Invalidity pension denied; appeal dismissed

IV.2008.01177Sozialversicherungsgericht19.11.2009Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The insured woman appealed against the IV office’s decision refusing her an invalidity pension. She argued that her back pain and depression justified a full pension. The court relied on the MEDAS multidisciplinary report, which diagnosed mainly a mild to moderate depressive episode with a 20% work-capacity reduction and concluded that the somatic complaints did not significantly impair work capacity. It rejected the reports of treating doctors as insufficiently objective and held that even with a disability-related deduction no pension-relevant invalidity degree was reached. The appeal was dismissed and costs of CHF 500 were charged to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 69 Abs. 1bis IVG; probative value of expert medical reports in disability pension cases. A multidisciplinary expert report has full evidentiary weight when it is based on comprehensive examinations, addresses the subjective complaints and relevant file, and contains a consistent and nachvollziehbar reasoning of the medical correlations. Reports of treating physicians may be accorded reduced weight where they largely reproduce the patient’s complaints and lack objective substantiation. If the medically established limitations do not yield a pension-relevant degree of invalidity, the denial of an invalidity pension must be confirmed; a disability-related deduction does not alter the result absent sufficient residual earning incapacity.

Gesamter Gesetzestext

IV.2008.01177

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

III. Kammer

Sozialversicherungsrichter Spitz, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Annaheim

Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer

Gerichtssekretär Vogel

Urteil vom 20. November 2009

in Sachen

X.___

Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwalt Guy Reich

c/o Reich Bortoluzzi Rechtsanwälte

Münchhaldenstrasse 24, Postfach, 8034 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle

Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich

Beschwerdegegnerin

Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 15. Oktober 2008 einen Anspruch von X.___ auf eine Rente der Invalidenversicherung verneinte (Urk. 2),

nach Einsicht in die Beschwerde vom 17. November 2008, mit welcher die Beschwerdeführerin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer ganzen Rente der Invalidenversicherung beantragt hat (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 18. Dezember 2008 (Urk. 8),

in Erwägung,

dass sich die 1953 geborene Beschwerdeführerin am 26./28. März 2007 unter Hinweis auf seit längerem bestehende Rückenbeschwerden und Depressionen zum vierten Mal bei der Beschwerdegegnerin zum Rentenbezug angemeldet hatte (Urk. 9/76),

dass die IV-Stelle auf die Neuanmeldung eintrat, Berichte der behandelnden Ärzte einholte (Urk. 9/88 [Bericht des Dr. med. Y.___, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. April 2007], 9/91 [Bericht des Dr. med. Z.___, Oberarzt am Psychiatrie-Zentrum A.___, vom 27. April 2007], 9/94 [Bericht des Dr. med. B.___, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, vom 7. Mai 2007 mit beigelegten Berichten von Fachärzten und Kliniken], 9/95 [Bericht des Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Neurologie, vom 18. Mai 2007], 9/96 [Bericht des Spitals D.___ vom 14. Juni 2007], 9/99 [Bericht der Klinik E.___ vom 9. Oktober 2007], 9/100 [Bericht des Medizinischen Zentrums F.___ vom 2. November 2007], und schliesslich eine polydisziplinäre medizinische Abklärung durch die MEDAS G.___ anordnete (Urk. 9/103),

dass die MEDAS-Gutachter eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode, ein generalisiertes Schmerzsyndrom, unter anderem ein vertebrales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Ausstrahlung in die Extremitäten links mehr als rechts, Spondylarthrosen distal-cervikal und distal-lumbal, eine Spondylolyse LWK5 mit erstgradiger Spondylolisthesis lumbo-sakral ohne radiologische Instabilitätszeichen, chronische periathropatische Schulterbeschwerden im Sinne einer Supraspinatustendinose beidseits, einen Verdacht auf arterielle Hypertonie, eine Adipositas (BMI 31) sowie einen chronischen Nikotinkonsum diagnostizierten (Urk. 9/110 S. 26 f.),

dass die Gutachter einerseits zum Schluss kamen, die festgestellten somatischen Gesundheitsstörungen seien nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit der Explorandin als Verkäuferin wesentlich zu beeinträchtigen und anderseits dafür hielten, die festgestellte depressive leicht- bis mittelgradige Episode schränke die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin um 20 % ein (Urk. 9/110 S. 27 ff.),

dass das MEDAS-Gutachten entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung den rechtsprechungsgemässen Anforderungen (vgl. BGE 134 V 231 Erw. 5.1, 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c) zu genügen vermag, beruht es doch auf allseitigen Untersuchungen während eines fünftägigen stationären Aufenthalts (Urk. 9/110 S. 11 ff.), berücksichtigt die geklagten Beschwerden (Urk. 9/110 S. 11 ff. und 21 f.), ist in Kenntnis der relevanten Vorakten abgegeben worden (vgl. den Aktenauszug in Urk. 9/110 S. 2 ff.) und enthält eine schlüssige und nachvollziehbare Begründung der medizinischen Zusammenhänge (Urk. 9/110 S. 15, 19 f., 24 ff.),

dass Dr. B.___ der Beschwerdeführerin trotz anderslautender gutachterlicher Erkenntnisse (vgl. bereits die Ergebnisse der im Jahr 2003 erfolgten Begutachtung, Urk. 9/14 S. 14 ff.) seit Jahren eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert, ohne dies mit hinreichenden objektiven Befunden begründen zu können,

dass der behandelnde Psychiater Dr. Y.___ in seinem Bericht vom 1. November 2002 (richtig wohl: 2008) den Erkenntnissen der Gutachter im wesentlichen lediglich die subjektiven Klagen der Beschwerdeführerin gegenüberstellt (Urk. 3/4),

dass das Gericht der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und behandelnde Fachärzte (so etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen H. vom 21. Februar 2005, I 570/04, Erw. 5.1 mit Hinweisen) mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung tragen soll und darf (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc),

dass somit auf die im Beschwerdeverfahren aufgelegten Berichte der Dres. B.___ vom 24. Oktober 2008 (Urk. 3/3) und Y.___ vom 1. November 2002 (richtig wohl: 2008, Urk. 3/4) nicht abgestellt werden kann,

dass die Beschwerdegegnerin daher gestützt auf die Ergebnisse des MEDAS-Gutachtens einen Rentenanspruch zu Recht verneint hat,

dass auch unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs kein anspruchsbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde,

dass die Beschwerde entsprechend abzuweisen ist,

dass die Kosten des Verfahrens auf Fr. 500.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdeführerin zu tragen sind (Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]),

erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.

3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  Rechtsanwalt Guy Reich
    
  •  Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
    
  •  Bundesamt für Sozialversicherungen
    

sowie an:

  •  Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
    

4. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Schlagwörter

invalidity pensionmedical evidenceexpert reportwork capacitypsychiatric impairmenttreating physiciandisability degreecourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the MEDAS multidisciplinary expert report was sufficiently reliable to assess work capacity.

Extrahierter Entscheid

Yes. The report met the requirements for probative medical evidence because it was based on comprehensive examinations, considered the complaints and file, and gave coherent reasons.

Extrahierte Begründung

The court found the expert opinion complete and consistent, and preferred it over the treating physicians’ reports, which lacked sufficiently objective substantiation and largely repeated subjective complaints.

Kernrechtsfrage

Whether the insured person was entitled to an invalidity pension despite the medical findings.

Extrahierter Entscheid

No. The established 20% psychiatric limitation and the somatic findings did not produce a compensable degree of invalidity, even after a deduction for limited earning capacity.

Extrahierte Begründung

Relying on the MEDAS assessment, the court held that the respondent had correctly denied a pension because no pension-relevant invalidity degree resulted.

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