B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Das BGer ist mit Entscheid vom 09.10.2023 auf die Beschwerde nicht eingetreten (2C_543/2023)
Abteilung I A-5002/2021
Urteil vom 29. August 2023 Besetzung
Richter Jürg Steiger (Vorsitz), Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Richter Keita Mutombo, Gerichtsschreiber Kaspar Gerber.
Parteien
A._______, (...), vertreten durch Alisa Burkhard, Rechtsanwältin, (...), Beschwerdeführerin,
gegen
Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Vorinstanz.
Gegenstand
Amtshilfe (DBA CH-IN).
A-5002/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Das Ministry of Finance, Foreign Tax & Tax Research Division, (...), Indien (nachfolgend: MoF), hat am 18. April 2013 und gestützt auf Art. 26 des Abkommens vom 2. November 1994 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Indien zur Vermeidung der Doppel- besteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen (SR 0.672.942.31; nachfolgend: DBA-CH-IN) betreffend A., (nachfol- gend auch: betroffene Person), ein Amtshilfeersuchen an die Eidgenössi- sche Steuerverwaltung (nachfolgend: ESTV) gerichtet. A.b Die ESTV schloss das Verfahren gemäss Antwortschreiben an das MoF vom 20. Februar 2014 ab, da die dem Amtshilfeersuchen zugrunde- liegenden Informationen von der B. PRIVATE BANK (SUISSE) SA (nachfolgend: CH-Bank) gemäss damaliger Einschätzung der ESTV vom MoF gemäss Art. 7 Bst c des Bundesgesetzes vom 28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen (Steueramtshilfegesetz, StAhiG, SR 651.1) in unzulässiger Weise erhältlich gemacht wurden. B. Das Bundesgericht hat mit seinem Urteil 2C_648/2017 vom 17. Juli 2018 im Wesentlichen entschieden, dass die ESTV auf die Amtshilfeersuchen des MoF im Zusammenhang mit Daten der CH-Bank eintreten kann. C. C.a Das MoF hat am 31. Oktober 2018 und gestützt auf Art. 26 DBA CH- IN betreffend die betroffene Person ein weiteres Amtshilfeersuchen an die ESTV gerichtet. C.b Das MoF führte bereits im Ersuchen vom 18. April 2013 betreffend Sachverhalt sinngemäss das Folgende aus (sinngemäss aus dem Engli- schen übersetzt): Die Prüfung der Veranlagungsunterlagen der betroffenen Person habe eindeutige Hinweise auf die Verheimlichung von Einkommen und nicht offengelegte Investitionen in verschiedene Klassen von Vermö- genswerten ergeben. Es seien die erforderlichen Ermittlungen gemäss dem Steuergesetz durchgeführt worden, die auch die Aufnahme der eides- stattlichen Erklärung der betroffenen Person umfasst habe. Die Untersu- chung habe die Existenz eines nicht offengelegten Bankkontos bei der CH- Bank in der Schweiz zu Tage gefördert. Die betroffene Person habe Ge- schäftsbeziehung mit dem «C._______ Trust» (Kundenprofil-Code [...]). Der «C._______ Trust» unterhalte ebenfalls ein Bankkonto bei der CH-
A-5002/2021 Seite 3 Bank. Die Transaktionen zwischen den Steuerpflichtigen und den besagten verbundenen Parteien müssten untersucht werden, um zu ermitteln, wel- che Einkünfte die Steuerpflichtige nicht offengelegt habe. Das auf das be- treffende Bankkonto eingezahlte oder überwiesene Geld sei der indischen Steuerbehörde nicht mitgeteilt worden. Die Informationen über das Datum der Einzahlung, die Höhe der Einlagen und deren Investition in verschie- denen Anlagekategorien würden zu einer Besteuerung der nicht offenge- legten Einkünfte der betroffenen Person führen. Darüber hinaus würden Informationen über den Modus Operandi der Eröffnung eines nicht offen- gelegten Auslandskontos dazu beitragen, Geldwäscherei in Indien zu ver- hindern. C.c Das MoF ersuchte am 18. April 2013 die ESTV für den Zeitraum vom 6. Juni 2005 bis 31. März 2012 um nachstehende Informationen: a. Complete updated client profile of the Account Holder and The C._______ Trust (Enclose authenticated copy). b. Complete details of the beneficiaries of the Account viz. Name, Address, Beneficial Interest etc. c. Class of services provided to the client (taxpayer). d. Date wise deposits made in the taxpayer’s account and investment of the same in different class of assets. e. Gain or loss from the investments made in each class of asset (Enclose authenticated copy of the account statement). f. Mode of each deposit specifying the currency and source of deposit, if the same is by the way of transfer or wire or remittance etc. g. Total deposits made during the periods mentioned below. i. from 06.06.2005 to 31.03.2006 ii. from 01.04.2006 to 31.03.2007 iii. from 01.04.2007 to 31.03.2008 iv. from 01.04.2008 to 31.03.2009 v. from 01.04.2009 to 31.03.2010 vi. from 01.04.2010 to 31.03.2011
A-5002/2021 Seite 4 vii. from 01.04.2011 to 31.03.2012 Please enclose copies of Accounts Statements for the above periods. h. Details of banking transactions made between the Tax-payers and The C._______ Trust. i. Enclose authenticated copy of the document recording information at the time of opening of the accounts. Mit Ergänzung des Amtshilfeersuchens vom 31. Oktober 2018 stellte das MoF insbesondere klar, dass der Begriff «Holding» eines Bankkontos weit zu verstehen sei und u.a. auch die wirtschaftliche Berechtigung an einem Konto umfasst. C.d Auf entsprechende Aufforderung der ESTV gemäss ihrer Editionsver- fügung vom 19. Dezember 2018 hin edierte die CH-Bank gestützt auf Art. 8 i.V.m. Art. 10 StAhiG fristgerecht folgende Informationen betreffend die betroffene Person und die Zeit von 1. April 2011 bis 31. März 2012: a. Bank account number. b. Copy of account opening form along with documents relating to KYC details applicable during the relevant period. c. Statements of bank account and statements of assets (including portfolio), for the mentioned period. d. Full details of all holders, beneficial owners and/or authorized signatories of the account with complete particulars of their name, passport number, address and other contact details. e. The same information is requested for any other bank account in which D._______ is related, as holder, beneficial owner and/or authorized signa- tory. C.e Mit der Editionsverfügung vom 19. Dezember 2018 hat die ESTV die CH-Bank ebenfalls aufgefordert, die im Ausland ansässige betroffene Per- son über das laufende Amtshilfeverfahren zu informieren. Die CH-Bank hat dies im Anschluss getan. C.f Die CH-Bank informierte im Januar 2019 ebenfalls den Kontoinhaber E._______ Investment Ltd., (nachfolgend auch: beschwerdeberechtigte Person), über das Amtshilfeverfahren.
A-5002/2021 Seite 5 C.g Nachdem die damalige Rechtsvertretung der betroffenen Person de- ren Interessenwahrung angezeigt hatte, gewährte die ESTV ihr mit Schrei- ben vom 21. März 2019 Akteneinsicht. Innert erstreckter Frist liess die be- troffene Person zum Amtshilfeersuchen in ablehnendem Sinn am 19. April 2019 Stellung nehmen. Nach einem Wechsel der Rechtsvertretung gewährte die ESTV am 23. Mai 2019 erneut Akteneinsicht. In der Folge fanden mehrere Austausche zwi- schen der ESTV und der Rechtsvertretung der betroffenen Person statt. In diesem Zusammenhang gewährte die ESTV am 13. Juni 2019 weitere Ak- teneinsicht. Am 24. Juni 2019 nahm die betroffene Person gegenüber der ESTV erneut Stellung. Nach Rückfragen der ESTV beim MoF stellte die ESTV mit Schreiben vom 10. August 2021 dem Vertreter eine ergänzende Akteneinsicht zu. In der Folge liess sich die betroffene Person nicht mehr vernehmen. C.h Am 1. Oktober 2019 hat die ESTV beim MoF per E-Mail eine Rück- frage betreffend nach wie vor gegebener voraussichtlicher Erheblichkeit der ersuchten Informationen gestellt, welche das MoF nach entsprechen- den Nachfragen der ESTV am 5. August 2021 in zustimmendem Sinn be- antwortet hat. C.i Mit Schlussverfügung vom 13. Oktober 2021 beschloss die ESTV im Wesentlichen Folgendes: Die ESTV leistet dem MoF Amtshilfe betreffend die betroffene Person (Ziff. 1 des Dispositivs). Die ESTV übermittelt dem MoF folgende von der CH-Bank edierte Informationen, in welchen auch die beschwerdeberechtigte Person erscheint (Ziff. 2): Based on Article 26 DTA CH-IN we send you the following information provided by [CH-Bank]: In accordance with the DTA CH-IN, administrative assistance for ques- tions concerning the application of domestic law can only be provided for information starting from the financial years 2011/2012 as the prior years are not covered by the temporal scope of that Convention. Therefore we can only provide you with information from 1 April 2011 (see decision A-4232/2013 of 12 December 2013 of the Swiss Federal Administrative Court). Ms A._______ is beneficiary of the overlaying Trust of the company E._______ holding the account under reference Nr. (...). Please find in enclosure the documents related to the account No. (...).
A-5002/2021 Seite 6 Die Anträge auf Nichteintreten auf das Amtshilfegesuch, auf Verweigerung der zur Übermittlung vorgesehenen Unterlagen und auf Übermittlung von Informationen zu Drittpersonen werden abgewiesen (Ziff. 3). Die ESTV wird das MoF darauf hinweisen, dass die unter Ziff. 2 genannten Informa- tionen im ersuchenden Staat nur in Verfahren gegen [die betroffene Per- son] und nur für den im Amtshilfeersuchen genannten Sachverhalt verwer- tet werden dürfen (Ziff. 4, Bst. a) und die erhaltenen Informationen, wie die aufgrund des innerstaatlichen Rechts beschafften Informationen, geheim zu halten sind und nur Personen oder Behörden (einschliesslich der Ge- richte und der Verwaltungsbehörden) zugänglich gemacht werden dürfen, die mit der Veranlagung oder der Erhebung, mit der Vollstreckung oder der Strafverfolgung oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich der in Art. 26 Abs. 1 des DBA CH-IN genannten Steuern befasst sind. Diese Personen oder Behörden dürfen die Informationen nur für diese Zwecke verwenden (Ziff. 4, Bst. b). D. D.a Gegen diese Schlussverfügung der ESTV (nachfolgend auch: Vo- rinstanz) liess die betroffene Person (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 15. November 2021 vor dem Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben mit den Anträgen:
A-5002/2021 Seite 7 6. Die Informationen und Unterlagen betreffend die Beschwerdeführerin gemäss dem Informationsschreiben der ESTV vom 23. Mai bzw. 13. Juni 2019 und dem beigelegten USB-Stick seien nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens zu vernichten oder an die Beschwerde- führerin bzw. die Unterzeichnenden herauszugeben; 7. Es sei festzustellen, dass die Nennung der Person «D.» auf Seite 4/13, lit. e der Schlussverfügung der ESTV vom 13. Oktober 2021 gemäss Schreiben der ESTV vom 28. Oktober 2021 ein redaktioneller Fehler darstellt und der Name der unbeteiligten Drittperson im Rahmen einer Übermittlung an das MoF zu schwärzen sei; 8. Eventualiter: Die ESTV sei anzuweisen, die Dispositivziffer 2 Absatz 3 und 4 wie folgt zu korrigieren/ergänzen: «Ms A. was beneficiary of the overlaying Trust of the E._______ Ltd. holding the account under reference Nr. (...). The overlaying Trust was liquidated in 2007. Further, we would like to draw your attention to the fact that the Form A, which is often part of the account opening documents, is set up by banks in order to establish the beneficial owner of an account. This is done for reasons of the Anti-Money Laundering provisions in Switzer- land and is not set up for tax purposes». 9. Die ESTV sei anzuweisen, die Dispositivziffer 4 lit. b, auf Seite 12/13 wie folgt zu ergänzen: b. Die erhaltenen Informationen, wie die aufgrund des innerstaatlichen Rechts beschafften Informationen, geheim zu halten sind und nur Per- sonen oder Behörden (einschliesslich der Gerichte und der Verwal- tungsbehörden) zugänglich gemacht werden dürfen, die mit der Veran- lagung oder der Erhebung, mit der Vollstreckung oder der Strafverfol- gung oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich der in Artikel 26 Absatz 1 des DBA CH-IN genannten Steuern befasst sind. Diese Personen oder Behörden dürfen die Informationen nur für diese Zwecke verwenden. Die genannten Informationen dürfen nicht für an- derweitige Verfahren verwendet werden, namentlich nicht für Verfah- ren unter dem Black Money Act 2015. 10. Der Beschwerdeführerin seien ausgangsgemäss keine Kosten aufzu- erlegen und eine Entschädigung zuzusprechen. D.b In ihrer Vernehmlassung vom 30. Dezember 2021 schliesst die Vor- instanz auf kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. D.c In der Replik vom 17. Januar 2022 stellt die Beschwerdeführerin ein zusätzliches Rechtsbegehren:
A-5002/2021 Seite 8 11. Eventualiter sei die Schlussverfügung der ESTV vom 13. Oktober 2021 aufzuheben und das Amtshilfeverfahren sei an die ESTV zurückzuwei- sen. Die ESTV sei anzuweisen, a) von der CH-Bank zusätzliche Unter- lagen zu The C._______ Trust zu edieren sowie b) dem MoF (in der Replik ausformulierte) Rückfragen zu stellen, um zusätzliche Erklärun- gen und Beweismittel zur voraussichtlichen Erheblichkeit der ersuch- ten Informationen betreffend die Beschwerdeführerin einzuholen. Das bisherige Rechtsbegehren 7 werde wie folgt ergänzt: 7. Die Schlussverfügung der ESTV vom 13. Oktober 2021 sei aufzuheben und die Sache zurück zur ESTV zu weisen zwecks Erlasses einer neuen, berichtigten Schlussverfügung ohne Nennung der Person «D.» auf Seite 4/14, lit. e der Schlussverfügung. Eventualiter sei festzustellen, dass die Nennung der Person «D.» auf Seite 4/14, lit. e der Schlussverfügung der ESTV vom 13. Oktober 2021 ge- mäss Schreiben der ESTV vom 28. Oktober 2021 ein redaktioneller Fehler darstellt und der Name der unbeteiligten Drittperson im Rahmen einer Übermittlung an das MoF zu schwärzen sei. D.d In der Folge finden weitere unaufgeforderte Schriftenwechsel statt, wo- rin die Parteien an ihren jeweiligen Standpunkten festhielten und zusätzli- che Anträge zur Modifikation des Übermittlungstextes in der Schlussverfü- gung vom 13. Oktober 2021 stellen. D.e Auf entsprechenden Antrag der Beschwerdeführerin vom 6. April 2022 hin gewährte der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 8. April 2022 der Beschwerdeführerin Einsicht in einzelne Verfahrensakten der Vorinstanz. D.f Mit Eingabe vom 30. September 2022 stellt die Beschwerdeführerin zu- dem folgende Anträge: Eine Kopie der angeblichen eidesstattlichen Erklärung, die gemäss den eigenen Aussagen des MoF im Ersuchen (Beilage 3, S. 3, Nr. 12) von der Beschwerdeführerin im Rahmen einer Steueruntersuchung in Indien abgegeben worden sei, sei von der ESTV zu edieren und im vorliegenden Verfahren vorzulegen. Eventualiter und im Falle, dass die ESTV nicht in Besitz der angeblichen eidesstattlichen Erklärung ist, sei die angebliche eidesstattliche Erklärung vom MoF auf dem Weg der Rechtshilfe zu edieren. Zudem wird beantragt, dass der Beschwerdeführerin Gelegenheit ge- geben wird, ihre Standpunkte in einer mündlichen Verhandlung vorzu- tragen. E. In weiteren Eingaben halten die Parteien an ihren Standpunkten fest.
A-5002/2021 Seite 9 F. Mit Eingabe vom 31. Januar 2023 beantragt die Beschwerdeführerin zu- dem Einsicht in die Akten von D._______, soweit diese Akten sie oder die angebliche Verbindung zu ihr betreffen. G. Am 24. Februar 2023 stellt die Beschwerdeführerin folgenden Antrag: Die ESTV sei anzuweisen, das MoF um eine Erklärung zu ersuchen, weshalb die ersuchten Informationen nach wie vor benötigt werden, wenn das MoF bereits eine Entscheidung bzw. rechtskräftige Steuer- veranlagung der Beschwerdeführerin betreffend das Steuerjahr 2011 bis 2012 erlassen hat [dieser Antrag wird mit einer konkreten Rück- frage in Englisch ergänzt]. H. Mit Eingabe vom 31. März 2023 reicht die Beschwerdeführerin zusätzliche Auszüge aus dem online-Portal des MoF ein, die aufzeigen sollen, dass gegen sie kein Steuerverfahren in Indien hängig sei. I. Am 29. April 2023 hält die Beschwerdeführerin an ihren Standpunkten fest. J. Mit Eingabe vom 30. Juni 2023 reicht die Beschwerdeführerin eine Vorla- dung des MoF vom 11. Januar 2021 und ihre Antwort vom 22. Februar 2021 sowie eine Verfügung des MoF vom 8. April 2021 ein. In der Verfü- gung werde ausgeführt, dass der Entscheid des (indischen) Beschwerde- gerichts aus dem Jahr 2018 den Fall bezüglich des angeblichen ausländi- schen Bankkontos der Beschwerdeführerin endgültig abgeschlossen habe. Das MoF stelle in der Verfügung zudem fest, dass die Beschwerdeführerin bei mehreren Gelegenheiten bestritten habe, über das behauptete Bank- konto zu verfügen. Dies zeige die Bösgläubigkeit des MoF auf, wenn es behaupte, dass eine eidesstattliche Erklärung vorliege, in der sie dies zu- gegeben habe.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist nachfolgend unter den Erwä- gungen insoweit einzugehen, als sie für den vorliegenden Entscheid we- sentlich sind.
A-5002/2021 Seite 10 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Dem vorliegenden Verfahren liegen Amtshilfeersuchen des MoF vom 13. April 2013 bzw. das ergänzende Amtshilfeersuchen vom 31. Oktober 2018 zugrunde, welche sich auf das DBA CH-IN und auf das Protokoll vom 30. August 2010 (Protokoll zur Änderung des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Indien zur Vermei- dung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen mit Protokoll, unterzeichnet am 2. November 1994 in Neu Dehli, geändert durch das am 16. Februar 2000 in Neu Dehli unterzeichnete Zusatzproto- koll, in Kraft seit 7. Oktober 2011; ebenfalls publiziert unter SR 0.672.942.31; AS 2011 4617, BBl 2010 8827 [nachfolgend: Änderungs- protokoll]) stützen. 2. Vorab ist auf die Eintretensvoraussetzungen einzugehen. 2.1 2.1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem StAhiG (vgl. Art. 24 StAhiG e contrario). Vorbehalten bleiben abweichende Bestimmungen des im vorlie- genden Fall anwendbaren DBA CH-IN (vgl. Art. 1 Abs. 2 StAhiG). 2.1.2 Gemäss Art. 19 Abs. 5 StAhiG gelten die Bestimmungen über die Bundesrechtspflege, soweit das StAhiG keine abweichenden Bestimmun- gen enthält. Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beurteilt dieses die Be- schwerden gegen die Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehö- ren Schlussverfügungen der ESTV im Bereich der internationalen Amts- hilfe und folglich der Amtshilfe im Rahmen des DBA CH-IN (vgl. Art. 32 VGG e contrario; Art. 19 Abs. 1 StAhiG; vgl. zum Ganzen auch: Urteil des BVGer A-672/2020 vom 3. März 2021 E. 1.2). 2.2 2.2.1 Die Beschwerdeführerin ist als vom Amtshilfeersuchen betroffene Person und Adressatin der angefochtenen Schlussverfügung und als Per- son, deren Daten übermittelt werden sollen, zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 19 Abs. 2 StAhiG).
A-5002/2021 Seite 11 Die Beschwerde wurde überdies form- und fristgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 19 Abs. 5 StAhiG). Auf die Be- schwerde ist – vorbehältlich E. 2.2.2 ff. – einzutreten. 2.2.2 2.2.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass keine Informationen zu Personen übermittelt werden dürften, die nicht selber vom Amtshilfeersu- chen betroffen seien, sofern diese Informationen für die Beurteilung der Steuersituation der betroffenen Person nicht voraussichtlich erheblich seien. Gemäss Beschwerdeführerin sind diverse Drittbetroffene in den Un- terlagen erwähnt, welche so nicht an die indischen Behörden übermittelt werden dürfen, da sie in den Dokumenten zufällig vorkämen und kein steu- erlicher Zusammenhang zur betroffenen Person gegeben sei. Wenn das vorliegende Verfahren massgeblich auf dem Bestehen des C._______ Trusts fusse, hätte die ESTV zudem dessen Trustees über das Verfahren informieren müssen. Die Beschwerdeführerin moniert weiter, dass in der Schlussverfügung eine dritte Person namentlich genannt werde (D._______), welche mit der formell betroffenen Person in keinem Zusam- menhang stehe. Die Schlussverfügung sei entsprechend zu korrigieren, damit keine möglichen falschen Verbindungen zwischen den beiden Per- sonen hergestellt werden könne. 2.2.2.2 Die Vorinstanz entgegnet, dass Verfahrensrechte nur in eigener Sache geltend gemacht werden könnten. Der Antrag der Beschwerdefüh- rerin, wonach Informationen zu Drittpersonen in den zur Übermittlung vor- gesehenen Akten aus dem Verfahren ausgenommen werden müssten, er- folge im Interesse Dritter und erweise sich deshalb rechtsprechungsge- mäss als unzulässig. Es sei somit nicht Sache der Beschwerdeführerin, die Verletzung allfälliger Verfahrensrechte Dritter zu rügen. Die formelle Rich- tigkeit des Dispositivs werde nicht bestritten, daher handle es sich bei der Nennung der besagten Drittperson in der Schlussverfügung um einen re- daktionellen Fehler, der keinerlei Auswirkungen auf ihre Amtshilfeleistung der ESTV habe. 2.2.3 Die Beschwerdeführerin ist nicht legitimiert, Anträge für Dritte zu stel- len (Urteil des BGer 2C_1037/2019 vom 27. August 2020 E. 6.2; Urteil des BVGer A-4426/2019 vom 28. Oktober 2020 E. 2.2.2 m.w.H. [bestätigt mit Urteil des BGer 2C_936/2020 vom 28. Dezember 2021]). Dass die Vo- rinstanz die besagten Trustees (E. 2.2.2) nicht ins Verfahren einbezogen hat, ist im Weiteren nicht zu beanstanden, zumal nicht davon auszugehen ist, dass der ersuchende Staat das Spezialitätsprinzip verletzen wird
A-5002/2021 Seite 12 (E. 4.4.3 und 4.5.1), und weil deren Parteistellung nicht «evident» ist im Sinne der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. BGE 146 I 172 E. 7.2; Urteil des BVGer A-4426/2019 vom 28. Oktober 2020 E. 2.2.2). Im Übrigen wurde der Trust nach Angaben der Beschwerdeführerin ohne- hin bereits 2007 aufgelöst. 2.2.4 Bezüglich Korrektur der Schlussverfügung vom 13. Oktober 2021 im Sinne der Löschung der fälschlicherweise erwähnten Drittperson kommt – worauf die Vorinstanz zu Recht hinweist – hinzu, dass die formelle Richtig- keit des Dispositivs nicht bestritten wird und daher der genannte redaktio- nelle Fehler in den Erwägungen der Verfügung keinerlei Auswirkungen auf die Amtshilfeleistung der Vorinstanz hat. Weiter befindet sich die Schluss- verfügung bei der Vorinstanz und darf Dritten (zumindest ohne Anonymi- sierung) nicht offengelegt werden. In diesem Zusammenhang sind keine Hinweise ersichtlich, wonach die Vorinstanz ihre gesetzliche Geheimhal- tungspflicht verletzen wird (vgl. dazu auch E. 9.6). Daher ist nicht davon auszugehen, dass in Zukunft aufgrund des Fehlers falsche Verbindungen zwischen den Parteien hergestellt werden können. Der Antrag auf Aktene- dition von Unterlagen betreffend D._______ kann in der Folge mangels Relevanz abgewiesen werden (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; Urteil des BVGer A-3346/2020 vom 27. April 2022 E. 1.8). 2.2.5 Demnach ist betreffend Einbezug der Trustees ins Verfahren, Schwärzungsanträge und Löschung des Namens der Drittperson in der Schlussverfügung vom 13. Oktober 2021, sowie des Antrags, dem MoF sei mitzuteilen, dass der C._______ Trust, die beschwerdeberechtigte Person, F._______ Settlement und G._______ Enterprise Limited in der Schweiz nicht steuerpflichtig seien (Sachverhalt, Bst. D.a), auf die Beschwerde mangels Legitimation der Beschwerdeführerin nicht einzutreten. Soweit die Namen der Drittpersonen oder weitere Angaben über sie übermittelt wer- den sollen, ist jedoch darauf im Rahmen der Prüfung der voraussichtlichen Erheblichkeit der zu übermittelnden Informationen zurückzukommen (E. 9.2). 3. 3.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in vollem Umfang überprüfen. Die beschwerdeführende Partei darf neben der Verletzung von Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts auch die Unangemes- senheit rügen (Art. 49 Bst. a-c VwVG).
A-5002/2021 Seite 13 3.2 Das Verfahren vor der Vorinstanz wie auch jenes vor dem Bundesver- waltungsgericht wird von der Untersuchungsmaxime beherrscht. Danach muss die entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt von sich aus abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen (BGE 144 II 359 E. 4.5.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-3346/2020 vom 27. April 2022 E. 1.7 m.w.H.). 4. 4.1 Die Amtshilfeklausel von Art. 26 DBA CH-IN in der (aktuellen) Fassung gemäss dem Änderungsprotokoll ist bei Amtshilfeersuchen Indiens an- wendbar auf die Informationen über den Zeitraum ab dem 1. April 2011 (vgl. Art. 14 Abs. 2 und 3 des Änderungsprotokolls sowie Urteil des BVGer A-4232/2013 vom 17. Dezember 2013 E. 6.2 sowie zum Ganzen: Urteil des BVGer A-2454/2017 vom 7. Juni 2018 E. 2.1). Sie entspricht in ihrem Wortlaut weitgehend demjenigen von Art. 26 des Musterabkommens der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) betreffend die Steuern vom Einkommen und Vermögen (OECD-MA; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.1 m.w.H.). 4.2 4.2.1 Das Ersuchen eines ausländischen Staates muss schriftlich in einer schweizerischen Amtssprache oder in Englisch gestellt werden und die im anwendbaren Abkommen vorgesehenen Angaben enthalten (Art. 6 Abs. 1 StAhiG). 4.2.2 Um «fishing expeditions» zu verhindern, hat das DBA CH-IN mit Ziffer 10 Bst. b Protokoll des Änderungsprotokolls eine eigene Ordnung zum er- forderlichen Inhalt eines Amtshilfeersuchens. Art. 6 Abs. 2 StAhiG, der ebenfalls den erforderlichen Inhalt eines Amtshilfeersuchens regelt, ist auf- grund seiner Subsidiarität (vgl. Art. 1 Abs. 2 StAhiG) auch nicht ergänzend heranzuziehen (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.2.2 m.w.H.). 4.2.3 Der gemäss DBA CH-IN erforderliche Inhalt eines Amtshilfeersu- chens ist in Ziffer 10 Bst. b des Änderungsprotokolls aufgeführt. Demnach haben die ersuchenden Behörden dem ersuchten Staat folgende Angaben zu liefern: den Namen der in eine Überprüfung oder Untersuchung einbe- zogenen Person(en) und, sofern verfügbar, weitere Angaben welche die Identifikation dieser Person erleichtern, wie die Adresse, das Geburtsda- tum, den Zivilstand oder die Steuernummer (i); die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden (ii); eine Beschreibung der verlangten
A-5002/2021 Seite 14 Informationen sowie Angaben hinsichtlich der Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht (iii); den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden (iv); den Na- men und, sofern verfügbar, die Adresse des mutmasslichen Inhabers der verlangten Informationen (v). Dabei ist zu beachten, dass diese im Amts- hilfeersuchen zu liefernden Angaben gemäss Ziff. 10 Bst. d Satz 2 des Än- derungsprotokolls nicht so auszulegen sind, dass sie einen wirksamen In- formationsaustausch behindern. 4.3 4.3.1 Gemäss Art. 26 Abs. 1 DBA CH-IN tauschen die zuständigen Behör- den der beiden Vertragsstaaten – ohne Rücksicht auf Art. 1 DBA CH-IN (persönlicher Geltungsbereich) – diejenigen Informationen aus, «die zur Durchführung dieses Abkommens oder zur Anwendung oder Durchset- zung des innerstaatlichen Rechts betreffend die unter das Abkommen fal- lenden Steuern voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen widerspricht» (vgl. aber zu Beschränkungen dieser Amtshilfeverpflichtung, insbesondere Art. 26 Abs. 3 und 5 DBA CH-IN; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.3.1 m.w.H.). 4.3.2 Der Zweck der in Art. 26 Abs. 1 DBA CH-IN enthaltenen Verweisung auf Informationen, die voraussichtlich erheblich sind, besteht gemäss Ziff. 10 Bst. d des Protokolls zum DBA CH-IN (vgl. auch Art. 13 Änderungs- protokoll) darin, einen möglichst weitgehenden Informationsaustausch in Steuerbelangen zu gewährleisten, «ohne es den Vertragsstaaten zu erlau- ben, ‹fishing expeditions› zu betreiben oder Informationen anzufordern, de- ren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer steuerpflichtigen Person unwahrscheinlich ist» (Satz 1). Ferner wird mit dieser Klausel fest- gehalten, dass Paragraf 10 Bst. b des Protokolls zum DBA CH-IN wichtige verfahrenstechnische Anforderungen enthält, welche «fishing expeditions» vermeiden sollen (Satz 2 erster Teil). Zugleich wird bestimmt, dass die Un- terabsätze (i) bis (v) von Paragraf 10 Bst. b des Protokolls zum DBA CH- IN (E. 4.2.3) so auszulegen sind, dass sie einen wirksamen Informations- austausch nicht behindern (Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.3.2 m.w.H.). 4.3.3 Das Verbot der Beweisausforschung ist Ausdruck des Verhältnismäs- sigkeitsgrundsatzes. Es sollen soweit als möglich relevante Informationen ausgetauscht werden können, ohne dass ein Vertragsstaat «fishing expe- ditions» eines anderen Staates unterstützt oder Informationen liefern
A-5002/2021 Seite 15 muss, deren Relevanz unwahrscheinlich ist (BGE 144 II 206 E. 4.2 sowie statt vieler: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.3.3 m.w.H.). 4.3.4 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden Staat notwendig sind, um eine dort steuerpflichtige Person korrekt zu be- steuern. Ob eine Information in diesem Sinne erheblich ist, kann in der Re- gel nur der ersuchende Staat abschliessend beurteilen. Die Rolle des er- suchten Staates beschränkt sich darauf, zu überprüfen, ob die vom ersu- chenden Staat verlangten Informationen und Dokumente mit dem im Ersu- chen dargestellten Sachverhalt zusammenhängen und ob sie möglicher- weise dazu geeignet sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu wer- den (sog. Plausibilitätskontrolle; zum Ganzen statt vieler: BGE 144 II 29 E. 4.2.2, 142 II 161 E. 2.1.1, je m.w.H., sowie Urteil des BVGer A-704/2019 vom 9. April 2020 E. 3.2.1). Vor diesem Hintergrund darf der ersuchte Staat Auskünfte mit der Begründung, die verlangten Informationen seien nicht notwendig, nur verweigern, wenn ein Zusammenhang zwischen den ver- langten Angaben und der im ersuchenden Staat durchgeführten Untersu- chung unwahrscheinlich erscheint (vgl. statt vieler: BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 141 II 436 E. 4.4.3 m.w.H. und Urteil des BVGer A-1348/2019 vom 3. März 2020 E. 3.3 m.w.H.; vgl. zum Kriterium der voraussichtlichen Erheblichkeit auch Art. 26 Abs. 1 des Musterabkommens der OECD zur Vermeidung der Doppelbesteuerung von Einkommen und Vermögen). In letzterem Sinne ist auch Art. 17 Abs. 2 StAhiG zu verstehen, wonach Informationen, welche voraussichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt werden dürfen (statt vieler: Urteil des BVGer A-1348/2019 vom 3. März 2020 E. 3.3 m.w.H.; vgl. auch Art. 4 Abs. 3 StAhiG). Keine Rolle spielt dagegen, wenn sich nach der Beschaffung der Informationen herausstellt, dass diese nicht relevant sind (BGE 143 II 185 E. 3.3.2 m.w.H., zitiert im Urteil des BGer 2C_615/2018 vom 26. März 2019 E. 3.2; vgl. zum Ganzen auch Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.3.4 m.w.H.). 4.3.5 Die Voraussetzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn im Zeitpunkt der Gesuchstellung eine vernünftige Möglichkeit be- steht, dass sich die angefragten Angaben als in diesem Sinn erheblich er- weisen werden. Die voraussichtliche Erheblichkeit von geforderten Unter- lagen oder Auskünften muss sich bereits aus dem Amtshilfegesuch erge- ben (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2 und Urteil des BVGer A-140/2019 vom 13. Mai 2019 E. 3.1.2, je m.w.H.). Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den massgeblichen Sachverhalt darzulegen,
A-5002/2021 Seite 16 kann von ihnen nicht erwartet werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. Dies wäre mit dem Sinn und Zweck der Amts- hilfe nicht vereinbar, sollen doch aufgrund von Informationen und Unterla- gen, die sich im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch geklärt werden. Gemäss Rechtsprechung ist von der er- suchenden Behörde nicht der strikte Beweis des Sachverhalts zu verlan- gen, doch muss sie hinreichende Verdachtsmomente für dessen Vorliegen dartun (statt vieler: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.3.5 m.w.H.). 4.3.6 Nach Art. 4 Abs. 3 StAhiG sind Informationen über nicht betroffene Personen nicht zu übermitteln, es sei denn, sie sind für die Beurteilung der Steuersituation der betroffenen Person voraussichtlich relevant. Ob Infor- mationen über nicht betroffene Personen für den im Ersuchen geltend ge- machten Steuerzweck voraussichtlich erheblich sind, ist im Einzelfall zu beurteilen (vgl. dazu Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.3.6 m.w.H.). 4.4 4.4.1 Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit bildet der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch oder bei berechtigten Fragen im Zusammenhang mit den in Art. 7 StAhiG genannten Konstellationen – prinzipiell kein Anlass besteht, an Sachver- haltsdarstellungen und Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völ- kerrechtliches Vertrauensprinzip; BGE 144 II 206 E. 4.4, 143 II 224 E. 6.3, 142 II 218 E. 3.3, 142 II 161 E. 2.1.3 f.; Urteil des BGer 2C_646/2017 vom 9. April 2018 E. 2.5 m.w.H.; Urteil des BVGer A-3095/2018 vom 29. Mai 2019 E. 2.5). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das ganze Amtshilfe- verfahren. Dementsprechend ist die ESTV an die Darstellung des Sach- verhalts im Ersuchen insoweit gebunden, als diese nicht wegen offensicht- licher Fehler, Lücken oder Widersprüche sofort entkräftet werden kann (BGE 142 II 218 E. 3.1, 139 II 451 E. 2.2.1; Urteile des BVGer A-3773/2018 vom 8. Februar 2019 E. 2.6 und A-381/2018 vom 21. November 2018 E. 4.2). Gleiches gilt für die vom ersuchenden Staat abgegebenen Erklä- rungen. Werden diese sofort entkräftet, kann der ersuchte Staat ihnen nicht mehr vertrauen (vgl. Urteil des BVGer A-4228/2018 vom 26. August 2019 E. 8). Folglich ist die Wahrung des Grundsatzes erst bei konkreten Anhalts- punkten auf eine zweckwidrige Verwendung im ersuchenden Staat zu überprüfen (vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2; Urteil des BGer 2C_653/2018 vom 26. Juli 2019 E. 7.3; BVGE 2018 III/1 E. 2.9.1; Urteile des BVGer
A-5002/2021 Seite 17 A-769/2017 vom 23. April 2019 E. 2.4.1 sowie A-3716/2015 vom 16. Feb- ruar 2016 E. 3.5). Es liegt dabei an der betroffenen Person, den Sachver- halt mittels Urkunden klarerweise und entscheidend zu widerlegen (vgl. BGE 139 II 451 E. 2.3.3; Urteile des BVGer A-769/2017 vom 23. April 2019 E. 2.4.2 und A-381/2018 vom 21. November 2018 E. 4.2; zum Gan- zen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.4.1 m.w.H.). 4.4.2 Die ESTV kann im Rahmen eines Amtshilfeverfahrens, welches ein blosses Hilfsverfahren darstellt, keine eigenen Untersuchungen darüber anstellen, ob und inwieweit der in einem Amtshilfeersuchen dargestellte Sachverhalt der Realität entspricht. Der ersuchte Staat hat sich nicht dar- über auszusprechen, ob die im Ersuchen angeführten Tatsachen effektiv zutreffen oder nicht. Er hat weder Tat-, noch Schuldfragen zu prüfen noch seinerseits eine Beweiswürdigung vorzunehmen (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.4.2 m.w.H.). 4.4.3 Das völkerrechtliche Vertrauensprinzip (E. 4.4.1) spielt auch eine Rolle in Bezug auf das Spezialitätsprinzip (siehe auch E. 4.5). Gestützt auf das Vertrauensprinzip kann grundsätzlich als selbstverständlich vorausge- setzt werden, dass der Spezialitätsgrundsatz durch Staaten eingehalten wird, die mit der Schweiz durch einen Amts- oder Rechtshilfevertrag ver- bunden sind (vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2 und 4.3.1, 115 Ib 373 E. 8, 107 Ib 264 E. 4b). Folglich ist die Wahrung des Grundsatzes erst bei konkreten Anhaltspunkten auf eine zweckwidrige Verwendung im ersuchenden Staat zu überprüfen bzw. eine entsprechende Zusicherung einzuholen (vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2; Urteil des BGer 2C_653/2018 vom 26. Juli 2019 E. 7.3; BVGE 2018 III/1 E. 2.9.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.4.3 m.w.H.). 4.5 4.5.1 Im Bereich der Amtshilfe nach dem DBA CH-IN statuiert dessen Art. 26 Abs. 2 – im Sinn des Spezialitätsprinzips –, für wen und zu welchem Gebrauch die übermittelten Informationen ausschliesslich bestimmt sind: Sie dürfen nur den Personen oder Behörden (einschliesslich der Gerichte und der Verwaltungsbehörden) zugänglich gemacht werden, die sich mit der Veranlagung oder der Erhebung, der Vollstreckung oder Strafverfol- gung oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich der in Art. 26 Abs. 1 DBA CH-IN genannten Steuern oder mit der Aufsicht darüber befassen. Diese Personen oder Behörden dürfen die Informationen nur für diese Zwecke verwenden. Sie dürfen die Informationen in einem öffentli- chen Gerichtsverfahren oder in einer Gerichtsentscheidung offenlegen.
A-5002/2021 Seite 18 Ungeachtet der vorstehenden Bestimmungen kann ein Vertragsstaat die erhaltenen Informationen für andere Zwecke verwenden, wenn solche In- formationen nach dem Recht beider Staaten für solche andere Zwecke ver- wendet werden dürfen und die zuständige Behörde desjenigen Staates, der die Informationen erteilt hat, dieser anderen Verwendung zustimmt. 4.5.2 Weiter darf der ersuchende Staat aufgrund des Spezialitätsprinzips die vom ersuchten Staat erlangten Informationen einzig in Bezug auf Per- sonen oder Handlungen verwenden, für welche er sie verlangt und der er- suchte Staat sie gewährt hat (statt vieler und ausführlich hergeleitet: Urteile des BVGer A-1348/2019 vom 3. März 2020 E. 4.5.1 [bestätigt mit Urteil des BGer 2C_253/2020 vom 13. Juli 2020], A-108/2018 vom 13. Februar 2020 E. 10.1 und A-5046/2018 vom 22. Mai 2019 E. 2.5 [bestätigt mit Urteil des BGer 2C_538/2019 vom 13. Juli 2020]). Die Schweiz kann in dieser Hin- sicht davon ausgehen, dass der ersuchende Staat, mit dem sie durch ein Amtshilfeabkommen verbunden ist, den Grundsatz der Spezialität beach- tet, ohne dass die Einholung einer ausdrücklichen Zusicherung notwendig wäre (zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.5.2 m.w.H.). 4.5.3 Auch das Bundesgericht bestätigte – insbesondere mit Urteil 2C_537/2019 vom 13. Juli 2020 –, dass das Spezialitätsprinzip nicht nur eine sachliche, sondern auch eine persönliche Dimension aufweist (vgl. E. 3.1 ff. des genannten Urteils sowie zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.5.3 m.w.H.). 4.6 4.6.1 Gemäss Ziff. 10 Bst. a des Protokolls zum DBA CH-IN besteht «Ein- vernehmen darüber, dass der ersuchende Vertragsstaat ein Begehren um Austausch von Informationen erst dann stellt, wenn er alle in seinem inner- staatlichen Steuerverfahren vorgesehenen üblichen Mittel zur Beschaffung der Informationen ausgeschöpft hat» (sog. Subsidiaritätsprinzip; zum Gan- zen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.6.1 m.w.H.). 4.6.2 Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips (E. 4.4.1) besteht rechtsprechungsgemäss namentlich kein Anlass, an einer von der ersu- chenden Behörde abgegebenen Erklärung der Ausschöpfung aller übli- chen innerstaatlichen Mittel zu zweifeln, es sei denn, es liegt ein gegen die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips sprechendes sowie ein ernsthafter Zweifel an der Richtigkeit der Erklärung begründendes konkretes Element
A-5002/2021 Seite 19 vor (vgl. BGE 144 II 206 E. 3.3.2; zum Ganzen: Urteil des BVGer A- 5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 4.6.2 m.w.H.). 5. Im vorliegenden Fall ist streitig und zu prüfen, ob die Vorinstanz dem MoF zu Recht Amtshilfe gemäss der angefochtenen Schlussverfügung vom 13. Oktober 2021 gewährt hat. Die Beschwerdeführerin hält die Amtshilfe aus verschiedenen, nachfolgend zu prüfenden Gründen für rechtswidrig. 6. Die Beschwerdeführerin erblickt in der verfügten Amtshilfegewährung aus verschieden Gründen eine Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben durch das MoF. Gemäss Art. 7 Bst. c StAhig ist auf das Amtshil- feersuchen nicht einzutreten, wenn es den Grundsatz von Treu und Glau- ben verletzt, insbesondere wenn es auf Informationen beruht, die durch nach schweizerischem Recht strafbare Handlungen erlangt worden sind. 6.1 6.1.1 6.1.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Amtshilfeersuchen vom 18. April 2013 sei nicht mehr offen aufgrund des das seinerzeitige Amtshil- feverfahren beendenden Schreibens der ESTV aus dem Jahr 2014. Dieses Schreiben der ESTV sei gegenüber ihr (der Beschwerdeführerin) erst nach der Anhörung im Oktober 2019 offengelegt worden. Es zeige auf, dass for- mell und materiell kein Amtshilfeersuchen mehr pendent sei. Das Amtshil- feersuchen aus dem Jahr 2013 sei abgewiesen worden. Weiter hält die Beschwerdeführerin dafür, dass die ESTV in unzulässiger Weise an das Amtshilfeersuchen aus dem Jahr 2013 angeknüpft habe. Das DBA CH-IN sehe nicht vor, dass eine Behörde an ein Amtshilfeersuchen aus früheren Jahren anknüpfen könne, und daher hätte die ESTV auf das Schreiben des MoF vom 31. Oktober 2018 nicht eintreten dürfen und mangels Vorliegens eines offenen und offiziellen Amtshilfeersuchens kein Amtshilfeverfahren durchführen dürfen. 6.1.1.2 Die Vorinstanz entgegnet, das Amtshilfeersuchen vom 31. Oktober 2018 sei zusammenhängend mit dem Amtshilfeverfahren aus dem Jahr 2013 zu verstehen. Gemäss Antwortschreiben der ESTV vom 20. Februar 2014 an das MoF sei das Verfahren abgeschlossen worden, da die Infor- mationen gemäss ihrer damaligen Einschätzung vom MoF gemäss Art. 7 Bst. c StAhiG in unzulässiger Weise erhältlich gemacht wurden. Mit Urteil des BGer 2C_648/2017 vom 17. Juli 2018 sei die Auslegung von Art. 7
A-5002/2021 Seite 20 Bst. c StAhiG geändert worden. Das MoF habe dies zum Anlass genom- men, die Ersuchen mit Schreiben vom 31. Oktober 2018 erneut zu stellen. Daher könne nicht angenommen werden, dass ihr Schreiben aus dem Jahr 2014 auch das ergänzende Ersuchen im Jahr 2018 abschliesse. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts verstehe es sich von sel- ber, dass die ESTV im Wissen um die später erfolgte gegenteilige Rechts- auffassung durch das Bundesgericht bereits auf die ursprünglichen Amts- hilfegesuche eingetreten wäre. Somit sei die Wiederaufnahme der Ersu- chen an sich angezeigt und die Beschwerdeführerin könne nichts zu ihren Gunsten ableiten, indem sie behaupte, dass vorliegend kein offenes Amts- hilfeverfahren bestehe. 6.1.2 Die ESTV führte in dem erwähnten Schreiben vom 20. Februar 2014 gegenüber dem MoF unter Bezug auf Art. 7 Bst. c StAhig aus, die zustän- dige Schweizer Behörde wäre nur dann in der Lage gewesen, Amtshilfe zu gewähren, wenn durch entsprechende Informationen hinreichend nachge- wiesen worden wäre, dass die von der zuständigen indischen Behörde durchgeführten Ermittlungen unabhängig von den Informationen der CH- Bank eingeleitet worden seien, die sie von Frankreich im Rahmen des spontanen Informationsaustauschs auf der Grundlage ihrer Steuerabkom- men mit Frankreich erhalten habe, und dass die Informationen betreffend die Bank der indischen Behörde bereits vor dem Erhalt der Informationen aus Frankreich vorgelegen hätten. In Anbetracht der Schweizerischen Rechtsvorschriften und der Tatsache, dass keine Informationen vorgelegt worden seien, die belegen würden, dass die von der zuständigen indischen Behörde durchgeführten Ermittlungen unabhängig von den rechtswidrig er- langten Informationen der CH-Bank aus Frankreich eingeleitet worden seien, müsse sie (die ESTV) leider mitteilen, dass sie nicht in der Lage sei, Amtshilfe für diese Ersuchen zu leisten. Auch die entsprechenden übrigen Ersuchen würden nun als abgeschlossen betrachtet. 6.1.3 6.1.3.1 Mit seinem Urteil 2C_648/2017 vom 17. Juli 2018 hat das Bundes- gericht im Grundsatz entschieden, dass die ESTV Indien Amtshilfe in Steu- ersachen leisten darf, auch wenn das Ersuchen möglicherweise auf den bei der CH-Bank vom ehemaligen Mitarbeiter Hervé Falciani gestohlenen Daten basiert (vgl. zur «Falciani-Affäre» eingehend BGE 143 II 224). 6.1.3.2 Im (in englischer Sprache verfassten) Schreiben vom 31. Oktober 2018 verweist das MoF auf den jüngsten Entscheid des Schweizerischen Bundesgerichts in einem indischen CH-Bank-Fall (Urteil des BGer
A-5002/2021 Seite 21 2C_648/2017 vom 17. Juli 2018), der die Amtshilfe durch die Schweizer Steuerbehörden in Fällen von sogenannten gestohlenen Daten erlaubt habe. Es gebe ähnliche Fälle, in denen die Antwort auf ein Amtshilfeersu- chen von der ESTV noch ausstehe. In Anbetracht der Entscheidung des Bundesgerichts werde davon ausgegangen, dass die Schweiz nun in der Lage sein werde, solche Ersuchen zügig zu bearbeiten und in diesen Fäl- len Amtshilfe zu leisten. Es (das MoF) füge eine Liste der oben genannten Ersuchen bei, bei denen die erbetenen Informationen voraussichtlich rele- vant und für die Durchführung von Massnahmen nach den indischen Steu- ergesetzen noch erforderlich seien. Das MoF bestätigte ferner, dass die indischen Steuerbehörden über genügend Zeit verfügen würden, um in die- sen Fällen tätig zu werden, d.h. dass keine Verjährungsfrist abgelaufen sei. Um den Prozess der Beschaffung der angeforderten Informationen zu be- schleunigen, erkläre es sich – so das MoF – im Voraus damit einverstan- den, die betroffenen Personen in Indien direkt zu benachrichtigen und in all diesen Fällen auf Anfrage Akteneinsicht zu gewähren. Darüber hinaus werde in Bezug auf die in diesen Anträgen angeforderten Informationen klargestellt, dass der Begriff «holding» eines anderen Bankkontos auch den wirtschaftlich Berechtigten oder den Vollmachtsinhaber bzw. Zeich- nungsberechtigten beinhalte. 6.1.3.3 Art. 7 Bst. c StAhig betrifft eine der Eintretensvoraussetzungen für das Amtshilfeersuchen. Das Schreiben der ESTV vom 20. Februar 2014 kann deshalb von vornherein nicht auch das Jahre später mit Schreiben vom 31. Oktober 2018 ergänzte Ersuchen im Sinne des Nichteintretens abschliessen. Kommt hinzu, dass das Amtshilfeersuchen vom 13. April 2013 sowie dessen Ergänzung vom 31. Oktober 2018 aufgrund des offen- sichtlich engen Sachzusammenhangs letztlich als ein Amtshilfeersuchen zu betrachten ist. Das Amtshilfeersuchen vom 13. April 2013 sowie dessen Ergänzung mit Schreiben vom 31. Oktober 2018 sind kohärent und weisen insbesondere die gesetzlich vorgeschriebenen Inhalte auf (E. 4.2.3). Im Lichte der unter E. 6.1.3.1 dargelegten Rechtsprechung steht somit dem Eintreten auf das Gesuch des MoF vom 18. April 2013 / 31. Oktober 2018 nicht entgegen, dass es möglicherweise auf den bei der CH-Bank vom ehe- maligen Mitarbeiter Hervé Falciani gestohlenen Daten basiert (vgl. dazu auch Urteil des BVGer A-4426/2019 vom 28. Oktober 2020 E. 1.4). Es ist vorliegend an der Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts festzuhal- ten, dass die Vorinstanz im Wissen um die später erfolgte gegenteilige Rechtsauffassung durch das Bundesgericht offenkundig bereits auf das ur- sprüngliche Amtshilfeersuchen vom 13. April 2013 eingetreten wäre (Urteil des BVGer A-4426/2019 vom 28. Oktober 2020 E. 4.3.3).
A-5002/2021 Seite 22 6.2 6.2.1 6.2.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, dass konkrete Anhalts- punkte für ein treuwidriges Verhalten des MoF vorlägen und sich die ESTV daher nicht mehr auf das völkerrechtliche Vertrauensprinzip berufen könne. So habe das MoF beispielsweise den kriminellen Ursprung der Da- ten zu verschleiern versucht, weitere treuwidrige Äusserungen getätigt, sich auf ein bereits abgeschlossenes Steuerjahr bezogen und unterschied- liche Nummern zu den in Frage stehenden Kontoverbindungen übermittelt. Das MoF habe absichtlich falsche Angaben zum Sachverhalt in Indien vor- gebracht. Das MoF habe eine angeblich von ihr abgegebene eidesstattli- che Erklärung erfunden und behaupte, im Rahmen einer Untersuchung seien Unterlagen entdeckt worden. Damit sollte gegenüber der ESTV sug- geriert werden, das Amtshilfeersuchen beruhe nicht auf gestohlenen Da- ten. Erst nach dem Bundesgerichtsentscheid vom Juli 2018 habe das MoF in seinem Schreiben an die ESTV vom 31. Oktober 2018 zugegeben, dass das Amtshilfeersuchen auf gestohlenen Daten basiere. Somit könne sich die ESTV nicht tel quel auf das völkerrechtliche Vertrauensprinzip berufen und eine kritische Hinterfragung aller Angaben des MoF wäre angezeigt gewesen. Ferner habe das MoF auf die Rückfrage der ESTV vom 1. Okto- ber 2019 widersprüchlich und mit falschen Angaben geantwortet. 6.2.1.2 Die Vorinstanz hält unter einlässlicher Erläuterung des Urteils des BGer 2C_648/2017 vom 17. Juli 2018 sowie der Tragweite von Art. 7 Bst. c StAhiG dagegen, es finde sich im DBA CH-IN keine Verpflichtung, wonach Indien eine Zusicherung abgeben müsse, sein Ersuchen nicht auf Informa- tionen abzustützen, die durch nach schweizerischem Recht strafbare Handlungen erlangt worden seien. Indien habe sich nie verpflichtet, keine gestohlenen Daten zu verwenden, um in der Schweiz ein Amtshilfeersu- chen zu stellen. Das schweizerische Amtshilfeverfahren stelle ein Hilfsver- fahren und kein Erkenntnisverfahren für ausländisches Recht dar. Allfällige Verstösse gegen das indische Recht wären somit in Indien vor den lokalen Behörden und Gerichten geltend zu machen. Ausserdem lägen die ersuch- ten Informationen in der Schweiz und es sei nicht ersichtlich, wie die zu- ständigen indischen Steuerbehörden diese anders als auf dem internatio- nalen Amtshilfeweg erlangen könnten. Demnach durfte sie (die Vorinstanz) zu Recht auf das Ersuchen vom 31. Oktober 2018 eintreten und das völ- kerrechtliche Vertrauensprinzip sei nicht umgestossen worden.
A-5002/2021 Seite 23 Gemäss Vorinstanz sei das MoF auf die Bankunterlagen aus der Schweiz angewiesen, um den vermuteten Sachverhalt zu beweisen. Diese Doku- mente könnten nur von der betroffenen Person direkt oder über ein an die Schweiz gerichtetes Amtshilfeersuchen eingeholt werden. Die ersuchende Behörde habe in ihrem Ersuchen bestätigt, dass sie alle innerstaatlichen Mittel ausgeschöpft habe. Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Recht- sprechung seien keine weiteren Ausführungen dazu notwendig. Ferner seien im Ersuchen selber keine Fehler, Lücken oder Widersprüche offen- sichtlicher Art erkennbar, welche dazu führen würden, dass entweder nicht auf das Ersuchen einzutreten oder die Amtshilfe zu verneinen wäre. Auf- grund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips habe für sie – so die ESTV abschliessend – grundsätzlich kein Anlass bestanden, an der Erklärung der indischen Behörde zu zweifeln und von einer Verletzung des Subsidiari- tätsprinzips auszugehen. 6.2.2 Das blosse Verwenden illegal erworbener Daten durch den ersu- chenden Staat stellt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (u.a. ge- mäss seinem Urteil 2C_648/2017 vom 17. Juli 2018) für sich alleine be- trachtet noch kein per se treuwidriges Verhalten dar (vgl. E. 4.4.1). Sodann wird nicht vorgebracht (und ist auch nicht ersichtlich), dass der indische Staat die den fraglichen Informationen zugrundeliegenden Daten entgelt- lich erworben hätte. Darüber hinaus hat Indien keine vertragliche Zusiche- rung abgegeben, nach welcher es keine durch andere Staaten entspre- chend erworbene Daten verwenden wolle (im Gegensatz etwa zu Frank- reich, welches eine ausdrückliche Zusicherung abgegeben hatte, die Da- ten, welche von Falciani entwendet wurden, nicht zu verwenden; siehe dazu BGE 143 II 224). Aus dem massgeblichen Abkommen erwächst In- dien keine derartige Verpflichtung. Insbesondere findet sich auch keine entsprechende Zusicherung der indischen Behörden in den gemeinsamen Erklärungen («Joint statements») vom 15. Oktober 2014 (abrufbar unter https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/36918.pdf, zuletzt besucht am 12. Juli 2023) sowie vom 15. Juni 2016 (abrufbar unter https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/44446.pdf, zuletzt besucht am 12. Juli 2023) des Revenue Secretary von Indien und des damaligen schweizerischen Staatssekretärs für internationale Finanz- fragen (zum Ganzen: Urteil des BVGer A-2981/2019 vom 1. September 2020 E. 3.3.2 m.w.H. [bestätigt mit Urteil des BGer 2C_750/2020 vom 25. März 2021]; vgl. auch Urteil des BVGer A-4426/2019 vom 28. Oktober 2020 E. 4.3.2 [bestätigt mit Urteil des BGer vom 28. Dezember 2021]).
A-5002/2021 Seite 24 6.2.3 Wie bereits festgestellt, ist das schweizerische Amtshilfeverfahren ein Hilfsverfahren und kein Erkenntnisverfahren für ausländisches Recht (E. 4.4.2). Der ersuchte Staat hat insbesondere nicht die Umstände zu überprüfen, die zur Eröffnung einer Steueruntersuchung bzw. dazu geführt haben, dass der ersuchende Staat ein Amtshilfeersuchen gestellt hat (vgl. BGE 143 II 202 E. 6.3.2). Im Ergebnis liefe dies nämlich darauf hinaus, dass der ersuchte Staat materiell die Zulässigkeit der im ersuchenden Staat eröffneten Steueruntersuchung analysieren würde, was abgesehen von der Praktikabilität eines derartigen Vorgehens nicht mit Sinn und Zweck von Art. 26 DBA CH-IN vereinbar wäre (vgl. BGE 143 II 202 E. 6.3.3). Im Allgemeinen bleibt es der steuerpflichtigen Person unbenom- men, vor den Justizbehörden des ersuchenden Staates geltend zu ma- chen, dass sich die gegen sie gerichtete Steueruntersuchung als rechts- widrig erweise (BGE 143 II 202 E. 6.3.6 und 142 II 218 E. 3.7; Urteil des BGer 2C_241/2016 vom 7. April 2017 E. 5.4 m.w.H.; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-5281/2021 vom 2. Mai 2022 E. 8.2.3). 6.2.4 Gemäss Angaben der ersuchenden Behörde führe diese in Indien Untersuchungen betreffend die Beschwerdeführerin durch. Die Ermittlun- gen der Steuerbehörden in Indien hätten ein nicht deklariertes Bankkonto bei der CH-Bank in der Schweiz ans Licht gebracht, welches mit der Be- schwerdeführerin in Verbindung stehe. Sie habe Geschäftsbeziehungen zum C._______ Trust, der über ein Konto bei der CH-Bank verfüge (Sach- verhalt, Bst. C.b). Es ist durchaus möglich, dass die betreffende Ermittlung der Steuerbehörde in Indien zumindest auch auf den gestohlenen Daten bei der CH-Bank basiert hat. Selbst dieser Umstand vermöchte indessen das Vertrauen in die Ausführungen der ersuchenden Behörde nicht zu er- schüttern, da seitens Indien keine gegenteiligen Zusicherungen gemacht wurden. Im Weiteren vermag die Beschwerdeführerin keine stichhaltigen Nachweise im Sinn der Rechtsprechung dafür zu erbringen, dass im inner- staatlichen Verfahren in Indien keine eidesstattliche Erklärung erfolgt ist. Es gelingt ihr im Lichte des Vertrauensprinzips somit nicht, die von der er- suchenden Behörde abgegebenen Erläuterungen entscheidend zu wider- legen (E. 4.4.1). Zudem ist die materiell-rechtliche Rüge der Rechtswidrig- keit des Steuerverfahrens in Indien vorzubringen (E. 6.2.3 und 9.3.3). Auf die Edition der eidesstattlichen Erklärung kann deshalb verzichtet werden und der entsprechende Verfahrensantrag ist abzuweisen. 6.2.5 Da gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die ESTV In- dien Amtshilfe in Steuersachen leisten darf, auch wenn das Ersuchen mög- licherweise auf den bei der CH-Bank vom ehemaligen Mitarbeiter Hervé
A-5002/2021 Seite 25 Falciani gestohlenen Daten basiert (E. 6.1.3.1) und das Amtshilfeersuchen vom 13. April 2013 sowie dessen Ergänzung vom 31. Oktober 2018 wie dargelegt als ein Amtshilfeersuchen zu behandeln ist (E. 6.1.3.3), gibt es entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vorliegend (d.h. im Zusam- menhang mit «Falciani») ohnehin keinen «kriminellen» Ursprung, den die ersuchende Behörde zu «verschleiern» hätte. 6.3 Insgesamt ist kein Verstoss gegen das hier anwendbare Vertrauens- prinzip ersichtlich. 7. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Rahmen des DBA CH- IN verletzt, indem sie dem MoF nicht ersuchte Informationen und Unterla- gen zu übermitteln gedenkt. 7.1 7.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die ESTV mit ihren Fragen Informationen einhole, die vom MoF nicht erfragt worden seien. Im Einzel- nen habe das MoF keine Informationen betreffend Bankkontonummern, Kontoeröffungs- und KYC-Unterlagen betreffend ein allfälliges persönli- ches, d.h. sie betreffendes Bankkonto verlangt. Weiter wolle die ESTV In- formationen betreffend Bankkontoauszügen der beschwerdeberechtigten Person übermitteln, welche ebenfalls nicht erfragt worden seien. Das MoF habe nur Kontoinformationen betreffend die betroffene Person erfragt. Ab- schliessend gehe die ESTV auch in der Übermittlung der Informationen betreffend des «beneficiaries of the trust» zu weit. Gemäss Amtshilfeersu- chen des MoF seien hier lediglich Informationen betreffend der «beneficia- ries of the account» nachgefragt worden. Die ESTV formuliere das Amts- hilfeersuchen somit von sich aus um und lege es möglichst weit aus. Für ein solches Vorgehen gäbe es keine rechtliche Grundlage. Es sei wichtig zu betonen, dass die Beschwerdeführerin weder Inhaberin noch Begüns- tigte, wirtschaftlich Berechtigte oder Zeichnungsberechtigte eines vom Amtshilfeersuchen betroffenen Bankkontos sei. Die ESTV gehe somit über das Amtshilfeersuchen hinaus, was jedoch nicht gestattet sei. 7.1.2 Laut Vorinstanz entspricht das sinnwahrende Umformulieren von Fragen und Sätzen ihrer Praxis, um eine möglichst effiziente Informations- gewinnung gewährleisten zu können. Sie (die ESTV) habe in der Editions- verfügung die Fragen zwar nicht deckungsgleich wiedergegeben, jedoch widersprächen sie in ihrem Sinn und Inhalt nicht den ursprünglichen Fra-
A-5002/2021 Seite 26 gen im Amtshilfeersuchen. Die ersuchende Behörde bitte zusammenge- fasst um Dokumente, die Details über mögliche Konten bei der CH-Bank, die in irgendeiner Verbindung zur Beschwerdeführerin stünden. Verlangt worden seien Kontonummern, Kontoeröffnungsunterlagen inklusive KYC- Unterlagen, Konto- und Portfolioauszüge und weitere Informationen über die Inhaber, Begünstigten und Bevollmächtigten dieser Konten. Die von der CH-Bank zur Verfügung gestellten Informationen, welche die ESTV zur Übermittlung vorsehe, würden genau diese Informationen enthalten und weder über das Amtshilfeersuchen der indischen Behörde noch über die Editionsverfügung der ESTV selbst hinausgehen und seien voraussichtlich erheblich. Weiter habe das MoF explizit nach Informationen betreffend das Konto des C._______ Trust gefragt. In diesem Zusammenhang seien auch die Details zum C._______ Trust, welcher einen Bezug zum betroffenen Konto aufweise, ebenfalls als erbetene Informationen zu betrachten. Selbst die Details zu den Konti, an welchen die Beschwerdeführerin gemäss den edierten Unterlagen (nur) wirtschaftlich berechtigt sei (vgl. «Client profile»), die sie selber aber nicht direkt halte, seien gemäss Rechtsprechung als erfragt zu betrachten. 7.2 7.2.1 Das Vorgehen der ESTV entspricht ihrer Praxis. Sie hat bei der Bank um Unterlagen betreffend Konten gefragt, die in einer (relevanten) Verbin- dung zur Beschwerdeführerin stehen. Dies entspricht inhaltlich dem (er- gänzten) Ersuchen des MoF vom 18. April 2013 / 31. Oktober 2018. Das Ersuchen wurde betreffend die Beschwerdeführerin gestellt. Ersucht wur- den unter Angabe einer CH-Bank-internen Klientennummer (BUP) (...) (des C._______ Trusts) die betreffenden Kontounterlagen und weitere An- gaben über wirtschaftlich Berechtigte am Konto. Das Amtshilfeersuchen ist nach Treu und Glauben auszulegen. Nach der Rechtsprechung ist dabei der «Halter» eines Kotos weit auszulegen. Entsprechend der bundesge- richtlichen Rechtsprechung muss das Amtshilfeersuchen deshalb so aus- gelegt werden, dass die ersuchende Behörde nach Informationen zu Bank- konten fragt, die sowohl direkt als auch indirekt von der Beschwerdeführe- rin gehalten wurden. Eine allfällige wirtschaftliche Berechtigung oder Zeichnungsberechtigung der Beschwerdeführerin an einem Bankkonto wird deshalb vom Amtshilfeersuchen mitumfasst (vgl. BGE 147 II 116 E. 5.3.2 f.; Urteil des BVGer A-1450/2021 vom 3. Mai 2022 E. 7.3.3). 7.2.2 Das MoF hat auch ausdrücklich nach der Verbindung der Beschwer- deführerin zum erwähnten Konto des C._______ Trust gefragt (Sachver- halt, Bst. C.c). In diesem Zusammenhang sind – mit der Vorinstanz – auch
A-5002/2021 Seite 27 die Details zum Trustkonstrukt als erbetene Informationen zu betrachten (Urteil des BVGer A-4426/2019 vom 28. Oktober 2020 E. 4.6.3 m.w.H.). Die Sichtweise der Vorinstanz ist demnach nicht zu beanstanden und ent- spricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. 8. Im Weiteren ist darauf einzugehen, ob das Amtshilfeersuchen vom 13. April 2013 / 31. Oktober 2018 eine «fishing expedition» darstellt. 8.1 8.1.1 Laut Beschwerdeführerin stellt das vorliegende Amtshilfeersuchen eine unerlaubte «fishing expedition» dar. Aus diesem Grund dürften die In- formationen nicht ausgetauscht werden. Das MoF habe in erster Linie um Informationen ersucht, die nicht die formell betroffene Person betreffen, sondern nicht näher spezifizierte Personen, Konten sowie ein Trust. Insbe- sondere stelle ein Ersuchen nach Informationen zu «Complete details of the beneficiaries of the Account» eine «fishing expedition» dar, da diese Informationen keinen Bezug zum Sachverhalt im Amtshilfeersuchen oder zur Steuersituation der Beschwerdeführerin aufweisen würden. Weiter er- suche das MoF um Informationen zu einem Bankkonto des Steuerpflichti- gen bei der CH-Bank, welches dieser aber nicht besitze und somit Ziff. 10 Bst. d des Protokolls zum DBA CH-IN verletze. 8.1.2 Die Vorinstanz entgegnet gestützt auf die Rechtsprechung zur «fishing expedition», die ersuchende Behörde habe abschliessend darüber zu befinden, welche Informationen voraussichtlich erheblich seien. Die er- suchende Behörde sei an die ESTV gelangt mit dem Ziel, die Vermutung, dass die Beschwerdeführerin in Verbindung mit einem oder mehreren Kon- ten bei der CH-Bank stehe, mithilfe der ersuchten Informationen und Un- terlagen zu stützen beziehungsweise belegen zu können. Wie sich mit den eingeforderten Bankunterlagen der CH-Bank gezeigt habe, werde die Ver- mutung der indischen Behörde bestätigt. Insofern könne das Ersuchen der indischen Behörde nicht als «fishing expedition» eingestuft werden. Es hät- ten für die indische Behörde ausreichende Hinweise bestanden, welche die Vermutung nahelegen würden, dass die Beschwerdeführerin ebenfalls Ver- mögen im Ausland haben könnte. Informationen über Bankkonti in einem anderen Vertragsstaat seien für die Erhebung der Einkommenssteuer der Beschwerdeführerin voraussichtlich erheblich. Diese Informationen könn- ten im ausländischen Besteuerungsverfahren dazu verwendet werden, um die konkrete Besteuerung der Beschwerdeführerin korrekt vorzunehmen. Wie dies geschehe, sei Sache des innerstaatlichen Verfahrens und vom
A-5002/2021 Seite 28 ersuchten Staat nicht zu überprüfen. Die ersuchte Behörde könne sich nicht anmassen, über die innerstaatlichen Besteuerungsverfahren zu urtei- len und sei daher an die Aussagen der ersuchenden Behörde gebunden. Die ersuchende Behörde habe mit ihrem Amtshilfeersuchen den Zusam- menhang zwischen dem dargelegten Sachverhalt und dem Nutzen für das ausländische Steuerverfahren ausreichend dargelegt. Daher ist nach An- sicht der ESTV der notwendige Konnex zwischen dem Sachverhalt und den verlangten Informationen vorhanden. Zudem würden die Sachver- haltsdarstellungen der ersuchenden Behörde aufzeigen, dass die vorlie- genden Tatsachen nur im Rahmen der Amtshilfe zwischen Indien und der Schweiz geklärt werden könnten und daher die beantragte Amtshilfeleis- tung zulässig sei. 8.2 Das Vorliegen einer «fishing expedition» ist im Grundsatz ausgeschlos- sen, wenn ein Amtshilfeersuchen alle Angaben enthält, welche nach dem anwendbaren Abkommen erforderlich sind (Urteil des BGer 2C_953/2020 vom 24. November 2021 E. 3.3 m.w.H). Das vorliegende Amtshilfeersu- chen erfüllt diese Voraussetzungen (E. 4.2.3). Zudem ist ein Zusammenhang zwischen den ersuchten Informationen (Bankunterlagen betreffend Konten, die mit der Beschwerdeführerin in Ver- bindung stehen bzw. direkt oder indirekt von ihr gehalten werden) mit dem im Ersuchen dargestellten Sachverhalt (Hinweise auf Verheimlichung von Einkommen, Existenz eines nicht offengelegten Bankkontos, mit dem die Beschwerdeführerin in Verbindung steht) gegeben und die Informationen sind grundsätzlich dazu geeignet, im indischen Verfahren (korrekte Besteu- erung der Beschwerdeführerin) verwendet zu werden. Im Weiteren ist das MoF für die Klärung der Steuersituation der Beschwer- deführerin in Indien im ersuchten Zeitraum auf Informationen aus der Schweiz angewiesen (E. 6.2.4). Eine «fishing expedition» ist zu verneinen. 9. Im Folgenden ist detailliert zu prüfen, ob die ersuchten Informationen für die Beurteilung der Steuersituation der Beschwerdeführerin in Indien für den Zeitraum vom 1. April 2011 bis 31. März 2012 voraussichtlich erheblich sind und auf die entsprechenden Rügen einzugehen. 9.1
A-5002/2021 Seite 29 9.1.1 Die Beschwerdeführerin argumentiert, dass die ersuchten Informati- onen gemäss Amtshilfeersuchen des MoF ab dem Jahr 2014 infolge Ver- jährung nicht mehr erheblich seien und daher zum jetzigen Zeitpunkt jegli- che Erheblichkeit entfalle. Weiter sei die Steuerperiode 2011-2012 in Indien bereits rechtskräftig veranlagt und könne daher nicht Gegenstand eines Amtshilfeersuchens sein. Die Angaben des MoF, wonach neu eine Unter- suchung nach (Art des Verfahrens) hängig sein solle, seien nachweislich falsch und widersprächen gemäss dem eingereichten Gutachten vom 10. November 2021 (Autor und Funktion), den indischen Gesetzen. Gemäss aktuellem Auszug aus dem offiziellen «E-Filing-Portal» der indi- schen Einkommenssteuerbehörde sei gegen die Beschwerdeführerin bis zum heutigen Tag kein Steuerverfahren betreffend die Steuerjahre 2011 bis 2012 hängig. Weiter seien die zur Übermittlung angedachten Informationen veraltet und irrelevant und würden in zeitlicher Hinsicht über den Rahmen des DBA CH- IN hinausgehen. Dies weil Informationen übermittelt werden sollen, die aus Jahren weit vor dem Inkrafttreten des DBA CH-IN stammen würden. So zum Beispiel Kontoeröffnungsunterlagen, (weitere Unterlagen), KYC-Do- kumente. Diese Informationen würden Schwärzungen enthalten, wodurch nicht mehr ersichtlich sei, aus weIchem Jahr sie stammen würden. Zudem habe die CH-Bank die Vorinstanz nicht darauf hingewiesen, dass der C._______ Trust bereits im Jahr 2007 aufgelöst worden sei. Es komme hinzu, dass keine der zur Übermittlung angedachten Informationen rele- vant für die Veranlagung der Einkommenssteuer sein könnten, da gemäss Rechtsprechung Informationen zu Trusts lediglich bei deren Ausschüttung steuerlich relevant seien. Da der C._______ Trust bereits im Jahr 2007 aufgelöst worden sei, sei eine Ausschüttung an sie (die Beschwerdeführe- rin) ausgeschlossen. Weiter solle die Vorinstanz angewiesen werden, ei- nen (bestimmten) ergänzenden Satz in den Übermittlungstext einzufügen. Zudem sei ihr (der Beschwerdeführerin) unter anderem ein neues Doku- ment zugestellt worden – ein «Deed of Appointment, Indemnity and Termi- nation» – aus dem hervorgehe, dass ein weiterer Trust mit demselben Na- men («The C._______ Trust») existiert habe, der am 29. Juni 1999 nach dem Recht von (Ort) errichtet worden sei. Das neu aufgetauchte Dokument unterstreiche die Unvollständigkeit der Dokumente, die die CH-Bank der Vorinstanz zur Verfügung gestellt habe, und mache den Austausch von In- formationen mit dem MoF unzulässig.
A-5002/2021 Seite 30 9.1.2 Die Vorinstanz erwidert, sie gedenke, im vorliegenden Amtshilfever- fahren keine Informationen an das MoF zu übermitteln, welche in zeitlicher Hinsicht über den Rahmen des DBA CH-IN hinausgehen würden. Im vor- liegenden Amtshilfeersuchen würden Informationen für die Periode vom
A-5002/2021 Seite 31 MoF am 5. August 2021 bestätigt, dass die Informationen weiterhin für die Besteuerung der Beschwerdeführerin benötigt würden und daher weiterhin voraussichtlich relevant seien. 9.2 Eine Information, die einen Dritten betrifft, ist wie erwähnt (E. 4.3.6) vo- raussichtlich erheblich, wenn sie geeignet ist, die Steuersituation des be- troffenen Steuerpflichtigen zu klären. Dies ist namentlich bei Informationen über eine vom Steuerpflichtigen beherrschte Gesellschaft der Fall (BGE 142 II 69 E. 3.1). Von einem Amtshilfeersuchen umfasst sind nicht nur di- rekt gehaltene Bankkonten, d.h. Bankkonten, deren rechtliche Inhaberin die betroffene Person für den relevanten ersuchten Zeitraum war oder ist, sondern auch indirekt gehaltene Konten, mithin namentlich eine allfällige wirtschaftliche Berechtigung oder Zeichnungsberechtigung der betroffenen Person an einem Bankkonto (E. 7.2.1). Die voraussichtliche Erheblichkeit der zur Übermittlung vorgesehenen Informationen ist damit auch soweit gegeben, als sie Angaben über den C._______ Trust und die beschwerde- berechtigte Person enthalten. Letztere stehen in enger wirtschaftlicher Ver- bindung mit der Beschwerdeführerin und die betreffenden Angaben sind grundsätzlich voraussichtlich relevant für ihre Einkommensbesteuerung. 9.3 9.3.1 Bezüglich der rechtlichen Qualifikation eines Trusts kann zunächst auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts verwiesen werden, wonach dies eine materielle Frage ist, welche von den Steuerbehörden des ersu- chenden Staates zu entscheiden ist und nicht von den Schweizer Behör- den im Rahmen der Amtshilfe behandelt werden muss (Urteil des BGer 2C_274/2016 vom 7. April 2016 E. 4.3). Auch aus diesem Grund muss im Amtshilfeverfahren nicht abgeklärt werden, ob der betreffende [ausländi- sche] Trust eine selbständige Rechtspersönlichkeit aufwies und überhaupt formell Eigentümer der Domizilgesellschaft sein konnte (Urteil des BVGer A-674/2020 vom 24. August 2021 E. 6.1). Sodann ist darauf hinzuweisen, dass es den Rahmen einer Plausibilitätsprüfung klarerweise sprengen würde, wenn von der Vorinstanz als ersuchter Behörde verlangt würde, dass sie in Konstellationen wie der vorliegenden mit Blick auf die voraus- sichtliche Erheblichkeit der ersuchten Informationen für das ausländische Steuerverfahren prüfen müsste, wie Trusts in der Rechtsordnung des er- suchenden Staates steuerrechtlich behandelt werden (vgl. Urteil des BGer 2C_936/2020 vom 28. Dezember 2021 E. 5.5.3 m.w.H.). Somit ist vorlie- gend nicht zu prüfen, ob der C._______ Trust in Indien lediglich bei deren Ausschüttung steuerlich relevant ist.
A-5002/2021 Seite 32 9.3.2 Im Weiteren ist auf die diesbezügliche klare Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu verweisen, wonach die Übermittlung von Dokumenten, welche vor dem zeitlichen Anwendungsbereich des konkret anwendbaren Doppelbesteuerungsabkommens datieren, nicht per se un- zulässig ist (vgl. Urteile des BVGer A-6928/2019 vom 13. Dezember 2021 E. 4.4, A-3555/2018 vom 11. Januar 2019 E. 3.2.3 m.w.H. betreffend Kon- toeröffnungsunterlagen). Die vorliegend zur Übermittlung vorgesehenen Kontoeröffnungsunterlagen (genaue Beschreibung) datieren zwar alle vom 25. Mai 2005 und damit vor dem 1. April 2011. Sie regeln jedoch das Ver- hältnis zwischen der Beschwerdeführerin und der Bank und sind deshalb gemäss der Rechtsprechung bei fortbestehenden Verhältnissen grund- sätzlich gleichwohl zu übermitteln. Mit der Vorinstanz kann nach Aktenlage (E. 9.1.2) und nach dem vorliegend relevanten Massstab der Plausibilitätskontrolle (E. 4.3.4) zwar eine Verbin- dung des neu erwähnten, nach dem Recht von (Ort) errichteten Trust zur vorliegend einzig interessierenden Kontoverbindung bei der CH-Bank nicht angenommen werden. Es kann jedoch nicht a priori ausgeschlossen wer- den, dass die Beschwerdeführerin auch nach Auflösung des C._______ Trust im Jahr 2007 in Bezug auf die vorliegend interessierende Kontobe- ziehung relevante Einflussmöglichkeiten hatte und der Trust nur vorge- schoben war. Dies legt gemäss den zutreffenden Ausführungen der Vo- rinstanz (E. 9.1.2) das Schreiben des Settlors des Trusts an die CH-Bank Trust Services (...) SA (vgl. Beschwerdebeilage Nr. 36, letzte Seite) nahe: «The Settlement has been established for the benefit of myself during my lifetime, thereafter my father, thereafter my sister [...] and ultimately my mother [...]. It is my express wish that you should act upon any request received from myself in respect of any capital or income distributions from the Settlement [...]. After my lifetime you should consult my father [...] on the same matters as above and thereafter my sister and mother in that order»). Insofern (d.h. bei bloss vorgeschobenem Trust) können demnach auch unter Berücksichtigung der Auflösung des Trusts im Jahr 2007 sehr wohl fortbestehende Verhältnisse vorliegen. Im Weiteren ist das von der Beschwerdeführerin eingereichte Dokument «Deed of Appointment» vom Jahr 2007 (ohne näheres Datum), mit welchem die Auflösung des C._______ Trust nachgewiesen werden soll (Beschwerdebeilage Nr. 36, Schreiben der CH-Bank Trust Company SA: «as per attached Deed of Ap- pointment, The C._______ Trust was liquidated in 2007»), von den im be- treffenden Dokument vorgesehenen Personen (vgl. S. 3 der Deed of Ap- pointment) auf Seiten der Trustees und Protector nicht unterzeichnet. Un- terzeichnet wurde das Dokument bloss von H._______ und einem Zeugen.
A-5002/2021 Seite 33 Dies bestärkt die Indizienlage hinsichtlich der Vermutung, dass der Trust nur vorgeschoben war. Die betreffenden Kontoeröffnungsunterlagen sind demnach auch mit Be- zug auf die Unterlagen, welche Angaben zum C._______ Trust enthalten, zu übermitteln. 9.3.3 Die Beschwerdeführerin stützt ihre Argumentation, wonach die Steu- erperioden 2011-2012 bereits rechtskräftig veranlagt seien u.a. auf ein Rechtsgutachten bezeichnet als «Legal Opinion (Autor und Funktion) vom 10. November 2021 (nachfolgend: «Legal Opinion»). Nach seiner Begut- achtung der Rechtslage im konkreten Fall ist es nicht möglich, dass ein Steuerverfahren nach (Art des Verfahrens) des indischen Einkommensteu- ergesetzes pendent ist. Dem von der Beschwerdeführerin eingebrachten Rechtsgutachten ist zwar eine gewisse Bedeutung zuzuerkennen, doch kommt diesem lediglich die Stellung eines Parteigutachtens zu. Solchen Gutachten ist nach der Rechtsprechung nicht die Qualität von Beweismit- teln, sondern von blossen Parteibehauptungen beizumessen (Urteil des BGer 2C_750/2020 vom 25. März 2021 E. 9.3.2 m.w.H.). Demnach vermag die Beschwerdeführerin mit diesem Gutachten – wiederum gemäss Plau- sibilitätskontrolle (E. 4.3.4) – nicht hinreichend nachzuweisen, dass die An- gaben des MoF, wonach neu eine Untersuchung nach (Art des Verfahrens) hängig sein solle, nachweislich falsch und widersprüchlich sind. Anzufügen bleibt ferner, dass sich die Frage der Verjährung nach dem ausländischen Recht des ersuchenden Staats richtet und vor den dortigen Behörden gel- tend zu machen ist (Urteile des BGer 2C_662/2021, 2C_663/2021 vom 18. März 2022 E. 5.4 ff., 2C_800/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 4 und E. 6.3 i.f.). Entsprechendes gilt für die Frage, ob die Steuerperioden 2011-2012 bereits in Rechtskraft erwachsen sind. Dabei ist nach der Rechtsprechung selbst dann, wenn das ordentliche Veranlagungsverfahren betreffend Steu- erperioden 2011-2012 tatsächlich abgeschlossen wäre, nicht ausgeschlos- sen, dass der ersuchende Staat die Informationen weiterhin benötigt, etwa für eine allfällige Nachsteuer- bzw. Revisionsmöglichkeit, wobei es nicht am ersuchten Staat wäre, zu beurteilen, ob das Verfahrensrecht des ersu- chenden Staates ein Zurückkommen auf ein abgeschlossenes Veranla- gungsverfahren erlaubt oder nicht (Urteil des BVGer A-47/2020 vom 12. März 2021 E. 4.1.2 m.w.H.). Da die Rechtskraft von Steuerperioden nicht zu prüfen ist, gilt dies schliess- lich erst recht für die Prüfung der Rechtshängigkeit eines Steuerverfahrens
A-5002/2021 Seite 34 (vgl. dazu E. 6.2.3). Somit kann die Beschwerdeführerin auch aus dem ih- rer Eingabe vom 30. November 2022 beigelegten Auszug aus dem «E-Fi- ling-Portal» der indischen Einkommenssteuerbehörde, wonach in Indien keine Untersuchung betreffend die Beschwerdeführerin und das Steuerjahr 2011 bis 2012 hängig sein soll, nichts zu ihren Gunsten ableiten. Analoges gilt für die mit weiteren Eingaben dem Bundesverwaltungsgericht einge- reichten Auszüge aus dem indischen «E-Filing-Portal» oder dem «Compli- ance Portal» bzw. hinsichtlich der eingereichten «Verfügung des MoF» vom 8. April 2021 (Beschwerdebeilage 78), wobei diese ohnehin ge- schwärzte Seiten enthält und es fraglich erscheint, ob es sich überhaupt um eine Verfügung bzw. einen Entscheid des MoF handelt. Die Vorinstanz hat mit ihrer Rückfrage an das MoF (Sachverhalt, Bst. C.h) die ihr zumutbaren Abklärungen getätigt, zumal die Vorinstanz ohnehin kein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen hat (Urteil des BVGer A-1450/2021 vom 3. Mai 2022 E. 7.4.1 m.w.H.). Somit sieht das Bundes- verwaltungsgericht keine Veranlassung, von der CH-Bank zusätzliche Un- terlagen zu «The C._______ Trust» zu edieren sowie beim MoF ergän- zende Auskünfte einzuholen (Sachverhalt, Bst. D.c). Die entsprechenden Anträge der Beschwerdeführerin ist somit abzuweisen. 9.4 Das MoF hat auf explizite Nachfrage der Vorinstanz hin in seinem E-Mail vom 5. August 2021 explizit bestätigt, dass die ersuchten Informati- onen weiterhin voraussichtlich relevant seien (Sachverhalt, Bst. C.h). So- mit und angesichts der obigen Ausführungen gelingt es der Beschwerde- führerin nicht, die Darstellung des MoF betreffend voraussichtliche Erheb- lichkeit der ersuchten Informationen für ihre Besteuerung in Indien klarer- weise (mittels Urkunden) zu widerlegen (E. 4.4.1). Folglich ist davon aus- zugehen, dass die ersuchten Informationen nach wie vor voraussichtlich erheblich sind. Zudem sind auch keine weiteren Schwärzungen angezeigt. Bei den von der Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag Nr. 4 verlangten zu- sätzlichen Schwärzungen handelt es sich nicht um Drittpersonen, die rein zufällig in den verlangten Dokumenten auftauchen (vgl. zu «fruit d’un pur hasard»: Urteil des BGer 2C_703/2020 vom 15. März 2021 E. 4.2.3; Urteil des BVGer A-3358/2021 vom 16. März 2022 E. 2.4.5). 9.5 9.5.1 Die Parteien beantragen in ihren Rechtsschriften verschiedene Mo- difikationen des Übermittlungstextes im Zusammenhang mit dem C._______ Trust. Im Lichte der Erkenntnisse über den fraglichen Trust
A-5002/2021 Seite 35 (E. 9.1.2) ist der Übermittlungstext in der Schlussverfügung vom 13. Okto- ber 2021 anzupassen. Dabei ist das genaue Datum des Erlöschens des Trusts (als für das Bundesverwaltungsgericht nicht zu beurteilende materi- ellrechtliche Frage; E. 9.3.1) vorliegend nicht zu eruieren und hat demnach im Übermittlungstext auch nicht zu erscheinen. Somit ist der Übermittlungs- text gemäss Ziff. 2, 4. Abschnitt des Dispositivs in der Schlussverfügung vom 13. Oktober 2021 wie folgt anzupassen bzw. zu ergänzen: «Ms A._______ was beneficiary of the overlaying Trust of the company E._______ holding the account under reference Nr. (...)» «The overlaying Trust was liquidated bevor the requested time frame.» 9.5.2 Trotz genannter Anpassung verändert sich allerdings der Umfang der angedachten Amtshilfeleistung nicht relevant, weshalb dies keine Auswir- kungen auf die Kostenverlegung hat (vgl. Urteil des BVGer A-3576/2020 vom 1. März 2021 E. 4.1). 9.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die angefragten Informatio- nen als voraussichtlich erheblich erweisen (werden) für die Beurteilung der Einkommenssteuer der Beschwerdeführerin in Indien (E. 4.3.5). Nach dem Gesagten entsprechen die zu übermittelnden Informationen demnach den verlangten Daten gemäss dem Ersuchen des MoF und sind auch voraus- sichtlich erheblich. Schliesslich besteht weder Möglichkeit noch Veranlassung, von den ge- setzlichen Datenschutzpflichten der Vorinstanz abzuweichen. Demnach ist der Antrag, die bezeichneten Informationen und Unterlagen betreffend die Beschwerdeführerin nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens zu ver- nichten oder an die Beschwerdeführerin bzw. die Unterzeichnenden her- auszugeben, abzuweisen (Sachverhalt, Bst. D.a). 10. Zu prüfen ist nachfolgend die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach die Vorinstanz in ihrer Schlussverfügung Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht unterscheide. 10.1 10.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Vorinstanz zitiere in Ziff. 1 der Schlussverfügung diverse bundesgerichtliche Entscheide, welche sich darauf bezögen, dass die ersuchende Behörde den Sachverhalt im Amts- hilfebegehren nicht lückenlos belegen müsse, da dies dem Sinn und Zweck
A-5002/2021 Seite 36 der Amtshilfe widersprechen würde. Die vorgebrachten beschwerdeführe- rischen Einwände (etwa betreffend Verjährung der Steuerforderung oder Hängigkeit des Steuerverfahrens in Indien) seien keine Sachverhaltsfra- gen, sondern hätten Rechtsfragen betroffen. Daher sei die vorgebrachte Rechtsprechung im vorliegenden Verfahren nicht relevant. 10.1.2 Die Vorinstanz hält demgegenüber daran fest, dass es gerade an der Amtshilfe liege, gewisse Unklarheiten, die im Zeitpunkt des Eröffnens eines Amtshilfeersuchens bestanden hätten, zu klären. Soweit die Behör- den des ersuchenden Staates verpflichtet seien, den massgeblichen Sach- verhalt darzulegen, könne von ihnen nicht erwartet werden, dass sie dies bereits lückenlos und völlig widerspruchsfrei täten. Dies wäre rechtspre- chungsgemäss mit Sinn und Zweck der Amtshilfe nicht vereinbar, sollen doch aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte erst noch geklärt werden. Weiter habe sie (die Vorinstanz) in ihrer Schlussverfügung vom 13. Oktober 2021 aufgezeigt, dass die Informationen für das indische Ver- fahren weiterhin von voraussichtlicher Relevanz seien und es an den wei- teren Argumenten der Beschwerdeführerin an Substantiierung fehle, um das völkerrechtliche Vertrauensprinzip umzustossen. 10.2 Die Ausführungen der Vorinstanz stehen im Einklang mit der einschlä- gigen Rechtsprechung (E. 4.3.5). Dass an den Darstellungen des MoF nicht zu zweifeln ist und demnach kein Verstoss gegen das Vertrauensprin- zip vorliegt, wurde bereits erkannt (E. 6.3). Ebenso wurde bereits festge- stellt, dass die Vorinstanz ihrer Untersuchungspflicht im Rahmen der Plau- sibilitätskontrolle (betreffend voraussichtliche Erheblichkeit der ersuchten Informationen) hinreichend nachgekommen ist (E. 9.3.3). Weiterungen hierzu erübrigen sich. 11. Nachfolgend ist zu beurteilen, ob eine Verletzung des Spezialitätsprinzips nach Art. 26 Abs. 2 DBA CH-IN vorliegt. 11.1 11.1.1 Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass die Einhaltung des Spezialitätsprinzips durch das MoF und den indischen Staat aktuell nicht gewährleistet sei. So gebe es im vorliegenden Verfahren zahlreiche, kon- krete Hinweise, dass das Spezialitätsprinzip trotz Zusicherung der indi- schen Behörde bzw. trotz Anordnung der Schweizer Behörde, nicht einge- halten werde. Die Steuerveranlagung der Beschwerdeführerin sei bis und
A-5002/2021 Seite 37 mit dem Jahr 2011-2012 rechtskräftig und es gebe keinen Anlass, diese Informationen zu ersuchen. Die Schlussfolgerung sei somit naheliegend, dass Informationen sie (die Beschwerdeführerin) betreffend zur Beweis- ausforschung oder zum Zwecke der Einleitung eines rückwirkenden Straf- verfahrens ersucht werden. 11.1.2 Laut Vorinstanz hat die ersuchende Behörde in ihrem Ersuchen be- stätigt, dass alle Informationen die sie erhalten, geheim gehalten werden und nur für die gemäss dem DBA CH-IN zulässigen Zwecke verwendet werden. Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips habe für sie (die ESTV) grundsätzlich kein Anlass bestanden, an der Erklärung der in- dischen Behörde zu zweifeln und die vorgebrachten Nachweise der Be- schwerdeführerin erwiesen sich als unzureichend substantiiert. 11.2 Wie dargelegt, liegen keine hinreichenden Indizien vor, an den Dar- stellungen von Indien zu zweifeln (E. 6.3). Ob ein indisches Steuerverfah- ren bereits rechtskräftig ist oder nicht, bildet – wie gesehen – als materiell- rechtliche Frage nicht Gegenstand des vorliegenden Amtshilfeverfahrens (E. 9.3.3). Da international unterschiedliche Auffassungen darüber beste- hen, wie weit der Spezialitätsvorbehalt reicht, ist es angezeigt, dass die Vorinstanz das MoF anlässlich der Übermittlung der ersuchten Informatio- nen über den Umfang der Verwendungsbeschränkung informiert. Diese Vorgabe ist mit Ziff. 4 der angefochtenen Schlussverfügung erfüllt (Urteil des BVGer A-6744/2019 vom 15. Dezember 2020 E. 3.3). Von einer Ver- letzung des Spezialitätsprinzips ist nicht auszugehen. 12. Schliesslich ist zu prüfen, ob eine Verletzung des Ordre Public vorliegt, in- folge rückwirkender Anwendung des «Black Money Act». 12.1 12.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass die rückwirkende Anwen- dung des «Black Money Act» eine Verletzung des Ordre Public darstelle und aufgrund dessen die Informationen gemäss Art. 26 Abs. 3 Bst. c DBA CH-IN nicht ausgetauscht werden dürften. Die indischen Gerichte hätten die Frage betreffend die Rückwirkung des «Black Money Act» noch nicht entschieden. Im Urteil des Bundesgerichts 2C_750/2020 vom 25. März 2021 sei erwogen worden, dass eine Amtshilfe unter dem «Black Money Act» zu einem Verstoss gegen den Ordre Public führen könne, sähe jener eine rückwirkende Anwendung des materiellen Strafrechts vor. Die rück- wirkende Anwendung von Strafnormen verstosse gegen fundamentale
A-5002/2021 Seite 38 rechtsstaatliche Prinzipien und daher sei dem MoF im vorliegenden Ver- fahren keine Amtshilfe zu gewähren. 12.1.2 Die Vorinstanz hält dagegen, dass die Informationen nicht alleinig zu strafrechtlichen Zwecken bzw. für die Durchsetzung des «Black Money Act» eingefordert würden. Aus dem Ersuchen sei ersichtlich, dass der pri- märe Grund des Amtshilfeersuchens die Ermittlung von Informationen be- treffend die Einkommensbesteuerung sei. Das MoF lege dar, dass das Er- suchen zwecks korrekter Erhebung der Einkommenssteuer gestellt werde und es lägen keine Indizien vor, die Zweifel an dieser Darstellung aufkom- men lassen würden. Weiter habe die ersuchende Behörde in ihrem Ersu- chen bestätigt, dass alle Informationen, die sie erhalten würde, geheim ge- halten und nur für die gemäss dem DBA CH-IN zulässigen Zwecke ver- wendet würden. Aufgrund des völkerrechtlichen Vertrauensprinzips habe für sie (die Vorinstanz) grundsätzlich kein Anlass bestanden, an der Erklä- rung der indischen Behörde zu zweifeln und von einer drohenden Verlet- zung des Ordre public sei somit nicht auszugehen. Das eingereichte Gut- achten sei rechtsprechungsgemäss lediglich eine blosse Parteibehaup- tung. 12.2 Zunächst ist festzuhalten, dass das Spezialitätsprinzip keinen Schutz bietet, wenn das Amtshilfegesuch der Durchsetzung des Steuerstrafrechts dient (Urteil des BGer 2C_750/2020 vom 25. März 2021 E. 9.3). Die amts- hilfeweise zu übermittelnden Informationen gemäss Art. 26 Abs. 2 DBA CH- IN dürfen unter anderem für die Steuerstrafverfolgung hinsichtlich der in Abs. 26 Abs. 1 DBA CH-IN erwähnten Steuern verwendet werden (Urteil des BGer 2C_750/2020 vom 25. März 2021 E. 9.3.1). 12.3 Der «Black Money Act» trat am 1. Juli 2015 in Kraft (< https://prsin- dia.org/files/bills_acts/acts_parliament/2015/the-black-money-act,-2015. pdf>, zuletzt besucht am 12. Juli 2023). Es handelt sich um ein indisches Gesetz mit verschiedenen Strafnormen. Es wurde bereits festgestellt, dass die von der Beschwerdeführerin zur Untermauerung seiner Argumentation ins Recht gelegte «Legal Opinion» lediglich als Parteibehauptung zu wer- ten ist (E. 9.3.3). Ein Urteil des höchsten indischen Gerichts zur Frage der rückwirkenden Anwendbarkeit des «Black Money Act» erging laut Be- schwerdeführerin bislang nicht (Beschwerde, Rz. 173). 12.4 Insgesamt liegen keine hinreichenden Indizien vor, dass der Be- schwerdeführerin im Falle der Leistung von Amtshilfe eine strafrechtliche
A-5002/2021 Seite 39 Verurteilung gemäss «Black Money Act» gestützt auf rückwirkend anwend- bare materielle Strafrechtsnormen droht. Es ist entsprechend nicht davon auszugehen, dass die Auskunftserteilung im vorliegenden Fall gegen den Ordre public gemäss Art. 26 Abs. 3 Bst. c DBA CH-IN verstösst. Die Be- schwerde erweist sich somit auch in diesem Punkt als unbegründet (vgl. Urteil des BGer 2C_750/2020 vom 25. März 2021 E. 9.3.4). Demzufolge erübrigt es sich auch, die angefochtene Schlussverfügung vom 13. Okto- ber 2021 mit einem Verbot zu ergänzen, die Daten für eine Verfolgung un- ter dem «Black Money Act» zu verwenden (Beschwerde, Rz. 179) bzw. eine entsprechende Zusicherung von Indien einzuholen (E. 4.4.3). 13. Nach dem Dargelegten sieht das Bundesverwaltungsgericht keine Veran- lassung für weitere Sachverhaltserhebungen (vgl. E. 3). Anträge der Be- schwerdeführerin auf weitere Abklärungen des Sachverhalts können des- halb in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen werden (Urteil des BGer 9C_58/2022 vom 7. Juni 2022 E. 1.2 m.w.H.; Urteil des BVGer A-1000/2021 vom 8. Juli 2022 E. 4.1 m.w.H.). Dies gilt insbesondere für den in ihrer Eingabe vom 30. September 2022 gestellten Antrag (Sachver- halt, Bst. D.f), es sei ihr Gelegenheit zu geben, ihre Standpunkte dem Bun- desverwaltungsgericht in einer mündlichen Verhandlung vorzutragen. Zu- dem ist auf Steueramtshilfeverfahren die Garantie von Art. 6 Ziff. 1 der Kon- vention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) grundsätzlich nicht anwendbar (vgl. BGE 139 II 404 E. 6; Urteil des BVGer A-7010/2015 vom 19. Mai 2016 E. 2.1.1). Es besteht deshalb auch mit Bezug auf die EMRK kein Anspruch auf eine mündliche Verhandlung. Im Übrigen ist nicht davon auszugehen, dass die ESTV im Laufe des Be- schwerdeverfahrens hinsichtlich der vorliegenden Sache mit Behörden oder Dritten korrespondiert hat, ohne das Bundesverwaltungsgericht zu in- formieren. Aufgrund von Art. 54 VwVG ging die Behandlung der Sache grundsätzlich auf das Bundesverwaltungsgericht über (Devolutiveffekt). Die ESTV hat damit die Herrschaft über den Streitgegenstand verloren, d.h. sie hat mithin die Befugnis verloren, den rechtserheblichen Sachver- halt abzuklären (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz 3.7). Das Gesuch um Ak- tenedition der Beschwerdeführerin betreffend eine «allfällige neue Korres- pondenz» zwischen der ESTV und dem MoF oder anderen Behörden bzw. Dritten kann deshalb ebenfalls in antizipierter Beweiswürdigung abgewie- sen werden.
A-5002/2021 Seite 40 14. Zusammenfasend ergibt sich, dass die angefochtene Schlussverfügung vom 13. Oktober 2021, abgesehen vom geringfügig zu modifizierenden Übermittlungstext (E. 9.5.1), zu Recht erfolgte und die dort vorgesehene Amtshilfe an das MoF geleistet werden kann. Nachdem vorliegend erkannt wurde, dass die zur Übermittlung vorgesehenen Informationen allesamt voraussichtlich erheblich sind, ist schliesslich auch der Subeventualantrag der Beschwerdeführerin betreffend die Nichtübermittlung von «Akt. 2» ab- zuweisen (Sachverhalt, Bst. D.a). Im Übrigen sind die letzten Eingaben der Beschwerdeführerin, welche noch nicht der Vorinstanz weitergeleitet wor- den sind, mit dem vorliegenden Urteil zuzustellen. 15. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten auf Fr. 5'000.- festzusetzen und vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Februar 200 über die Kos- ten und Entschädigungsfolgen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), da sie nur marginal obsiegt (E. 9.5). Der einbezahlte Kos- tenvorschuss von Fr. 5'000.- ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. Eine Parteientschädigung ist aus demselben vorerwähnten Grund nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario, Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). 16. Dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuer- sachen kann gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) innerhalb von 10 Tagen nur dann mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge- richt weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli- cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet das Bundesgericht. Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen.
A-5002/2021 Seite 41 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Verfahrensanträge werden im Sinn der Erwägungen abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als die Vorinstanz Ziff. 2, 4. Abschnitt ihres Dispositivs in der Schlussverfügung vom 13. Oktober 2021 im Sinne von E. 9.5 dieses Urteils zu präzisieren hat. 3. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 4. Der Beschwerdeführerin werden die Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 5'000.- auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 5'000.- wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz.
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:
Jürg Steiger Kaspar Gerber
A-5002/2021 Seite 42 Rechtsmittelbelehrung: Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli- cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt (Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei- zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari- schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit- tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule- gen (Art. 42 BGG).
Versand: