Appeal withdrawn in enforcement declaration case

RV150010Obergericht05.11.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich High Court dealt with an appeal against the first-instance declaration of enforceability of an out-of-court settlement. The appellant withdrew the appeal by letter before the response deadline expired. The court held the withdrawal to be clear and discontinued the proceedings under Art. 241(3) CPC. It set the second-instance fee at CHF 300, charged it to the appellant, and offset it against the advance payment. The respondent had waived party compensation, which the court noted. The decision also states that the appeal to the Federal Supreme Court would be an end decision in a pecuniary matter.

Omnilex-Regeste

Art. 241 Abs. 3 ZPO; withdrawal of an appeal; discontinuance of proceedings. A clear withdrawal declaration terminates the appellate proceedings without further examination of the merits. If the withdrawal occurs before the appellate court has incurred substantial work, the appeal response deadline becomes moot. Court costs are allocated according to the result under Art. 106 Abs. 1 ZPO; in enforcement-declaration matters, the amount of the fee is not determined by the amount in dispute, but by the complexity, time expenditure, and responsibility involved. A waiver of party compensation by the opposing party is merely noted.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RV150010-O/U.doc

Mitwirkend: die Oberrichterinnen Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Dr. M. Schaffitz und Dr. D. Scherrer sowie Gerichtsschreiberin lic. i ur. M. Reuss Valenti ni Beschluss vom 5. November 2015

i n Sachen

A._____,

Gesuchsgegner und Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ und/oder Rechtsanwalt lic. iur. X2._____,

gegen

B._____,

Gesuchsteller und Beschwerdegegner

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ und/oder Rechtsanwalt MLaw Y2._____,

betreffend Anerkennung und Vollstreckbarerklärung

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts Audienz am Bezirksgericht Zürich vom 5. August 2015 (EZ150042-L)

Erwägungen: Mit Schreiben vom 2. November 2015, beim Obergericht eingegangen am 3. November 2015, zog der Gesuchsgegner und Beschwerdeführer sei ne Be- schwerde gegen das Urteil des Einzelgerichts, Audienz, Bezirksgericht Zürich, vom 5. August 2015 betreffend Vollstreckbarerklärung (aufgrund eines ausserge- richtlichen Vergleichs) zurück (Urk. 22 und 23). Die Rückzugserklärung ist klar. Das Verfahren ist entsprechend abzuschreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO). Die dem Gesuchsteller und Beschwerdegegner gemäss Präsidialverfügung vom 1. Oktober 2015 angesetzte, bis am 9. November 2015 laufende einmonatige Frist zur Erstattung der Beschwerdeantwort (vgl. Urk. 17; Art. 142 Abs. 2 ZPO) wird damit hinfällig. Weiterungen erübrigen sich. Ausgangsgemäss sind die Prozesskosten des Beschwerdeverfahrens dem Gesuchsgegner und Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) und mit seinem Kostenvorschuss über Fr. 1'000.– (Urk. 16) zu verrechnen. Auf den Streitwert darf bei der Festsetzung der Höhe der Gerichtskosten für Vollstreckbarerklärungen nicht abgestellt werden (Art. III, Prot. Nr. 1 über be- stimmte Zuständigkeits-, Verfahrens- und Vollstreckungsfragen zu aLugÜ bzw. Art. 52 revLugÜ). Die Gebühr ist aufgrund des Schwierigkeitsgrades, des Zeitauf- wandes und der Verantwortung festzusetzen (BSK LugÜ-Hofmann/Kunz, Art. 52 N 16, 20). Unter Berücksichtigung, dass der Gesuchsgegner und Beschwerdefüh- rer seine Beschwerde zurückgezogen hat, bevor die beschliessende Kammer in diesem Rechtsmittelverfahren erhebliche Aufwendungen hatte, rechtfertigt sich eine Gerichtsgebühr von Fr. 300.–. Vom Verzicht der Gegenseite auf eine Parteientschädigung (vgl. Urk. 23 Zif- fer 5) ist Vormerk zu nehmen.

Es wird beschlossen: 1. Das Beschwerdeverfahren wird abgeschrieben. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt. 3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden dem Gesuchsgegner und Beschwerdeführer auferlegt und mit seinem Kostenvorschuss verrechnet. 4. Vom Verzicht des Gesuchstellers und Beschwerdegegners auf eine Partei- entschädigung wird Vormerk genommen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsteller und Beschwer- degegner unter Bei lage der Doppel von Urk. 22 und 23, an den Gesuchs- gegner und Beschwerdeführer unter Beilage der Doppel von Urk. 19, 21/1- 4), sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 162'866.90. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. Die Anfechtung einer Parteierklärung (Vergleich, Anerkennung oder Rückzug des

Begehrens) hat nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht, sondern mit Revision beim Obergericht zu erfolgen (Art. 328 ff. ZPO).

Züri ch, 5. November 2015

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

li c. i ur. M. Reuss Valenti ni

versandt am: js

Schlagwörter

appeal withdrawaldiscontinuancecourt costsenforcement declarationparty compensationcost advance

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal proceedings should be discontinued after the appellant withdrew the appeal

Extrahierter Entscheid

The appeal withdrawal was clear; the proceedings were therefore discontinued.

Extrahierte Begründung

Under Art. 241(3) CPC, a clear withdrawal leads to discontinuance of the proceedings. Since the withdrawal was filed before substantial appellate work, no further steps were needed.

Kernrechtsfrage

Allocation of appellate costs after withdrawal of the appeal

Extrahierter Entscheid

The costs of the appeal proceedings were charged to the appellant and set off against the advance payment.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome under Art. 106(1) CPC. The court set the fee at CHF 300, considering the limited work already done. The value in dispute is not relevant for setting costs in enforcement-declaration matters.

Kernrechtsfrage

Whether a party compensation should be awarded to the respondent

Extrahierter Entscheid

No party compensation was awarded; note was taken of the respondent's waiver.

Extrahierte Begründung

The respondent expressly waived any party compensation, so the court merely took note of that waiver.

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