Legal aid refused for conciliation proceedings

VO150019Obergericht06.03.2015Dismissed

Zusammenfassung

A._____ applied to the Zurich Higher Court president for legal aid in a pending conciliation proceeding before the Horgen District Court conciliation authority in a tenancy matter. After being ordered to document her finances and to state her claims and facts, she filed documents but still did not sufficiently set out the merits. The court therefore could not assess whether the case was non-frivolous and refused legal aid for the conciliation stage. The question of indigence and the need for counsel remained open. The proceeding on legal aid was held to be free of charge.

Regest

Art. 117, 118, 119 CPC; § 128 GOG: Legal aid in proceedings preceding the filing of a claim requires indigence and a non-frivolous claim; for the appointment of counsel, necessity to safeguard rights is additionally required. If the applicant fails to state the facts and prayers for relief sufficiently, the court cannot assess the prospects of success and must reject the application without deciding on indigence or the need for counsel. Legal-aid proceedings are free of charge under Art. 119(6) CPC; the possibility of an appeal under Art. 121 CPC remains unaffected.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO150019-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Maurer

Urteil vom 6. März 2015

i n Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Ausgangslage 1.1 Mit Eingabe vom 24. Januar 2015, hierorts eingegangen am 27. Januar 2015, beantragte A._____ (nachfolgend: Gesuchstellerin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle- ge. Das Gesuch betrifft einerseits ein bei der Schlichtungsbehörde des Bezirksge- richts Horgen anhängig gemachtes Schlichtungsverfa hre n i n ei ner Mi etsache (Prozess-Nr. MK140215-F). Andererseits erwähnt die Gesuchstellerin auch eine Unterhaltsangelegenheit ("Alimente bzw. Unterhaltsbeiträge"; act. 1). 1.2 Auf Fristansetzung seitens des Gerichts hin (act. 3) reichte die Gesuchstelle- ri n mit Eingabe vom 26. Februar 2015 fristgerecht zahlreiche Unterlagen ins Recht (act. 4 und 5/1-12). 1.3 Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei- entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Parteient- schädigung im Sinne von Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei (die dem Obergerichtspräsidenten im Übrigen unbekannt ist, vermutlich handelt es si ch um B._____; vgl. Urk. 4 S. 1) ist daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contra- ri o ni cht zwi ngend anzuhören. 2. Beurteilung des Gesuchs 2.1 Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein- reichung einer Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtspräsi- dent im summarischen Verfahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO) zuständig. Die unentgelt- liche Rechtspflege ist gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO vor jeder Instanz neu zu bean- tragen, weshalb der Obergerichtspräsident diese bei Vorliegen der Anspruchsvor- aussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsverfahrens bewilligen kann. 2.2 D i e unentgeltliche Rechtspflege wird gewährt, wenn die gesuchstellende Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (sog. "Mittellosigkeit") und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Ein Anspruch auf die

gerichtliche Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes setzt sodann zu- sätzlich voraus, dass dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). 2.3 Mit Verfügung vom 13. Februar 2015 wurde der Gesuchstellerin – unter an- derem – aufgegeben, ihre finanziellen Verhältnisse (Einkommen, aktuelle Vermö- gensverhältnisse, notwendige Lebenshaltungskosten) mit aktuellen Belegen zu dokumentieren sowie ihre Rechtsbegehren und den massgebenden Sachverhalt in geraffter Form anzugeben (act. 3). Die Gesuchstellerin hat zwar zusammen mit ihrer Eingabe vom 26. Februar 2015 (act. 4) zahlreiche Unterlagen eingereicht (act. 5/1-12); sie hat es jedoch insbesondere unterlassen, dem Obergerichtsprä- sidenten den Sachverhalt sowie ihre Rechtsbegehren darzulegen. Es bleibt daher unklar, ob die fehlende Aussichtslosigkeit der Begehren in der Hauptsache gege- ben ist. Dem Obergerichtspräsidenten ist es unter diesen Umständen nicht mög- lich, die Prozesschancen des Begehrens der Gesuchstellerin in der Hauptsache hinreichend zu beurteilen. Wie in der Verfügung vom 13. Februar 2015 angedroht (act. 3 S. 4 Dispositivziffer 1) ist daher das Gesuch um Gewährung der unentgelt- lichen Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren abzuweisen. 2.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offen bleiben, ob die Gesuchstel- lerin über die erforderlichen Mittel verfügt, so dass sie nicht ohne erhebliche Be- einträchtigung ihrer Existenz prozessieren könnte, bzw. ob die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes zur Wahrung ihrer Rechte notwendig wäre. 2.5 Der Gesuchstellerin ist es unbenommen, bei einem allfälligen Verfahren vor dem zuständigen Gericht erneut um die Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege zu ersuchen. 3. Kosten und Rechtsmittel 3.1 Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um die unentgeltliche Recht- pflege kostenlos. 3.2 Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann der Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht angefochten werden. Dass vorliegend der Obergerichtspräsident

über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtsprä- sident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid im Sinne von Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird erkannt: 1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren vor der Schlichtungsbehörde des Bezirksgerichts Horgen (Prozess-Nr. MK140215-F) wird abgewiesen. 2. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schri ftli che Mi ttei lung an − die Gesuchstellerin − die Schlichtungsbehörde des Bezirksgerichts Horgen je gegen Empfangsschein bzw. als Gerichtsurkunde. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Züri ch, 6. März 2015

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Maurer

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