Non-entry on private complainant's appeal for no appeal statement

SB110679Obergericht22.05.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Cantonal Court of Appeal in a fraud case held that the private complainant, Gemeinde A._____, had not filed a written appeal statement within the 20-day deadline after service of the reasoned first-instance judgment. Because this statement is a validity requirement, the court did not enter into the appeal. The appellate fee was fixed at CHF 600 and charged to the complainant. The two accused, B._____ and C._____, were not awarded compensation, as no compensable expenses had arisen from the mere notice of appeal.

Omnilex-Regeste

Art. 399 Abs. 3 and Art. 403 StPO; admissibility of an appeal by the private complainant requires the timely filing of a written appeal statement after service of the reasoned judgment. The appeal notice alone does not suffice as a validity requirement. If the appellant omits the statement within the statutory time limit, the appellate court must refrain from entering into the appeal and may dispense with inviting observations under Art. 403 Abs. 2 StPO. Costs are borne by the unsuccessful appellant; compensation to the accused is denied where no substantial expense was caused by the mere filing of the appeal notice (Art. 428 Abs. 1 and Art. 436 Abs. 1 StPO).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB110679-O/U/jv

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. S. Volken und Ersatzoberrichterin lic. iur. M. Bertschi sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. J. Stark Beschluss vom 22. Mai 2012

in Sachen

Gemeinde A._____, vertreten durch die Sozialbehörde, Privatklägerin und Berufungsklägerin

sowie

Staatsanwaltschaft See/Oberland, vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. J. Vollenweider, Anklägerin

gegen

  1. B., 2. C., Beschuldigte und Berufungsbeklagte

betreffend Betrug Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht, vom 10. Oktober 2011 (GG110017)

Nachdem das Sozialamt A._____ mit Eingabe vom 24. Oktober 2011 Berufung angemeldet hatte (Urk. 35), wobei die Sozialbehörde A._____ mit Eingabe vom 2. November 2011 beantragt hatte, es sei die Zulässigkeit der Berufungsanmeldung zu bestätigen (Urk. 40), nachdem mit Beschluss vom 19. Dezember 2011 festgestellt worden war, dass die Privatklägerin Gemeinde A., vertreten durch die Sozialbehörde A., rechtzeitig und formgültig Berufung angemeldet hat (Urk. 49), da der Privatklägerin das inzwischen von der Vorinstanz begründete Urteil am 12. März 2012 zugestellt wurde (Urk. 41/2), da die Privatklägerin innerhalb der in Art. 399 Abs. 3 StPO festgelegten gesetzlichen Frist von 20 Tagen ab Zustellung des begründeten Urteils – mithin bis zum 2. April 2012 – keine schriftliche Berufungserklärung einreichte, da die Einreichung einer Berufungserklärung praxisgemäss eine Gültigkeit svoraussetzung darstellt und bei deren Nichteinreichung auf die Einholung von Stellungnahmen im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet wird (ZR 110 [2011] Nr. 69), da allein aufgrund der Berufungsanmeldung den beiden Beschuldigten im Berufungsverfahren keine wesentlichen Aufwendungen entstanden, die zu entschädigen wären, unter Hinweis auf Art. 403 Abs. 1 und Abs. 3 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO und Art. 436 Abs. 1 StPO wird beschlossen: 1. Auf die Berufung der Privatklägerin vom 24. Oktober 2011 wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–.

  1. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Privatklägerin auferlegt. 4. Den beiden Beschuldigten wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an − den Beschuldigten B._____ − die Beschuldigte C._____ − die Staatsanwaltschaft See/Oberland − die Privatklägerin, die Gemeinde A._____ sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an − die Vorinstanz 6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes- gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundes- gerichtsgesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer

Zürich, 22. Mai 2012

Der Präsident:

lic. iur. P. Marti Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. J. Stark

Schlagwörter

appeal admissibilityprivate complainantwritten appeal statementnon-entryprocedural costscompensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the private complainant's appeal was admissible despite no written appeal statement being filed on time.

Extrahierter Entscheid

The appeal could not be heard because the appellant did not submit the required written appeal statement within the legal deadline.

Extrahierte Begründung

The court held that filing an appeal statement is a validity requirement; without it, there is no basis to request responses under Art. 403(2) CPP.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs of the appeal proceedings and whether the accused are entitled to compensation.

Extrahierter Entscheid

The private complainant must bear the appellate costs, and the accused receive no procedural compensation because no significant expense arose from the mere appeal notice.

Extrahierte Begründung

Under the cited procedural rules, costs follow the unsuccessful appeal, and no compensable effort by the accused was shown from the appeal registration alone.

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