B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Abteilung II B-4237/2025
Urteil vom 9. Juli 2025 Besetzung
Richter Christian Winiger (Vorsitz), Richter Pietro Angeli-Busi, Richterin Vera Marantelli, Gerichtsschreiber Reto Finger.
Parteien
gegen
Schweizerischer Bundesrat, Bundeskanzlei, Bundeshaus-West, 3003 Bern, vertreten durch Eidgenössisches Finanzdepartement EFD, Generalsekretariat, Rechtsdienst, Bundesgasse 3, 3003 Bern, Vorinstanz.
Gegenstand
Kostenentscheid im Verfahren B-3507/2022 nach Rückwei- sung durch das Bundesgericht (Urteil 1C_435/2024 vom 19. Mai 2025).
Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Bundesrat mit Verfügungen vom 25. Mai 2022 folgende Be- schlüsse fällte:
Seite 4
Seite 5 Aktenführungspflicht und wegen der fehlenden Orientierung über während des Verfahrens eingegangener entscheidrelevanter Akten, dass das Bundesverwaltungsgericht mit demselben Urteil vom 4. Juni 2024 den Beschwerdeführenden keine Parteientschädigung zusprach (Disposi- tiv-Ziff. 3), dass das Bundesgericht die von den Beschwerdeführenden dagegen er- hobene Beschwerde mit Urteil 1C_435/2024 vom 19. Mai 2025 (Eingang beim BVGer am 12. Juni 2025) in Bezug auf das Hauptbegehren, die Be- schwerdeführenden seien vom Bundesrat betreffend Sperrung im Hinblick auf eine Einziehung bei Scheitern der Rechtshilfe zu Unrecht nicht vorgän- gig angehört worden und das Verwaltungsverfahren sei zu wiederholen, teilweise guthiess und die Dispositiv-Ziff. 2 und 3 des Entscheides des Bun- desverwaltungsgerichts vom 4. Juni 2024 aufhob und die Sache zur Neu- verlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen an das Bundesverwal- tungsgericht zurückwies, im Übrigen die Beschwerde aber abwies, dass daher im vorliegenden Verfahren lediglich über die Kosten- und Ent- schädigungsfolgen im Verfahren B-3507/2022 neu zu befinden ist, dass die Beschwerdeführenden entsprechend dem Ausgang des bundes- gerichtlichen Verfahrens im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht als teilweise obsiegend zu betrachten sind, dass es sich unter der Berücksichtigung der zusätzlich vom Bundesgericht festgestellten Gehörsverletzung aufgrund der fehlenden vorgängigen An- hörung vor einer Sperrung nach Art. 4 SRVG rechtfertigt, die Verfahrens- kosten um die Hälfte der ursprünglich verlangten Kostenvorschüsse auf Fr. 25'000.− (Beschwerdeführerin 1), Fr. 1'500.− (Beschwerdeführer 2), Fr. 25'000.− (Beschwerdeführerin 3) und Fr. 20'000.− (Beschwerdeführe- rin 4) zu reduzieren (Art. 63 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]), dass die Vorinstanz oder die beschwerdeführende Bundesbehörde, die (teilweise) unterliegen, keine Verfahrenskosten trägt (Art. 63 Abs. 2 VwVG), dass den teilweise obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerde- führenden eine reduzierte Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 2 und Art. 8 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor
Seite 6 dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]), dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 6. März 2024 für die Ver- fahren B-3507/2022, B-3508/2022, B-3509/2022 und B-3510/2022 zwei Honorarnoten von insgesamt Fr. 114'951.45 einreichten, zu einem Stun- densatz für Anwälte und Anwältinnen von Fr. 450.–, dass die Vorinstanz mit Eingabe vom 14. März 2024 dazu anmerkte, ihr erschienen die Honorarnoten insgesamt als übersetzt, was sich beispiels- weise auch an den Kosten für die Reisen nach Monaco oder für die Kopien zeige, dass die Beschwerdeführenden in ihren Kostennoten einen zeitlichen Auf- wand von insgesamt 215.15 Stunden ausweisen, welcher sich als klar zu hoch erweist, insbesondere deshalb, weil die Beschwerdeführenden keine materiellen Ausführungen gemacht haben, die Ausführungen zum allge- meinen Verwaltungsrecht mehrfach wiederholt wurden und die Schriftsätze darüber hinaus eine Vielzahl von Abschriften aus den Vorakten enthielten, dass der Stundensatz für Anwälte und Anwältinnen mindestens Fr. 200.– und höchstens Fr. 400.– betragen darf (Art. 10 Abs. 2 VGKE) und sich an- gesichts der Komplexität der erfolgten Ausführungen zum allgemeinen Ver- waltungsrecht ein Stundensatz von höchstens Fr. 300.– rechtfertigt (Art. 5 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE), dass sich damit im Fall eines vollständigen Obsiegens eine Prozessent- schädigung für die Verfahren B-3507/2022, B-3508/2022, B-3509/2022 und B-3510/2022 von höchstens Fr. 20'000.– gerechtfertigt hätte, weshalb für das teilweise Obsiegen eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 10'000.– zuzusprechen ist, dass die Beschwerdeführenden für das Verfahren B-1856/2024 keine Kos- tennote eingereicht haben, weshalb die Parteientschädigung aufgrund der Akten und des geschätzten Aufwands durch das Bundesverwaltungsge- richt festzusetzen ist (Art. 14 VGKE, vgl. zum Ganzen HIRZEL/MARTI, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Rz. 1 zu Art. 14 VGKE), dass die Beschwerdeführenden im Verfahren B-1856/2024 erstmals auch umfassend materiell Stellung genommen haben, weshalb sich in Anwen- dung der gesetzlichen Bemessungsfaktoren und nach Massgabe des
Seite 7 erforderlichen Aufwands eine Parteientschädigung hierfür von Fr. 6'000.– rechtfertigt (Art. 64 Abs. 2 VwVG), dass für den vorliegenden Kostenentscheid keine Kosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG, Art. 6 Bst. b VGKE) und von einer Parteient- schädigung abzusehen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 4 VGKE).
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Den Beschwerdeführenden werden für die Verfahren B-3507/2022, B-3508/2022, B-3509/2022, B-3510/2022 und B-1856/2024 Verfahrens- kosten in der Höhe von Fr. 25'000.− (Beschwerdeführerin 1), Fr. 1'500.− (Beschwerdeführer 2), Fr. 25'000.− (Beschwerdeführerin 3) und Fr. 20'000.− (Beschwerdeführerin 4) auferlegt. Diese Beträge werden von den auf das Verfahren B-4237/2025 übertrage- nen Kostenvorschüssen von Fr. 50'000.− (Beschwerdeführerin 1), Fr. 3'000.− (Beschwerdeführer 2), Fr. 50'000.− (Beschwerdeführerin 3) und Fr. 40'000.− (Beschwerdeführerin 4) entnommen. Die Restbeträge von Fr. 25'000.− (Beschwerdeführerin 1), Fr. 1'500.− (Be- schwerdeführer 2), Fr. 25'000.− (Beschwerdeführerin 3) sowie Fr. 20'000.− (Beschwerdeführerin 4) werden den Beschwerdeführenden nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides zurückerstattet. 2. Den Beschwerdeführenden wird zulasten der Vorinstanz für die Verfahren B-3507/2022, B-3508/2022, B-3509/2022, B-3510/2022 und B-1856/2024 eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 16'000.− zugesprochen.
Seite 8 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und die Vorinstanz.
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:
Christian Winiger Reto Finger
Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde- führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
Versand: 15. Juli 2025
Seite 9 Zustellung erfolgt an: – die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde; vier Rückerstattungs- formulare [für Beschwerdeführerin 1, Beschwerdeführer 2, Beschwer- deführerin 3 und Beschwerdeführerin 4]) – die Vorinstanz (Ref-Nr. 471.1-006/-007/-008/-010; Gerichtsurkunde)