No jurisdiction over legal aid request in pending family case

VO140056Obergericht22.04.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A._____ asked the President of the Zurich Cantonal Court of Appeal for legal aid and appointed counsel in an already pending separation/divorce case before a district court. The president held that he was competent only for pre-action legal-aid requests or those up to the end of conciliation proceedings, not for requests in pending district court proceedings. The request therefore was not entered into. The court further stated that proceedings on legal aid are free of charge.

Omnilex-Regeste

§ 128 GOG; Art. 119 Abs. 6 ZPO, Art. 121 ZPO, Art. 319 lit. b ZPO; competence of the President of the Cantonal Court of Appeal to decide legal-aid requests: the president is only competent for pre-action requests and, where applicable, until the conclusion of conciliation proceedings before a Zurich authority. A request for legal aid relating to an already pending district-court proceeding must be submitted to the court seized of the main action. A decision rendered by the president in this context is an առաջին-instance decision within the meaning of Art. 319 lit. b ZPO and may be challenged by appeal. Proceedings concerning legal aid are free of charge.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO140056-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Urteil vom 22. April 2014

in Sachen

A._____, Gesuchsteller

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 10. April 2014 stellte A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um Ge- währung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltli- chen Rechtsbeistandes. Das Gesuch betrifft, soweit dies aus der Eingabe des Gesuchstellers hervorgeht, ein bereits hängiges Eheschutz- bzw. Scheidungsverfahren (act. 1 S. 4). 2. Dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich obliegt gemäss § 128 GOG nur die Beurteilung von Gesuchen um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege vor Einreichung einer Klage bei einem zürcheri- schen Gericht, namentlich für ein Schlichtungsverfahren vor einer zürcheri- schen Schlichtungsbehörde. In sachlicher Hinsicht ist er damit nur für vor- prozessuale Gesuche bzw. Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens zuständig. Nicht zuständig ist er hingegen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Rahmen eines bereits hän- gigen Verfahrens vor einem Bezirksgericht, wie dies der Gesuchsteller bean- tragt (act. 1). Ein solches Gesuch ist direkt beim betreffenden Gericht zu stellen. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher nicht einzutreten. 3. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 4. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be- schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre.

Es wird erkannt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes für das Eheschutz- bzw. Scheidungsverfahren vor unbekanntem Bezirksgericht wird nicht eingetre- ten. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an den Gesuchsteller, gegen Empfangsschein. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Zürich, 22. April 2014 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

versandt am:

Schlagwörter

legal aidjurisdictionfamily lawnon-entrycourt competencecost-free proceedings

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the President of the Zurich Cantonal Court of Appeal had jurisdiction to decide legal aid for an already pending district court family case.

Extrahierter Entscheid

No. The president is competent only for pre-action requests or requests up to the end of any conciliation stage; a request in an ongoing district court proceeding must be filed with that court.

Extrahierte Begründung

Under § 128 GOG, the president may only decide legal aid before filing suit in a Zurich court, especially for conciliation proceedings. Because the applicant sought legal aid for a case already pending before a district court, the request fell outside that competence.

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal appellate proceeding was free of charge.

Extrahierter Entscheid

Yes. Proceedings concerning legal aid are cost-free.

Extrahierte Begründung

Art. 119(6) CPC provides that proceedings on legal aid are free of charge.

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