B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Abteilung III C-4737/2022
Urteil vom 17. November 2022 Besetzung
Richterin Regina Derrer (Vorsitz), Richterin Viktoria Helfenstein, Richter Vito Valenti, Gerichtsschreiberin Monique Schnell Luchsinger.
Parteien
A._______, (Deutschland), vertreten durch lic. iur. Jan Herrmann, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Vorinstanz.
Gegenstand
Neuverlegung der Verfahrenskosten und der Parteientschä- digung (Urteil des Bundesgerichts in den Verfahren 8C_23/2022 und 8C_51/2022 vom 21. September 2022).
C-4737/2022 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht im Verfahren C-7354/2017 mit Urteil vom 18. November 2021 die Beschwerde von A._______ (Beschwerdefüh- rer) guthiess, die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 15. Novem- ber 2017 aufhob und dem Beschwerdeführer ab dem 1. März 2017 eine Viertelsrente zusprach, des Weiteren keine Verfahrenskosten erhob und dem Beschwerdeführer zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädi- gung von Fr. 4'712.40 (inkl. Auslagen) zusprach, dass sowohl die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA oder Vo- rinstanz; Verfahren vor dem Bundesgericht 8C_23/2022) als auch der Be- schwerdeführer (Verfahren vor dem Bundesgericht 8C_51/2022) gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-7354/2017 vom 18. Novem- ber 2021 beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten erhoben, dass das Bundesgericht mit Urteil vom 21. September 2022 die Verfahren 8C_23/2022 und 8C_51/2022 vereinigte, in teilweiser Gutheissung der Be- schwerden das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. November 2021 und die Verfügung der IVSTA vom 15. November 2017 aufhob und die Sache zu neuer Verfügung an die IVSTA zurückwies, wobei es die Be- schwerden im Übrigen abwies, dass demzufolge über die Verfahrenskosten und die Parteientschädigung im Verfahren C-7354/2017 neu zu befinden ist, dass die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei aufzuer- legen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG [SR 172.021]), wobei unterliegenden Vo- rinstanzen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 64 Abs. 2 VwVG), dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdefüh- renden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach- sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
C-4737/2022 Seite 3 dass das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer bereits im Verfahren C-7354/2017 infolge Gutheissung seiner Beschwerde keine Ver- fahrenskosten auferlegte (mit in Aussicht gestellter Rückerstattung des Kostenvorschusses nach Eintritt der Rechtskraft) und ihm eine Parteient- schädigung von Fr. 4'712.40 (inkl. Auslagen) zu Lasten der Vorinstanz zu- sprach, dass, wie dem Urteil des Bundesgerichts in den vereinigten Verfahren 8C_23/2022 und 8C_51/2022 vom 21. September 2022 implizit zu entneh- men ist, die Kostenverlegung inhaltlich nicht neu zu erwägen ist, sondern dem Beschwerdeführer erneut keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind und ihm eine Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz zuzusprechen ist, weil das nun volle Obsiegen infolge Rückweisung der Sache an die Vorinstanz nichts daran ändert, dass seinerseits weiterhin keine Verfah- renskosten geschuldet sind und ein Anspruch auf eine Parteientschädi- gung besteht, wobei dem Beschwerdeführer der von ihm geleistete Kos- tenvorschuss von Fr. 800.- nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten ist, dass nach dem Gesagten auch der Vorinstanz keine Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG), dass der Rechtsvertreter im Verfahren C-7354/2017 eine Honorarnote im Umfang von Fr. 5'412.40 (18.5 Stunden zu Fr. 280.- und Auslagen von Fr. 232.40) einreichte, dass, wie bereits in Erwägung 11.2 des Urteils C-7354/2017 vom 18. No- vember 2021 festgehalten, der geltend gemachte Aufwand von insgesamt 18.5 Stunden, vor dem Hintergrund, dass nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (Urteil des BGer 8C_426/2018 vom 10. August 2018 E. 5.3) und im Sozialversicherungsrecht die Untersuchungsmaxime gilt (vgl. dazu 125 V 193 E. 2 und 122 V 157 E. 1a), unter Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Schwierigkeit des vor- liegend zu beurteilenden Verfahrens C-7354/2017 und der Bedeutung der Streitsache als zu hoch erscheint, weshalb die Honorarnote zu kürzen ist, dass der geltend gemachte Aufwand um 2 Stunden und 30 Minuten auf 16 Stunden zu reduzieren ist, da lediglich der nachfolgende Aufwand nach- vollziehbar und gerechtfertigt ist: 0.15 Stunden Akteneinsichtsgesuch, 8.25 Stunden Beschwerde [BVGer act. 1 im Verfahren C-7354/2017], 1.50 Stun- den Replik [BVGer act. 8 im Verfahren C-7354/2017], 0.40 Stunden Triplik
C-4737/2022 Seite 4 [BVGer act. 12 im Verfahren C-7354/2017], 0.60 Stunden notwendige No- veneingaben [BVGer act. 25, 18, 14 im Verfahren C-7354/2017], 0.45 Stun- den Stellungnahme [BVGer act. 31 im Verfahren C-7354/2017], 0.05 Stun- den Kurzbrief [BVGer act. 39 im Verfahren C-7354/2017], 0.20 Stunden Honorarnote [BVGer act. 43 im Verfahren C-7354/2017], 3 Stunden Be- sprechung resp. Austausch mit Klient, 1.40 Stunde Urteilsanalyse und Ab- schlussgespräch mit Klient, dass der geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 280.- innerhalb des Rahmens von Art. 10 Abs. 2 VGKE und aufgrund der Komplexität des Fal- les gerechtfertigt ist und die geltend gemachten Auslagen in der Höhe von Fr. 232.40 nicht zu beanstanden sind, dass nach dem zuvor Gesagten eine Parteientschädigung von Fr. 4'712.40 resultiert ((16 x 280) + 232.40); ohne Mehrwertsteuer; Urteil des BVGer C-1741/2014 vom 28. April 2016 E. 8.3; Art. 9 Abs. 1 VGKE). dass für den vorliegenden Kostenentscheid praxisgemäss keine Verfah- renskosten aufzuerlegen sind und keine Parteientschädigung zuzuspre- chen ist (Art. 6 Bst. b VGKE und Art. 64 Abs. 1 i.V.m. Art. 7 VGKE).
(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.)
C-4737/2022 Seite 5 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Für das Verfahren C-7354/2017 werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 2. Dem Beschwerdeführer wird für das Verfahren C-7354/2017 zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von Fr. 4'712.40 (inkl. Auslagen) zu- gesprochen. 3. Für das vorliegende Verfahren werden keine Verfahrenskosten erhoben und keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und das Bun- desamt für Sozialversicherungen.
(Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.)
Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:
Regina Derrer Monique Schnell Luchsinger
C-4737/2022 Seite 6 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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