Non-entry on complaint against refusal to open criminal investigation

UE120066Obergericht27.06.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A complained against the Zurich public prosecutor's refusal to open a criminal investigation against her landlord, B., for alleged defamatory statements. The Zurich cantonal court held that the complaint was insufficiently reasoned because it did not address the challenged decision or explain why the statements of 8 July 2011 should be treated as defamation or insult. After A. failed to correct the defect within the set deadline, the court did not enter into the complaint. It exceptionally waived court costs.

Omnilex-Regeste

Art. 385 Abs. 2 StPO; requirements for curing a defective criminal complaint; if a complaint does not engage with the challenged decision and the appellant fails to remedy the deficiency within the court-set deadline after warning, the appellate authority must not enter into the matter. A mere general description of the relationship between the parties does not satisfy the duty to substantiate the grounds of complaint. Costs may exceptionally be waived when non-entry results from such procedural default.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: UE120066-O/U/but

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und der Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreibe- rin lic. iur. A. Nierhoff Dewitz

Beschluss vom 27. Juni 2012

in Sachen

A._____, Beschwerdeführerin

gegen

  1. B._____, 2. Staatsanwaltschaft See/Oberland, Beschwerdegegnerinnen

betreffend Nichtanhandnahme

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt- schaft See/Oberland vom 21. März 2012, C-5/2011/3904

Erwägungen: Mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 21. März 2012 entschied die Staatanwalt- schaft See/Oberland, keine Untersuchung gegen B._____ wegen Verleumdung etc. anhand zu nehmen (Urk. 5). Hiergegen wandte sich die Strafantragstellerin, A., mit Beschwerde vom 27. März 2012 (Poststempel: 28. März 2012) an die hiesige Kammer und machte im Wesentlichen Ausführungen zum Verhältnis zu ihrer Vermieterin, B. (Urk. 2). Die Eingabe von A._____ vom 27. März 2012 genügte den Anforderungen an ei- ne Beschwerdebegründung allerdings nicht, weil sie sich nicht mit den Erwägun- gen des angefochtenen Entscheides - Thema der Beschwerde hätten einzig die am 21. Juli 2011 zur Anzeige gebrachten angeblichen Äusserungen von B._____ vom 8. Juli 2011 sein können - auseinandersetzte. D.h. sie legte nicht dar, wes- halb der angefochtene Entscheid falsch sein sollte, mithin, weshalb die Äusserun- gen vom 8. Juli 2011 - entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft - konkret als ehrverletzend bzw. als Beschimpfung hätten beurteilt werden sollen. Deshalb hat ihr die hiesige Kammer mit Verfügung vom 27. April 2012 Frist angesetzt, ihre Beschwerde entsprechend zu verbessern, verbunden mit dem Hinweis, dass bei Säumnis nicht auf die Beschwerde eingetreten werde (Urk. 9). Diese Verfügung wurde A._____ per Gerichtsurkunde an die von ihr angegebene Adresse zugesandt und deren Empfang am 4. Mai 2012 schriftlich bestätigt (Urk. 10). Die angesetzte Nachfrist von 5 Tagen ab Empfang der Verfügung liess A._____ unbenutzt verstreichen, weshalb androhungsgemäss zu verfahren und auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Art. 385 Abs. 2 StPO; Urk. 9). Von einer Kostenauflage ist ausnahmsweise abzusehen.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Von einer Kostenauflage wird abgesehen. 3. Schriftliche Mitteilung an: − die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) − die Beschwerdegegnerin 1, unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (per Gerichtsurkunde) − die Staatsanwaltschaft See/Oberland, unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 (gegen Empfangsbestätigung) sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an: − die Staatsanwaltschaft See/Oberland, unter Rücksendung der beige- zogenen Akten (gegen Empfangsbestätigung) 4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Zürich, 27. Juni 2012

Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. K. Balmer Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A: Nierhoff Dewitz

Schlagwörter

criminal complaintnon-entryinsufficient reasoningdefamationinsultdeadlinecosts waiver

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal complaint against the non-entry decision was admissible despite insufficient reasoning.

Extrahierter Entscheid

The complaint could not be considered because the appellant failed to remedy the defective reasoning within the granted five-day deadline.

Extrahierte Begründung

The submission did not engage with the reasoning of the challenged decision and did not explain why the alleged statements of 8 July 2011 should be treated as defamation or insult. After a warning that non-compliance would lead to non-entry, the appellant let the deadline lapse unused.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be imposed.

Extrahierter Entscheid

No costs were imposed exceptionally.

Extrahierte Begründung

The chamber expressly dispensed with a cost order.

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