No jurisdiction over legal aid request in pending divorce case

VO130156Obergericht04.10.2013Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A woman requested free legal aid from the President of the Zurich High Court for a divorce case already pending before the Zurich District Court. The president held that under § 128 GOG he is only competent for pre-action requests or requests up to the end of conciliation proceedings, not for legal aid in an ongoing district court case. The request therefore was not entered into and had to be filed directly with the district court. The proceeding before the High Court was declared free of charge. The decision also stated that it may be challenged by complaint to the High Court’s civil chambers within 10 days.

Omnilex-Regeste

§ 128 GOG; Art. 119 Abs. 6 ZPO; legal aid request for proceedings already pending before the district court: competence of the High Court president. The president of the Zurich High Court is competent only for pre-action requests and, where applicable, until completion of conciliation proceedings; once substantive proceedings are pending before the district court, the request for gratuitous legal aid must be directed to that court. Lack of subject-matter competence leads to non-entry. Proceedings concerning legal aid are free of charge (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO130156-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Gürber

Urteil vom 4. Oktober 2013

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 30. September 2013 ersucht A._____ (nachfolgend: Ge- suchstellerin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege für ein beim Bezirksgericht Zürich anhängi- ges Ehescheidungsverfahren mit der Geschäfts-Nr. FE130813-L (act. 1). 2. Dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich obliegt gemäss § 128 GOG nur die Beurteilung von Gesuchen um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vor Einreichung einer Klage bei einem zürcherischen Gericht, na- mentlich für ein Schlichtungsverfahren vor einer zürcherischen Schlichtungsbe- hörde. In sachlicher Hinsicht ist er damit nur für vorprozessuale Gesuche bzw. Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens zuständig. Nicht zuständig ist er hingegen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege im Rahmen eines bereits hängigen Verfahrens vor einem Bezirksgericht, wie dies die Gesuchstellerin beantragt (act. 1). Solche Gesuche sind direkt beim betreffenden Gericht zu stellen, vorliegend beim Bezirksgericht Zürich. Mangels Zuständigkeit ist daher auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung nicht einzutreten. Eine Überweisung des Gesuchs an das Bezirksgericht Zürich erfolgt nicht. 3. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 4. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Beschwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorliegend der Oberge- richtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen de- ren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre.

Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird nicht eingetreten. 2. Dieses obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin unter Rücksendung der einge- reichten Beilagen (act. 2/1-7; gegen Empfangsschein). 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Zürich, 4. Oktober 2013 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Gürber

versandt am:

Schlagwörter

legal aidjurisdictionfamily lawinadmissibilitycostspending proceedings

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the President of the Zurich High Court had jurisdiction to decide legal aid for an already pending district court divorce case.

Extrahierter Entscheid

No. Jurisdiction under § 128 GOG is limited to pre-action requests and requests up to completion of any conciliation stage; the pending district court case had to be addressed by the District Court itself.

Extrahierte Begründung

The request concerned an ongoing proceeding before the Bezirksgericht Zürich, so it was not a pre-proceedings or conciliation-stage request. The competent court was the district court, and the Obergericht president could not hear it.

Kernrechtsfrage

Whether the legal aid proceeding was free of charge.

Extrahierter Entscheid

Yes. Proceedings concerning legal aid are free of charge under Art. 119 para. 6 ZPO.

Extrahierte Begründung

The statute expressly provides cost-free treatment of legal aid proceedings.

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