Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer
Geschäfts-Nr.: UE170250-O/U/TSA
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, die Ersatzoberrichter lic. i ur. A. Schärer und lic. iur. Th. Vesely sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Sterchi
Verfügung und Beschluss vom 6. November 2017
i n Sachen
A._____, Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____
gegen
betreffend Nichtanhandnahme
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt- schaft I des Kantons Zürich vom 22. August 2017, A-1/2017/10007682
Erwägungen: I. 1.1. Am 25. März 2016 um ca. 20.30 Uhr kam es in der Bar E._____ an der F.-Strasse ... i n Züri ch zu ei nem Zwischenfall, bei dem der Spiegel der Her- rentoilette in Brüche ging. Die vom Barkeeper G. (nachfolgend Barkeeper) herbeigerufenen Polizeibeamten B._____ und C._____ (nachfolgend Beschwer- degegner 1 und 2) unterzogen in der Folge den einzigen Gast der Bar, A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer), der vom Barkeeper als Verursacher des Sach- schadens bezeichnet worden war, einer Kontrolle; in deren Verlauf kam es zu Un- stimmigkeiten, worauf der Beschwerdeführer arretiert, unter Mitwirkung des Poli- zeibeamten D._____ (Beschwerdegegner 3) auf die Wache überführt und später der Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle zugeführt wurde, wo er am 26. März 2016 um 02.20 Uhr entlassen wurde (vgl. Urk. 7/1; Urk. 1 und Urk. 19 der Beizu- gsakten des Bezirksgerichts Zürich [GB170006, Untersuchung Nr. 2016/1022708] i n Urk. 7, nachfolgend Beizugsakten). Mit Strafbefehl vom 23. Januar 2017 bestrafte die Staatsanwaltschaft Zürich- Limmat den Beschwerdeführer wegen Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB mit einer bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 15 Tages- sätzen zu je Fr. 70.-- und mi t ei ner Busse von Fr. 300.-- (Beizugsakten Urk. 24). Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer Einsprache (Beizugsakten Urk. 25), worauf die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat die Sache am 21. Februar 2017 an das Einzelgericht Zürich überwies (Beizugsakten Urk. 26). 1.2. Am 3. März 2017 liess der Beschwerdeführer bei der Staatsanwaltschaft I des Kantons Züri ch (nachfolgend Staatsanwaltschaft) Strafanzeige gegen die Beschwerdegegner 1-3 wegen Amtsmissbrauchs, ei nfacher Körperverletzung und Freiheitsberaubung erheben (Urk. 7/1). Am 30. März 2017 sistierte der Einzelrichter des Bezirksgerichts Zürich das Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen Hinderung einer Amtshandlung bis zum Abschluss des Verfahrens gegen die Beschwerdegegner 1-3.
1.3. Die Staatsanwaltschaft ersuchte die Kammer mit Verfügung vom 25. April 2017, über die Erteilung bzw. Nichterteilung der Ermächtigung zur D urchführung ei ner Strafuntersuchung zu entscheiden. Dabei beantragte sie, es sei die Ermächti gung ni cht zu erteilen (Urk. 7/3/1). Am 4. Juli 2017 erteilte die Kammer der Staatsanwaltschaft die Ermächtigung zum Entscheid über die Unter- suchungseröffnung bzw. die Nichtanhandnahme des Verfahrens gegen die Be- schwerdegegner 1-3 (Urk. 7/3/5). 1.4. Mit Verfügung vom 22. August 2017 nahm die Staatsanwaltschaft die Untersuchung ni cht an Hand (Urk. 5). Gegen diesen Entscheid liess der Be- schwerdeführer am 11. September 2017 rechtzeitig (vgl. Urk. 5 S. 11) Beschwer- de erheben mit dem Antrag, es sei die Staatsanwaltschaft in Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung anzuweisen, eine Strafuntersuchung gegen die Beschwer- degegner 1-3 zu eröffnen und durchzuführen, unter Kosten- und Entschädi gungs- folgen zu Lasten der Beschwerdegegner; gleichzeitig liess er das Gesuch stellen, es sei ihm für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu ge- währen und ei n unentgeltli cher Rechtsvertreter zu bestellen (Urk. 2). 2. Da sich die Beschwerde - wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird - sofort als offensichtli ch unbegründet erweist, kann auf die Einholung von Stellungnah- men verzichtet werden (Art. 390 Abs. 2 StPO).
II. Die Verfahrenslei tung gewährt gemäss Art. 136 StPO der Privatklägerschaft für die Durchsetzung ihrer Zivilansprüche ganz oder teilweise die unentgeltliche Rechtspflege, wenn die Privatklägerschaft nicht über die erforderlichen Mittel ver- fügt und wenn di e Zi vi lklage nicht aussichtslos erscheint. Von einer aussichtslo- sen Zivilklage ist im Rahmen eines Strafverfahrens dann auszugehen, wenn die Nichtanhandnahme oder die Einstellung verfügt wird oder verfügt wurde (vgl. da- zu BSK StPO-Mazzucchelli/Postizzi, Basel 2014, Art. 136 N 15). In casu kann der Beschwerdeführer indessen keine Zivilansprüche gegen die Beschwerdegegner
1-3 geltend machen; für den Schaden, den ein Kantons- oder Gemeindeangestell- ter i n Ausübung amtli cher Verri chtungen einem Dritten widerrechtlich zugefügt hat, haftet der Kanton (§ 6 Abs. 1 i.V.m. § 2 des Haftungsgesetzes des Kantons Züri ch). Eine Person, die mutmasslich Opfer unzulässiger staatlicher Gewalt ge- worden ist, hat jedoch unmittelbar gestützt auf Art. 29 Abs. 3 BV einen Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, sofern sie bedürftig und ihr Begehren nicht aus- sichtslos ist (Urteil BG 1B_355/2012 vom 12.10.2012). Bei einem im Rahmen ei- ner Beschwerde gegen eine Nichtanhandnahme der Untersuchung gestellten Ge- such um unentgeltli che Rechtspflege ist nach dem Gesagten zu prüfen, ob si ch die Beschwerde bzw. ein allfälliges Strafverfahren unter strafrechtlichen Ge- sichtspunkten als aussichtslos erweist, d.h. ob die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Gefahr des Unterliegens (Urteil BG 1B_263/2015 vom 16.9.2015 E. 2.2). Diese Frage ist - wie nachfolgend unter III.3 .2. aufzuzeigen sei n wird - sofort zu bejahen, weshalb die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege bereits aus diesem Grund ni cht erfüllt si nd. Erwä- gungen zur Frage der Mittellosigkeit des Beschwerdeführers und zu angeblichen Privilegien von Polizeibeamten (vgl. dazu die Ausführungen des Beschwerdefüh- rers in Urk. 2 S. 19 ff.) erübrigen sich damit.
III . 1.1. Gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröffnung ei ner Untersuchung, wenn si ch aus den Informati onen und Beri chten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hin- reichender Tatverdacht ergibt. Für die Bejahung eines hinreichenden Tatver- dachts werden deliktsrelevante Anhaltspunkte vorausgesetzt. Die zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erforderlichen tatsächlichen Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkreter Natur sein. Blosse pauschale Schuld- zuwei sungen ohne Hi nwei s auf einen spezifischen Sachverhalt, Gerüchte oder Vermutungen genügen nicht. Der Anfangsverdacht soll eine plausible Tatsachen- grundlage haben, aus der sich die konkrete Möglichkeit der Begehung einer Straf- tat ergibt. Fehlt es daran und gelangt die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass
die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, verfügt sie die Nichtanhandnahme (Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO). Beim Entscheid, ob die Untersuchung zu eröffnen oder ni cht an Hand zu nehmen i st, steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Dies bedeutet unter anderem, dass die Staatsanwaltschaft nicht jeglicher Spur und jedem Hin- wei s nachzugehen hat, auch wenn sich ein Geschädigter - wie im vorliegenden Fall (Urk. 2 S. 7 und S. 17 f.) - solches vorstellt. Die Staatsanwaltschaft darf die Untersuchung ni cht an Hand nehmen, wenn feststeht, dass ei ne Anzei ge von vornherein aussichtslos ist. Entgegen der sinngemässen Auffassung des Be- schwerdeführers (Urk. 2 S. 14 f.) ist dies auch dann der Fall, wenn offensi chtli ch ist, dass Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen. Ei- ne Nichtanhandnahme darf jedoch nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen ergehen (vgl. zum Ganzen BGE 137 IV 285 E. 2.3; Urteil BG 6B_897/2015 vom 7.3.2016 E. 2.1 mit Hinweisen; Urteil BG 6B_560/2014 vom 3.11.2014; BSK StPO-Omlin, a.a.O., Art. 310 N 9). 1.2. Im Ermächtigungsentscheid der Kammer vom 4. Juli 2017 wurde fest- gestellt, dass sich die Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs und Körperverlet- zung nicht sofort als haltlos erweist, sondern ein Mindestmass an Hi nwei sen auf strafrechtlich re levantes Verhalten vorliegt (Urk. 7/3/5 S. 5). Entgegen der sinn- gemässen Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 16 und S. 18) folgt aus dieser Erwägung nicht, dass die Staatsanwaltschaft zwingend eine Strafuntersu- chung eröffnen und durchführen muss. Der Entscheid über die Erteilung der Er- mächtigung zur Strafuntersuchung ist demjenigen über die Anhandnahme ei ner Untersuchung vorangestellt, weshalb im Ermächtigungsverfahren ni cht zu prüfen war (und auch ni cht geprüft wurde), ob ein hinreichender Tatverdacht i m Si nne von Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO vorliegt. Der Beschwerdeführer verkennt bei seiner Argumentation, dass die Ermächtigung bereits bei einer geringeren Wahrschein- lichkeit einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit erteilt werden muss, als sie für die Anhandnahme ei ner Untersuchung oder gar eine Anklageerhebung erforderlich ist (vgl. dazu Urteil BG 1C_438/2014 vom 19.3.2015 E 2.2).
2.1. Die Staatsanwaltschaft fasste im angefochtenen Entscheid die in der Strafanzeige dargelegte Sachdarstellung des Beschwerdeführers sowi e die im Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer wegen Hinderung einer Amtshand- lung erhobenen Aussagen der Beschwerdegegner 1-3 und dreier Zeugen detail- li ert und - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 9 und S. 11) - korrekt zusammen. Sie kam unter Berücksichtigung von Art. 14 f. StGB und § 8 ff. PolG zum Schluss, dass die Intervention der Beschwerdegegner 1 und 2 im Rahmen der Gefahrenabwehr gerechtfertigt gewesen sei, habe der Be- schwerdeführer im Zeitpunkt der Polizeikontrolle doch mindestens 2 Ge- wichtspromille Ethylalkohol im Blut gehabt und aus ni cht nachvollzi ehbaren Grün- den in Richtung des bewaffneten Beschwerdegegners 2 gegriffen. Als erstellt gel- te, dass sich der Beschwerdeführer bei der anschliessenden Festnahme nicht oh- ne weiteres habe Handschellen verpassen und si ch abführen lassen, weshalb der Ursprung des von einzelnen Zeugen geschilderten vehementen Vorgehens der Beschwerdegegner 1-3 im Benehmen des Beschwerdeführers liege. Bezügli ch des Verletzungsbildes wies die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass sich nicht er- stellen lasse, wo sich der Beschwerdeführer die einzelnen Verletzungen zugezo- gen habe und eine nicht durch Art. 14 f. StGB gerechtfertigte Verletzung des Be- schwerdeführers durch die Beschwerdegegner 1-3 ni cht auszumachen sei (Urk. 5 S. 7 ff.). 2.2. Der Beschwerdeführer lässt zur Begründung seiner Beschwerde zu- sammengefasst vorbringen, das Vorgehen der Beschwerdegegner 1-3 sei absolut unverhältnismässig gewesen. Er (d.h. der Beschwerdeführer) sei in der Bar E._____ von den Beschwerdegegnern 1 und 2 nach draussen 'gebeten' und mit dem Vorwurf der Sachbeschädigung konfrontiert worden, was wegen des Fehlens eines Strafantrags amtsmissbräuchlich sei bzw. einen entsprechenden Verdacht begründe. In der zu eröffnenden Strafuntersuchung sei deshalb abzuklären, ob er (d.h. der Beschwerdeführer) wegen geringfügiger Sachbeschädigung oder wegen angeblichen Stossens gegen den Beschwerdegegner 2 verhaftet worden sei. Auch seien er sowie sämtliche bereits im Verfahren wegen Hinderung einer Amtshandlung befragten Personen erneut und eingehender ei nzuvernehmen. Nicht berücksichtigt worden sei, dass die Aussagen der Beschwerdegegner 1-3
unglaubhaft, wi dersprüchli ch und unwahr seien. Ebensowenig sei beachtet wor- den, dass sich die Beschwerdegegner 1-3 zumindest für einen Teil der von ihm (d.h. dem Beschwerdeführer) erlittenen Verletzungen verantwortlich erklärten. Mit keinem Wort sei auf den Vorwurf eingegangen worden, wonach die Wegnahme lebenswichtiger Notfallmedikamente einen Amtsmissbrauch darstelle. Ni cht ge- prüft worden sei schliesslich, ob eine fahrlässige Körperverletzung vorlie ge (Urk. 2 S. 4 ff.). 3.1. Nach Art. 312 StGB machen sich Beamte strafbar, die ihre Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu ver- schaffen oder einem andern ei nen Nachtei l zuzufügen. Amtsmi ssbrauch i st der zweckentfremdete Einsatz staatlicher Macht. Strafbar macht sich weiter, wer vor- sätzlich oder fahrlässig einen Menschen in anderer als in Art. 122 StGB genann- ten Weise an Körper oder Gesundheit schädigt (Art. 123 StGB; Art. 125 StGB). Wer handelt, wie es das Gesetz gebietet oder erlaubt, verhält sich rechtmässig, auch wenn die Tat nach dem Strafgesetzbuch oder einem andern Gesetz mit Strafe bedroht ist (Art. 14 StGB). Zur Erfüllung ihrer Aufgaben darf die Polizei un- mittelbaren Zwang gegen Personen anwenden (§ 13 Abs. 1 PolG); i hr Handeln muss dabei verhältnismässig, d.h. notwendig und geeignet (§ 10 Abs. 1 PolG) sowie verhältnismässig im engeren Sinn sein (§ 10 Abs. 2 und Abs. 3 PolG). 3.2.1. Wie bereits im Beschluss der Kammer vom 4. Juli 2017 festgehalten (Urk. 7/3/5 S. 5) waren die Beschwerdegegner 1 und 2 - entgegen der im Be- schwerdeverfahren erneut vorgebrachten Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 4 und S. 6) - berechtigt, den Beschwerdeführer polizeilich anzuhalten, um den Sachverhalt betreffend Sachbeschädigung abzuklären (Art. 215 Abs. 1 StPO; § 21 PolG). Dass die Beschwerdegegner 1 und 2 diese Anhaltung unver- hältnismässig langsam oder in anderer Weise unrechtmässig durchgeführt haben, wird vom Beschwerdeführer nicht substantiiert geltend gemacht und entspre- chende Hinweise fehlen in den Akten. Der Beschwerdeführer behauptet des Wei- teren ni cht, dass die Beschwerdegegner 1 und 2 die Anhaltung als beendet erklärt hatten, als es zu den weiteren Vorfällen kam. Gemäss seiner Darstellung in der Strafanzeige "insistierte" er vielmehr gegenüber den Beschwerdegegnern 1 und
2, dass er nun nach Hause gehen wolle, was ihm verwehrt worden sei; in der Fol- ge habe er leider eine einzige "ungeschi ckte Handlung" gemacht, d.h. er habe nach dem Kugelschreiber greifen wollen, den einer der Polizeibeamten habe wegstecken wollen. Dieser Griff sei offensi chtli ch als Versuch, an das Pistolen- halfter zu gelangen, missgedeutet worden; unvermittelt sei er von den Beschwer- degegnern 1 und 2 gepackt und schmerzvoll auf den Boden gedrückt worden (Urk. 7/1 S. 6 f.; vgl. auch Beizugsakten Urk. 5 S. 2 f.). Geht man von dieser Sachverhaltsdarstellung aus, ergibt sich zweifelsohne, dass der Beschwerdeführer arretiert und schliesslich verhaftet wurde, weil er mit sei ner Hand in Richtung der Dienstwaffe des Beschwerdegegners 2 griff. Folgt man der - ni cht in allen Details, aber in diesem wesentlichen Punkt doch überein- stimmenden (vgl. dazu die Ausführungen des Beschwerdeführers in Urk. 2 S. 8 ff.) - Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdegegner 1 und 2, wurde der Be- schwerdeführer arretiert, weil er "herumfuchtelte" und den Beschwerdegegner 2 zweimal gegen den Oberkörper stiess bzw. i hn wegzustossen versuchte (Bei- zugsakten: Urk. 3 S. 3; Urk. 7 S. 2 f.; Urk. 8 S. 2). Welche der beiden Sachver- haltsdarstellungen den tatsächlichen Begebenheiten entspricht, kann offen gelas- sen werden. Bei beiden Varianten war eine sofortige Arretierung und Überführung des unbestri tten (vgl. dazu auch Beizugsakten Urk. 14 S. 3) stark alkoholisierten - es ist von einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,00 Promille auszuge- hen (Beizugsakten: Urk. 1 S. 2; Urk. 19) - und sich entsprechend unberechenbar verhaltenden Beschwerdeführers weder sach- oder zweckfremd noch unverhält- ni smässig. Vielmehr handelt es sich dabei um die Anwendung von gesetzlich vor- gesehenen Zwangsmassnahmen (Art. 217 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO; § 13 Abs. 1 PolG; § 16 Abs. 1 lit. a PolG; § 25 PolG). Auf Erwägungen zu den Ausfüh- rungen des Beschwerdeführers bezüglich des Vorfalls in der Toilette der Bar, zum Wert des zerstörten Spiegels und zur Frage, ob eine Festnahme nach einem Ba- gatelldelikt verhältnismässig sei (Urk. 2 S. 4 ff.), kann somit verzichtet werden. 3.2.2. Hinweise, dass die Darstellung der Beschwerdegegner 1-3, wonach sich der Beschwerdeführer gegen die Arretierung und Überführung massiv ge- wehrt habe (Beizugsakten: Urk. 3; Urk. 7 S. 3; Urk. 8 S. 2 f.; Urk. 9 S. 3 f.), un-
wahr ist, liegen nicht vor. Ob die Schilderung der Beschwerdegegner 1-3 i n allen Details dem tatsächlich Vorgefallenen entspricht, kann dabei offen gelassen wer- den. Die Beschwerdegegner 1-3 wurden rund 7 Monate nach dem Ereignis be- fragt, weshalb es verständlich ist, dass sie si ch an gewisse Einzelheiten des doch sehr dynami schen Vorfalls ni cht mehr genau eri nnern konnten. Ihnen deshalb Lü- ge vorzuwerfen (vgl. dazu die Ausführungen des Beschwerdeführers in Urk. 2 S. 9 f.) ist - wie bereits mit aller Deutlichkeit festgestellt wurde (Beizugsakten Urk. 15) - abwegig. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass auch Dritten das auffällige Benehmen des Beschwerdeführers in der betreffenden Nacht aufgefallen ist. So hat sich der Beschwerdeführer gemäss Stellungnahme von H., Geschäfts- führer der Bar E. und enger Freund des Beschwerdeführers, bereits vor dem Polizeieinsatz in der Bar E._____ "kurz vergessen" (Beizugsakten Urk. 17); der Barkeeper erklärte, dass der Beschwerdeführer "nicht mehr wirklich" habe sprechen können (Beizugsakten Urk. 10 S. 5); der Polizeibeamte, bei dem der Beschwerdeführer sechs Stunden nach dem Vorfall und unmittelbar nach der Ent- lassung aus der Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle (vgl. Beizugsakten Urk. 19) Strafanzeige gegen die Beschwerdegegner 1-3 einreichen wollte, erlebte den Beschwerdeführer immer noch als ausgeprägt angetrunken, frech und res- pektlos (Beizugsakten Urk. 7 letzte Seite). Aus dem Umstand, dass sich der Be- schwerdeführer in der Bar E._____ gegenüber dem Barkeeper und dem - im frag- li chen Zei tpunkt ni cht diensttuenden - I., beides Angestellte seines Freun- des H., grundsätzli ch korrekt verhalten hat (Beizugsakten: Urk. 10 S. 4; Urk. 12 S. 2 f.), kann - entgegen der sinngemässen Auffassung des Beschwerde- führers (Urk. 2 S. 5 und S. 9) - ni cht der Schluss gezogen werden, der Beschwer- deführer habe sich auch gegenüber den Beschwerdegegnern 1-3 kooperativ ge- zeigt. 3.2.3. Leistete - wovon nach dem Gesagten auszugehen i st - der Beschwer- deführer aber bei der Arretie rung Widerstand, mussten die Beschwerdegegner 1 und 2 ihrerseits entsprechend Gewalt anwenden, um den Beschwerdeführer zu Boden führen, seine Hände auf dem Rücken fixieren und mit Handschellen fes- seln zu können. Letzteres ist offenbar erst im dritten Anlauf und mit entsprechen- dem Körpereinsatz der Beschwerdegegner 1 und 2 gelungen (Beizugsakten:
Urk. 3 S. 2; Urk. 8 S. 2 f.). Beim Transfer des Beschwerdeführers in den - mit Dringlichkeit angeforderten (Beizugsakten: Urk. 8 S. 4; Urk. 9 S. 2) - Kastenwa- gen musste der Beschwerdeführer aufgrund seiner Gegenwehr erneut zu Boden geführt und letztlich von den Beschwerdegegnern 1 und 3 kopfvoran in den Kas- tenwagen gelegt werden, wobei der Beschwerdegegner 3 nicht ausschliessen konnte, dass der Beschwerdeführer sich dabei seinem Griff entzogen und deshalb 10 cm oder 20 cm auf den Boden des Kastenwagens gefallen ist (Beizugsakten: Urk. 8 S. 4 f.; Urk. 9 S. 3 f.). Das Vorgehen der Beschwerdegegner 1-3 mag für den Beschwerdeführer schmerzhaft und - zumindest teilweise - auch die Ursache für die später festgestellten Verletzungen (vgl. dazu Urk. 7/2/3-9) gewesen sein. Dies genügt jedoch nicht, um einen hinreichenden Tatverdacht wegen Amtsmiss- brauchs und vorsätzlicher oder fahrlässiger Körperverletzung zu begründen. Ei n solcher Verdacht wäre nur zu bejahen, wenn Hinweise dafür vorlägen, dass die Beschwerdegegner 1-3 unverhältnismässige Gewalt angewendet haben. Zum Vorfall konnten im Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen Hinderung ei- ner Amtshandlung drei Zeugen eingehend befragt werden. Der Barkeeper erklär- te, nach dem Aufräumen der Toilette gesehen zu haben, wie der Beschwerdefüh- rer am Boden liegend von der Polizei festgehalten worden sei (Beizugsakten Urk. 10 S. 3 ff.). I._____ konnte den Vorfall von der Bar aus durch ei ne Glas- scheibe beobachten und schilderte, wie der Beschwerdeführer unvermittelt ge- packt, an die Scheibe gedrückt, zu Boden geführt und recht ruppig ins Auto ge- stellt worden sei; dabei erklärte er, er habe "es schon etwas unverhältni smässig gefunden" bzw. ihm sei "das Ganze schon etwas unverhältnismässig vorgekom- men" (Beizugsakten Urk. 12 S. 3 ff.). Ähnli ch äusserte si ch J., die aus ihrem Wohnzimmerfenster im 3. Stock der F.-Strasse ... den Vorfall mitverfolgte; sie schilderte, dass zwei Polizisten den Beschwerdeführer zu Boden gedrückt und später in den Kastenwagen "hineingeworfen" bzw. "kopfvoran hineingestossen" haben; dabei beschrieb sie das Vorgehen der Polizeibeamten als "irgendwie bru- tal" bzw. "grob" (Beizugsakten Urk. 11 S. 2 ff.). Alle drei Zeugen bestätigen somit, dass die Festnahme des Beschwerdeführers unter Anwendung von Gewalt erfolg- te. Dies ist indessen nicht bestritten. Sämtli che von den Zeugen geschilderten Handlungen der Beschwerdegegner 1-3 weisen sodann einen direkten Bezug zur
Arretierung des Beschwerdeführers (zu Boden führen, fixieren der Hände) und zum Transfer des Beschwerdeführers in den Kastenwagen auf; dies gilt auch für eine - von J._____ geschilderte (Beizugsakten Urk. 11 S. 3) - allfällige Interventi- on eines Polizeibeamten mit dem Fuss, um den Beschwerdeführer in den Kas- tenwagen zu bringen bzw. am Herausrobben zu hindern (vgl. dazu die Aussagen des Beschwerdegegners 3 in den Beizugsakten Urk. 9 S. 5). Sach- oder zweck- fremde Gewalt (Schläge, Tritte etc.) wurden nicht beobachtet. Dass das Vorgehen der Beschwerdegegner 1-3 von zwei der drei Zeugen subjektiv als brutal bzw. un- verhältnismässig empfunden worden ist, begründet für sich allein keinen hi nrei- chenden Verdacht auf strafrechtlich relevantes Verhalten. Es ist für einen Unbe- teilig ten ni cht möglich, verlässliche Aussagen zum tatsächli chen Grad der Ge- waltanwendung der Beschwerdegegner 1-3 (etwa zur Stärke des Drucks auf den am Boden liegenden Beschwerdeführer, zum Ausmass des Drehens der Arme, zur Härte des Fixierens der Hände) und zur Intensität der Gegenwehr des Be- schwerdeführers zu machen. Somit kann aus den Aussagen der Zeugen ni cht auf ein unverhältnismässiges Vorgehen der Beschwerdegegner 1-3 geschlossen werden. Bezüglich der Darstellung von J., wonach der Beschwerdeführer i n den Kastenwagen "hineingeworfen" bzw. stehend und "kopfvoran hineingestos- sen" worden sei (Beizugsakten Urk. 11 S. 2 f.), bleibt anzumerken, dass ein sol- ches oder ähnliches Vorgehen - hätte es tatsächlich stattgefunden - beim Be- schwerdeführer erhebliche Kopf- und Gesichtsverletzungen verursacht hätte, wä- re es dem Beschwerdeführer doch aufgrund seiner auf dem Rücken fixierten Hände nicht möglich gewesen, einen Aufprall auf dem aus Riffelblechen beste- henden Boden des Kastenwagens mi t sei nen Armen abzufangen. Aus dem Arzt- bericht der K. ... [Adresse] vom 26. März 2016 und dem ausführli ch doku- mentierten Verletzungsbild ergibt sich, dass der Beschwerdeführer diverse multip- le Prellungen, Schwellungen, Rötungen, Schürfungen und ei n lei chtes Oberlid- Hämatom erlitt (Urk. 7/2/3-9); diese Verletzungen waren eher harmloser Natur, konnten sie doch mit einfachsten Mi tteln (entzündungshemmen- de/schmerzlindernde Tabletten, Wund-/Heilsalbe, kühlen) behandelt werden (Urk. 7/2/3 S. 2); von - vom Beschwerdeführer erwähnten (Urk. 2 S. 12 f.) - mas- si ven bzw. starken Prellungen, ei ner Hi rnerschütterung oder Arbeitsunfähigkeit ist
im Arztbericht jedenfalls nicht die Rede. Auch das Verletzungsbild des Beschwer- deführers ist damit nicht geeignet, einen hinreichenden Verdacht auf unrechtmäs- siges Verhalten der Beschwerdegegner 1-3 zu begründen. Ausführungen zur Frage, ob diese Verletzungen teilweise ohne Einwirkung der Beschwerdegegner 1-3, etwa auf der Toilette der Bar E._____ (wo der Beschwerdeführer gemäss ei- gener Darstellung ausgerutscht ist [Urk. 7/1 S. 5]), durch das Verhalten des Be- schwerdeführers bei der Arretierung und Überführung oder erst nach dem bean- zeigten Vorfall (beispielsweise auf der Wache oder bei der Überführung in die Ausnüchterungszelle [vgl. dazu Beizugsakten: Urk. 3 S. 2; Urk. 7 S. 3]), entstan- den si nd, erübrigen sich damit. Anzufügen bleibt einzig, dass der Beschwerdefüh- rer am betreffenden Abend eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,00 Promille aufwies, was - neben dem auffälligen und unberechenbaren Benehmen - zu erheblichen Koordinations- und Gleichgewichtsproblemen geführt haben dürf- te. Die Annahme, dass die Verletzungen teilweise ohne Fremdeinwirkung ent- standen sind, erscheint daher - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 2 S. 13) - keineswegs abwegig; sie ist vielmehr naheliegend. 3.2.4. Ein Verdacht auf strafrechtlich relevantes Verhalten des Beschwerde- gegners 3 im Zusammenhang mit dem Transport des Beschwerdeführers von der F.-Strasse zur Wache an der L.-Strasse besteht ni cht. Der Grund, weshalb der Beschwerdeführer an den Händen gefesselt auf den Boden des Kas- tenwagens gelegt werden musste und nicht sitzend und angegurtet zur Wache gefahren werden konnte, liegt im unkooperativen Verhalten des Beschwerdefüh- rers. Dies hat der Beschwerdegegner 3 nicht zu verantworten. Auf der kurzen Fahrt zur Wache hatte der Beschwerdegegner 3 sei ne Fahrweise einerseits so zu wählen, dass der stark alkoholisierte und aufgebrachte Beschwerdeführer so we- nig wie möglich verletzt wird. Anderseits hatte er dafür zu sorgen, dass der Be- schwerdeführer, der zwar nicht unter Schock stand (vgl. dazu die Ausführungen des Beschwerdeführers in Urk. 2 S. 15 f.), dessen körperlicher und psychischer Zustand jedoch nicht abgeklärt war, sich so wenig wie möglich selber verletzen kann und baldmöglichst allenfalls benötigte medizinische Hilfe bekommt. Konkrete Hinweise, dass der Beschwerdegegner 3 die Geschwindigkeit und die Fahrweise
diesen Umständen nicht angepasst hat, liegen nicht vor und werden ni cht sub- stantiiert geltend gemacht. 3.2.5. Schliesslich behauptet der Beschwerdeführer, die Sicherstellung sei- ner Notfallmedikamente stelle einen Missbrauch der Amtsgewalt dar. Er müsse diese Medikamente stets auf sich tragen, weil er eine hohe Gefährdung durch le- bensgefährliche Allergiereaktionen nach Bienen- und Wespenstichen habe (Urk. 2 S. 8; vgl. auch Urk. 7/2/1). Fest steht, dass der Beschwerdeführer am betreffenden Abend je zwei Filmtabletten Xyzal und Prednison auf sich trug (Urk. 7/1 S. 16). Gemäss Poli zei- rapport wurden diese Tabletten zur weiteren Abklärung sichergestellt (Beizugsak- ten Urk. 1 S. 5). Angesichts des auffälligen Allgemeinzustandes des Beschwerde- führers (vgl. dazu auch Urk. 7/1 S. 7 f.; Beizugsakten Urk. 19 S. 2) sowie unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die Tabletten in Aluminiumfolie einge- packt waren (Beizugsakten Urk. 1 S. 5), war diese Sicherstellung zwecks Abklä- rung, ob es sich dabei um Betäubungsmittel handelt, nicht zweckfremd. Ebenso- wenig war sie unverhältnismässig. Die Gefahr, i n ei ner Märznacht mi tten i n Züri ch von einer Bi ene, Wespe oder von anderen Hymenoptera gestochen zu werden, darf als gering eingestuft werden. Anzufügen bleibt, dass die Sicherstellung der Tabletten ni cht undokumenti ert blieb, ist sie doch im Polizeirapport festgehalten (Beizugsakten Urk. 1 S. 5). Dass die Tabletten im - ni cht unterschri ebenen - Ef- fektenverzei chni s fehlen (Beizugsakten Urk. 20), ist allenfalls ein Versehen des Beschwerdegegners 2, jedoch nicht von strafrechtlicher Relevanz. Auch i n die- sem Punkt liegt damit kein hinreichender Verdacht auf Amtsmissbrauch vor. 4. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Eröffnung einer Untersu- chung gegen die Beschwerdegegner 1-3 nicht rechtfertigt. Der angefochtene Ent- scheid ist somit nicht zu beanstanden. Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
IV.
Ausgangsgemäss wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist in Beachtung der Bemessungskriterien von § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV OG und gestützt auf § 17 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'500.- - festzusetzen. Mangels Umtriebe ist den Beschwerdegegnern 1-3 keine Ent- schädi gung zuzuspreche n.
Es wird verfügt:
(Oberrichter lic. iur. Th. Meyer)
Sodann wird beschlossen:
− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte 5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich ei nzurei chen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.
Züri ch, 6. November 2017
Obergericht des Kantons Zürich III. S tra fk a mme r
Präsident:
lic. iur. Th. Meyer Gerichtsschreiberin:
lic. iur. A. Sterchi