No jurisdiction over legal aid request in pending divorce case

VO130121Obergericht06.08.2013Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A._____ requested free legal aid for an ongoing divorce proceeding before the District Court of Bülach. The President of the Zurich High Court held that he was not competent to decide such a request once proceedings were already pending before the district court; the application had to be filed there. The request was therefore not entered into. The court also stated that legal-aid proceedings are free of charge and that the decision may be challenged by complaint to the Zurich High Court within 10 days.

Omnilex-Regeste

§ 128 GOG; Art. 119 Abs. 6 ZPO, Art. 121 ZPO, Art. 319 lit. b ZPO; competence ratione temporis for legal-aid requests: the President of the cantonal high court is competent only for pre-action requests, in particular up to the end of conciliation. Once proceedings are pending before the district court, jurisdiction lies with that court. The absence of competence leads to non-entry; the legal-aid proceeding remains cost-free. The deciding officer acts as first-instance authority for purposes of complaint under Art. 121 ZPO (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO130121-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Verfügung vom 6. August 2013

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1.1. Mit Eingabe vom 31. Juli 2013 reichte A._____ (nachfolgend: Gesuchstelle- rin) beim Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das beim Bezirksgericht Bülach hängige Scheidungsverfahren FE130214 ein (act. 1). 1.2. Im Schlichtungsverfahren werden gemäss Art. 113 Abs. 1 ZPO keine Partei- entschädigungen gesprochen, weshalb auch eine Sicherheit für die Partei- entschädigung i.S.v. Art. 99 ZPO nicht zur Frage steht. Die Gegenpartei ist daher gemäss Art. 119 Abs. 3 ZPO e contrario nicht zwingend anzuhören. 2. Dem Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich obliegt gemäss § 128 GOG nur die Beurteilung von Gesuchen um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege vor Einreichung einer Klage bei einem zürcheri- schen Gericht, namentlich für ein Schlichtungsverfahren vor einer zürcheri- schen Schlichtungsbehörde. In sachlicher Hinsicht ist er damit nur für vor- prozessuale Gesuche bzw. Gesuche bis zum Abschluss eines allfälligen Schlichtungsverfahrens zuständig. Nicht zuständig ist er hingegen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Rahmen eines bereits hän- gigen Verfahrens vor einem Bezirksgericht, wie dies die Gesuchstellerin be- antragt (act. 1). Ein solches Gesuch ist direkt beim betreffenden Gericht zu stellen, vorliegend beim Bezirksgericht Bülach. Mangels Zuständigkeit ist daher auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht einzutreten. Eine Überweisung des Gesuchs an das Bezirksgericht Bülach erfolgt nicht. 3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 3.2. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be-

schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird verfügt: 1. Auf das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird nicht eingetreten. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin (gegen Empfangsschein). 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO). Zürich, 6. August 2013 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

versandt am:

Schlagwörter

legal aidjurisdictiondivorceconciliationcost-free proceedingnon-entry

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the President of the Zurich High Court had jurisdiction to decide legal aid for an already pending district court divorce proceeding.

Extrahierter Entscheid

The court lacked subject-matter jurisdiction; such a request must be filed directly with the court hearing the pending case.

Extrahierte Begründung

Under cantonal law the High Court President is competent only for pre-action legal aid requests, in particular before or during conciliation. A pending district court proceeding falls outside that competence.

Kernrechtsfrage

Whether the legal aid proceeding was subject to court fees.

Extrahierter Entscheid

The proceeding is free of charge.

Extrahierte Begründung

Article 119(6) ZPO makes proceedings concerning legal aid free of costs.

Kernrechtsfrage

Whether the decision was appealable and before which instance.

Extrahierter Entscheid

The decision could be challenged by complaint to the Zurich High Court within 10 days.

Extrahierte Begründung

A refusal of legal aid may be appealed under Article 121 ZPO; the High Court President acts here as a first-instance authority under Article 319(b) ZPO.

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