Non-entry on querulous supervisory complaint

VB120004Obergericht22.03.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A._____ AG in liquidation filed a supervisory complaint against the Bezirksgericht Zürich and sought numerous forms of relief against around 200 named persons, including annulment of prior decisions, evidence measures, damages, seizure, restitution, and recusal. The Obergericht of the Canton of Zurich, sitting as Verwaltungskommission, held that the filing was manifestly querulous and abusive because of its structure, volume, and abusive language. It therefore did not enter into the complaint and charged the costs of CHF 700 to the complainant.

Omnilex-Regeste

Art. 132 Abs. 3 ZPO; § 83 Abs. 2 f. GOG; querulous or abusive filings may be dealt with summarily without granting a time limit to cure. A submission is querulous where it lacks any reasonable basis, is characterized by a systematic sequence of improprieties, disparagements and verbal abuse, and is not aimed at protecting a legitimate procedural interest but at harassment or vexatious litigation. In such cases the authority may refuse to enter into the matter immediately. Costs are borne by the unsuccessful party under the ordinary cost rules.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission

Geschäfts-Nr.: VB120004-O/U

Mitwirkend: Obergerichtspräsident Dr. H.A. Müller, Vizepräsident lic. i ur. R. Naef, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichter lic. iur. M. Burger und Oberrichter Dr. J. Zürcher sowie die Gerichtsschreiberin lic. i ur. A. Leu

Beschluss vom 22. März 2012

i n Sachen

A._____ AG in Liquidation, Beschwerdeführerin

vertreten durch B._____,

betreffend Aufsichtsbeschwerde gegen aufsichtsrechtlichen Beschwerde- entscheid des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Januar 2012 (CB120002-L)

Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 2. Februar 2012 liess die A._____ AG in Liquidation (nach- folgend: Beschwerdeführerin) beim Obergericht des Kantons Zürich innert Frist (act. 5/7/2) eine Aufsichtsbeschwerde im Sinne von § 84 GOG ins Recht reichen (act. 1). Die Aufsichtsbeschwerde richtet sich gegen ca. 200 namentlich aufgezählte Personen. Die Beschwerdeführerin beantragt in nicht weniger als fünfzehn Rechtsbegehren die Aufhebung eines in dieser Sache am 16. Januar 2012 ergangenen Zirkulationsbeschlusses des Be- zirksgerichts Zürich als Aufsichtsbehörde (Antrag 1), die Aufhebung bzw. Abänderung von verschiedenen weiteren Entscheiden (Anträge 3, 4, 10, 11), die Abweisung von Rechtsbegehren betreffend Löschungen von Grund- buchsperren (Antrag 2), den Beizug von Beweismitteln (Antrag 5), die Durchführung von Zeugeneinvernahmen (Antrag 7), die Leistung von Scha- denersatz durch verschiedene Personen (Anträge 6, 8, 9 und 13) sowie die Beschlagnahme (Antrag 14) bzw. Rückerstattung (Antrag 12) von Vermö- genswerten. Im Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin den Ausstand von C._____ (Antrag 15) (act. 1). In Anwendung von § 83 Abs. 2 GOG kann auf das Einholen einer Vernehmlassung verzichtet werden. 2. Seit dem 1. Januar 2011 gilt in der Schweiz die neue Schweizerische Zivil- prozessordnung (ZPO), welche die bis anhin gültigen kantonalen Zivilpro- zessordnungen ablöst. Nach Art. 405 Abs. 1 ZPO gilt für Rechtsmittel das Recht, das bei der Eröffnung des anzufechtenden Entscheides in Kraft ist. Für erstinstanzliche Aufsichtsbeschwerden gelangt Art. 405 Abs. 1 ZPO zwar ni cht zur Anwendung (BSK ZPO-Frei/Willisegger, Art. 405 N 6), dies gilt indes nicht für den Weiterzug an die obere Aufsichtsbehörde, auf den gemäss § 84 GOG die Bestimmungen des Rechtsmittels der Beschwerde anwendbar sind. Der Entscheid des Bezirksgerichts Zürich datiert vom 16. Januar 2012, weshalb vorliegend die Schweizerische Zivilprozessord- nung sowie das kantonale Gerichtsorganisationsgesetz (GOG) massgebend si nd.

  1. Zuständig zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde ist gemäss § 80 lit. b i.V.m. § 84 GOG i.V.m. § 18 lit. k der Verordnung über die Organisati on des Obergerichts (LS 212.51) die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich (vgl. auch Hauser/Schweri/Lieber, GOG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2012, § 84 N 1). 4. Eingaben, die auf querulatorischer oder rechtsmissbräuchlicher Prozessfüh- rung beruhen, verdienen keinen Rechtsschutz. Als querulatorisch gelten Eingaben von Personen, deren Rechtsvorkehren auf keinen vernünftigen Überlegungen beruhen, eine systematische Aneinanderreihung von Unge- bührli chkei ten, Verungli mpfungen und Verbali njuri en bei nhalten und ni cht zur Wahrung des eigenen Rechtsschutzinteresses, sondern aus reiner Schi- kane oder zur mutwilligen Prozessführung eingereicht werden (BSK ZPO- Bornatico, Art. 132 N 30 f.; Staehelin in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen- berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zü- rich/Basel/Genf 2010, Art. 132 N 6). Nach Art. 132 Abs. 3 ZPO i.V.m § 83 Abs. 2 und 3 GOG werden querulatorische und rechtsmi ssbräuchli che Ein- gaben ohne Weiteres, namentlich ohne Gewährung einer Nachfrist zur Ver- besserung derselben, erledigt. Die Aufsichtsbeschwerde vom 2. Februar 2012 erweist sich als offensichtlich querulatorisch, was sich bereits aus Form, Inhalt und Vielzahl der Rechtsbegehren ergibt. Auch die Beschwer- debegründung erscheint nur schwer verständlich und ist geprägt von Verun- glimpfungen und Verbalinjurien gegen zahlreiche Drittpersonen. Damit ist auf die Aufsichtsanzeige ohne Weiterungen nicht einzutreten. 5. Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens der Be- schwerdeführerin aufzuerlegen (§ 83 Abs. 3 GOG i.V.m. Art. 108 ZPO, § 20 GebV OG; BSK ZPO-Bornatico, Art. 132 N 39). 6. Die Verwaltungskommission entscheidet als zweite Aufsichtsbehörde letzt- instanzlich über Aufsichtsbeschwerden. Ein kantonales Rechtsmittel dage- gen besteht in aller Regel nicht (Hauser/Schweri/Lieber, a.a.O., § 84 N 1 und 3). Vorbehalten bleibt das Rechtsmittel der Beschwerde ans Bundesge- richt.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Aufsichtsbeschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 700.- festgesetzt. 3. Die Kosten des Verfahrens werden der Beschwerdeführerin auferlegt. 4. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an die Beschwerdeführerin und an die Vorinstanz, an Letztere unter Rücksendung der Akten. 5. Eine allfällige Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ei nzurei chen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (ordentliche Beschwerde) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbe- schwerde) i.V.m. Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG).

Zürich, 22. März 2012 __________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Leu

versandt am:

Schlagwörter

querulous litigationabuse of processnon-entrysupervisory complaintcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the supervisory complaint was manifestly querulous and abusive, justifying non-entry without a cure period.

Extrahierter Entscheid

The complaint was manifestly querulous and abusive; the court therefore did not enter into it.

Extrahierte Begründung

Its form, content, number of requests, and the complaint's largely incomprehensible reasoning, marked by disparagement and verbal abuse of third persons, showed abusive litigation conduct. Under the applicable procedural rules, such submissions are dealt with immediately and without an opportunity to amend.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs for the non-entry decision.

Extrahierter Entscheid

The costs of the proceedings were imposed on the complainant.

Extrahierte Begründung

The complainant was unsuccessful, so the costs followed the outcome.

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