Unemployment benefits after severance pay from vested benefits

AL.2012.00137Sozialversicherungsgericht06.08.2012Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Social Insurance Court upheld the insured person's appeal against the unemployment fund's refusal of benefits. It held that the end of employment by mutual agreement, combined with a vested-benefits payment from the pension scheme, did not amount to early retirement under Art. 12 AVIV. The ordinary contribution-period rules therefore applied and were met. The court annulled the objection decision, declared entitlement to unemployment benefits in principle, remitted the matter to the fund to examine the remaining eligibility conditions, ordered no court costs, and awarded party costs of CHF 1,200.

Omnilex-Regeste

Art. 12 AVIV; early retirement and vested-benefits payment; only the advance receipt of an occupational pension retirement benefit constitutes early retirement for unemployment-insurance purposes. A vested-benefits or exit benefit under the FZG is not an age benefit within the meaning of Art. 12 AVIV. If no early retirement exists, contribution time is assessed under Art. 13 AVIG under the ordinary rules; voluntary employer payments into the pension scheme do not alter this qualification. Where the contribution period is fulfilled, entitlement to unemployment compensation depends on the remaining conditions of Art. 8 AVIG (consid. on the contribution-period issue and the pension qualification).

Gesamter Gesetzestext

AL.2012.00137

Sozialversicherungsgericht

des Kantons Zürich

IV. Kammer

Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna

Sozialversicherungsrichter Hurst

Gerichtsschreiberin Philipp

Urteil vom 7. August 2012

in Sachen

X.___

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein

Goecke Laur Reger-Wyttenbach Zürcher & Meier Rhein Rechtsanwälte

Ankerstrasse 24, Postfach 2250, 8026 Zürich

gegen

Arbeitslosenkasse syndicom

Stauffacherstrasse 60, Postfach 1142, 8026 Zürich

Beschwerdegegnerin

Nachdem die Beschwerdegegnerin mit die Verfügung vom 25. Januar 2012 bestätigendem Einspracheentscheid vom 25. April 2012 einen Anspruch von X.___ auf Arbeitslosenentschädigung infolge frühzeitiger Pensionierung verneint hat (Urk. 2),

nach Einsicht in die Beschwerde vom 24. Mai 2012, mit welcher der Beschwerdeführer die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und die Erstattung von Arbeitslosenentschädigung ab Januar 2012 beantragt hat (Urk. 1), und den Verzicht der Beschwerdegegnerin auf Stellungnahme vom 2. Juli 2012 (Urk. 11 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 14/1-13),

in Erwägung,

dass nach Art. 8 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, wer die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist, wobei die Beitragszeit gemäss Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist für die Beitragszeit während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (BGE 131 V 444 E. 1.2 S. 447 und E. 3.3, S. 452; ARV 2004 S. 115, C 127/02; ARV 2002 S. 116, C 316/99),

dass zufolge Art. 12 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIV, versicherten Personen, die vor Erreichung des Rentenalters der AHV pensioniert worden sind, nur jene beitragspflichtige Beschäftigung als Beitragszeit angerechnet wird, die sie nach der Pensionierung ausgeübt haben, laut Abs. 2 dieser Bestimmung Abs. 1 jedoch nicht gilt, wenn die versicherte Person aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund von zwingenden Regelungen im Rahmen der beruflichen Vorsorge vorzeitig pensioniert wurde (lit. a) und wenn sie einen Anspruch auf Altersleistungen erwirbt, der geringer ist als die Entschädigung, die ihr nach Artikel 22 AVIG zustünde (lit. b),

dass als vorzeitige Pensionierung in erster Linie der vorzeitige Altersrücktritt gemäss Art. 13 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) und demgemäss namentlich der Bezug einer förmlichen Altersleistung aus einer obligatorischen beruflichen Vorsorgeeinrichtung gilt, worunter selbst eine Barauszahlung der Freizügigkeitsleistung nicht zu zählen ist (BGE 123 V 142 E. 5a S. 148),

dass mithin für die Anwendbarkeit des Art. 12 AVIV der vorzeitige Bezug einer Altersleistung der beruflichen Vorsorge massgebend ist, und es bei der Ausrichtung einer Freizügigkeitsleistung beziehungsweise einer Austrittsleistung aus beruflicher Vorsorge (Art. 2 des Freizügigkeitsgesetzes, FZG) am Tatbestand der vorzeitigen Pensionierung mangelt (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 15. Februar 2005, C 186/04, E. 1; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2010, 8C_839/2009, E. 3.4; vgl. auch BGE 129 V 327 E. 4.6 S. 332),

dass zwar das Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der Y.___ in gegenseitigem Einvernehmen per 31. Dezember 2011 beendet (Urk. 14/10), dem Beschwerdeführer jedoch keine Altersleistung zugesprochen, sondern dessen Freizügigkeitsleistung ausgerichtet wurde (Urk. 3/4),

dass es mithin an einer frühzeitigen Pensionierung mangelt, woran auch die Einlage in die Pensionskasse des Beschwerdeführers von Fr. 77'000.-- nichts ändert, handelt es sich hierbei doch um eine freiwillige Leistung im Sinne von Art. 11 *a * AVIG bzw. Art. 10 * b * AVIV,

dass damit die Beitragszeit nach Art. 13 AVIG zu bestimmen und dessen Voraussetzung als erfüllt zu betrachten sind (Urk. 3/9), womit der Beschwerdeführer Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung besitzt, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen (Art. 8 AVIG) gegeben sind, was zur Gutheissung der Beschwerde führt,

dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat, welche ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen (§ 34 Abs. 1 und Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht) und auf Fr. 1'200.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) festzusetzen ist,

erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der Arbeitslosenkasse syndicom vom 25. April 2012 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, sofern die weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind.

2. Die Sache wird zur Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen an die Arbeitslosenkasse syndicom überwiesen.

3. Das Verfahren ist kostenlos.

4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 1'200.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.

5. Zustellung gegen Empfangsschein an:

  •  Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein
    
  •  Arbeitslosenkasse syndicom
    
  •  seco - Direktion für Arbeit
    
  •  Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
    

6. Gegen diesen Entscheid kann innert ** 30 Tagen** seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).

Schlagwörter

unemployment insuranceearly retirementvested benefitscontribution periodpension fundparty compensationremand

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the claimant was to be treated as early retired under unemployment insurance law

Extrahierter Entscheid

No; the payment was a vested-benefits payment, not an occupational pension benefit, so there was no early retirement within the meaning of the ordinance.

Extrahierte Begründung

Art. 12 AVIV applies only to advance receipt of an occupational pension retirement benefit. A vested-benefits or exit benefit does not amount to early retirement, and the employer's voluntary pension fund contribution did not change this.

Kernrechtsfrage

Whether the claimant satisfied the contribution period requirement for unemployment benefits

Extrahierter Entscheid

Yes; the contribution period had to be assessed under Art. 13 AVIG and was fulfilled.

Extrahierte Begründung

Because there was no early retirement, post-retirement employment limitations in Art. 12 AVIV did not apply; the ordinary contribution-period rules governed and were satisfied.

Kernrechtsfrage

Whether the claimant had a right to unemployment compensation subject to the remaining statutory conditions

Extrahierter Entscheid

Yes, subject to the examination of the other entitlement conditions by the unemployment fund.

Extrahierte Begründung

With the early-retirement objection rejected and the contribution period met, the claimant was entitled in principle to unemployment benefits if all other requirements under Art. 8 AVIG were fulfilled.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.