B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l

Abteilung III C-4612/2022, C-6113/2022

Abschreibungsentscheid vom 30. September 2024 Besetzung

Einzelrichter Beat Weber, Gerichtsschreiberin Tanja Jaenke.

Parteien

  1. Aquilana Versicherungen,

  2. SUPRA-1846 SA,

  3. Einsiedler Krankenkasse,

  4. Sumiswalder Krankenkasse,

  5. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg,

  6. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallver- sicherung AG,

  7. Atupri Gesundheitsversicherung AG,

  8. Avenir Krankenversicherung AG,

  9. Krankenkasse Luzerner Hinterland,

  10. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG,

  11. Vivao Sympany AG,

  12. Easy Sana Krankenversicherung AG,

  13. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung,

  14. Cassa da malsauns LUMNEZIANA,

  15. KLuG Krankenversicherung,

  16. EGK Grundversicherungen AG,

  17. sanavals Gesundheitskasse,

  18. Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK,

  19. sodalis gesundheitsgruppe,

  20. vita surselva,

  21. Verein Krankenkasse Visperterminen,

  22. Caisse-maladie de la vallée d'Entremont société coo- pérative,

  23. Stiftung Krankenkasse Wädenswil,

  24. Krankenkasse Birchmeier,

  25. SWICA Krankenversicherung AG,

  26. Galenos AG,

  27. rhenusana,

  28. Mutuel Assurance Maladie SA,

  29. AMB Assurances SA,

  30. Philos Krankenversicherung AG,

  31. Assura-Basis AG,

  32. Visana AG,

  33. Agrisano Krankenkasse AG,

  34. sana24 AG,

  35. vivacare AG, alle vertreten durch tarifsuisse ag, diese vertreten durch MLaw Andreas Miescher, Rechtsanwalt, Beschwerdeführerinnen / Beschwerdegegnerinnen,

gegen

Stadt Zürich Stadtspital Triemli, handelnd durch Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich, vertreten durch lic. iur. Michael Waldner, Rechtsanwalt, und MLaw Barbara Meier, Rechtsanwältin, Beschwerdegegnerin / Beschwerdeführerin,

Regierungsrat des Kantons Zürich, Staatskanzlei, handelnd durch Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Vorinstanz.

Gegenstand

KVG, Festlegung des SwissDRG-Basisfallwertes betreffend Stadtspital Zürich, Standort Triemli; Beschluss des Regie- rungsrates des Kantons Zürich vom 31. August 2022 (RRB 1154/2022).

C-4612/2022, C-6113/2022 Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Regierungsrat des Kantons Zürich (nachfolgend Vorinstanz) mit Beschluss vom 31. August 2022 (RRB 1154/2022) für stationäre akutso- matische Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, die nach SwissDRG abgerechnet werden, für das Gesundheits- und Umwelt- departement der Stadt Zürich einerseits und die von der A._______ und der tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherer anderseits mit Wirkung ab 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019 einen SwissDRG-Basisfallwert von Fr. 10’031.– und mit Wirkung ab 1. Januar 2020 einen Swiss DRG- Basisfallwert von Fr. 9’900.– für das Stadtspital Zürich, Standort Triemli, festsetzte (vgl. Akten im Beschwerdeverfahren C-4612/2022 [BVGer1- act.] 1 Beilage 2), dass die Stadt Zürich Stadtspital Triemli am 7. Oktober 2022 Beschwerde gegen den erwähnten Beschluss erhoben hat und dieses Beschwerdever- fahren beim Bundesverwaltungsgericht in der Folge unter der Verfahrens- nummer C-4572/2022 mit den von der tarifsuisse ag vertretenen Kranken- versicherern als Beschwerdegegnerinnen 1-40 sowie mit der A._______ als Beschwerdegegnerin 41 geführt wurde (vgl. Akten im Beschwerdever- fahren C-4572/2022 [BVGer2-act.] 1), dass am 10. Oktober 2022 auch die von der tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherer eine Beschwerde gegen den erwähnten Beschluss er- hoben haben, welche beim Bundesverwaltungsgericht unter der Verfah- rensnummer C-4612/2022 geführt wird (vgl. BVGer1-act. 1), dass die Beschwerdeführerinnen in den beiden erwähnten Beschwerde- verfahren jeweils einen Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– geleistet haben, dass der zuständige Instruktionsrichter den Schriftenwechsel in den beiden erwähnten Beschwerdeverfahren durchgeführt und dabei die Fachberichte der Preisüberwachung und des Bundesamtes für Gesundheit sowie die Schlussbemerkungen der Verfahrensbeteiligten eingeholt hat, dass die Stadt Zürich Stadtspital Triemli und die von der tarifsuisse ag ver- tretenen Krankenversicherer am 9. beziehungsweise 19. April 2024 den Tarifvertrag mit der Vertragsnummer 10.500.2459E vom 1. Januar 2019 betreffend die Leistungsabgeltung nach SwissDRG für akut-stationäre Be- handlungen unterzeichnet haben (BVGer1-act. 21 Beilage 2),

C-4612/2022, C-6113/2022 Seite 4 dass die Vorinstanz mit Beschluss vom 3. Juli 2024 (RRB 750/2024) den erwähnten Tarifvertrag genehmigte (BVGer1-act. 21 Beilage 1 Ziff. I.1), dass die Vorinstanz das Bundesverwaltungsgericht im Beschwerdeverfah- ren C-4572/2022 mit Schreiben vom 17. Juli 2024 über die Genehmigung des Tarifvertrages zwischen der Stadt Zürich Stadtspital Triemli und den von der tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherern informierte und da- rum ersuchte, das Beschwerdeverfahren zwischen der Stadt Zürich Stadt- spital Triemli und der tarifsuisse ag als gegenstandslos geworden abzu- schreiben, während das Verfahren zwischen der Stadt Zürich Stadtspital Triemli und der A._______ weiterzuführen sei (vgl. Akten im Beschwerde- verfahren C-6113/2022 [BVGer3-act.] 1), dass die Vorinstanz das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 17. Juli 2024 darum ersuchte, das Beschwerdeverfahren C-4612/2022 als gegenstandslos geworden abzuschreiben (BVGer1-act. 21), dass der Instruktionsrichter in der Folge mit Verfügung vom 9. August 2024 das Beschwerdeverfahren der Stadt Zürich Stadtspital Triemli vom 7. Ok- tober 2022 gegen den Beschluss des Regierungsrates des Kantons Zürich vom 31. August 2022 (RRB 1154/2022) hinsichtlich der Festsetzung des SwissDRG-Basisfallwertes auf Fr. 10'031.– (1. Januar 2019 bis 31. De- zember 2019) beziehungsweise Fr. 9'900.– (ab 1. Januar 2020) betreffend die durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherer (Beschwerde- gegnerinnen 1-40) vom Verfahren C-4572/2022 abgetrennt hat (BVGer3- act. 2), dass das Verfahren zwischen der Stadt Zürich Stadtspital Triemli und der A._______ unter der Verfahrensnummer C-4572/2022 weitergeführt wird (BVGer2-act. 31), dass das Verfahren zwischen der Stadt Zürich Stadtspital Triemli und den durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherer nunmehr unter der neuen Verfahrensnummer C-6113/2022 geführt wird (BVGer3-act. 2), dass das Verfahren zwischen den durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherer und der Stadt Zürich Stadtspital Triemli unverändert unter der Verfahrensnummer C-4612/2022 geführt wird (BVGer1-act. 22), dass den Beschwerdeverfahren C-4612/2022 und C-6113/2022 derselbe Sacherhalt zugrunde liegt, sich die gleichen Rechtsfragen stellen und die Beschwerden denselben vorinstanzlichen Beschluss betreffen,

C-4612/2022, C-6113/2022 Seite 5 dass es sich daher rechtfertigt, die beiden Verfahren zu vereinigen (vgl. BGE 128 V 124 E. 1; 128 V 192 E. 1), dass sowohl die Stadt Zürich Stadtspital Triemli mit Eingabe vom 19. Au- gust 2024 als auch die durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversi- cherer mit Eingabe vom 5. September 2024 dem Antrag der Vorinstanz auf Abschreibung des Verfahrens infolge Gegenstandslosigkeit beigepflichtet haben (BVGer3-act. 3; BVGer1-act. 23), dass gegen den RRB 750/2024 innert der im Beschluss genannten Rechtsmittelfrist beim Bundesverwaltungsgericht keine Beschwerde einge- gangen ist, dass die Beschwerdeverfahren C-4612/2022 und C-6113/2022 daher im einzelrichterlichen Verfahren als durch aussergerichtlichen Abschluss von Tarifverträgen und Genehmigung durch die Vorinstanz gegenstandslos ge- worden abzuschreiben sind (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG), dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de- ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung diesbezüglich nach dem materiellen Grund für das formelle Verhalten zu fragen ist und insofern unerheblich ist, wer die Prozesshandlung vornimmt, welche zur Abschrei- bung führt (vgl. Urteil des BGer 2C_564/2013 vom 11. Februar 2014 E. 2.4; vgl. auch Urteil des BGer 8C_60/2010 vom 4. Mai 2010 E. 4.2.1), und die Frage, wie die Prozessaussichten vor Eintritt der Gegenstandslosigkeit zu würdigen gewesen wären, irrelevant ist, sofern die Gegenstandslosigkeit durch eine Partei bewirkt wurde (Urteil 8C_60/2010 E. 4.2.1), dass vorliegend die Stadt Zürich Stadtspital Triemli und die durch die ta- rifsuisse ag vertretenen Krankenversicherer durch die Unterzeichnung des Tarifvertrags mit der Vertragsnummer 10.500.2459E gleichermassen die Gegenstandslosigkeit bewirkt haben, wobei in diesem Zusammenhang – entgegen den Vorbringen der durch die tarifsuisse ag vertretenen Kranken- versicherer – mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge- richts (vgl. dazu auch Urteile des BVGer C-605/2022 vom 13. August 2024, C-4524/2022 vom 17. Oktober 2023 und C-4488/2022 vom 17. Oktober 2023) nicht ausschlaggebend sein kann, auf welchen Tarif sich die Parteien letztlich geeinigt haben,

C-4612/2022, C-6113/2022 Seite 6 dass die bisher aufgelaufenen Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– bei die- sem Verfahrensausgang je zur Hälfte der Stadt Zürich Stadtspital Triemli und den durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherern aufzuer- legen sind, dass der von der Stadt Zürich Stadtspital Triemli zu tragende Anteil an den Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– beträgt und – mangels Erhebung im Ver- fahren C-6113/2022 – keinem Kostenvorschuss entnommen werden kann, weshalb die Stadt Zürich Stadtspital Triemli den Betrag innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen hat, dass der von den durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherern zu tragende Anteil an den Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– dem geleiste- ten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– im Verfahren C-4612/2022 zu entneh- men und der Restbetrag von Fr. 4'000.– zurückzuerstatten ist, dass vor diesem Hintergrund die Parteikosten wettzuschlagen sind (vgl. Art. 15 i.V.m. Art. 5 VGKE), dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversiche- rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r des BGG unzulässig und das vorliegende Urteil somit endgültig ist.

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerdeverfahren C-4612/2022 und C-6113/2022 werden verei- nigt. 2. Die Beschwerdeverfahren C-4612/2022 und C-6113/2022 werden zufolge aussergerichtlicher Einigung und Vertragsgenehmigung durch die Vor- instanz als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

C-4612/2022, C-6113/2022 Seite 7 3. 3.1. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden je zur Hälfte der Stadt Zürich Stadtspital Triemli und den durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherern auferlegt. 3.2. Der von den durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherern zu tragende Anteil an den Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– wird dem ge- leisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– im Verfahren C-4612/2022 ent- nommen. Der Restbetrag von Fr. 4'000.– wird zurückerstattet. 3.3. Die Stadt Zürich Stadtspital Triemli hat innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden Urteils Fr. 1'000.– zugunsten der Gerichtskasse zu über- weisen. 4. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen. 5. Dieser Entscheid geht an die Stadt Zürich Stadtspital Triemli, die durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherer, die Vorinstanz, das Bundes- amt für Gesundheit und die Preisüberwachung.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Tanja Jaenke

Versand:

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Bvger
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CH_BVGE_001, C-4612/2022
Entscheidungsdatum
30.09.2024
Zuletzt aktualisiert
25.03.2026