÖ). 23
Die Personendaten des Parlamentariers sind bereits veröffentlicht. Im Falle der Zugänglichmachung der Personendaten für die Mitarbeitenden der Verwaltung sind nach Ansicht des Beauftragten vorliegend keine entsprechenden nachteiligen Folgen zu erwarten. Demzufolge besteht keine Verletzung der Privatsphäre der Betroffenen durch die Offenlegung und somit auch keine Anonymisierungspflicht. Demzufolge ist keine Anhörung notwendig. Der Zugang zu den Personendaten der Mitarbeitenden der Verwaltungseinheiten und des Parlamentariers ist zu gewähren.
Schliesslich verbleibt die Prüfung der Gebührenerhebung durch das BLW. Wie ausgeführt, können Behörden grundsätzlich Gebühren erheben. Zwingend keine Gebühren erheben dürfen sie nach Art. 17 Abs. 2 BGÖ, wenn die Bearbeitung eines Gesuches einen geringen Aufwand erfordert. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Kosten der Gebührenerhebung den Gebührenbetrag übersteigen. 24 Keine Gebühren werden bei einer Gebühr von weniger als Fr. 100.-- verlangt (Art. 15 Abs. 1 VBGÖ).
Das BLW hat für die Prüfung und Bearbeitung des Zugangs zum „Controllingbericht Zulagen Milchpreisstützung, Monatliche Berichte mit Gesamtübersicht aus dem Jahr 2011“ (Dokument
20 http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20111070 (zuletzt besucht am 23. Januar 2014). 21 Vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 7. August 2013 BLW/Empfängerlisten Verkäsungs- und Siloverzichtszulage, Ziff. 51 ff. 22 BBl 2003 1976. 23 YVONNE JÖHRI, in: Rosenthal/Jöhri [Hrsg.], Handkommentar zum Datenschutzgesetz, Art. 19 Abs.1bis, RZ 65, vgl. EDÖB Empfehlung vom 3. September 2013, WEKO/Mitarbeiterlisten, Ziff. 24 ff. m.w.H. 24 Bundesamt für Justiz, Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip in der Verwaltung – Erläuterungen vom 24. Mai 2006, S. 18.
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Zahlen. Diese Dokumente basieren auf einer Vorlage, die jeweils gleich aufgebaut, monatlich bzw. quartalsweise ausgefüllt werden und der Kontrolle bzw. der Statistik dienen. Bei beiden Dokumenten mussten zudem keinerlei Einschwärzungen oder Anonymisierungen vorgenommen werden. Nach Ansicht des Beauftragten handelt es sich hierbei, trotz des Umfangs der Dokumente, gerade aufgrund des Inhaltes um ein Gesuch mit geringem Aufwand. Daher ist ein gesetzlicher Verzichtsgrund nach Art. 17 Abs. 2 VBGÖ gegeben, weshalb keine Gebühren verrechnet werden dürfen. 53. Betreffend die Gebührenerhebung „Schriftverkehr im Zusammenhang mit der Beantwortung der Anfrage Max Binder 11.1070 Transparenz in der Milchbewertung“ (Dokument 3) ist zu beachten, dass noch keine materielle Beurteilung des BLW vorliegt. Für die Prüfung und Bearbeitung des Zugangs zu diesen Dokumenten geht das BLW von Gebühren in der Höhe von Fr. 1‘400.-- (inkl. Anhörung), zuzüglich Materialkosten und Porti aus. Wie oben ausgeführt, entfällt eine Anhörung (Ziffer 50). Die Ankündigung eines derart hohen Betrages für die Bearbeitung von Dokumenten im Rahmen einer einfachen Ämterkonsultation ist geeignet, die Antragstellerin von der Aufrechterhaltung ihres Zugangsgesuches abzuschrecken. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass eine objektive Rechtspflicht besteht, dem Öffentlichkeitsgesetz zur Wirksamkeit zu verhelfen. 25 Auch ist es der Verwaltung untersagt, durch die Gebührenerhebung einen Gewinn zu erzielen. 26 Aufgrund des Inhalts der zu prüfenden Unterlagen (Ziffer 40) und insbesondere des Umstandes, dass nur noch die eigenen Dokumente zu prüfen sind (Ziffer 44) ist von einem Gesuch mit sehr geringem Aufwand aufzugehen. Auch wenn man die fünf Stellungnahmen dazu rechnen würde, für welche das BLW, wie ausgeführt nicht zuständig ist, kann von einem geringen Aufwand ausgegangen werden. In Bezug auf die verbleibenden Dokumente gilt es zudem zu bedenken, dass mehrere Dokumente praktisch identischen Inhalts sind bzw. Entwürfe oder Übersetzungen darstellen. 54. Die Bearbeitung des Zugangsgesuches zum „Controllingbericht Zulagen Milchpreisstützung, Monatliche Berichte mit Gesamtübersicht aus dem Jahr 2011“ (Dokument 1), zu den „statistischen Unterlagen Milchpreisstützung 2000 bis 2010, Jahreszusammenfassung“ (Dokument 2) sowie den Dokumenten „im Zusammenhang mit der Beantwortung der Anfrage Max Binder 11.1070 Transparenz in der Milchbewertung“ (Dokument 3) verursacht einen geringen Aufwand. Dafür dürfen nach Art. 17 Abs. 2 Bst. a BGÖ keine Gebühren erhoben werden. 55. Letztlich bleibt zu klären, ob das BLW Materialkosten und Porti in Rechnung stellen kann. Gestützt auf Anhang 1 zur VBGÖ können für Reproduktionskosten (Materialkosten) grundsätzlich Gebühren erhoben werden. Betreffend die Verrechnung von Versandkosten (Porti), die Auslagen darstellen, findet sich im Öffentlichkeitsgesetz keine Norm. Art. 17 Abs. 1 BGÖ regelt lediglich die Erhebung von Gebühren. 27 Im Anhang I zur VBGÖ werden bei den Auslagen nur Reproduktionskosten aufgelistet. Nach Art. 14 VBGÖ ist die All gGebV subsidiär anwendbar. Nach Art. 6 Abs. c AllgGebV gelten als Auslagen die Übermittlungs- und Kommunikationskosten. Zu den Versandkosten äusserte sich der Bundesrat in der Botschaft zum Öffentlichkeitsgesetz nicht. 28 Ebenso wenig enthalten die Materialien, die Wortprotokolle der parlamentarischen Beratung sowie die Erläuterungen des BJ zur Verordnung 29 entsprechende Informationen. Allerdings sind nach den Empfehlungen des BJ
25 Herbert Burkert, in: Brunner/Mader [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum BGÖ Art. 17 RZ 34. 26 Vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 7. August 2013, BLW/Empfängerlisten Verkäsungs- und Siloverzichtszulage, Ziff. 62. 27 Für Gebühren und Auslagen gilt das Legalitätsprinzip. Für öffentliche Abgaben ist eine Grundlage im formellen Gesetz notwendig (BGE 125 I 173 E. 9). 28 BBl 2003 2028. 29 Bundesamt für Justiz, Verordnung über das Öffentlichkeitsprinzip in der Verwaltung – Erläuterungen vom 24. Mai 2006.
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über organisatorische und technische Aspekte der Umsetzung des Öffentlichkeitsgesetzes aus dem Jahr 2005 beim Versand der Unterlagen im Inland (inkl. Fürstentum Liechtenstein) keine Versandgebühren zu berechnen. 30
30 Bundesamt für Justiz, Organisatorische und technische Aspekte der Umsetzung des Öffentlichkeitsgesetzes, Empfehlungen, S. 17. Beim Versand ins Ausland soll hingegen pauschal ein Betrag von Fr. 10.-- in Rechnung gestellt werden können; vgl. dazu EDÖB Empfehlung vom 7. August 2013, BLW/Empfängerliste Verkäsungs- und Siloverzichtszulage, Ziff. 72 ff.
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Bundesamt für Landwirtschaft BLW 3003 Bern
Jean-Philippe Walter