Appeal inadmissible for lack of subject-matter jurisdiction

IV.2004.00574Sozialversicherungsgericht / 2. Kammer21.09.2004Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

X. appealed to the Zurich Social Insurance Court against an IV office decision on disability pension entitlement for 1 September to 31 December 2003 and asked for annulment, a finding of at least 70% disability, or remittal. The single judge held that the challenged decision was an end decision subject first to objection before the IV office under ATSG; therefore the court lacked subject-matter jurisdiction and could not hear the complaint before an objection decision existed. The file was ordered transferred to the IV office to be treated as an objection. The request to stay proceedings was declared moot, and the procedure was free of charge.

Omnilex-Regeste

Art. 52 ATSG; objection required against administrative end decisions before judicial review; premature appeal inadmissible. Where a social insurance decision is directly challenged without prior objection proceedings, the cantonal court must decline to enter into the matter for lack of jurisdiction and transfer the file to the issuing authority for treatment as an objection. The appeal to the court lies only after the objection decision has been issued (consid. 2.3). A request for suspension of the judicial proceedings becomes moot once non-entry is ordered and the matter is sent back for the objection stage (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

IV.2004.00574

II. Kammer

Sozialversicherungsrichter Meyer als Einzelrichter

Gerichtssekretärin Fehr

Verfügung vom 14. September 2004

in Sachen

X.___

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwältin Gabriela Gwerder

Langstrasse 4, 8004 Zürich

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)

IV-Stelle

Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich

Beschwerdegegnerin

1. Mit Eingabe vom 9. September 2004 erhob X.___, vertreten durch Rechtsanwältin Gabriela Gwerder, Zürich, vorsorglich Beschwerde gegen die Verfügung 4 der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 9. Juli 2004 betreffend Invalidenrente für die Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 2003 (Urk. 2) und ersuchte um deren Aufhebung, um Feststellung eines Invaliditätsgrades von mindestens 70 % und eventualiter um Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur Neubeurteilung (Urk. 1).

2.

2.1 Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer).

2.2 Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten und haben in einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt; so auch in den Bundesgesetzen über die Invalidenversicherung (IVG) und über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) sowie in den zugehörigen Verordnungen (IVV und AHVV).

Es wurde für sämtliche Sozialversicherungszweige (mit Ausnahme der beruflichen Vorsorge, auf die das ATSG keine Anwendung findet) ein Einspracheverfahren geschaffen: Gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG kann gegen Verfügungen innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden; davon ausgenommen sind prozess- und verfahrensleitende Verfügungen.

2.3 Die angefochtene Verwaltungsverfügung 4 vom 7. Juli 2004 (Urk. 2) ist ein Endentscheid und unterliegt deshalb der Einsprachemöglichkeit nach Art. 52 Abs. 1 ATSG, genau wie die Verfügung 5, welche der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben offenbar mit Einsprache angefochten hat (vgl. Urk. 1 S. 3 Ziff. 3). Erst gegen den Einspracheentscheid ist die Beschwerdeerhebung an das hiesige Gericht gegeben.

Dies führt - ohne Anhörung der Gegenpartei (Art. 61 ATSG in Verbindung mit § 19 Abs. 2 GSVGer) - zum Nichteintreten auf die Beschwerde und zur Überweisung der Akten an die Beschwerdegegnerin zur Behandlung der Beschwerde als Einsprache im Sinne von Art. 52 ATSG.

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das Begehren um Sistierung des vorliegenden Prozesses, bis die Beschwerdegegnerin über die Einsprache gegen ihre Verfügung 5 vom 9. Juli 2004 entschieden hat (Urk. 1 S. 2), als gegenstandslos.

Der Einzelrichter verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird mangels sachlicher Zuständigkeit nicht eingetreten.

Die Akten werden nach Eintritt der Rechtskraft der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Durchführung des Einspracheverfahrens überwiesen.

2. Das Verfahren ist kostenlos.

3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  • Rechtsanwältin Gabriela Gwerder

  • Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage einer Kopie von Urk. 1

  • Bundesamt für Sozialversicherung

4. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.

Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Die Gerichtssekretärin

Fehr

Schlagwörter

social insuranceobjection procedureinadmissibilitysubject-matter jurisdictiondisability pensionremittalcost-free proceedings

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the IV-Stelle decision was admissible before the Social Insurance Court without prior objection proceedings.

Extrahierter Entscheid

The court lacked subject-matter jurisdiction because the challenged administrative decision had to be attacked first by objection before the issuing authority; only the objection decision could be appealed to the court.

Extrahierte Begründung

Under Art. 52 ATSG, end decisions of the administrative authority are subject to objection within 30 days. Since no objection decision existed yet, judicial review was premature. The file therefore had to be transferred to the IV office for treatment as an objection.

Kernrechtsfrage

Whether the request to stay the proceedings pending the objection decision on another IV decision should be granted.

Extrahierter Entscheid

The stay request had become moot because the complaint was not entered into and the file was transferred for the objection procedure.

Extrahierte Begründung

Once the appeal was held inadmissible and the file sent back for objection handling, there was no pending court proceeding to suspend.

Kernrechtsfrage

Who bears the procedural costs.

Extrahierter Entscheid

The procedure was free of charge.

Extrahierte Begründung

The court expressly ordered a cost-free procedure in the dispositive part.

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