Invalidity pension appeal remanded for further medical assessment

IV.2006.00753Sozialversicherungsgericht30.03.2008Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Social Insurance Court considered an appeal against an IV office decision that had confirmed only a quarter invalidity pension from 1 September 2002. The insured person requested a full pension. The court held that the file did not permit a reliable assessment of his residual functional capacity, because the medical reports were inconclusive. It therefore annulled the objection decision and remanded the matter to the IV office for comprehensive medical clarification and a new decision. As the remand counted as full success for the appellant, the respondent was ordered to pay court costs of CHF 500 and party compensation of CHF 2,100.

Omnilex-Regeste

Art. 69 Abs. 1bis IVG; remand for further medical clarification in invalidity pension cases: if the medical record does not permit a reliable determination of residual work capacity, the pension decision cannot be finally assessed and must be annulled with referral for comprehensive medical investigation and renewed decision-making. A remand for further evidentiary clarification and new decision counts, in cost allocation, as full success of the appellant (consid. relevant case law). Court costs are charged to the unsuccessful party; a represented prevailing party is entitled to party compensation under cantonal procedural law and Art. 61 lit. g ATSG.

Gesamter Gesetzestext

IV.2006.00753

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

III. Kammer

Sozialversicherungsrichter Spitz, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Annaheim

Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer

Gerichtssekretär Vogel

Urteil vom 31. März 2008

in Sachen

L.___

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Christe

c/o Gamma Hug Christe Stehli

Bahnstrasse 5, Postfach 403, 8603 Schwerzenbach

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle

Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich

Beschwerdegegnerin

Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 11. August 2006 einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung ab 1. September 2002 bestätigt hatte (Urk. 2 und 8/71),

nach Einsicht in die Beschwerde vom 13. September 2006, mit welcher der Beschwerdeführer die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente beantragt hat (Urk. 1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 19. Oktober 2006 (Urk. 7),

in Erwägung,

dass der 1977 geborene Beschwerdeführer vom 1. September 2000 bis 31. August 2002 im Zentrum X.___ eine BBT-Anlehre zum Computeranwender EDV/CAD erfolgreich absolvierte (Urk. 8/11),

dass der Beschwerdeführer von September 2002 bis April 2004 Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezog (Urk. 8/62),

dass der Beschwerdeführer trotz Absolvierung eines vom 2. August 2004 bis 1. Februar 2005 dauernden Arbeitstrainings im Zentrum Y.___ durch die Arbeitsvermittlung der Invalidenversicherung nicht vermittelt werden konnte (Urk. 8/52 und 8/57),

dass sich die Beschwerdegegnerin bei der Prüfung der Rentenfrage auf die Schlussberichte des Zentrums X.___ vom 28. August 2002 (Urk. 8/11 S. 2-4) und des Zentrums Y.___ vom 8. Februar 2005 resp. 21. Juni 2005 (Urk. 8/52) abgestützt hatte (Urk. 2 und 8/66),

dass weder aus den sich bei den Akten befindenden ärztlichen Berichten aus den Jahren 1992 - 1998 (Urk. 8/1) noch aus dem Bericht von Dr. med. A.___, Fachärztin FMH Neurologie, vom 8. Februar 2005 (Urk. 8/40) schlüssig hervorgeht, inwieweit der Beschwerdeführer in der funktionellen Leistungsfähigkeit aus medizinischen Gründen eingeschränkt sein sollte,

dass mithin aufgrund der Aktenlage nicht klar ist, welche Arbeitsleistungen dem Beschwerdeführer trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung aus medizinischer Sicht noch zumutbar wären,

dass der angefochtene Entscheid deswegen aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur umfassenden medizinischen Abklärung zurückzuweisen ist,

dass die Beschwerdegegnerin hernach auf dieser Grundlage erneut über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu entscheiden hat,

dass das Verfahren gestützt auf Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung für die unterliegende Partei kostenpflichtig ist, die Kosten unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand festzulegen und im vorliegenden Fall auf Fr. 500.-- anzusetzen sind,

dass die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und zum Neuentscheid nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. Urteil des früheren Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 10. Februar 2004 i.S. K., U 199/02, Erw. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 Erw. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 3),

dass die Gerichtskosten somit der unterlegenen Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind,

dass der vertretene Beschwerdeführer ausgangsgemäss gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht in Verbindung mit § 7 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat, welche unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr. 2'100.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist (vgl. auch Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]),

erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 11. August 2006 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle zurückgewiesen wird, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre und hernach über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu entscheide.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.

3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 2'100.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.

4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  Rechtsanwalt Daniel Christe
    
  •  Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
    
  •  Bundesamt für Sozialversicherungen
    

sowie an:

  •  die Gerichtskasse (nach Eintritt der Rechtskraft)
    

5. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Schlagwörter

invalidity pensionmedical assessmentresidual earning capacityremandcourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appealed decision confirming only a quarter invalidity pension should be upheld.

Extrahierter Entscheid

The appeal is granted to the extent that the decision is annulled and the matter remanded for comprehensive medical assessment and a new decision on pension entitlement.

Extrahierte Begründung

The existing file, including older medical reports and the 2005 neurology report, did not clearly establish the claimant's residual work capacity. Without a reliable medical basis, the pension issue could not be decided definitively.

Kernrechtsfrage

Who bears the court costs after remand.

Extrahierter Entscheid

Because a remand for further clarification counts as full success for the appellant, the respondent must bear the court costs.

Extrahierte Begründung

Constant case law treats a remand for further investigation and new decision as complete success for the appealing party.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant is entitled to party compensation.

Extrahierter Entscheid

The respondent must pay party compensation of CHF 2,100 including VAT and disbursements.

Extrahierte Begründung

The represented appellant prevailed and was therefore entitled to compensation under cantonal procedural law and the ATSG.

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