Legal aid refused for pre-divorce proceedings

VO130099Obergericht25.06.2013Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A woman requested legal aid from the Zurich Obergericht president for a forthcoming divorce case. The court held that, as a matter of practice, it grants legal aid only until the end of conciliation and therefore does not grant it at this stage for a divorce proceeding in which conciliation is omitted. The request was dismissed, without prejudice to a renewed request before the district court if proceedings are filed there. The court also stated that the legal-aid procedure itself is free of charge and that the refusal is appealable under Article 121 CPC within 10 days.

Omnilex-Regeste

Art. 119 Abs. 3, 5 und 6 ZPO; Art. 121 ZPO; Art. 319 lit. b ZPO: Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege können vor Einleitung des Hauptverfahrens vom zuständigen erstinstanzlichen Gericht im summarischen Verfahren beurteilt werden; die unentgeltliche Rechtspflege ist in jeder Instanz neu zu beantragen. Nach ständiger Praxis wird sie vor Klageeinreichung grundsätzlich nur bis zum Abschluss des Schlichtungsverfahrens bewilligt. Fällt das Schlichtungsverfahren gesetzlich dahin, rechtfertigt dies vor der erstinstanzlichen Hauptsachebeurteilung keine Bewilligung auf Vorrat. Die Ablehnung ist gemäss Art. 121 ZPO beschwerdefähig; der entsprechende Entscheid stellt einen erstinstanzlichen Entscheid im Sinn von Art. 319 lit. b ZPO dar. Das Verfahren über die unentgeltliche Rechtspflege ist kostenlos (Art. 119 Abs. 6 ZPO).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Präsident

Geschäfts-Nr.: VO130099-O/U

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu

Urteil vom 25. Juni 2013

in Sachen

A._____, Gesuchstellerin

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 12. Juni 2013, eingegangen am 21. Juni 2013, stellte A._____ (nachfolgend: Gesuchstellerin) beim Obergericht des Kantons Zü- rich für ein bevorstehendes Scheidungsverfahren ein Gesuch um unentgelt- liche Rechtspflege (act. 1). 2. Für die Beurteilung von Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege vor Ein- reichung der Klage bei Gericht ist gemäss § 128 GOG der Obergerichtsprä- sident im summarischen Verfahren zuständig (Art. 119 Abs. 3 ZPO). Die un- entgeltliche Rechtspflege ist Art. 119 Abs. 5 ZPO zufolge vor jeder Instanz neu zu beantragen. Praxisgemäss - und um nicht in das Verfahren vor Be- zirksgericht einzugreifen - bewilligt der Obergerichtspräsident die unentgelt- liche Rechtspflege bei Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen nur bis zum Abschluss des Schlichtungsverfahrens. Erfasst werden damit Gesuche betreffend die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zur Prozessvorbereitung sowie Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für ein Schlichtungsverfahren vor einer zürcherischen Schlichtungsbehörde. In einem allfälligen folgenden Verfahren vor dem Bezirksgericht ist ein er- neutes Gesuch zu stellen. 3. Vorliegend steht den Ausführungen der Gesuchstellerin zufolge ein Schei- dungsverfahren bevor, bei dem gemäss Art. 198 lit. c ZPO das Schlich- tungsverfahren - für welches die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wer- den könnte - entfällt. Für das möglicherweise bevorstehende Scheidungs- verfahren vor dem Bezirksgericht gewährt der Obergerichtspräsident auf- grund der erwähnten Praxis keine unentgeltliche Rechtspflege. Der Gesuch- stellerin entsteht dadurch jedoch kein Rechtsnachteil, kann sie doch in ei- nem allfälligen Verfahren vor dem Bezirksgericht bei diesem erneut um un- entgeltliche Rechtspflege ersuchen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechts- pflege ist deshalb abzuweisen.

  1. Gemäss Art. 119 Abs. 6 ZPO ist das Verfahren um unentgeltliche Rechts- pflege kostenlos. 5. Wird die unentgeltliche Rechtspflege ganz oder teilweise abgelehnt oder entzogen, so kann die gesuchstellende Person den Entscheid mit Be- schwerde gemäss Art. 121 ZPO beim Obergericht anfechten. Dass vorlie- gend der Obergerichtspräsident über das Gesuch befindet, vermag daran nichts zu ändern. Der Obergerichtspräsident fällt in diesem Verfahren einen erstinstanzlichen Entscheid i.S.v. Art. 319 lit. b ZPO und fungiert nicht als obere kantonale Instanz, gegen deren Entscheide lediglich ein Rechtsmittel ans Bundesgericht gegeben wäre. Es wird erkannt: 1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge- wiesen. 2. Das obergerichtliche Verfahren ist kostenlos. 3. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin, gegen Empfangsschein. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge- richt des Kantons Zürich, Zivilkammern, Postfach 2401, 8021 Zürich, einge- reicht werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Zürich, 25. Juni 2013 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

versandt am:

Schlagwörter

legal aiddivorcesummary proceedingsconciliationappealcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether legal aid can be granted pre-litigation for a forthcoming divorce case without conciliation proceedings.

Extrahierter Entscheid

The request was refused because, under the court’s practice, legal aid is granted only up to the end of conciliation; for a divorce case in which conciliation is omitted, no legal aid is granted at this stage, but the applicant may renew the request before the district court.

Extrahierte Begründung

The president was competent to decide the request in summary proceedings. Since legal aid must be requested anew at each instance, and the court’s practice avoids interfering with district court proceedings, pre-litigation aid is not granted for the possible district court divorce proceedings. No legal detriment results because a new application may be filed later.

Kernrechtsfrage

Whether the cantonal legal-aid procedure is free of charge.

Extrahierter Entscheid

Yes. The legal-aid procedure is cost-free.

Extrahierte Begründung

Article 119 paragraph 6 CPC provides that proceedings concerning legal aid are free of charge.

Kernrechtsfrage

Whether the decision is challengeable by appeal to the Obergericht and within what time limit.

Extrahierter Entscheid

The decision may be appealed to the Obergericht within 10 days, in duplicate, with the decision attached; legal vacation periods do not apply.

Extrahierte Begründung

A refusal of legal aid is appealable under Article 121 CPC. The president’s decision is a first-instance decision under Article 319 letter b CPC, not a higher cantonal decision appealable only to the Federal Supreme Court.

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