Psychomotor therapy for child disability claim remanded for medical assessment

IV.2007.00373Sozialversicherungsgericht29.05.2007Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Social Insurance Court considered a complaint by a child, represented by his parents, against the cantonal IV office’s refusal to pay for psychomotor therapy linked to speech therapy. The court held that the office had denied the benefit claim without first making the necessary medical clarifications on indication and effectiveness. It therefore annulled the refusal decision and remanded the case for further investigation and a new administrative ruling. Court costs of CHF 400 were imposed on the IV office.

Omnilex-Regeste

Art. 69 Abs. 1bis IVG; review of a refusal of disability-insurance benefits for psychomotor therapy supporting speech therapy: where the administration denies entitlement without first obtaining the necessary medical clarifications, the decision is premature and must be annulled and remanded for further investigation and a new ruling (consid. 3). In proceedings concerning insurance benefits, court costs are chargeable and are to be fixed according to procedural effort, irrespective of the amount in dispute; they are borne by the unsuccessful party (consid. 4).

Gesamter Gesetzestext

IV.2007.00373

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

III. Kammer

Sozialversicherungsrichter Faesi, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Annaheim

Ersatzrichterin Condamin

Gerichtssekretärin Fischer

Urteil vom 30. Mai 2007

in Sachen

P.___ geb. 1998

Beschwerdeführer

gesetzlich vertreten durch die Eltern U.___

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle

Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich

Beschwerdegegnerin

1.

1.1 Weil der 1998 geborene P.___ unter Dysphasie, Dysgrammatismus, Stottern, Dysgnosie und leichter Nasalität litt (vgl. Urk.11/3), erteilte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 30. September 2004 (Urk. 11/4) auf entsprechendes Gesuch vom 27. August 2004 hin (vgl. Urk. 11/1) für die Zeit vom 1. April 2004 bis 31. Juli 2007 Kostengutsprache für Sonderschulmassnahmen (Sprachheilbehandlung).

1.2 Am 5. September 2006 meldete die Mutter des Versicherten diesen erneut zum Bezug von Leistungen (Heilpädagogische Schule) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 11/12). Nachdem die IV-Stelle entsprechende Abklärungen getätigt hatte (vgl. Urk. 11/16), erteilte sie P.___ am 3. Oktober 2006 Kostengutsprache für Sonderschulmassnahmen (Schul- und Kostgeldbeitrag für die Zeit vom 21. August 2006 bis 31. Juli 2007, Entschädigung für notwendige pädagogisch-therapeutische Massnahmen nach IV-Tarif [vgl. Urk. 11/17]). Mit Vorbescheid vom 29. Dezember 2006 (Urk. 11/21) beziehungsweise Verfügung vom 12. Februar 2007 (Urk. 2) verneinte die IV-Stelle unter Hinweis darauf, dass die Wirksamkeit von Ergotherapie und psychomotorischer Therapie bei Sprachgebrechen wissenschaftlich nicht belegt sei, einen Anspruch des Versicherten auf medizinische Massnahmen (psychomotorische Therapie zur Unterstützung der Sprachheilbehandlung) .

2. Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 12. Februar 2007 (Urk. 2) liess der Versicherte am 9. März 2007 (Urk. 1) beziehungsweise 26. März 2007 (Urk. 7) mit dem sinngemässen Antrag, die IV-Stelle sei zu verpflichten, die Kosten für die psychomotorische Therapie zu übernehmen, Beschwerde erheben.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 15. Mai 2007 (Urk. 10) Rückweisung des Verfahrens an die IV-Stelle, damit Abklärungen betreffend die medizinische Indikation der Psychomotoriktherapie durchgeführt werden könnten.

3. Da die IV-Stelle den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers verneinte, ohne zuvor entsprechende Abklärungen vorgenommen zu haben, ist dem Antrag der Beschwerdegegnerin stattzugeben und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese die erforderlichen Abklärungen treffe und hernach erneut über den Anspruch des Beschwerdeführers auf Übernahme der Kosten der Psychomotoriktherapie entscheide.

4. Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG], in der seit dem 1. Juli 2006 geltenden Fassung) und auf Fr. 400.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

Das Gericht erkennt:

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 2007 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 400.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  U.\_\_\_, unter Beilage des Doppels von Urk. 10
    
  •  Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
    
  •  Bundesamt für Sozialversicherungen
    
  •  Krankenkasse CSS
    

sowie an

  •  die Gerichtskasse
    

4. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Schlagwörter

disability insurancemedical measurespsychomotor therapyspeech therapyremandmedical clarificationcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the insured child had a right to coverage of psychomotor therapy as a medical measure supporting speech therapy.

Extrahierter Entscheid

The refusal was premature because the medical indication of psychomotor therapy had not been sufficiently clarified; the matter had to be returned for further investigation and a new decision.

Extrahierte Begründung

The IV office denied the claim without carrying out the necessary clarifications on medical indication, so the court could not finally decide the substantive entitlement.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs of CHF 400.

Extrahierter Entscheid

The costs were imposed on the respondent according to the outcome of the proceedings.

Extrahierte Begründung

Because the case concerned the grant or denial of insurance benefits, the proceedings were chargeable; costs were set at CHF 400 and allocated to the losing respondent.

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