No jurisdiction over legal aid request in pending district court case

VO150039Obergericht06.03.2015Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A._____ applied to the president of the Zurich Obergericht for free legal aid in a case already pending before the District Court of Pfäffikon. The president held that, under § 128 GOG, he is competent only for pre-procedural requests or requests up to the end of conciliation, not for proceedings already pending before a district court. The application was therefore not entered into and was not transferred. The proceeding was declared free of charge.

Omnilex-Regeste

§ 128 GOG; Art. 119 Abs. 6 ZPO; competence to decide legal-aid requests and cost-free procedure: The president of the cantonal upper court is competent only for requests for free legal aid made before commencement of an action or, at the latest, until completion of conciliation proceedings. He is not competent to decide such a request once the main proceedings are already pending before the district court; in that case the request must be filed with the seised court. Proceedings concerning legal aid are cost-free. The refusal to enter into the request is an erstinstanzlicher Entscheid within the meaning of Art. 319 lit. b ZPO; the remedy is an appeal under Art. 121 ZPO (consid. 2-4).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Präsidium

Geschäfts-Nr.: VO150039-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Gürber

Verfügung vom 6. März 2015

i n Sachen

A._____, Gesuchsteller

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 4. März 2015 ersucht A._____ (nachfolgend: Gesuchstel- ler) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für ein beim Bezirksgericht Pfäffikon anhängiges Verfahren mit der Geschäfts-Nr. FV150008-H (act. 1). 2. Dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich obliegt gemäss § 128 GOG nur die Beurteilung von Gesuchen um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vor Einreichung einer Klage bei einem zürcherischen Gericht, na- mentli ch für ei n Schli chtungsverfahren vor ei ner zürcheri schen Schli chtungsbe- hörde. In sachlicher Hinsicht ist er damit nur für vorprozessuale Gesuche bzw. Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens zuständig. Nicht zuständig ist er hingegen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege im Rahmen eines bereits hängigen Verfahrens vor einem Bezirksgericht, wie dies der Gesuchsteller beantragt (act. 1). Solche Gesuche sind direkt beim betreffenden Gericht zu stellen, vorliegend beim Bezirksgericht Pfäffikon. Mangels Zuständigkeit ist daher auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung nicht einzutreten. Eine Überweisung des Gesuchs an das Bezirksgericht Pfäffikon erfolgt nicht. 3. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 4. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Oberge- richtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen de- ren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre.

Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird nicht eingetreten. 2. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schri ftli che Mi ttei lung an den Gesuchsteller unter Rücksendung der einge- reichten Beilagen (act. 2/1-7; gegen Empfangsschein). 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Züri ch, 6. März 2015 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Gürber

versandt am:

Schlagwörter

legal aidjurisdictionnon-entrycost-free proceedingsappeal remedycivil procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the Obergericht president had jurisdiction to decide a request for free legal aid in an already pending district court case

Extrahierter Entscheid

No. The president is competent only for pre-action requests and those up to completion of any conciliation procedure, not for a request in proceedings already pending before the district court.

Extrahierte Begründung

Under § 128 GOG, competence is limited to pre-procedural matters. Since the underlying case was already pending before the District Court of Pfäffikon, the request had to be filed directly with that court.

Kernrechtsfrage

Whether the Obergericht should transfer the request to the District Court of Pfäffikon

Extrahierter Entscheid

No transfer was ordered.

Extrahierte Begründung

Because the request was not within the Obergericht president's jurisdiction, the decision simply declined entry; the file was not forwarded.

Kernrechtsfrage

Whether the proceedings on the legal aid request were chargeable

Extrahierter Entscheid

The Obergericht proceedings were free of charge.

Extrahierte Begründung

Art. 119(6) ZPO provides that proceedings concerning free legal aid are cost-free.

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