Appeal inadmissible for lack of appeal statement

SB180008Obergericht19.01.2018Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Cantonal Court, Criminal Chamber, dealt with an appeal by two private complainants against a district court judgment for negligent homicide. Although the appeal had been announced, no appeal statement was filed within the deadline of Art. 399(3) CPC. The court therefore refused to enter into the appeal under Art. 403 CPC. As a consequence, the private complainants were treated as losing parties for costs, were ordered to pay the second-instance court fee of CHF 600 jointly and severally, and no compensation was granted.

Omnilex-Regeste

Art. 399 Abs. 3, Art. 403 Abs. 1 und 3, Art. 428 Abs. 1 StPO; effect of failing to file an appeal statement within time. The filing of the appeal statement is a validity requirement for the appeal. If it is not lodged within the statutory deadline, the appellate court may dispense with requesting submissions under Art. 403 Abs. 2 StPO and must not enter into the appeal. Non-entry on the appeal is treated as defeat for the purpose of costs under Art. 428 Abs. 1 StPO.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB180008-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Leuthold Beschluss vom 19. Januar 2018

i n Sachen

  1. A., 2. B., Privatkläger und Berufungskläger 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

sowie

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Anklägerin

gegen

C., Beschuldigter und Berufungsbeklagter verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y.

betreffend fahrlässige Tötung Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf vom 8. August 2017 (GG160043)

Erwägungen: 1. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 8. August 2017 (Urk. 53) meldete der Vertreter der Privatkläger mit Eingabe vom 12. August 2017 (Urk. 56) Berufung an. Das begründete Urteil (Urk. 60) wurde dem Vertreter der Privatkläger am 18. Dezember 2017 zugestellt (Urk. 61). Innert der Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO wurde aber keine Berufungserklärung beim hiesigen Gericht eingereicht. Da die Einreichung einer Berufungserklärung praxisgemäss eine Gültigkeitsvoraussetzung darstellt und bei deren Nichteinreichung auf die Ei nholung von Stellungnahmen i m Si nne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet werden kann (ZR 110/2011 Nr. 69), ist auf die Berufung gestützt auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ni cht ei nzutreten. 2. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Das Nichteintreten auf das Rechtsmittel der Privatkläger kommt einem Unterliegen gleich (Art. 428 Abs. 1 StPO), weshalb die Kosten des Berufungsverfahrens den Privatklägern solidarisch aufzuerlegen sind. Die Gerichtsgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 600.– festzusetzen. Aufwendungen der Verteidigung im Berufungsverfahren sind keine ersichtlich, weshalb keine Entschädi gungen zuzuspreche n si nd. Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung der Privatkläger vom 12. August 2017 wi rd ni cht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden den Privatklägern solidarisch auferlegt.

  1. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 5. Schri ftli che Mi ttei lung an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland − die Vertretung der Privatkläger (dreifach für sich und die Privatkläger- schaft) sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz (unter Beilage der Akten). 6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgeri chts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Züri ch, 19. Januar 2018

Der Präsident:

Dr. iur. F. Bollinger

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Leuthold

Schlagwörter

appeal admissibilityappeal statementcriminal procedurecost allocationnon-entryprivate complainant

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal had to be entertained despite no appeal statement being filed in time

Extrahierter Entscheid

The appeal had to be dismissed as inadmissible because no appeal statement was filed within the Art. 399(3) CPC deadline; filing such a statement is a validity requirement.

Extrahierte Begründung

The court held that, under practice, the appeal statement is a condition of validity. If it is not filed, the court may refrain from obtaining responses under Art. 403(2) CPC and must not enter into the appeal under Art. 403(1) and (3) CPC.

Kernrechtsfrage

Allocation of appeal costs

Extrahierter Entscheid

The private complainants had to bear the second-instance costs jointly and severally because non-entry on their appeal counts as loss for cost purposes.

Extrahierte Begründung

Costs in appeal proceedings follow success and failure; under Art. 428(1) CPC, non-entry on the appeal is equivalent to losing.

Kernrechtsfrage

Entitlement to compensation for the defence

Extrahierter Entscheid

No compensation was awarded because no compensable defence expenses in the appeal proceedings were apparent.

Extrahierte Begründung

The court found no expenses of the defence to compensate.

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