Non-entry on criminal appeal for lack of appeal statement

SB160070Obergericht10.03.2016Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Cantonal Court of Appeal, Criminal Chamber, declined to hear the accused's appeal against the Dielsdorf District Court judgment because he did not file an appeal statement within the statutory deadline after receiving the reasoned judgment. The court treated the non-entry as a loss for costs, set the second-instance fee at CHF 600, and imposed it on the accused. It also denied any compensation to the private complainant because no reimbursable expense was shown.

Omnilex-Regeste

Art. 399 Abs. 3, Art. 403 Abs. 1 and 3 StPO; non-filing of the appeal statement within the statutory period precludes entry into the appeal. If the appellant fails to comply with the formal requirement after service of the reasoned judgment, the appellate court must issue a non-entry decision without examining the merits. For costs, such a non-entry counts as a loss within the meaning of Art. 428 Abs. 1 StPO, so the appellant bears the appellate costs. Compensation to the private complainant is only due to the extent of shown expenses.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB160070-O/U/jv

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. C h. Pri nz und lic. i ur. B. Gut sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Bärtsch Beschluss vom 10. März 2016

i n Sachen

A., Beschuldigter und Berufungskläger erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X.

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Drohung etc. und Widerruf Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, Einzelgericht, vom 30. Oktober 2015 (GG150007) Erwägungen:

  1. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 30. Oktober 2015 (Urk. 37) meldete der Beschuldigte am 9. November 2015 Berufung an (Urk. 40). Das begründete Urteil (Urk. 41) wurde dem Beschuldigten am 4. Februar 2016 zugestellt (Urk. 42/3). Innert der Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO reichte dieser aber keine Berufungserklärung ein, weshalb auf die Berufung gestützt auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ni cht ei nzutreten ist .

  2. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Das Nichteintreten auf das Rechtsmittel des Beschuldigten kommt einem Unterliegen gleich (Art. 428 Abs. 1 StPO). Dem Beschuldigten sind somit die Kosten für das Berufungsverfahren aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 600.– festzusetzen. Im Berufungsverfahren si nd schliesslich keine Aufwendungen der Privatklägerin ersichtlich, weshalb ihr auch keine Entschädigung zuzuspreche n ist. Es wird beschlossen: 1. Auf di e Berufung des Beschuldigten vom 9. November 2015 wi rd ni cht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 4. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 5. Schri ftli che Mi ttei lung an − die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland − die Vertretung der Privatklägerin, Rechtsanwälti n li c. i ur. Y., im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin B. sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 6. Gegen diesen Entschei d kann bundesrechtli che Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des

Obergericht des Kantons Züri ch I. Strafkammer

Züri ch, 10. März 2016

Der Präsident:

Dr. iur. F. Bollinger

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Bärtsch

Schlagwörter

criminal appealnon-entryappeal statementdeadlineprocedural admissibilitycostscompensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the criminal appeal could be entered into despite no appeal statement being filed in time.

Extrahierter Entscheid

The appeal could not be entered into because no appeal statement was filed within the time limit.

Extrahierte Begründung

After the notice of appeal, the appellant was served with the reasoned judgment but did not submit the appeal statement within the period of Art. 399(3) StPO. Under Art. 403(1) and (3) StPO, the court therefore had to decline to hear the appeal.

Kernrechtsfrage

Allocation of appellate costs and compensation.

Extrahierter Entscheid

The appellant had to bear the costs of the appeal proceedings, and no compensation was awarded to the private complainant.

Extrahierte Begründung

A non-entry decision counts as loss for cost purposes under Art. 428(1) StPO. No expenses of the private complainant were shown, so no indemnity was due.

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