Mootness of recusal-based reassignment request

VV180001Obergericht21.02.2018Dismissed

Zusammenfassung

The Zurich Administrative Commission of the Cantonal High Court dealt with a transfer request in a tenancy conciliation matter. The district court had referred the file because a member of the conciliation body was also a board member of the landlord. After the tenant withdrew his extension request, the commission held that the reassignment issue had become moot. As the conciliation proceedings could simply be closed, the file did not need to be transferred to another conciliation authority. The case was therefore struck off as erledigt.

Regest

Art. 51 ZPO; mootness of a recusal-based request for reassignment in conciliation proceedings. Where the underlying substantive request is withdrawn, the question whether members of the conciliation authority must recuse themselves and the file be transferred becomes moot if the proceedings can be terminated without discretionary adjudication. In such a situation, no reassignment to another conciliation body is required; the competent authority may close the matter by discontinuance or striking off (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Geschäfts-Nr.: VV180001-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. M. Burger, Vizepräsident lic. iur. M. Langmeier, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Oberrichter Dr. D. Bussmann sowie die Ge- richtsschreiberin lic. iur A. Leu

Beschluss vom 21. Februar 2018

in Sachen

A._____, Mieter (Kläger)

gegen

B._____ AG, Vermieterin (Beklagte)

betreffend Umteilung Prozess Nr. MM170110-C des Bezirksgerichts Bülach in Sachen A._____ gegen B._____ AG betreffend Erstreckung

Erwägungen: 1. Mit Verfügung vom 15. Januar 2018 überwies das Bezirksgericht Bülach als untere kantonale Aufsichtsbehörde über die Paritätische Schlichtungsbehör- de in Mietsachen die Akten des Verfahrens MM170110-C in Sachen A._____ (fortan Kläger) gegen die B._____ AG (fortan Beklagte) betreffend Erstreckung an die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich, mit dem Ersuchen, über das Ausstandsbegehren zu befinden und das Verfahren MM170110-C einer anderen Schlichtungsbehörde zuzuwei- sen. Zur Begründung verwies das Bezirksgericht auf das Schreiben der Pari- tätischen Schlichtungsbehörde in Mietsachen vom 9. Januar 2018, wonach C._____ Mitglied des Verwaltungsrats der beklagten B._____ AG und gleichzeitig ordentliches Mitglied der Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirksgerichts Bülach sei (vgl. act. 1 und 2). 2. Auf Fristansetzung seitens des Gerichts hin (act. 4) liess sich die Beklagte nicht vernehmen. Mit Schreiben vom 29. Januar 2018 orientierte der Kläger die Verwaltungskommission und die Paritätische Schlichtungsbehörde in Mietsachen sodann über den Rückzug seines Erstreckungsbegehrens. Er habe inzwischen eine neue Wohnung gefunden, weshalb eine Mieterstre- ckung nicht mehr erforderlich sei (act. 6 und 7). Damit erübrigt sich eine Um- teilung des Verfahrens MM170110-C an eine andere Schlichtungsbehörde, da die Abschreibung des Verfahrens infolge Rückzugs des Gesuchs mittels Erledigungsbeschlusses mangels Ermessens- bzw. Beurteilungsspielraums durch die Mitglieder der Partitätischen Schlichtungsbehörde in Mietsachen des Bezirksgerichts Bülach vorgenommen werden kann (Wullschleger in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Auflage, Art. 51 N 4). Das vorliegende Verfahren ist somit als gegenstandlos geworden ab- zuschreiben.

Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird infolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abgeschrieben. 2. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: - den Kläger, - die Beklagte sowie - an das Bezirksgericht Bülach, ad Verfahren BV180003-C, unter Rück- sendung der Akten Nr. MM170110-C.

  1. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an ge- rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden. Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Der Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung.

Zürich, 21. Februar 2018

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Gerichtsschreiberin:

Lic. iur. A. Leu

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Schlagwörter

mootnessrecusalreassignmentconciliation proceedingstenancywithdrawalstriking off