B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Abteilung III C-4526/2022
Abschreibungsentscheid vom 30. September 2025 Besetzung
Einzelrichterin Viktoria Helfenstein, Gerichtsschreiberin Rahel Schöb.
Parteien
gegen
Kantonsspital Winterthur, Brauerstrasse 15, Postfach 834, 8401 Winterthur, vertreten durch lic. iur. Michael Waldner, Rechtsanwalt, und MLaw Barbara Meier, Rechtsanwältin, Vischer AG, Schützengasse 1, Postfach, 8021 Zürich 1, Beschwerdegegnerin,
Regierungsrat des Kantons Zürich, Staatskanzlei, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich, handelnd durch Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Stampfenbachstrasse 30, 8090 Zürich, Vorinstanz.
Gegenstand
Krankenversicherung (KVG), Tarif für stationär erbrachte akutsomatische Leistungen des Kantonsspitals Winterthur, Basisfallwert nach SwissDRG, Festsetzung; RRB des Kantons Zürich Nr. 1153 vom 31. August 2022.
C-4526/2022 Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Regierungsrat des Kantons Zürich (nachfolgend: Vorinstanz) mit Beschluss vom 31. August 2022 (RRB 1153/2022) für stationäre akutso- matische Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, die nach SwissDRG abgerechnet werden, für das Kantonsspital Winterthur (KSW) einerseits und die von der CSS Kranken-Versicherung AG, der Ein- kaufsgemeinschaft HSK AG und der tarifsuisse ag vertretenen Kranken- versicherer anderseits mit Wirkung ab 1. Januar 2020 einen Swiss DRG- Basisfallwert von Fr. 9'900.– festsetzte (vgl. Akten im Beschwerdeverfah- ren [nachfolgend: BVGer-act.] 1, Beilage 2), dass die von der Einkaufsgemeinschaft HSK AG vertretenen Krankenver- sicherer (nachfolgend: Beschwerdeführende) am 6. Oktober 2022 Be- schwerde gegen den erwähnten Beschluss erhoben haben (BVGer-act. 1), dass die Beschwerdeführenden einen Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– ge- leistet haben (BVGer-act. 4), dass die zuständige Instruktionsrichterin den Schriftenwechsel im Be- schwerdeverfahren durchgeführt und auch die Fachberichte der Preisüber- wachung und des Bundesamtes für Gesundheit sowie die Schlussbemer- kungen der Verfahrensbeteiligten eingeholt hat, dass die Beschwerdeführenden am 13. Januar 2025 einen Antrag auf Sis- tierung des Verfahrens C-4526/2022 stellten, da zwischenzeitlich eine (vor- erst mündliche) Tarifeinigung zwischen den Parteien über die strittigen Ta- rifjahre habe erzielt werden können (BVGer-act. 22), dass die Instruktionsrichterin das Beschwerdeverfahren C-4526/2022 mit dem Einverständnis der Verfahrensparteien mit Verfügung vom 28. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2025 sistierte (BVGer-act. 23-28), dass die Beschwerdeführenden am 3. Februar 2025 und die Beschwerde- gegnerin am 26. Februar 2025 einen unbefristeten Tarifvertrag, gültig ab
C-4526/2022 Seite 4 dass die Vorinstanz das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 10. Juli 2025 über die Genehmigung des Tarifvertrages zwischen den Be- schwerdeführenden und der Beschwerdegegnerin informierte und darum ersuchte, die Sistierung aufzuheben und das Verfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben (BVGer-act. 29), dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 16. Juli 2025 der Ab- schreibung des Verfahrens C-4526/2022 infolge Gegenstandslosigkeit zu- gestimmt haben (BVGer-act. 31), dass ausserdem die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 18. Juli 2025 dem Antrag der Vorinstanz auf Abschreibung des Verfahrens C-4526/2022 infolge Gegenstandslosigkeit beigepflichtet und das Gericht ersucht hat, auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten oder deren Höhe an- gemessen zu reduzieren und je zur Hälfte den Parteien aufzuerlegen sowie die Parteikosten wettzuschlagen (BVGer-act. 32), dass gegen den RRB 700/2025 vom 2. Juli 2025 innert der im Beschluss genannten Rechtsmittelfrist beim Bundesverwaltungsgericht keine Be- schwerde eingegangen ist, dass die Sistierung des Beschwerdeverfahrens C-4526/2022 aufzuheben und im einzelrichterlichen Verfahren als durch aussergerichtlichen Ab- schluss des Tarifvertrags vom 26. Februar 2025 und dessen Genehmigung durch die Vorinstanz mit RRB 700/2025 vom 2. Juli 2025 gegenstandslos geworden abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG), dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de- ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung diesbezüglich nach dem materiellen Grund für das formelle Verhalten zu fragen ist und insofern unerheblich ist, wer die Prozesshandlung vornimmt, welche zur Abschrei- bung führt (vgl. Urteil des BGer 2C_564/2013 vom 11. Februar 2014 E. 2.4; vgl. auch Urteil des BGer 8C_60/2010 vom 4. Mai 2010 E. 4.2.1), und die Frage, wie die Prozessaussichten vor Eintritt der Gegenstandslosigkeit zu würdigen gewesen wären, irrelevant ist, sofern die Gegenstandslosigkeit durch eine Partei bewirkt wurde (Urteil 8C_60/2010 E. 4.2.1),
C-4526/2022 Seite 5 dass vorliegend die Beschwerdeführenden und die Beschwerdegegnerin durch die Unterzeichnung des Tarifvertrags vom 26. Februar 2025 gleich- ermassen die Gegenstandslosigkeit bewirkt haben, wobei in diesem Zu- sammenhang – mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungs- gerichts (vgl. dazu auch Urteile des BVGer C-605/2022 vom 13. August 2024, C-4524/2022 vom 17. Oktober 2023 und C-4488/2022 vom 17. Ok- tober 2023) – nicht ausschlaggebend sein kann, auf welchen Tarif sich die Parteien letztlich geeinigt haben, dass die bisher aufgelaufenen Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– bei die- sem Verfahrensausgang je zur Hälfte den Beschwerdeführenden und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind, dass der von den Beschwerdeführenden zu tragende Anteil an den Verfah- renskosten von Fr. 1'000.– dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– zu entnehmen und der Restbetrag von Fr. 4'000.– zurückzuer- statten ist, dass vor diesem Hintergrund die Parteikosten wettzuschlagen sind (vgl. Art. 15 i.V.m. Art. 5 VGKE), dass die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversiche- rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r des BGG unzulässig und das vorliegende Urteil somit endgültig ist.
C-4526/2022 Seite 6 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Sistierung des vorliegenden Verfahrens wird aufgehoben. 2. Das Beschwerdeverfahren C-4526/2022 wird zufolge aussergerichtlicher Einigung und Vertragsgenehmigung durch die Vorinstanz als gegenstands- los geworden abgeschrieben. 3. 3.1. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden je zur Hälfte den Be- schwerdeführenden und der Beschwerdegegnerin auferlegt. 3.2. Der von den Beschwerdeführenden zu tragende Anteil an den Verfah- renskosten von Fr. 1'000.– wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 4'000.– wird zurückerstat- tet. 3.3. Die Beschwerdegegnerin hat innert 30 Tagen ab Erhalt des vorliegen- den Entscheides Fr. 1'000.- zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen. 5. Dieser Entscheid geht an die Beschwerdeführenden, die Beschwerdegeg- nerin, die Vorinstanz, das BAG und die Preisüberwachung.
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Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:
Viktoria Helfenstein Rahel Schöb
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