Standing of pension institution to challenge accident insurer decision

UV.2007.00491Sozialversicherungsgericht24.03.2008Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Social Insurance Court held that a pension institution affected by an accident insurer's benefits decision has standing to challenge it. The insurer's non-entry decision was therefore unlawful because the objection was not a mere objection 'contra addressee' and had to be examined on the merits, with a deadline for substantiation if necessary. The court annulled the objection decision and remanded the matter to Winterthur for substantive treatment of the objection. Court proceedings were free of charge.

Omnilex-Regeste

Art. 49 Abs. 4 ATSG, Art. 66 Abs. 2 ATSG, Art. 70 Abs. 2 lit. d ATSG, Art. 34a BVG; standing of a pension institution to object against an accident insurer's decision. A decision affecting another social insurer's duty to perform must also be notified to that insurer, which may exercise the same remedies as the insured. In view of the coordination effect of the accident insurer's decision on the benefits owed by the occupational pension institution and its advance-payment obligation, the latter is entitled to challenge the decision at least where the remedy is brought 'pro Adressat'. A non-entry decision is unlawful if the objection is not manifestly inadmissible and the authority must instead examine it on the merits, if necessary after setting a time limit for substantiation (consid. 3-5).

Gesamter Gesetzestext

UV.2007.00491

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

III. Kammer

Sozialversicherungsrichter Spitz, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Annaheim

Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer

Gerichtssekretär Vogel

Urteil vom 25. März 2008

in Sachen

P.___

Beschwerdeführerin

vertreten durch A.___

gegen

''Winterthur'' Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft

Generaldirektion

General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur

Beschwerdegegnerin

Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Entscheid vom 8. Oktober 2007 auf die Einsprache der Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom 29. August 2007, mit welcher der Versicherten K.___ Leistungen der Unfallversicherung zugesprochen worden sind, nicht eingetreten ist (Urk. 2),

nach Einsicht in die Beschwerde vom 6. November 2007, mit welcher die Beschwerdeführerin die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids beantragt hat (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 29. Februar 2008 (Urk. 9),

in Erwägung,

dass eine Verfügung, welche die Leistungspflicht eines anderen Sozialversicherungsträgers berührt, auch diesem zu eröffnen ist und er die gleichen Rechtsmittel wie die versicherte Person ergreifen kann (Art. 49 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]),

dass der Entscheid des Unfallversicherers infolge der materiell-koordinationsrechtlichen Regelung ausschlaggebend dafür ist, in welchem Umfang die Vorsorgeeinrichtung Leistungen zu erbringen hat (Art. 66 Abs. 2 ATSG und Art. 34a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [BVG]), und überdies eine Vorleistungspflicht der Vorsorgeeinrichtung besteht (Art. 70 Abs. 2 lit. d ATSG in Verbindung mit Art. 34a Abs. 3 BVG),

dass deshalb nach der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichts die Legitimation einer Vorsorgeeinrichtung zur einsprache- und beschwerdeweisen Anfechtung eines Entscheids des Unfallversicherers, jedenfalls soweit sie das Rechtsmittel "pro Adressat" erhebt, zu bejahen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 2008 in Sachen SUVA c. Pensionskasse X., 8C_13/2007, Erw. 3-5),

dass die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 26. September 2007 nicht als Einsprache "contra Adressat" aufgefasst werden kann (Urk. 10/74 [= 3/1]),

dass die Beschwerdegegnerin demzufolge die Einsprache materiell hätte behandeln müssen - wobei sie der Einsprecherin zur Substantiierung ihres Vorbringens eine Nachfrist hätte ansetzen müssen -,

dass der angefochtene Einspracheentscheid demzufolge in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache zur materiellen Behandlung der Einsprache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist,

dass obsiegenden Behörden oder mit öffentlichrechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen, worunter auch Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge fallen, keine Parteientschädigungen zugesprochen werden (BGE 126 V 150 Erw. 4a, 118 V 169 Erw. 7, 117 V 349 Erw. 8 mit Hinweis),

erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2007 aufgehoben und die Sache wird an die "Winterthur" Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft zurückgewiesen, damit sie auf die Einsprache eintrete.

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  A.\_\_\_, unter Beilage des Doppels von Urk. 9
    
  •  ''Winterthur'' Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft
    
  •  Bundesamt für Gesundheit
    
  •  K.\_\_\_, unter Beilage je einer Kopie von Urk. 1 und 9
    

4. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Schlagwörter

standingsocial insurance coordinationoccupational pensionaccident insuranceobjection procedurenon-entry decisionremandcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appellant had standing to file an objection and appeal against the accident insurer's decision.

Extrahierter Entscheid

Yes. A pension institution affected by the insurer's decision may challenge it; the objection was not a 'contra addressee' objection and had to be treated on the merits.

Extrahierte Begründung

Under Art. 49(4) ATSG the other social insurer must receive the decision and may use the same remedies. Because the accident insurer's decision determines the scope of the pension fund's benefits and a duty to make advance payments exists, recent Federal Supreme Court case law recognizes standing for a pension institution to object and appeal, at least when acting 'pro Adressat'.

Kernrechtsfrage

Whether the insurer's non-entry decision should be upheld.

Extrahierter Entscheid

No. The insurer should have examined the objection on the merits and set a deadline to substantiate it.

Extrahierte Begründung

Since the objection could not be treated as a pure 'contra addressee' objection, the insurer's failure to consider it substantively was incorrect.

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