Appeal withdrawn; cross-appeal lapses and costs allocated

SB120053Obergericht22.06.2012Withdrawn

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich High Court discontinued the appeal proceedings after the defendant withdrew his appeal against the district court judgment in a multiple-fraud case. As a result, the first-instance judgment became final. The prosecution’s cross-appeal lapsed under Art. 401(3) CCP. The court set the second-instance fee at CHF 800 and imposed the appellate costs on the defendant, while the appointed defense costs were temporarily borne by the court treasury subject to reimbursement under Art. 135(4) CCP.

Omnilex-Regeste

Art. 401 Abs. 3 StPO; Rückzug der Berufung und Folgen für Anschlussberufung sowie Kostenregelung. Wird die Berufung zurückgezogen, ist das Berufungsverfahren als erledigt abzuschreiben; der angefochtene erstinstanzliche Entscheid erwächst in Rechtskraft. Die Anschlussberufung fällt mit dem Rückzug der Hauptberufung dahin. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden grundsätzlich der berufungsführenden Partei auferlegt; die Kosten der amtlichen Verteidigung sind vorläufig auf die Staatskasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht nach Art. 135 Abs. 4 StPO.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB120053-O/U/eh

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, Oberrichter lic. iur. M. Langmeier und Ersatzoberrichter lic. iur. E. Leuenberger sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. T. Walthert Beschluss vom 22. Juni 2012

in Sachen

A._____, Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. H. Bebié, Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

betreffend mehrfacher Betrug etc. Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 13. Oktober 2011 (DG110063)

Erwägungen: Am 14. Oktober 2011 meldete der Beschuldigte gegen das Urteil des Bezirksge- richtes Zürich, 4. Abteilung, vom 13. Oktober 2011 Berufung an (Urk. 50). Innert der mit Präsidialverfügung vom 15. Februar 2012 angesetzten Frist (Urk. 64) meldete die Staatsanwaltschaft am 22. Februar 2012 Anschlussberufung an (Urk. 66). Mit Eingabe vom 19. Juni 2012, eingegangen am 21. Juni 2012, hat der Beschul- digte die gegen das vorinstanzliche Urteil angemeldete Berufung zurückgezogen (Urk. 83). Dadurch fällt nach Art. 401 Abs. 3 StPO auch die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft dahin. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungs- verfahrens, exklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Diesbezüglich bleibt die Rückzahlungspflicht nach Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird als durch Rückzug der Berufung erledigt abgeschrieben. Demzufolge ist das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 13. Oktober 2011 rechtskräftig. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 800.-- ; die weiteren Kosten betragen: Fr.

amtliche Verteidigung 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

  1. Schriftliche Mitteilung an − die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat − die Privatklägerin B., Frau C., ... [Adresse] − die Privatklägerin D._____ AG, ... [Adresse] sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung all- fälliger Rechtsmittel an − die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten)

  2. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 22. Juni 2012

Der Präsident:

Oberrichter lic. iur. P. Marti

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. T. Walthert

Schlagwörter

appeal withdrawalcross-appealfinalitycostsappointed defense

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the defendant's appeal should be struck off after withdrawal and whether the first-instance judgment becomes final.

Extrahierter Entscheid

The proceedings were discontinued because the appeal was withdrawn; the district court judgment became final.

Extrahierte Begründung

Once the defendant withdrew the appeal, the appellate proceedings ended and the challenged judgment was no longer subject to ordinary appellate review.

Kernrechtsfrage

Whether the prosecution's cross-appeal remains pending after withdrawal of the main appeal.

Extrahierter Entscheid

The cross-appeal lapsed as a consequence of the withdrawal of the main appeal.

Extrahierte Begründung

Under Art. 401(3) CCP, the withdrawal of the appeal causes the cross-appeal to fall away as well.

Kernrechtsfrage

How the costs of the appellate proceedings and appointed defense should be allocated.

Extrahierter Entscheid

Appellate costs, except appointed-defense costs, were charged to the defendant; appointed-defense costs were temporarily borne by the court treasury, subject to reimbursement under Art. 135(4) CCP.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the withdrawal; appointed-defense costs are initially advanced by the state with a reserved reimbursement obligation.

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