B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Abteilung II B-2304/2022
Urteil vom 12. Juli 2022 Besetzung
Einzelrichter Christoph Errass, Gerichtsschreiber Davide Giampaolo.
Parteien
X._______ SA, handelnd durch A._______, Beschwerdeführerin,
gegen
Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA, Vorinstanz.
Gegenstand
Parteistellung (internationale Amtshilfe).
B-2304/2022 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA mit Verfügung vom 6. Mai 2022 das Begehren von A._______ um Gewährung der Parteistellung im Amtshilfeverfahren betreffend die Übermittlung von Kun- deninformationen der X._______ SA bei der Bank Z._______ AG an die U.S. Commodity Futures Trading Commission abwies, dass A._______ mit einem im Namen der X._______ SA verfassten Schrei- ben an die FINMA vom 20. Mai 2022 um Wiedererwägung der Verfügung vom 6. Mai 2022 ersuchte, dass mit Eingabe vom 20. Mai 2022 (Poststempel: 23. Mai 2022; Eingang: 24. Mai 2022) A._______ im Namen der X._______ SA (nachfolgend: Be- schwerdeführerin) gegen die Verfügung der FINMA (nachfolgend: Vor- instanz) vom 6. Mai 2022 gleichzeitig "vorsorglich" Beschwerde beim Bun- desverwaltungsgericht erhob, dass das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen der FINMA im Bereich der internationalen Amtshilfe zuständig ist (Art. 42a Abs. 6 des Finanzmarktaufsichtsgesetzes vom 22. Juni 2007 [FINMAG, SR 956.1], Art. 31 und Art. 33 Bst. e des Verwal- tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]), dass mit Zwischenverfügung vom 25. Mai 2022 das Beschwerdeverfahren bis zum Entscheid der Vorinstanz über das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 20. Mai 2022 sistiert wurde, dass die Vorinstanz am 2. Juni 2022 auf das Wiedererwägungsgesuch vom 20. Mai 2022 nicht eintrat und diesen Entscheid gleichentags dem Bundesverwaltungsgericht notifizierte, wobei sie ihrer Eingabe zusätzlich die Dokumentation der Sendungsverfolgung in Bezug auf die angefoch- tene Verfügung vom 6. Mai 2022 ("Track and Trace"-Auszug der Post; Rückschein) beilegte, dass der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 7. Juni 2022 die Sistierung des Beschwerdeverfahrens aufhob und der Beschwerdeführerin eine Frist von zehn Tagen ansetzte, um zur Frage der Einhaltung der Beschwerde- frist Stellung zu nehmen, ansonsten aufgrund der Akten entschieden würde,
B-2304/2022 Seite 3 dass A._______ (im Namen der Beschwerdeführerin) mit einem an die Vor- instanz gerichteten Schreiben vom 21. Juni 2022 erneut um Widererwä- gung der Verfügung vom 6. Mai 2022 ersuchte und mit Eingabe gleichen Datums (Eingang: 24. Juni 2022) beim Bundesverwaltungsgericht eine weitere Sistierung des Beschwerdeverfahrens beantragte, bis die Vorinstanz auch über dieses zweite Wiedererwägungsgesuch entschieden habe, dass A._______ (im Namen der Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom
B-2304/2022 Seite 4 dass der Poststempel der Beschwerde vom 23. Mai 2022 datiert, dass praxisgemäss vermutet wird, dass das Datum des Poststempels mit demjenigen der Übergabe an die Post übereinstimmt, wobei es dem Ab- sender obliegt, diese Vermutung durch andere taugliche Beweismittel zu widerlegen (Urteil des BGer 5A_201/2014 vom 16. Juni 2014 E. 1.1; BGE 122 V 60 E. 1b; PATRICIA EGLI, a.a.O., Art. 21 VwVG N. 14 f. m.w.H.), dass die Beschwerdeführerin keine (weiteren) Beweismittel für eine spä- testens am 20. Mai 2022 erfolgte Übergabe der Beschwerde an die Post vorgelegt hat, dass der schlichte Verweis auf die Datierung der Rechtsschrift, verbunden mit der im Übrigen unsubstantiierten Behauptung, dass die Beschwerde fristgerecht eingereicht worden sei, nicht genügt, um die Vermutung der Richtigkeit des Poststempels umzustossen, dass somit die am 23. Mai 2022 (Datum des Poststempels) eingereichte Beschwerde verspätet ist, weshalb auf diese infolge offensichtlicher Unzu- lässigkeit im einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutreten ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG), dass damit das Gesuch um Sistierung des Verfahrens vom 21. Juni 2022 gegenstandslos wird, dass die Verfahrenskosten ganz oder teilweise erlassen werden können, wenn Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unverhältnismässig erscheinen lassen, diese der Partei aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass für das vorliegende Verfahren ausnahmsweise keine Verfahrens- kosten zu erheben sind, dass keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 VGKE), dass dieser Entscheid nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht weiter- gezogen werden kann (Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]) und somit endgültig ist.
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Das Gesuch um Sistierung des Verfahrens vom 21. Juni 2022 wird als gegenstandslos abgeschrieben. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und keine Parteient- schädigungen zugesprochen. 4. Der Vorinstanz wird zur Vervollständigung ihrer Akten je eine Kopie der Eingaben der Beschwerdeführerin vom 21. Juni 2022 und 1. Juli 2022 zugestellt. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz.
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:
Christoph Errass Davide Giampaolo
Versand: 12. Juli 2022
B-2304/2022 Seite 6 Zustellung erfolgt an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilagen: Beschwerdebeilagen zurück); – die Vorinstanz (Ref-Nr.: [...]; Einschreiben; Beilagen: gemäss Dispositiv-Ziff. 4).